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SERVO SUO - Romano Scavolini

Verfasst: So., 21.09.2025 19:34
von Richie Pistilli
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Servo suo (IT)
Your Honor


IT 1973

R: Romano Scavolini
D: Chris Avram, Lea Lander, Paola Senatore, Alberto Bertoli, Francesca Sebastiani, Edoardo Bartolotta, Gioacchino Maniscalco, Mirella Sapio Lombardi, Pietro Tornello, Bruno Boschetti u.a.



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Italienische Erstaufführung: 11. September 1973

Bretzelburger

Score: Carlo Esposito

OFDb



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"Mein Name ist Charlie Brown".


Professor Martin (Chris Avram), ein in Palermo lebender Englischlehrer, nimmt aufgrund seiner finanziellen Not bei dem einflussreichen Mafioso Don Calogero einen Nachhilfejob an. Er soll dessen gelähmten Sohn die englische Sprache näher bringen. Als ihm eines Tages ein Briefumschlag mit jeder Menge Geld zugesteckt wird, möchte er diesen umgehend Don Calogero zurückgeben, doch der Wachmann des Mafiosos weist ihm am Tor des Anwesens ab. Daraufhin verjubelt er das Geld bei einer Prostituierten, was sich im Nachhinein aber als ein fataler Fehler herausstellt, denn Professor Martin steht fortan in der Schuld des Dons, der ihn wiederum mit Instruktionen erpresst, die der Englischlehrer für ihn ausführen muss. Was folgt, ist ein Crash-Kurs in Waffenkunde und ein intensives Schießtraining. Nachdem der Professor seine Ausbildung zu einem eiskalten Killer abgeschlossen hat, erhält er von Don Calogero den Auftrag, in Amsterdam einen Mord an einem gewissen Don Pizzuto zu begehen, einem rivalisierenden Boss, der um jeden Preis ausgeschaltet werden muss.



Romano Scavolini inszenierte mit SERVO SUO einen außergewöhnlichen Mafiafilm, der mit dem Film-Noir flirtet und seine Wurzeln im Autorenkino hat. Darüber hinaus zeigte sich Romano Scavolini nicht nur für die Regie verantwortlich, sondern auch für das Drehbuch und die Kamera. Der Film versprüht eine Atmosphäre der Hoffnungslosigkeit, die von der unnachahmlichen Bildsprache Scavolinis geprägt ist. Action ist hier Fehl am Platz. In SERVO SUO herrscht Stille und Trostlosigkeit vor. Der Streifen lebt in erster Linie von der ausgefallenen Bildgestaltung und weniger von seiner Handlung, die vom Anfang bis zum Ende recht überschaubar bleibt. Fernerhin konzentriert sich der Film auf das Handeln sowie den Werdegang des Hauptprotagonisten, dem ab einem gewissen Punkt alles gleichgültig zu sein scheint. Gedreht wurde der Film on location an Schauplätzen in Palermo und Amsterdam. Als Hauptdarsteller verpflichtete Scavolini den rumänischen Schauspieler Chris Avram, der die Rolle des ausgelieferten Professors mit Bravour meistert und somit ein glaubwürdiges psychologisches Porträt des einzigen Protagonisten zeichnet. Nach der erfolgreichen Ausbildung zum Auftragskiller wird Professor Martin zunächst einigen Tests unterzogen, bevor er schließlich einen konkreten Auftrag erhält, nämlich die Beseitigung eines verfeindeten Mafia-Bosses in Amsterdam. Dabei wird er ständig per Kamera von seinem Auftraggeber beobachtet. Ansonsten scheint er ein Faible für italienische Kriminalliteratur zu hegen, denn neben seinem Bett befinden sich zahlreiche Giallo-Romane, die über den Fußboden verteilt herumliegen. In weiteren Nebenrollen sind außerdem Paola Senatore und Lea Lander zu sehen, die ihre Sache zwar ebenfalls zur vollen Zufriedenheit erledigen, aber aufgrund der Fokussierung auf den Hauptprotagonisten in ihrer Charakterzeichnung etwas blass bleiben. Was bleibt, ist ein glaubwürdiges psychologisches Porträt eines vereinsamten Professors, dem mit der Zeit so ziemlich alles gleichgültig wird und der mit offenen Augen in sein Unheil rennt.


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