IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - Harald Reinl

Sexwellen, Kriminalspaß und andere Krautploitation.
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Prisma
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IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - Harald Reinl

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● IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE / LE RETOUR DU DOCTEUR MABUSE / F.B.I CONTRO DOTTOR MABUSE (D|F|I|1961)
mit Gert Fröbe, Lex Barker, Daliah Lavi, Rudolf Fernau, Fausto Tozzi, Werner Peters, Rudolf Forster, Laura Solari,
Joachim Mock, Henry Coubet, Jean-Roger Caussimon, Ady Berber, Albert Bessler und Wolfgang Preiss
eine Produktion der cCc Filmkunst | Critérion Film S.A. | S.P.A. Cinematografica | im Constantin Filmverleih
ein Film von Harald Reinl

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»Der Teufel betet nicht. Er will angebetet werden!«


Kommissar Lohmann (Gert Fröbe) erhält die Benachrichtigung, dass Oberst Haag (Erik Radolf), ein Mitarbeiter der Interpol ermordet wurde, der Belastungsmaterial gegen das berüchtigte Verbrechersyndikat von Chicago mit sich führte. Von der Aktentasche mit dem vertraulichen Material fehlt allerdings jede Spur. Wenig später geht bei der Polizei die Meldung ein, dass das Syndikat eine weibliche Kontaktperson abgesandt hat, um mit einer ansässigen Organisation Kontakt aufzunehmen, doch noch während Kommissar Lohmann in diesem Zusammenhang den Auftragsmörder Alberto Sandro (Ady Berber) im Zuchthaus verhört, wird die Dame auf bestialische Art und Weise liquidiert. Lohmann hat in ein Wespennest gestochen und als er in der Handtasche der Ermordeten ein rätselhaftes Buch findet, in dem unverhofft der Name Dr. Mabuse auftaucht, weiß er, mit welchem unsichtbaren Gegner er es erneut zu tun hat...

Bei "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" handelt es sich nicht nur um eine sehr gelungene Fortsetzung innerhalb der "Mabuse"-Serie, sondern vermutlich auch um den ausgereiftesten Beitrag der sechsteiligen Reihe. Sehr gut herausgearbeitet ist hier die Frage, ob "Dr. Mabuse" wirklich noch lebt, denn im Vorgänger sah man ja bereits sein vermeintliches Ende, so dass alleine dadurch schon einmal eine solide Grundspannung aufgebaut wird. Der Film bedient sich angesichts des Produktionsjahres einer ungewöhnlich exzessiven Härte, man bekommt ziemlich brutale Ermordungsszenen zu Gesicht, die aber die Strategie des Superverbrechers am treffendsten charakterisieren. Das war in keinem anderen Film der Reihe in diesem Ausmaß der Fall. Immer wieder fallen Quervergleiche mit der Figur des, oder eines Teufels, denn das ständig präsente Buch "Die Anatomie des Teufels", in dem der "Mabuse"-Mythos abgehandelt wird, liefert eindeutige Hinweise auf einen unmenschlichen Größenwahnsinnigen. Es kommt zu hochinteressanten Ansätzen, denn zunächst wird dieses Buch als heiße Spur in eine bestimmte Richtung eingesetzt und wirft später auch gewisse Verdachtsmomente auf, ob der Doktor selbst am Werk ist, oder ob jemand sein Erbe angetreten hat. Erwähnenswert ist das sehr straffe Tempo der Geschichte, ein bestialischer Mord jagt den nächsten, ein Hinweis fällt wie der nächste zusammen wie ein Kartenhaus, bis es schließlich zu handfesten Erfolgen kommt. Die beteiligten Charaktere werden gut in das Geschehen integriert, noch besser werden die jeweiligen Beziehungen der Personen langsam aufgerollt und stellen sich als passend und vor allem förderlich für einen klaren Aufbau der Geschichte heraus. Vor allem aber hatte Harald Reinl eine Star-Besetzung zur Verfügung, die in allen Bereichen wie ein Uhrwerk zu funktionieren scheint.

