BLACK COFFEE
● BLACK COFFEE (D|1973) [TV]
mit Horst Bollmann, Ernst Fritz Fürbringer, Ulli Philipp, Jochen Schmidt, Anita Lochner, Herbert Weicker, Jochen Sostmann,
Friedrich von Thun, Gert Haucke, Otto Kurth, Heinz Fabian, Necla Joswig, Olaf Sveistrup, Joachim Schulz und Käthe Haack
nach dem gleichnamigen Theaterstück von Agatha Christie
eine Produktion des Zweiten Deutschen Fernsehens
ein Fernsehfilm von Claus Peter Witt
»Ohne Geld kann ein Mann seiner Frau nicht viel bieten!«
Durch die Entwicklung einer neuen chemischen Formel könnte Lord Amery (Ernst Fritz Fürbringer) viel Anerkennung bekommen und diese teuer verkaufen, doch seine bahnbrechende Arbeit ist plötzlich spurlos aus dem Tresor verschwunden. Er versammelt die Verdächtigen um sich herum, die aus Familienmitgliedern, Bekannten und Fremden bestehen. Diese werden von seinem Vorhaben unterrichtet, dass er dem Dieb eine zweite Chance einräumen will: Um Punkt neun Uhr soll das Licht für kurze Zeit gelöscht werden, dem Täter soll im Schutze der Dunkelheit ermöglicht werden, die Formel unerkannt zurückzugeben. Als das Licht wieder angeht, ist der Plan tatsächlich aufgegangen, doch der Lord ermordet worden …
Ein Käuzchen ruft in der Nähe eines alten, englischen Schlosses, ein Butler schleicht in der Dunkelheit umher. Offenbar erwarten die Herrschaften zu später Stunde noch Gäste, alles scheint wie üblich akribisch vorbereitet zu sein. Als eine Kutsche vorfährt, ist die erwartete Gesellschaft versammelt, die aus Familienmitgliedern und anderen Personen besteht, der Zuschauer ahnt, dass etwas passieren dürfte, zumal man sich in einer Geschichte von Agatha Christie befindet, die nicht ohne Mord auskommen kann. Claus Peter Witts Adaption des gleichnamigen Bühnenstückes der britischen Schriftstellerin trägt den unscheinbaren Titel "Black Coffee", doch es wird sich erwartungsgemäß um kein profanes Kaffeekränzchen handeln, da eine bedeutende Ankündigung seiner Lordschaft folgen wird. Die versammelten Gäste sitzen wie erstarrt vor einer Art Tribunal, doch Lord Amery scheint kein Richter zu sein, der primär auf drakonische Strafen aus ist. Der Erfinder bietet dem Dieb seiner kürzlich fertiggestellten und überaus bedeutenden Formel eine zweite Chance, und zwar im Schutze der Dunkelheit. Das Szenario erinnert ebenfalls beinahe an ein Bühnenstück beziehungsweise ein Kammerspiel, da sich die meisten Szenen im gleichen Raum abspielen. Die Regie legt dennoch Wert darauf, das Ganze mit einigen Außenaufnahmen aufzulockern und naturgemäß hat die Dialogarbeit einen großen Teil zum Flair der Kriminalgeschichte beizutragen. Nach Kurzvorstellungen der beteiligten Personen scheint Lord Amerys Plan vordergründig aufzugehen, bis auf den kleinen Haken, dass er die Rückgabe dieses wichtigen Dokuments nicht mehr selbst erleben wird. Vom Alter her, könnte es sich tatsächlich um einen Mann handeln, dem durch die ganze Aufregung einfach nur das Herz stehengeblieben ist, wenn er nicht zuvor als einziger darauf verwiesen hätte, dass sein Kaffee doch sehr bitter schmecke. Seine Schwester tut diesen Kommentar wie wohl üblich als Ausdruck eines wählerischen und generell unzufriedenen Snobs ab, doch als das Licht wieder für Übersicht sorgt, gehen allen anderen nach und nach die Lichter auf, denn es handelt sich um Mord. Es passt daher sehr gut, dass der Lord den belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot ohnehin für den Fall bestellt hatte, falls sein Plan nicht aufgehen wird.
