DIE SIEBEN MASKEN DES JUDOKA
● CASSE-TÊTE CHINOIS POUR LE JUDOKA / ORE VIOLENTE / DIE SIEBEN MASKEN DES JUDOKA (F|I|D|1967)
mit Marc Briand, Marilù Tolo, Maria Minh, François Maistre, Paolo Tiller, Adaly Bell, Fu-Wan Chin, Paolo Casella sowie Le Grand Ferré und Heinz Drache
eine Produktion der Les Films Corona | GRK Films | Discobolo Film | in Zusammenarbeit mit Parnass & Continental Film | im Constantin Filmverleih
ein Film von Maurice Labro
»Ich muss Sie jetzt um äußerste Diskretion bitten!«
Der Judomeister Marc Saint-Clair (Marc Briand) reist nach Hongkong, um nach seinem spurlos verschwundenen Freund Clyde (Paolo Tiller) zu suchen, dessen Flugzeug über dem Meer abgestürzt ist. Unterstützt von der engagierten Journalistin Jennifer (Marilù Tolo) und dem mysteriösen Geheimagenten Finn (Heinz Drache), stößt Marc bei seinen Nachforschungen in ein gefährliches Wespennest. Er gerät ins Visier einer skrupellosen Verbrecherorganisation, die von einem geheimnisvollen Anführer kontrolliert wird. Um die kriminellen Machenschaften aufzudecken, muss Marc nicht nur seinen Verstand, sondern vor allem seine Kampfkünste einsetzen, während er immer mehr in die unerbittlichen Mechanismen der Unterwelt hineingezogen wird …
"Die sieben Masken des Judoka" entstand im Jahr 1967 als eine dreiseitige europäische Koproduktion zwischen Frankreich, Italien und Westdeutschland. Zwar war dieses Projekt rein rechtlich und organisatorisch gesehen eine französisch-italienische Produktion, um das Projekt aber im Verleihprogramm der deutschen Constantin Film für das hiesige Publikum attraktiver zu machen und den deren Star Heinz Drache unterzubringen, wurde die Münchener Parnass-Film in einer besonderen Zusammenarbeit mit ins Boot geholt. Das Werk wurde gezielt als Fortsetzung von Pierre Zimmers "Judoka - Unser Mann von Interpol" aus dem Jahr 1966 platziert und dabei stellte die italienische Schauspielerin Marilù Tolo das bindende Glied dar, da sie als einzige Darstellerin der Hauptbesetzung in beiden Teilen mitwirkt. Die Dreharbeiten fanden im asiatischen Raum statt, wobei die Kulisse vor allem durch umfassende Außenaufnahmen in der damaligen britischen Kronkolonie Hongkong geprägt ist, was den Film rein optisch gesehen sehr reizvoll erscheinen lässt. Einzelne funktionale Szenen, wie die für Autobahnen und Flughafen-Außenbereiche, wurden zudem in Tokio gedreht. Vor allem der in im Comic-Look gehaltene Vorspann ist ein wirkliches Aushängeschild dieser Produktion geworden und verweist auf Dynamik, Spannung und Action. Eine besondere produktionsgeschichtliche Randnotiz ist die Mitwirkung des späteren Wrestling-Weltstars "André the Giant", der hier in einer seiner frühesten Filmrollen als namenloser Schläger auftritt und im Abspann unter dem Pseudonym Novak gelistet ist. Nachdem der Film seine Kinopremiere am 22. Dezember 1967 in Westdeutschland feierte, kam er im Februar 1968 auch in die französischen Kinos. Für den bundesdeutschen Markt erfuhr das Werk eine drastische Bearbeitung durch das Synchronstudio von Rainer Brandt, denn seine charakteristische Synchronisation wandelte die eigentlich ernste Spionagehandlung in eine mehr oder weniger humorvolle Haudrauf-Komödie voller flapsiger Sprüche um, was dem Film in Deutschland bis heute seinen übersichtlichen Kultstatus einbringt. "Die sieben Masken des Judoka" gilt als ein klassischer, jedoch zu spät entstandener Vertreter der erfolgreichen Eurospy-Welle, der an den Kinokassen nur mäßig erfolgreich war, beziehungsweise vergleichsweise floppte. Zudem bedient er zielgerichtet das Prinzip einer budgetfreundlichen Strategie, die als kostengünstige europäische Antwort auf den gigantischen James-Bond-Boom der 1960er-Jahre entstand.
