● DER LETZTE MOHIKANER / EL ÚLTIMO MOHICANO / LA VALLE DELLE OMBRE ROSSE (D|E|I|1965)
mit Joachim Fuchsberger, Karin Dor, Carl Lange, Marie France, Ricardo Rodríguez, Kurt Großkurth, Ángel Ter, Stelio Candelli, Cris Huerta,
Mariano Halcon, Jean Mathieu, Rafael Hernández, Charles Dechamps, Leandro San José, Martin Diaz sowie Dan Martin und Athony Steffen
ein International Germania Film | Procusa | Balcázar | Cineproduzione | im Constantin Filmverleih
nach den gleichnamigen Roman von James Fenimore Cooper
ein Film von Harald Reinl
»Britische Ohren sind genauso empfindlich wie amerikanische!«
Der erfahrene Waldläufer Falkenauge (Anthony Steffen) und sein treuer mohikanischer Freund Unkas (Dan Martin) übernehmen die gefährliche Aufgabe, Cora (Karin Dor) und Alice (MarieFrance), die zwei Töchter eines britischen Kommandanten (Carl Lange), sicher durch ein umkämpftes Gebiet zu eskortieren. Doch auf dem Weg durch die unwegsame Wildnis lauert der rachsüchtige Huronen-Häuptling Magua (Ricardo Rodríguez), der mit den Franzosen verbündet ist und den Briten noch eine alte Rechnung offen hat. Als die Gruppe in einen Hinterhalt gerät und die Frauen entführt werden, beginnt für die beiden ungleichen Freunde und den sie begleitenden Captain Heyward (Joachim Fuchsberger) ein Wettlauf gegen die Zeit. Es entsteht ein Überlebenskampf, bei dem das Schicksal der gesamten Gruppe auf dem Spiel steht …
Ende 1962 konnte die Berliner Rialto Film Preben Philipsen einen Großerfolg mit Harald Reinls Karl May-Verfilmung "Der Schatz im Silbersee" landen, der 1964 als erster Film überhaupt mit der "Goldenen Leinwand" für mindestens drei Millionen Kino-Zuschauer ausgezeichnet wurde. Über die Jahre gesehen und durch zahlreiche Wiederaufführungen ist sogar von einer Gesamtanzahl von etwa 10 Millionen Zuschauern auszugehen. Obwohl Georg Marischkas "Die Sklavenkarawane" als erster Nachkriegsfilm nach Karl May zu bezeichnen ist, gilt "Der Schatz im Silbersee" auch heute noch als unumstrittener Auftakt einer sehr erfolgreichen Karl May Welle, die noch etliche Farbfilme hervorbrachte. Das Konzept derartig aufwändig hergestellter Abenteuerfilme nach bekannten Romanvorlagen ging also vollumfänglich auf und animierte die Konkurrenz, ähnliche oder sogar recht identische Angebote zu platzieren, da der Erfolg einigermaßen vorprogrammiert zu sein schien. Harald Reinls "Der letzte Mohikaner" war bereits für das Produktionsjahr 1963 mit alternativer Besetzung geplant, wurde dann aber erst zwei Jahre später realisiert, da der immense "Winnetou"-Erfolg quasi dazwischenkam und die zentrale Schaltstelle Constantin Film diesen Filmen Priorität einräumte. Diese strategische Verschiebung auf Verleihebene durch die Constantin führte selbstverständlich zu Einbußen beim Enderfolg, außerdem inszenierte man auf Basis der Romanvorlage von James Fenimore Cooper. Die Regie kopiert den Stil der May-Verfilmungen oder ruft besser gesagt das eigene Repertoire ab, um dem Publikum einen Film anzubieten, der trotz unterschiedlichen Autors dennoch funktionieren soll. Mit den Zugpferden Joachim Fuchsberger und Karin Dor konnte man auf zwei bewährte Interpreten zurückgreifen, die das deutsche Kino seit Jahren prägten und für volle Kinosäle sorgen konnten, doch alleine diese Grundvoraussetzungen reichen nicht aus, um einen ebenbürtigen Film anzubieten. Zwar war "Der letzte Mohikaner" kein ausgesprochener Flop an den Kinokassen, doch der erhoffte Erfolg blieb vergleichsweise aus, was sich beinahe durch den laufenden Film selbst erklärt, denn ihm fehlt das gewisse Etwas und hat darüber hinaus mit sehr langweiligen Intervallen zu kämpfen. Die Kölner International Germania Film produzierte unter Leitung des in Rechtswissenschaften promovierten Dr. Alfons Carcasona und Heinz Willeg hochinteressante Titel, die sich rückblickend oft als ausgesprochene Konkurrenzproduktionen beschreiben lassen, aber einen guten Mix zwischen Kopie und Alternative finden konnten.
