VOLLMACHT FÜR JACK CLIFTON - Sergio Grieco

Agenten rippen einsam off - Bond-Kopien aus europäischem Klon-Technik-Anbau
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Richie Pistilli
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VOLLMACHT FÜR JACK CLIFTON - Sergio Grieco

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Agent 077 - Vollmacht für Jack Clifton (D)
Agente 077 dall’Oriente con Furore (IT)
Fureur sur le Bosphore (F)
Storm over de Bosporus (F)
Paris – Estambul sin Regrèso (ES)
S.O.S. Agente 077 plenos Poderes in Estambul (ES)
Paris-Istambul Sem Regresso (POR)
Fúria do Oriente (BRA)
Agent 077: Operacja Istambuł (POL)
Agent 077 Operation Istanbu (SWE)
Agent 077: From the Orient with Fury
Agent 077: Fury in Istanbul


R: Sergio Grieco
D: Ken Clark, Margaret Lee, Franco Ressel, Philippe Hersent, Fabienne Dali, Fernando Sancho, Evi Marandi, Ennio Balbo, Luciano Pigozzi, Vittorio Sanipoli u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 22. Oktober 1965

Synchronkartei

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Score: Piero Piccioni

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OFDb



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"Pass auf Jack Clifton, komm hierher."


Ein neuer, schwieriger Fall für Special-Agent Jack Clifton (Ken Clark): Der Weltfriede ist bedroht. Ein amerikanischer Super-Gangster namens Goldwyn (Franco Ressel) hat den Erfinder des "Beta-Strahlengewehrs", Professor Franz Kurtz (Ennio Balbo), in seiner Gewalt. Wenn diese Erfindung in die falschen Hände gerät, sind die Folgen unvorstellbar. Mit seiner hübschen Assistentin Evelyn Stone (Margaret Lee) nimmt Jack Clifton die Verfolgung auf. Mordanschläge, Auto-Jagden, Karatekämpfe: Bis der Fall gelöst ist, wird unserem Agenten-Paar nichts erspart. [Quelle: Silwa Video]


Eigentlich stellt VOLLMACHT FÜR JACK CLIFTON (1965) den zweiten Teil der Dick-Malloy-Trilogie dar, zu der neben dem vorliegenden Film auch noch OPERATION BLOODY MARY (1965) und IM NETZ DER GOLDENEN SPINNE (1966) zählen. Während in Italien OPERATION BLOODY MARY den ersten Teil der Reihe darstellt und gerade mal sechs Wochen vor VOLLMACHT FÜR JACK CLIFTON in die Kinos kam, wurde hierzulande der zweite Teil als der erste vermarktet, denn VOLLMACHT FÜR JACK CLIFTON startete in den bundesdeutschen Kinos am 22.10.1965, wohingegen OPERATION BLOODY MARY erst am 26.11.1965 seine Kinopremiere feierte. Zu allem Überfluss wurde auch noch der Held der Trilogy, Dick Malloy, von dem deutschen Filmverleiher für die ersten beiden Teile in Jack Clifton unbenannt. Der dritte Teil, IM NETZ DER GOLDENEN SPINNE, wurde wiederum von einem anderen Synchronstudio bearbeitet, das sowohl andere Synchronsprecher einsetzte als auch den ursprünglichen Namen des Top-Agenten, Dick Malloy, beibehielt. Und als wäre das Ganze nicht schon verwirrend genug, wurde hierzulande bereits im Jahr 1964 der Film JACK CLIFTON JAGT WOSTOCK III in die Kinos gebracht, wobei der Agentenfilm rein gar nichts mit der eigentlichen Jack-Clifton-Reihe zu tun hat, sondern vielmehr zur losen Serie der Francis-Coplan-Spionagefilme gezählt werden kann.
Soweit, so gut.


"Hör auf Jack Clifton, ich kann das nicht mehr mit ansehen."