Die Produktion kopiert die gängige Erfolgsformel mittels Zutaten wie einer global agierenden Geheimorganisation, die Bedrohung durch Atomwaffen und exotischen Schauplätzen, musste dies wie erwähnt aber mit weitaus weniger Budget realisieren. Eine nennenswerte Besonderheit im Vergleich zu klassischen Agentenfilmen jener Ära stellt die Fusion mit dem asiatischen Kampfsport-Genre dar, da der Protagonist primär auf Judo und Kendo statt auf technische Gadgets vertraut, was das Werk rückblickend zu einem sehr frühen Vorläufer des weltweiten Martial-Arts-Booms macht. Da der Film gegen Ende des Jahres 1967 veröffentlicht wurde, fiel er genau in die beginnende Übersättigungsphase des Genres, in der das europäische Spionagekino rasant an Zugkraft verlor, während zeitgleich die Italowestern-Welle ihren kommerziellen Höhepunkt feierte. Aus wirtschaftlicher Sicht blieb der Streifen international weit hinter den Einspielergebnissen etablierter Eurospy-Erfolge zurück, da er vor allem in den hier beteiligten Produktionsländern weitgehend ignoriert wurde, wenn der deutsche Markt auch einen exklusiven Sonderfall darstellt, was an der Synchronisation liegen mag. Filmhistorisch gilt dieser Streifen als einer der schwächsten und unbedeutendsten Kinofilme in der gesamten Karriere von Heinz Drache und für den bekannten Schauspieler markierte dieses Projekt den unrühmlichen Schwanengesang seiner großen Leinwand-Ära. Direkt im Anschluss drehte er mit Alfred Vohrers "Der Hund von Blackwood Castle" nur noch einen weiteren Kinofilm, der allerdings ebenfalls deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, bevor sein Exklusivvertrag mit der Constantin Film auslief und er sich mangels hochklassiger Angebote fast vollständig auf das Theater und spätere Fernsehrollen fokussierte. Im Grunde genommen steht Hauptdarsteller Marc Briand hier nicht im Schatten eines erfolgreichen Co-Stars, sondern sorgt für eine eigene, ziemlich hoch angelegte Messlatte, da seine Performance nicht nur solide sondern, überzeugend ausgefallen ist, falls man selbst kein Kampfsportler ist. Zwar ist er kein Bond, kann aber für deutliche Akzente und dynamische Seheindrücke sorgen. Der Rest der Besetzung ist bis auf die aufregende Marilù Tolo weitgehend austauschbar ausgefallen. "Die sieben Masken des Judoka" bemüht sich insgesamt, etwas Vertrautes auf die Beine zu stellen, kann im Konkurrenzkampf und sogar autonom jedoch kaum punkten, da man den Eindruck gewinnt, dass in vielen Basisbereichen etwas mehr hätte draufgepackt werden können. So lala.
"Die sieben Masken des Judoka" entstand im Jahr 1967 als eine dreiseitige europäische Koproduktion zwischen Frankreich, Italien und Westdeutschland. Zwar war dieses Projekt rein rechtlich und organisatorisch gesehen eine französisch-italienische Produktion, um das Projekt aber im Verleihprogramm der deutschen Constantin Film für das hiesige Publikum attraktiver zu machen und den deren Star Heinz Drache unterzubringen, wurde die Münchener Parnass-Film in einer besonderen Zusammenarbeit mit ins Boot geholt. Das Werk wurde gezielt als Fortsetzung von Pierre Zimmers "Judoka - Unser Mann von Interpol" aus dem Jahr 1966 platziert und dabei stellte die italienische Schauspielerin Marilù Tolo das bindende Glied dar, da sie als einzige Darstellerin der Hauptbesetzung in beiden Teilen mitwirkt. Die Dreharbeiten fanden im asiatischen Raum statt, wobei die Kulisse vor allem durch umfassende Außenaufnahmen in der damaligen britischen Kronkolonie Hongkong geprägt ist, was den Film rein optisch gesehen sehr reizvoll erscheinen lässt. Einzelne funktionale Szenen, wie die für Autobahnen und Flughafen-Außenbereiche, wurden zudem in Tokio gedreht. Vor allem der in im Comic-Look gehaltene Vorspann ist ein wirkliches Aushängeschild dieser