Der tödliche Kreis (D)
Circuito chiuso (IT)
Circuito Fechado (POR)
Disparen al espectador (ARG)
Is It Safe in the Theater?
Crime with No Killer
Closed Circuit
IT 1978
R: Giuliano Montaldo
D: D: Franco Balducci, Flavio Bucci, Brizio Montinaro, Luciano Catenacci, Ettore Manni, Mattia Sbragia, Tony Kendall, Giuliano Gemma, William Berger, Luciano Rossi, Mario Cecchi, Laura D'Angelo u.a.
Deutsche Erstaufführung: Februar 1978 (Berlinale) / 12. August 1980 (TV Premiere ZDF)
Bahnhofskino (Podcast)
Locationvergleich
Score: Egoisto Macchi
OFDB
"Bilder sind mächtiger als die Realität."
Die arglosen Besucher der Nachmittagsvorstellung eines Italowesterns in einem Mailändischen Kino sind entsetzt, als einer der Zuschauer, der erst während des Showdowns das Kino betrat, von einem tödlichen Schuss getroffen in seinem Sitz zusammensinkt. Die Polizei riegelt das Kino ab und während im Freien die Presse und Schaulustige wild spekulieren, zerbricht sich im Kinosaal der ermittelnde Inspektor (Brizio Montinaro) den Kopf darüber, wie der Mord von statten gegangen sein könnte. Ein Soziologiestudent (Flavio Bucci) unterbreitet ihm eine wahnwitzige Theorie, der der Polizeibeamte jedoch keinen Glauben schenken will - bis bei einer Rekonstruktion der Vorstellung eine prominente Person den Tod findet... (Mc Kenzie)
1978 drehte Giuliano Montaldo mit DER TÖDLICHE KREIS einen als Fernsehfilm für die RAI produzierten Thriller, der im Februar 1978 auf den Internationalen Filmfestspielen in Berlin uraufgeführt wurde. Das Werk entpuppt sich als ein metareflexiver Film über das Kino, bei dem die Grenzen der Realität überschritten werden. Als Schauplatz dient ein italienisches Lichtspielhaus, in dem ein Italo-Western gezeigt wird. Einige der im Kino gezeigten Filmbilder stammen aus dem Film AMIGOS - DIE (B)ENGEL LASSEN GRÜßEN von 1968, der unter der Regie von Giulio Petroni entstand und Giuliano Gemma als Hauptdarsteller an Bord hatte. Das Plakat im Kinofoyer wirbt jedoch für die Vorführung des Films „DER TOD KOMMT DIENSTAGS“, von dem zwar nur der mit Giuliano Gemma und William Berger neugedrehte Showdown auf der Kinoleinwand zu sehen ist, der aber zugleich auch die Schlüsselszene des Films darstellt, in der ein Schuss aus Gemmas Colt auf der Leinwand einen Zuschauer im Kinosaal tötet. Was folgt, ist eine Besetzung des Kinos durch die Polizei, die vor Ort neben den Mordermittlungen die 54 bis auf Weiteres festgesetzten Kinobesucher als Zeugen verhört. Als kurz darauf der Tathergang unter Beteiligung aller Zeugen im Kinosaal nachgestellt wird, kommt es während der Showdownszene erneut zu einem Mord an einem Zuschauer. Während die Polizei mit der Ermittlungarbeit an ihre Grenzen stößt, denn rein rational lassen sich die Morde nicht erklären, eröffnet ein Soziologiestudent, der sich ebenfalls unter den Zuschauern befand, gegenüber der Polizei ein paar steile Thesen, von denen wiederum einige, so absurd sie auch klingen mögen, zur Auflösung dieser widersinnigen Geschichte dienen. So etwas passiert, wenn Fiktion die Realität verdrängt und die Einbildung unserer Fantasie Gestalt annimmt. Die Regie wirkt flüssig und dynamisch und die Dialoge sind oft lebhaft, manchmal sogar mit wunderbar ironischen Untertönen durchzogen. Unter den Schauspielern sticht zweifellos Flavio Bucci hervor, der die Rolle des skurrilen Soziologen hervorragend verkörpert. Ebenfalls sind mit an Bord: Luciano Catenacci als Stellvertretender Polizeikommissar, Ettore Mani als Polizeikommissar, Tony Kendall als Kinogast und Luciano Rossi als Filmvorführer.
"Der für RAI produzierte und ursprünglich für das Fernsehen vorgesehene Film wurde auf der Berlinale präsentiert . Aufgrund seines beachtlichen Kritiker- und Publikumserfolgs entschied sich RAI für einen Kinostart. Wegen finanzieller Differenzen mit der Produktionsfirma (die Schauspieler hatten niedrige Gagen erhalten, die keine Kinoveröffentlichung beinhalteten, und RAI weigerte sich, die Verträge anzupassen) kam der Film jedoch nie in die Kinos." (Quelle)
Hierzulande wurde der Film nach seiner Premiere auf der Berlinale 1978 lediglich am 12. August 1980 vom ZDF im TV gezeigt. Die ausgestrahlte Synchronfassung soll diversen Angaben im Netz zufolge vom ZDF vernichtet worden sein, nachdem bereits zuvor Anfragen an den Mitschnittservice mit der Begründung "unlösbare technische Probleme" stets abgelehnt wurden. Bei der Filmvorführung des deutschen Filmmuseums am 24. Juli 2011 wurde der Film in der Originalfassung gezeigt, wobei die deutschen Untertiteln live, oder besser gesagt synchron, zum Film "eingetippt" wurden. Eventuell könnte noch eine deutsche Synchronfassung im Archiv des ORF schlummern, denn in Österreich wurde DER TÖDLICHE KREIS 1982 im TV ausgestrahlt. Weiterhin soll laut dem Fassungseintrag in der OFDb eine gepresste Bootleg-DVD existieren, die die deutsche Synchronfassung mit an Bord haben soll. Hat schon mal irgendjemand diese dubiose DVD gesehen? Oder überhaupt die deutsche Synchronfassung? Es wäre ein Traum, wenn dieser außergewöhnliche Film endlich mal in der deutschen Synchronfassung verfügbar wäre.
Filmausschnitt:
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