Diese Beschreibung kann man leider nicht auf "Der letzte Mohikaner" beziehen, denn er bleibt in allen Belangen, vor allem thematisch und qualitativ gesehen, auf der Strecke. Dies lässt sich durchaus trotz Harald Reinls betont routinierter Regie auch auf den inszenatorischen Bereich übertragen, da der groß angekündigte Titelheld der Geschichte schwächelt und nur ein Statistendasein führt. Vom Angebot her bekommt man insgesamt wenig Neues angeboten, das nicht schon längst andernorts dagewesen ist, sodass sich dieses Abenteuer nur schleppend erschließt, ungünstigerweise viel zu vorhersehbar ist und darüber hinaus einen großen Fehler begeht. Man konzentriert sich zu sehr auf Joachim Fuchsberger und Karin Dor, was aufgrund des Star-Status der beiden nur logisch erscheint und Fans nicht irritieren dürfte. Allerdings werden beide zugunsten einer seicht-sentimentalen Note vergeudet, wenngleich man dies auf hohem Niveau seufzen darf. Karin Dor überzeugt hier mit Schlagfertigkeit und Selbstbewusstsein, welches nur von ihrem Auserkorenen ausgehebelt werden darf. An ihrer Seite ist die bezaubernde Marie France alias Paca Gabaldón zu sehen, hier übrigens in ihrem ersten Kinofilm. Dies alles kann der großen Titel-Ankündigung schließlich nur wenig schmeicheln. Um es daher deutlich zu sagen: Film und Verlauf leiden unter der schwachen und beinahe irrelevant wirkenden Performance von Anthony Steffen, der keinen Raum geboten bekommt. Seine sporadischen und nahezu nichtssagenden Szenen reichen gerade aus, um ihn als klassische Fehlbesetzung zu identifizieren. Dem Film geht ohne einen starken Helden schlussendlich auch das Potenzial verloren, dessen Stärke wie in ähnlich gelagerten Filmen auszuspielen. Sein Partner Dan Martin macht eine bessere Figur, da der Verlauf ihm auch eine kantigere Präsenz zubilligt. Steffen nimmt das Publikum jedenfalls nicht mit und es scheint, dass es ihm einerlei ist, was er grade tut. Ganz im Gegensatz zu Joachim Fuchsberger oder sogar Carl Lange, die für das einstehen, was sie darzustellen haben. Diese einseitig verteilte Dominanz schadet dem Verlauf erheblich, sodass wichtige Charaktere wie abgewickelt wirken. Dennoch erscheint es so, dass diese Gewichtungen genauso kalkuliert zu sein waren. Im Angebot bleibt das übliche Repertoire aus Action, Dramatik und Niedertracht in den Köpfen der Zuschauer zurück, sowie schöne Landschaftsaufnahmen, was sich im Sinne der Erwartungshaltung dann doch eher wie eine globale Sparflamme anfühlt. Insgesamt gesehen stellt "Der letzte Mohikaner" keinen der einschlägigen Platzhirsche des Genres dar.
Ende 1962 konnte die Berliner Rialto Film Preben Philipsen einen Großerfolg mit Harald Reinls Karl May-Verfilmung "Der Schatz im Silbersee" landen, der 1964 als erster Film überhaupt mit der "Goldenen Leinwand" für mindestens drei Millionen Kino-Zuschauer ausgezeichnet wurde. Über die Jahre gesehen und durch zahlreiche Wiederaufführungen ist sogar von einer Gesamtanzahl von etwa 10 Millionen Zuschauern auszugehen. Obwohl Georg Marischkas "Die Sklavenkarawane" als erster Nachkriegsfilm nach Karl May zu bezeichnen ist, gilt "Der Schatz im Silbersee" auch heute noch als unumstrittener Auftakt einer sehr erfolgreichen Karl May Welle, die noch etliche Farbfilme hervorbrachte. Das Konzept derartig aufwändig hergestellter Abenteuerfilme nach bekannten Romanvorlagen ging also vollumfänglich auf und animierte die Konkurrenz, ähnliche oder sogar recht identische Angebote zu platzieren, da der Erfolg einigermaßen vorprogrammiert zu sein schien. Harald Reinls "Der letzte Mohikaner" war bereits für das Produktionsjahr 1963 mit alternativer Besetzung geplant, wurde dann aber erst zwei Jahre später realisiert, da der immense "Winnetou"-Erfolg quasi dazwischenkam und die zentrale Schaltstelle Constantin Film diesen Filmen Priorität einräumte. Diese strategische Verschiebung