Die Inszenierung wirkt über weite Strecken recht trocken, was durch Vergleiche mit anderen Poirot-Figuren und internationalen Spielfilmen befeuert wird, doch es bietet sich an, diese TV-Produktion wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. So sollte fairerweise anerkannt werden, dass hier alles in der Macht Stehende getan wird, um den Zuschauer auf seine Kosten kommen zu lassen. Horst Bollmann als berüchtigter Detektiv macht einen soliden Eindruck, lässt jedoch die bekannten Spleens und Allüren seines großen Vorbildes vermissen, was für die Geschichte sehr schade ist, denn er hebt sich kaum signifikant von den anderen Darstellungen seiner Kollegen ab. Dass seine Spürnase unfehlbar, seine Kombinationsgabe offenbar nicht von dieser Welt und sein Scharfsinn unbändig ist, behält man als Grundvoraussetzung im Hinterkopf, sodass man keine Rückfragen stellt, wie er plötzlich Zusammenhänge aus dem Nichts herstellen kann. Eine gute Dynamik entsteht mit einigen seiner Schauspielkollegen, die wechselseitig an guten Dialogen feilen. Hier ist Käthe Haack zu nennen, deren Gebärden allzu aristokratisch wirken, Poirot eine Dame jedoch niemals in Verlegenheit bringen würde, solange sie für ihn nicht überführt ist. Die Produktion verfügt mit Ernst Fritz Fürbringer über einen Garanten für gute Szenen, jedoch ist sein Auftritt als Mordopfer zeitlich stark begrenzt. In weiteren Rollen sieht man bekannte Interpreten, die alleine dramaturgisch gesehen etwas hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, vermutlich sogar zugunsten Hercule Poirots. Der weitgehend brauchbar ausgestattete Fernsehfilm verfügt über nur wenige, nach oben ausschlagende Spannungskurven, hält einen jedoch gut bei Aufmerksamkeit, da Mörderraten bei einem affinen Publikum immer hoch im Kurs steht. Dem entgegenzusetzen ist allerdings der durchschnittliche Kriminalfall, der vor allem eines zutage bringt, nämlich dass das vorhandene Potenzial ungenutzt zurückbleibt. "Black Coffee" bleibt schlussendlich Art willkommenes Stelldichein für Krimi-Nostalgiker, welche die Vorteile der Produktion zielstrebig ausmachen werden und bestenfalls milde mit den vorhandenen Schwächen umgehen, da die Produktion samt Performances ansonsten den ersten Garnituren aus anderen Produktionen zum Opfer fallen dürfte.
Ein Käuzchen ruft in der Nähe eines alten, englischen Schlosses, ein Butler schleicht in der Dunkelheit umher. Offenbar erwarten die Herrschaften zu später Stunde noch Gäste, alles scheint wie üblich akribisch vorbereitet zu sein. Als eine Kutsche vorfährt, ist die erwartete Gesellschaft versammelt, die aus Familienmitgliedern und anderen Personen besteht, der Zuschauer ahnt, dass etwas passieren dürfte, zumal man sich in einer Geschichte von Agatha Christie befindet, die nicht ohne Mord auskommen kann. Claus Peter Witts Adaption des gleichnamigen Bühnenstückes der britischen Schriftstellerin trägt den unscheinbaren Titel "Black Coffee", doch es wird sich erwartungsgemäß um kein profanes Kaffeekränzchen handeln, da eine bedeutende Ankündigung seiner Lordschaft folgen wird. Die versammelten Gäste sitzen wie erstarrt vor einer Art Tribunal, doch Lord Amery scheint kein Richter zu sein, der primär auf drakonische Strafen aus ist. Der Erfinder bietet dem Dieb seiner kürzlich fertiggestellten und überaus bedeutenden Formel eine zweite Chance, und zwar im Schutze der Dunkelheit. Das Szenario erinnert ebenfalls beinahe