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VOLLMACHT FÜR JACK CLIFTON entstand 1965 als eine italienisch-spanisch-französische Koproduktion, die in Madrid, Paris, Istanbul und in den Cinecittà Studios (Rom) gedreht wurde. Der Handlungsplot dreht sich um eine wirkmächtige Superwaffe, die mittels Betastrahlen Gegenstände quasi in Luft auflösen kann. Dabei ist es unschwer zu übersehen, dass dieser 007-Klon vordergründig von LIEBESGRÜßE AUS MOSKAU inspiriert wurde. Als Hauptdarsteller wurde der US-amerikanische Schauspieler Ken Clark auserkoren, der auch in den beiden anderen Teilen den Top-Agenten Jack Clifton bzw. Dick Malloy verkörpert. Normalerweise wirkt sein Arbeitsstil besonnen, soweit er sich nicht gerade mit irgendwelchen Gangstern herumschlagen muss oder sich mit chauvinistischen Sprüchen bei schönen Frauen einzuschmeicheln versucht. Zu seinen Gadgets zählen neben einem Auto, dessen Rücklichter mit Maschinengewehren bestückt sind und einer dicken Zigarre, die mit einem Dietrich bestückt wurde, ein Hosenträger mit Morsefunk-Funktion sowie ein Gürtelschnalle, in die eine selbstentwickelnde Fotokamera integriert wurde. Sein Gegenspieler wird von keinem Geringeren als Franco Ressel verkörpert, der in der Rolle des Superschurken Goldwyn eine hervorragende Darbietung abgibt. Die größte Überraschung erwartet den Zuschauer aber erst nach einer Stunde, denn dann betritt urplötzlich die reizende Margaret Lee den Plan. In der Rolle der Evelyn Stone verkörpert sie eine Geheimagentin, die Jack Clifton in den letzten 40 Minuten unterstützend zur Seite steht. Leider wird sie bereits nach kurzer Zeit enttarnt, infolgedessen sie zwar in eine brenzlige Situation gerät, aber dennoch tapfer bis zum Ende des Films ausharrt. In weiteren Nebenrollen treten außerdem Evi Marandi, Fernando Sancho, Luciano Pigozzi, Philippe Hersent, Ennio Balbo und Claudio Ruffini in Erscheinung. Ansonsten bietet VOLLMACHT FÜR JACK CLIFTON, der übrigens von Sergio Grieco sehr solide inszeniert wurde, die üblichen genretypischen Ingredienzien: Harte Männer, schöne Frauen, handfeste Auseinandersetzungen, einige Ballerorgien und spektakuläre Verfolgungsjagden.


"Eine rasante Fortsetzung von OPERATUIN BLOODY MARY, der einen Monat zuvor ein Kassenschlager war [...]. Kaum jemand weiß einen Smoking so gut zu tragen wie Ken Clark, und die Schauplätze in Paris und Istanbul sind perfekt gewählt. Margaret Lee glänzt im letzten Teil des Films, obwohl sie als Agentin völlig versagt. Piero Piccionis Musik ist wunderschön und behält stets ihren entspannten Lounge-Charakter, während Lydia MacDonald den Song für den wundervollen Vorspann singt, der sich ganz um die dunkle Sonnenbrille des Protagonisten dreht." [Marco Giusti]


Fazit: "Sarkis, mach den Gashahn auf!"


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Beitrag von Richie Pistilli »

Entwirrung im Namenswirrwarr:


