Potato Fritz (D)
Zwei gegen Tod und Teufel (D)
Massacro a Condor Pass (IT)
A Passagem do Condor (POR)
Montana Trap
D 1976
R: Peter Schamoni
D: Hardy Krüger, Stephen Boyd, Anton Diffring, Arthur Brauss, David Hess, Paul Breitner, Rainer Basedow, Dan van Husen, Diana Körner, Carl Rapp, Christiane Gött, Luis Barboo, Friedrich von Ledebur u.a.
Deutsche Erstaufführung: 06. Mai 1976
Filmportal
Italo-Cinema
Score: Udo Jürgens
OFDb
1850 Montana. Sieben Männer, Angehörige der U.S. Dragoons begleiten einen Goldtransport über einen beschwerlichen und gefährlichen Pass in den Rocky Mountains nach Fort Lane. Captain Henry und seine Leute sollen dafür sorgen, dass der Wagen sicher das Fort erreicht. Auf der Passhöhe knallen plötzlich Schüsse, Querschläger pfeifen gegen die Felsen, und Entsetzens- und Todesschreie hallen durch die Berge.
Heute, ein Jahr später, zeugen sieben Kreuze von dem brutalen Überfall. Und von dem Gold, das zum Kauf von fruchtbarem Acker- und Weideland für die in Fort Lane und Fort Albert wartenden Siedler vorgesehen war, fehlt immer noch jede Spur. Die Siedler sitzen fest; ohne ausreichende Verpflegung und ohne Aussicht das letzte Vieh in den Forts am Leben erhalten zu können. Sie warten verzweifelt auf die Ankunft Colonel Baxters (Carl Rapp) und seiner Truppe. Die Crow Indianer, die das Gold für Landverkäufe bekommen sollten, fühlen sich wieder einmal von den Weißen betrogen und lassen niemand in ihr Land. Bis auf eine Ausnahme: Potato Fritz (Hardy Krüger). Ein scheinbar Verrückter, der im Indianer-Territorium Kartoffeln anbaut. Häuptling Arasoke lässt ihm zwar in Abständen seine Hütte niederbrennen, aber nach dem Leben trachten die Crows ihm nicht, weil er nie eine Waffe bei sich trägt.
Die Leute im Fort machen ihre Witze über Potato Fritz, wenn er sich - was regelmäßig passiert - mit Whiskey vollaufen lässt. Nur Jane (Christiane Gött), ein junges Siedlermädchen, nimmt ihn ernst. Sie hofft, dass er eines Tages ihre Liebe erwidern wird. Die Nachricht von dem verschwundenen Gold hat abenteuerliche Geschäftemacher und zwielichtiges Gesindel aus dem Osten und verwegene, verwilderte Gestalten aus den Bergen angelockt. Alle suchen, teils in Gruppen, teils auf eigene Faust das Gold. Auch als Indianer verkleidete Banditen und versprengte Einheiten der U.S. Dragoons wollen das Versteck ausfindig machen. Gerüchte sind in Umlauf: Das Gold sei in der Nähe des Forts vergraben, die Indianer selbst hätten den Transport überfallen, um zweimal zu kassieren, das Gold sei gar nicht in dem Wagen gewesen und nicht alle, deren Gräber auf dem Pass stehen, lägen wirklich in ihren Gräbern. (Quelle: Schamoni.de)
Es ist immer wieder erstaunlich, welch sonderbare Stilblüten im damaligen Filmbusiness gedreht wurden. Peter Schamonis POTATO FRITZ / ZWEI GEGEN TOD UND TEUFEL entpuppt sich als ein eigenwilliger Western, der mit einer unfassbaren Besetzungsliste aufwartet. Inszenatorisch hapert es bei dem Film an der ein oder anderen Stelle, denn Schamonis Regiestil wirkt ein wenig flatterig und ziellos. Hinzu gesellen sich eine abstruse Handlung sowie einige heitere Momente. Im Vergleich zu den actiongeladenen Italo-Western wirkt Schamonis Kartoffelwestern wie ein Singkreis für Senioren. Angesichts der aufgezählten Defizite ist es umso erstaunlicher, dass der Film dennoch gut unterhält. Schuld daran sind einzig und allein die beteiligten Schauspieler, die allesamt so wirken, als hätte sie während des Drehs einen Heidenspaß gehabt. Während Hardy Krüger den Antihelds des Films verkörpert, spielt Stephen Boyd einen einsamen Fremden, bei dem man lange Zeit nicht weiß, wie er eigentlich tickt. Arthur Brauss und David Hess, die im gleichen Jahr noch ein weiteres Mal in dem Film PER SALDO MORD zusammenarbeiten durften, verkörpern zwei verwegene Halunken, die ein falsches Spiel mit den Siedlern spielen. In weiteren Rollen treten obendrein Rainer Basedow als zwielichtiger Wirt, Dan van Husen, Diana Körner, Carl Rapp und der damalige Fußballspieler Paul Breitner in Erscheinung. Alles in allem stellte der Film für mich genauso ein Kuriosum dar, wie die Filmmusik von Udo Jürgens.
Interview mit Paul Breitner: Die FC-Bayern-Legende und der Filmstar kannten sich schon vor den Dreharbeiten zu Peter Schamonis Film „Potato Fritz“ (1975). Diesen Begegnungen in München verdankt der Starkicker (70) eine markante Nebenrolle in dem Western. Breitner erinnert sich: „Im April 1975 klingelte das Telefon, Peter Schamoni war in der Leitung und sagte: ,Ich komme gerade mit Hardy von Außenaufnahmen in Wyoming und Montana zurück und sitze über der Besetzungsliste: Hast du Lust, mitzuspielen? Ab Mitte Mai drehen wir in Madrid und in der Sierra einen Western.‘“ Warum rief er ausgerechnet den Fußballer an? „Weil die beiden über einem Buch saßen mit Fotografien aus der Wildwest-Zeit und Hardy auf ein Bild zeigte: Der hat einen Schädel wie Paul Breitner!“, grinst der Fußballer. Schamoni war begeistert – und glücklicherweise spielte der Mittelfeldmann damals ohnehin für Real Madrid, die Distanz spielte also schon mal keine Rolle. „Klar hatte ich Lust, aber ich musste natürlich erst einmal bei Real anfragen. Ich bekam grünes Licht, allerdings durfte ich nicht reiten. Das kann ich bis heute nicht richtig.“ Bei den Reitszenen in der Rolle als Sergeant Stark wurde, pssst, also ein ganz klein bisserl getrickst … Hardy Krüger sei ein Star ohne jegliche Allüren gewesen, mit einer unzähmbaren Lust auf die Welt. „Er hatte so viele Interessen, er hatte jeden Tag eine Idee und etwas vor. Er war geistig immer auf dem Sprung.“ Trotzdem war Krüger nicht egozentrisch: „Er war ein guter Zuhörer. Die Dreharbeiten im Sommer waren eine große Freude für uns und die beiden Familien. Wir sind froh, uns kennengelernt zu haben.“ (Quelle)
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Filmankündigung ZDF (08.06.1982) Vorsicht Spoiler!
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