auf Verleihebene durch die Constantin führte selbstverständlich zu Einbußen beim Enderfolg, außerdem inszenierte man auf Basis der Romanvorlage von James Fenimore Cooper. Die Regie kopiert den Stil der May-Verfilmungen oder ruft besser gesagt das eigene Repertoire ab, um dem Publikum einen Film anzubieten, der trotz unterschiedlichen Autors dennoch funktionieren soll. Mit den Zugpferden Joachim Fuchsberger und Karin Dor konnte man auf zwei bewährte Interpreten zurückgreifen, die das deutsche Kino seit Jahren prägten und für volle Kinosäle sorgen konnten, doch alleine diese Grundvoraussetzungen reichen nicht aus, um einen ebenbürtigen Film anzubieten. Zwar war "Der letzte Mohikaner" kein ausgesprochener Flop an den Kinokassen, doch der erhoffte Erfolg blieb vergleichsweise aus, was sich beinahe durch den laufenden Film selbst erklärt, denn ihm fehlt das gewisse Etwas und hat darüber hinaus mit sehr langweiligen Intervallen zu kämpfen. Die Kölner International Germania Film produzierte unter Leitung des in Rechtswissenschaften promovierten Dr. Alfons Carcasona und Heinz Willeg hochinteressante Titel, die sich rückblickend oft als ausgesprochene Konkurrenzproduktionen beschreiben lassen, aber einen guten Mix zwischen Kopie und Alternative finden konnten.
Diese Beschreibung kann man leider nicht auf "Der letzte Mohikaner" beziehen, denn er bleibt in allen Belangen, vor allem thematisch und qualitativ gesehen, auf der Strecke. Dies lässt sich durchaus trotz Harald Reinls betont routinierter Regie auch auf den inszenatorischen Bereich übertragen, da der groß angekündigte Titelheld der Geschichte schwächelt und nur ein Statistendasein führt. Vom Angebot her bekommt man insgesamt wenig Neues angeboten, das nicht schon längst andernorts dagewesen ist, sodass sich dieses Abenteuer nur schleppend erschließt, ungünstigerweise viel zu vorhersehbar ist und darüber hinaus einen großen Fehler begeht. Man konzentriert sich zu sehr auf Joachim Fuchsberger und Karin Dor, was aufgrund des Star-Status der beiden nur logisch erscheint und Fans nicht irritieren dürfte. Allerdings werden beide zugunsten einer seicht-sentimentalen Note vergeudet, wenngleich man dies auf hohem Niveau seufzen darf. Karin Dor überzeugt hier mit Schlagfertigkeit und Selbstbewusstsein, welches nur von ihrem Auserkorenen ausgehebelt werden darf. An ihrer Seite ist die bezaubernde Marie France alias Paca Gabaldón zu sehen, hier übrigens in ihrem ersten Kinofilm. Dies alles kann der großen Titel-Ankündigung schließlich nur wenig schmeicheln. Um es daher deutlich zu sagen: Film und Verlauf leiden unter der schwachen und beinahe irrelevant wirkenden Performance von Anthony Steffen, der keinen Raum geboten bekommt. Seine sporadischen und nahezu nichtssagenden Szenen reichen gerade aus, um ihn als klassische Fehlbesetzung zu identifizieren. Dem Film geht ohne einen starken Helden schlussendlich auch das Potenzial verloren, dessen Stärke wie in ähnlich gelagerten Filmen auszuspielen. Sein Partner Dan Martin macht eine bessere Figur, da der Verlauf ihm auch eine kantigere Präsenz zubilligt. Steffen nimmt das Publikum jedenfalls nicht mit und es scheint, dass es ihm einerlei ist, was er grade tut. Ganz im Gegensatz zu Joachim Fuchsberger oder sogar Carl Lange, die für das einstehen, was sie darzustellen haben. Diese einseitig verteilte Dominanz schadet dem Verlauf erheblich, sodass wichtige Charaktere wie abgewickelt wirken. Dennoch erscheint es so, dass diese Gewichtungen genauso kalkuliert zu sein waren. Im Angebot bleibt das übliche Repertoire aus Action, Dramatik und Niedertracht in den Köpfen der Zuschauer zurück, sowie schöne Landschaftsaufnahmen, was sich im Sinne der Erwartungshaltung dann doch eher wie eine globale Sparflamme anfühlt. Insgesamt gesehen stellt "Der letzte Mohikaner" keinen der einschlägigen Platzhirsche des Genres dar.