an ein Bühnenstück beziehungsweise ein Kammerspiel, da sich die meisten Szenen im gleichen Raum abspielen. Die Regie legt dennoch Wert darauf, das Ganze mit einigen Außenaufnahmen aufzulockern und naturgemäß hat die Dialogarbeit einen großen Teil zum Flair der Kriminalgeschichte beizutragen. Nach Kurzvorstellungen der beteiligten Personen scheint Lord Amerys Plan vordergründig aufzugehen, bis auf den kleinen Haken, dass er die Rückgabe dieses wichtigen Dokuments nicht mehr selbst erleben wird. Vom Alter her, könnte es sich tatsächlich um einen Mann handeln, dem durch die ganze Aufregung einfach nur das Herz stehengeblieben ist, wenn er nicht zuvor als einziger darauf verwiesen hätte, dass sein Kaffee doch sehr bitter schmecke. Seine Schwester tut diesen Kommentar wie wohl üblich als Ausdruck eines wählerischen und generell unzufriedenen Snobs ab, doch als das Licht wieder für Übersicht sorgt, gehen allen anderen nach und nach die Lichter auf, denn es handelt sich um Mord. Es passt daher sehr gut, dass der Lord den belgischen Meisterdetektiv Hercule Poirot ohnehin für den Fall bestellt hatte, falls sein Plan nicht aufgehen wird.
Die Inszenierung wirkt über weite Strecken recht trocken, was durch Vergleiche mit anderen Poirot-Figuren und internationalen Spielfilmen befeuert wird, doch es bietet sich an, diese TV-Produktion wie Äpfel mit Birnen zu vergleichen. So sollte fairerweise anerkannt werden, dass hier alles in der Macht Stehende getan wird, um den Zuschauer auf seine Kosten kommen zu lassen. Horst Bollmann als berüchtigter Detektiv macht einen soliden Eindruck, lässt jedoch die bekannten Spleens und Allüren seines großen Vorbildes vermissen, was für die Geschichte sehr schade ist, denn er hebt sich kaum signifikant von den anderen Darstellungen seiner Kollegen ab. Dass seine Spürnase unfehlbar, seine Kombinationsgabe offenbar nicht von dieser Welt und sein Scharfsinn unbändig ist, behält man als Grundvoraussetzung im Hinterkopf, sodass man keine Rückfragen stellt, wie er plötzlich Zusammenhänge aus dem Nichts herstellen kann. Eine gute Dynamik entsteht mit einigen seiner Schauspielkollegen, die wechselseitig an guten Dialogen feilen. Hier ist Käthe Haack zu nennen, deren Gebärden allzu aristokratisch wirken, Poirot eine Dame jedoch niemals in Verlegenheit bringen würde, solange sie für ihn nicht überführt ist. Die Produktion verfügt mit Ernst Fritz Fürbringer über einen Garanten für gute Szenen, jedoch ist sein Auftritt als Mordopfer zeitlich stark begrenzt. In weiteren Rollen sieht man bekannte Interpreten, die alleine dramaturgisch gesehen etwas hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben, vermutlich sogar zugunsten Hercule Poirots. Der weitgehend brauchbar ausgestattete Fernsehfilm verfügt über nur wenige, nach oben ausschlagende Spannungskurven, hält einen jedoch gut bei Aufmerksamkeit, da Mörderraten bei einem affinen Publikum immer hoch im Kurs steht. Dem entgegenzusetzen ist allerdings der durchschnittliche Kriminalfall, der vor allem eines zutage bringt, nämlich dass das vorhandene Potenzial ungenutzt zurückbleibt. "Black Coffee" bleibt schlussendlich Art willkommenes Stelldichein für Krimi-Nostalgiker, welche die Vorteile der Produktion zielstrebig ausmachen werden und bestenfalls milde mit den vorhandenen Schwächen umgehen, da die Produktion samt Performances ansonsten den ersten Garnituren aus anderen Produktionen zum Opfer fallen dürfte.