Produktion geworden und verweist auf Dynamik, Spannung und Action. Eine besondere produktionsgeschichtliche Randnotiz ist die Mitwirkung des späteren Wrestling-Weltstars "André the Giant", der hier in einer seiner frühesten Filmrollen als namenloser Schläger auftritt und im Abspann unter dem Pseudonym Novak gelistet ist. Nachdem der Film seine Kinopremiere am 22. Dezember 1967 in Westdeutschland feierte, kam er im Februar 1968 auch in die französischen Kinos. Für den bundesdeutschen Markt erfuhr das Werk eine drastische Bearbeitung durch das Synchronstudio von Rainer Brandt, denn seine charakteristische Synchronisation wandelte die eigentlich ernste Spionagehandlung in eine mehr oder weniger humorvolle Haudrauf-Komödie voller flapsiger Sprüche um, was dem Film in Deutschland bis heute seinen übersichtlichen Kultstatus einbringt. "Die sieben Masken des Judoka" gilt als ein klassischer, jedoch zu spät entstandener Vertreter der erfolgreichen Eurospy-Welle, der an den Kinokassen nur mäßig erfolgreich war, beziehungsweise vergleichsweise floppte. Zudem bedient er zielgerichtet das Prinzip einer budgetfreundlichen Strategie, die als kostengünstige europäische Antwort auf den gigantischen James-Bond-Boom der 1960er-Jahre entstand.
Die Produktion kopiert die gängige Erfolgsformel mittels Zutaten wie einer global agierenden Geheimorganisation, die Bedrohung durch Atomwaffen und exotischen Schauplätzen, musste dies wie erwähnt aber mit weitaus weniger Budget realisieren. Eine nennenswerte Besonderheit im Vergleich zu klassischen Agentenfilmen jener Ära stellt die Fusion mit dem asiatischen Kampfsport-Genre dar, da der Protagonist primär auf Judo und Kendo statt auf technische Gadgets vertraut, was das Werk rückblickend zu einem sehr frühen Vorläufer des weltweiten Martial-Arts-Booms macht. Da der Film gegen Ende des Jahres 1967 veröffentlicht wurde, fiel er genau in die beginnende Übersättigungsphase des Genres, in der das europäische Spionagekino rasant an Zugkraft verlor, während zeitgleich die Italowestern-Welle ihren kommerziellen Höhepunkt feierte. Aus wirtschaftlicher Sicht blieb der Streifen international weit hinter den Einspielergebnissen etablierter Eurospy-Erfolge zurück, da er vor allem in den hier beteiligten Produktionsländern weitgehend ignoriert wurde, wenn der deutsche Markt auch einen exklusiven Sonderfall darstellt, was an der Synchronisation liegen mag. Filmhistorisch gilt dieser Streifen als einer der schwächsten und unbedeutendsten Kinofilme in der gesamten Karriere von Heinz Drache und für den bekannten Schauspieler markierte dieses Projekt den unrühmlichen Schwanengesang seiner großen Leinwand-Ära. Direkt im Anschluss drehte er mit Alfred Vohrers "Der Hund von Blackwood Castle" nur noch einen weiteren Kinofilm, der allerdings ebenfalls deutlich hinter den Erwartungen zurückblieb, bevor sein Exklusivvertrag mit der Constantin Film auslief und er sich mangels hochklassiger Angebote fast vollständig auf das Theater und spätere Fernsehrollen fokussierte. Im Grunde genommen steht Hauptdarsteller Marc Briand hier nicht im Schatten eines erfolgreichen Co-Stars, sondern sorgt für eine eigene, ziemlich hoch angelegte Messlatte, da seine Performance nicht nur solide sondern, überzeugend ausgefallen ist, falls man selbst kein Kampfsportler ist. Zwar ist er kein Bond, kann aber für deutliche Akzente und dynamische Seheindrücke sorgen. Der Rest der Besetzung ist bis auf die aufregende Marilù Tolo weitgehend austauschbar ausgefallen. "Die sieben Masken des Judoka" bemüht sich insgesamt, etwas Vertrautes auf die Beine zu stellen, kann im Konkurrenzkampf und sogar autonom jedoch kaum punkten, da man den Eindruck gewinnt, dass in vielen Basisbereichen etwas mehr hätte draufgepackt werden können. So lala.