"Die Jack-Clifton-Reihe stellt den Fan in Deutschland vor einige Herausforderungen, um den Überblick zu behalten. Zunächst einmal, weil Jack Clifton im Original gar nicht Jack Clifton heißt, sondern Dick Malloy. Der Name Clifton ist ein Produkt der deutschen Synchronfassungen. Warum man ihm hierzulande einen anderen Namen verpasste, ist mir nicht bekannt. Möglich, dass man Jack Clifton wählte, weil „Jack“ zumindest mit denselben Buchstaben wie „James“ beginnt, sich – im Klang vergleichbar – ebenfalls in einer Silbe spricht und „Clifton“ durch seine letzten beiden Buchstaben einen ähnlichen Abgang hinsichtlich des Klanges wie „Bond“ hat. Als Rückschritt gegenüber dem sonderbaren Rufnamen „Dick“ würde ich die Umbenennung in jedem Fall nicht unbedingt werten. Was das Wort „dick“ im Englischen so alles bedeutet – mag es als Rufname im englischsprachigen Raum noch so beliebt sein –, kann man im Wörterbuch ergiebig nachschlagen; zu einem coolen Superagenten wollen jedoch weder die dort greifbaren Adjektive noch die Substantive so recht passen.

Zusätzliche Verwirrung entsteht, weil der dritte Film, „Im Netz der goldenen Spinne“, in Deutschland von einem anderen Synchronstudio in einer anderen Stadt bearbeitet wurde und die Umbenennung von Malloy zu Clifton hier nicht beibehalten wurde – Synchronsprecherwechsel bei der Hauptfigur und seinem Chef Heston eingeschlossen. Somit gibt es also in Deutschland drei Dick-Malloy- bzw. Jack-Clifton-Filme, von denen zwei den Helden Jack Clifton nennen und einer ihn Dick Malloy nennt, bei dem dann auch noch die bekannten Figuren plötzlich anders klingen. Das hätte man eleganter lösen können. Besonders ärgerlich ist das zudem deswegen, weil Clifton in den ersten beiden Filmen von Gert Günther Hoffmann gesprochen wurde, der seit „Liebesgrüße aus Moskau“ auch die Stimme von Sean Connery als James Bond war und den Charme der Rolle gewissermaßen von Bond auf Clifton überträgt sowie Ken Clarks limitierte schauspielerische Möglichkeiten aufwertet – seinen Bond-Zungenschlag beim Umgang mit Frauen wie auch Schurken inbegriffen. Zumindest wird man in der deutschen Fassung des akustisch aus dem Rahmen fallenden dritten Films aber mit einer sehr attraktiven Darbietung von Ingeborg Schöner für Daniela Bianchi entschädigt, die ich wiederum auch nicht missen wollen würde.

Das komplette Durcheinander wird von dem Umstand formvollendet, dass sich in Deutschland noch ein Film mit dem Titel „Jack Clifton jagt Wostok III“ (1964), ebenfalls mit Ken Clark in der Hauptrolle, findet, den man dem Veröffentlichungsjahr nach sogar fälschlicherweise für den ersten Teil der Reihe halten könnte. Es mag tatsächlich sein, dass sich Clark mit diesem Film letztlich für die Rolle des Dick Malloy alias Jack Clifton empfahl, es handelt sich allerdings um einen Film aus der Francis Coplan-Reihe, die in den 60er-Jahren mit mehreren Beiträgen, jedoch stetig wechselnden Hauptdarstellern bestückt wurde.

Weiteres Potenzial für Durcheinander bietet der Umstand, dass Mitte der 60er-Jahre auch noch andere Agenten mit der Bond-ähnlichen Seriennummer 077 im Eurospy-Kinouniversum unterwegs waren: Brett Halsey beispielsweise spielte in „Agentenfalle Lissabon“ (1965) den Agenten 077, George Farrell. Luis Dávila wiederum ging als Agent 077 mit Namen Marc Mato bzw. Mike Murphy in „Agent 077 – Heißes Pflaster Tanger“ (1965) auf die Reise, dem mit „Mike Murphy 077 gegen Ypotron“ (1966), erneut mit Dávila, eine Quasi-Fortsetzung folgte – auch hier sind je nach Sprachfassung aber wieder unterschiedliche Namen der Hauptfigur bei beiden Filmen im Umlauf. Sogar in Indien erschien 1968 ein Film mit dem Titel „Golden Eyes Secret Agent 077“, mit überraschendem Namensvorgriff auf den späteren ersten Film mit Pierce Brosnan als James Bond
." (Quelle)


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