DIE SEX-SPELUNKE VON BANGKOK - Erwin C. Dietrich

Softer und harter Schmuddelkram mit nackten Leibern.
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Prisma
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DIE SEX-SPELUNKE VON BANGKOK - Erwin C. Dietrich

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DIE SEX-SPELUNKE VON BANGKOK


● DIE SEX-SPELUNKE VON BANGKOK (CH|1974)
mit Monika Rohde, Eric Falk, Martina Domingo, Claudia Fielers, Flavia Keyt, Angela Yu Chien, Roman Huber, Mai Ling Shan und Michel Jacot
eine V.I.P. | Elite Filmproduktion | im Verleih Avis Film
ein Film von Erwin C. Dietrich

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»Das ist nun wirklich und ganz und gar ein eindeutiger Bumsladen!«


Eine Gruppe europäischer Touristen befindet sich auf dem Rückflug von Thailand nach Hause. Noch während des Rückfluges lassen sie ihre sexuellen Erlebnisse mit den gastfreundlichen Damen vor Ort Revue passieren, die sie in den Bangkoker Nachtclubs und Amüsierbetrieben erlebt haben. Dabei denken sie natürlich auch an ihre attraktive Reiseleiterin Sylvia (Monika Rohde), die eher ausbremsend bei ihren sexuellen Abenteuern gewirkt hat, immerhin hatte sie vehement vor gewissen Etablissements abgeraten. Noch in der Maschine wendet sich das Blatt und Sylvia lässt die Erinnerungen der Männer zu Schnee von gestern werden …

Film- oder Verleihtitel sind sehr häufig so angelegt, dass sie aufgrund ihrer schlagwortartigen Ankündigungen so viele potenzielle Zuschauer wie möglich rekrutieren sollen, ganz egal, ob diese Versprechungen auch im Bilde wahr werden. Im Fall von "Die Sex-Spelunke von Bangkok" kann Titelankündigung diesen Dienst mit Leichtigkeit tun, wenngleich sie nach allen hier angebotenen Seheindrücken doch auf die Goldwaage gelegt werden darf, da der Verlauf überwiegend andere Wege beschreitet. Wenn diese simple Strategie jedoch funktioniert, findet man sich schnell und interessiert im Bangkoker Nacktleben wieder, welches einiges an Schauwerten und besonderen Attraktionen zu bieten hat. Regisseur, Drehbuchautor und Produzent Erwin C. Dietrich war seit jeher an Erfolgswellen beteiligt oder sogar für sie verantwortlich und schickt hier eine Produktion ins Rennen, die über sehr wenig Substanz aber viel Körperakrobatik verfügt. Dementsprechend sind attraktive Damen zu sehen, die sich ihrer Reize nicht schämen, was genauso für die Herren der Sexfilm-Schöpfung geht, denn sie zeigen ebenso wie ihre Partnerinnen gleich alles, was vorhanden ist. Zwar beschränken sich die Darbietungen auf softe Angebote, aber sie werden diesen Verlauf so gut wie ausschließlich modellieren. Eine Gruppe von triebigen Sex-Touristen ist auf dem Rückflug von Bangkok nach Hause und jeder von ihnen lässt in der Maschine nochmal seine Erlebnisse vor dem inneren Auge vorüberziehen. Die Reiseleiterin, nicht unattraktiv aber völlig ausgehungert, lässt den Eindruck entstehen, dass sie es sich gleich selbst macht, weil ihre Reisegesellschaft ihr Pulver bereits verschossen hat und ohnehin keine Augen für sie hatte. So scheint es zumindest. Vor Ort werden typische Bildangebote gemacht, die sich aus kulturellen Eindrücken und dem Puls des Nachtlebens zusammensetzen, sodass Dietrichs Film wenigstens schon einmal sehr attraktiv bebildert ist. Allerdings lässt sich beim genauen Hinschauen feststellen, dass die Hälfte des Verlaufs aus derartigem Füllmaterial besteht, die andere aus den obligatorischen Sexszenen mit sehr ansehnlichen Vertreterinnen der Lust.

Interessanterweise degradiert Dietrich keine von ihnen zu billigen Schlampen, da niemals irgendwo über einen fälligen Preis verhandelt wird. Außerdem müssen die Schauspielerinnen neben ihren Choreografien vorspielen, dass es sich um Begegnungen handelt, die jeweils zur Hälfte aus just for fun und einer Art Berufung bestehen. Die bemüht flotten und mittlerweile im Auge der Gesellschaft politisch unkorrekten Dialoge machen alle Beteiligten zu Abziehbildern und gerade die Männerschar fast zu Karikaturen. Gemeinsam mit der Reiseleiterin berät man, wo sich das Leben der Nacht abspielen soll. Eine Annonce wirkt wie eine Angel mit Köder: »Wir empfehlen uns vor allem deutschsprachigen Gästen, die zu unseren Stammkunden zählen!« Zwar warnt die Reiseleiterin vor einer üblen Spelunke, doch die Herren sind nicht mehr aufzuhalten und finden jeweils eine passende Partnerin, die jeden Wunsch als Befehl interpretiert. Stecken von Sexszenen dominieren den weiteren Verlauf, der ja eigentlich eine Rückblende darstellt, und es kommt überwiegend zu ästhetischen Bildern, was in ähnlichen Geschichten ja nicht immer der Fall war. Die Akteure machen ihre Sache gut, weil sie es dem jeweiligen Partner gut machen, wenngleich keine schauspielerische Verausgabung verlangt wird, lediglich eine körperliche. So nimmt man gute alte Bekannte wie Eric Falk, Michel Jacot, Monika Rohde, Flavia Keyt oder Claudia Fielers wahr, die sich im Erotik-Genre einen Namen erschlafen konnten. Der Verlauf verfügt wie erwähnt über wenig Substanz fernab der Zeigefreudigkeit und Bettakrobatik, kann aber dennoch unterhalten, da der Film sich gleich von Beginn an als nichts anderes ausgeben will, als einen reinen und verspielten Vertreter des damaligen Bahnhofskinos. Gegen Ende wird dem Publikum sogar noch ein recht origineller Twist geboten, der die schöne Monika Rohde in den Vordergrund und das Gedächtnis des Zuschauers spielen kann. "Die Sex-Spelunke von Bangkok" klingt irgendwie lustig, beweist sich jedoch als handelsüblicher Vertreter mit den üblichen Zutaten und Dialogen, sodass es sich am Ende entweder um verschwendete Zeit handelt, oder eben doch nicht. Möge der Zuschauer entscheiden.

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