SHAMANGO - Giorgio Stegani

Staubige Dörfer, schweigsame Pistoleros und glühende Colts.
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alex_wintermute
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SHAMANGO - Giorgio Stegani

Beitrag von alex_wintermute »

Shamango (1967)

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Originaltitel: Gentleman Jo... uccidi
Herstellungsland: Italien, Spanien
Erscheinungsjahr: 1967
Darsteller: Anthony Steffen, Eduardo Fajardo, Silvia Solar, Mariano Vidal Molina, Benito Stefanelli, Ángel Lombarte
Regie: Giorgio Stegani

"Shamango" von Giorgio Stegani zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass der Film alle vertrauten Zutaten des Italowesterns besitzt, diese aber mit einer besonders dichten, kompromisslosen und zugleich sehr stimmungsvollen Atmosphäre verbindet und von einer gewissen unterschwelligen Symbolik getragen wird. Das Werk hebt sich von vielen durchschnittlichen Genrebeiträgen deutlich ab. Eine seiner größten Stärken ist die Figur des Shamango selbst, die von Anthony Steffen perfekt verkörpert wird. Vor allem aber punktet der Film bei mir gerade wegen Eduardo Fajardo, der eine Glanzleistung in der Rolle des Generals abliefert. Eduardo Fajardo bringt zusätzlich eine große Präsenz in den Film. Mit seiner Ausstrahlung verkörpert er genau jene Mischung aus Bedrohlichkeit, Autorität und verschlagener Eleganz, die viele gute Italowestern Bösewichter oder Machtfiguren so unvergesslich macht. Eduardo Fajardo verkörpert den General in Perfektion. Der von ihm gespielte General ist vor allem deshalb so interessant, weil er nicht einfach nur ein gewöhnlicher Bösewicht ist, sondern wie eine markante Figur wirkt, in der sich Machtbewusstsein, Härte, Kälte und eine gewisse elegante Selbstsicherheit verbinden. Fajardo verleiht dem General eine Ausstrahlung, die sofort deutlich macht, dass dieser Mann daran gewöhnt ist, über andere zu bestimmen. Er liebt es Befehle zu geben und seinen Willen ohne große Skrupel durchzusetzen. Genau dadurch bekommt die Figur eine starke Präsenz. Gerade diese kontrollierte, fast elegante Strenge macht den General so wirkungsvoll. Er erscheint wie jemand, der Gewalt und Einschüchterung als ganz natürliche Werkzeuge seiner Macht versteht. Der General tritt nicht wie ein roher gewöhnlicher Schurke auf, sondern eher wie ein Mann, der sich selbst für überlegen hält und seine Position mit einer fast selbstverständlichen Autorität ausfüllt. Dadurch entsteht der Eindruck, dass hinter seiner fast schon äußeren Ruhe eine große Rücksichtslosigkeit steckt, was ihn gefährlicher macht als viele eindimensionale Schurkenfiguren. Der General verkörpert damit auch einen typischen Wesenszug des Italowesterns, nämlich die Verbindung von politischer oder militärischer Ordnung mit Korruption, Grausamkeit und persönlichem Vorteil. Er steht also nicht einfach nur für individuelle Bosheit, sondern auch für ein System von Herrschaft, in dem Gewalt, Angst und Opportunismus den Alltag bestimmen. Gerade deshalb bleibt die Figur im Gedächtnis, weil sie mehr ist als ein Gegner des Helden: Sie steht für jene kalte Form von Macht, gegen die der einsame Einzelgänger des Italowesterns überhaupt erst ankämpfen muss. Die Art wie der Film Handlung, Spannung und Gewalt mit einem hohen Bodycount miteinander verbindet ist durchaus faszinierend. Der Film wirkt in vieler Hinsicht rau, roh und direkt. Er besitzt aber auch gewisse Eleganz, die sich in den starken schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptcharaktere manifestiert. Der Film erscheint dabei nicht geschniegelt oder kommt zu künstlich rüber. "Shamango" ist ein harter, staubiger und bitterer Italowestern in dem Rache und Überlebenskampf echtes Gewicht haben. Er gehört vielleicht nicht zu den berühmtesten oder größten Titeln des Italowesterns, aber besitzt einige wirklich faszinierende Qualitäten. Liebhaber des Genres werden auch dieses Werk zu schätzen wissen. Ein starker Protagonist, ein äußerst faszinierender Antagonist, markante Nebendarsteller, eine finstere Stimmung, eine konsequente Inszenierung und ein gelungener Soundtrack von Bruno Nicolai machen das Werk deutlich schmackhafter als man auf den ersten Blick bzw. anhand des deutschen Titels vermuten lässt. Von mir gibt es 8-9/10

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