Gert Fröbe als Kommissar Lohmann ist ein sachlicher und höchst misstrauischer Ermittler, der den Personen stets unmissverständlich direkt und eisern gegenübertritt. So entsteht der Eindruck, dass er von seinem anscheinend übermächtigen Gegenspieler und dessen Katz und Maus-Spiel an die Grenzen der Geduld und seiner Kompetenzen gebracht wird. Lex Barker gab in "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" sein deutsches Filmdebüt. Er schafft es zwar kaum, seinem Charakter das gewünschte doppelte Gesicht zu geben und irgendwie verdächtig zu erscheinen, spielt seine Rolle aber der Anforderung nach recht passabel und eigentlich sympathisch. Daliah Lavi zeigt sich hier lediglich im gehobenen Rahmen der Anforderungen. Für eine rasende Reporterin fehlt ihr letztlich ein bisschen mehr Eigenständigkeit und Schlagfertigkeit. Allerdings wird ihre Maria Sabrehm, und die Beziehungen zu anderen Personen, recht gut in das Gesamtgeschehen integriert, es bleibt also unterm Strich nicht nur der Eindruck der bedrohten, hilflosen jungen Frau zurück. Andere Akzente kann hier Rudolf Fernau als lange zwielichtig wirkender Pfarrer Briefenstein setzen, er zeigt schauspielerische Finesse auf höchstem Niveau. Der Autor von "Die Anatomie des Teufels" ist auch gleichzeitig als Geistlicher im Gefängnis tätig, dem Umschlagplatz für Mord und Verbrechen, so dass das Umfeld Kirche, in die der Teufel scheinbar beten kommt, nur zusätzliches Misstrauen schürt. Fausto Tozzi als Gefängnisdirektor Wolf stellt sich als Glücksgriff für die Besetzung heraus, der ebenfalls nicht gut einzuordnen ist, Werner Peters, der sich innerhalb dieser Reihe in unterschiedlichsten Rollen austoben durfte, wirkt da vergleichsweise etwas schwach, aber doch sehr vertraut. Rudolf Forster steigt erst sehr spät in das Szenario ein, seine für die Handlung doch sehr wichtige Rolle verliert sich aufgrund der kurzen Anwesenheitsdauer leider in gefühlter Belanglosigkeit, auch in schauspielerischer Hinsicht setzte er schon ganz andere Ausrufezeichen. In der Geschichte wimmelt es nur so von Verdächtigen und zwielichtigen Personen, so dass man als Zuschauer ausgiebig damit beschäftigt ist, dieses Puzzle mitzuverfolgen und zusammenzufügen.

Laura Solari, Henry Coubet und Ady Berber interpretierten äußerst eindrucksvolle und harte Ermordungsszenen. So wirken diese Bilder, wie beispielsweise das Verbrennen der Mrs. Pizarro, das Zerquetschen des Blinden durch einen Lastwagen und das Hinausspringen von Alberto Sandro aus einem der oberen Stockwerke des Polizeigebäudes, überaus authentisch und brutal. Nicht unerwähnt bleiben sollten hier noch Albert Bessler, der mit seiner Rolle in Erinnerung bleibt, und selbstverständlich Wolfgang Preiss, dessen kurzer Auftritt in einem spektakulären Wiedersehen gipfelt. Es bleibt eine fast rundum gelungene Besetzung, die hier an der Überzeugungskraft tatkräftig mitwirkt. "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" überzeugt durch seinen strukturierten Aufbau und wegen des hohen Tempos, außerdem wird der Film durch eine ernste und harte Grundstimmung geprägt. Der Zuschauer bekommt innerhalb kurzer Intervalle viele Informationen und Geschehnisse geboten, die nicht überladen, sondern fast durchgehend spannungsfördernd wirken. Hier unterstützt die eher klassische, aber schwer eingängige Musik von Peter Sandloff den Film sehr angemessen. Die Umschlagplätze für Verbrechen und Planung in Form des Gefängnisses und der Kirche überzeugen, insgesamt fängt die Kamera viele beeindruckende Bilder ein, die sich wie ein roter Faden durch Reinls Beitrag ziehen. Das Finale ist, wie für diese Reihe üblich, sehr spektakulär ausgefallen. Lediglich die Idee, dass man mit einem Verbrechersyndikat kooperieren will, wird zu schwach herausgearbeitet und es scheint, dass gerade die Aspiranten aus Chicago nur mangelhaft vorbereitet waren. Auch das Sedieren durch eine neue, unbekannte Droge, die Personen gefügig macht und sie zu Robotern werden lässt, ist eher abenteuerlich. Was diesen zweiten "Mabuse"-Reißer auszeichnet, ist die deutliche Konzentration auf "Dr. Mabuse", der von Anfang bis Ende überall und nirgends zu sein scheint. Obwohl er nicht im Bild eingefangen ist, bemerkt man seine unheilvolle Präsenz doch überall. Das Finale erweist sich schließlich noch als Knüller und es bleibt einfach nur festzuhalten, dass der Zuschauer hier in allen Bereichen hervorragend unterhalten wird. In diesem Sinne: »Ich habe nur einen Herrn und Gebieter, Dr. Mabuse!«

Percy Lister
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Registriert: Sa., 14.11.2020 16:15

Re: IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - Harald Reinl

Beitrag von Percy Lister »

"Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" (Deutschland 1961)
mit: Gert Fröbe, Lex Barker, Daliah Lavi, Fausto Tozzi, Rudolf Fernau, Werner Peters, Rudolf Forster, Ady Berber, Joachim Mock, Laura Solari, Albert Bessler, Alexander Engel, Zeev Berlinsky, Henry Coubet, Jean-Roger Caussimon, Lou Seitz, Wolfgang Preiss, Herbert Weißbach, Erik Radolf u.a. | Drehbuch: Ladislas Fodor und Marc Behm nach den Motiven von Norbert Jacques | Regie: Harald Reinl

Oberst Haag von der Interpol, der wichtiges Beweismaterial bei sich führt, wird im Zug ermordet. Kommissar Lohmann, der gerade im Begriff ist, einen Angelurlaub anzutreten, soll den Fall übernehmen. In Kürze wird die Verbindungsfrau des Chicagoer Verbrecher-Syndikats in der Stadt erwartet, doch Mrs. Pizarro stirbt auf offener Straße durch einen Flammenwerfer. In ihrer Handtasche findet Lohmann das Buch "Anatomie des Teufels" von Pfarrer Briefenstein. Ein Kapitel handelt vom Dr. Mabuse-Mythos, was die Alarmglocken des Kommissars schrillen lässt. Er sucht den Geistlichen auf, doch selbst in der Kirche lauern Gefahr und Tod....

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Nachdem Fritz Lang den unseligen Doktor im Jahr 1960 reanimiert hatte, erteilte die CCC dem Routinier Harald Reinl den Auftrag, einen populären Reißer zu inszenieren, der den unheimlichen Verbrecher zum legendären Schrecken der Kinos werden ließ. Das bewährte Team Fröbe/Peters/Preiss/Bessler stand erneut zur Verfügung, wohingegen man mit Lex Barker einen neuen Mann holte, der die Reihe mit seinem amerikanischen Flair noch nachhaltig prägen sollte. Fausto Tozzi übernahm die Öffentlichkeitsarbeit für den im Verborgenen agierenden Wolfgang Preiss, den es nach seinem Sturz in die Fluten offiziell nicht mehr geben durfte. Bei der weiblichen Hauptfigur setzte man nach der Engländerin Dawn Addams auf die Israelitin Daliah Lavi, die noch am Anfang ihrer Karriere stand. Mit Laura Solari als enigmatischer Mrs. Pizarro, Ady Berber als ferngesteuerter Tötungsmaschine und Rudolf Forster als kauzigem Wissenschaftler versammelte man ebenso wichtige Originale im Dunstkreis Mabuses wie mit Jean-Roger Caussimon als finsterem Küster und Henry Coubet als blindem Zeugen. Es sind gerade diese akzentuierten Darstellungen, die stellenweise ohne Text auskommen, die das Besondere des zweiten Mabuse-Films ausmachen. Bereits der Vorspann kündet in dramatischer Tonlage von der Bedrohung, die in den nächsten anderthalb Stunden die Kinoleinwand bzw. den Bildschirm überschatten wird. Die Musik von Peter Sandloff unterstreicht jede visuelle Nuance gekonnt und dramatisiert das Geschehen auf wohlig-gruselige Weise. Selten hat man einen Kriminalkommissar bei Mabuse so ausgelassen und jovial gesehen wie Lohmann beim Kofferpacken im Kreis seiner Familie. Das Idyll kontrastiert bewusst mit den Aufgaben, die er bald lösen muss und deren Wirkungskreis wie aus einem Alptraum zu kommen scheint.

Morde in aller Öffentlichkeit, wobei die physische Vernichtung der Leichen durch Feuer oder Schwefelsäure die Entschlossenheit der unbekannten Macht noch betonen, sowie eine Organisation internationalen Ausmaßes, deren Gier nach Kontrolle des Einzelnen und Lenkung der Massen an historische Führerfiguren erinnert. Der Wunsch nach Herrschaft bleibt, die Methoden mögen andere sein. Das Gefängnis als Brutstätte weiterer Verbrechen, als Ort der Radikalisierung und als Bollwerk gegen Recht und Ordnung erfüllt einmal mehr seinen Ruf als Parallelwelt, in der Hass und Rache gezüchtet werden statt kriminelle Elemente zu resozialisieren. Zweifellos üben Direktor Wolf und sein Abteilungsleiter Böhmler eine morbide Faszination aus, stehen sie doch unbestreitbar in den Diensten Mabuses, während man sich bei Briefenstein oder Professor Sabrehm nicht sicher sein kann. Ebenso verfolgt das Drehbuch die Strategie, den neuen Mann aus den USA unter gleich drei Identitäten einzuführen, um Kommissar Lohmann noch mehr zu isolieren. Selbst sein Assistent Voss wird in die Nähe eines Verdachts gerückt. Praktisch in jeder Minute und an allen Schauplätzen lauert der Tod auf sein nächstes Opfer, wobei in der Wahl der Tötungsinstrumente Fantasie bewiesen wird. Während sich die "1000 Augen" der Manipulation durch falsche Bilder und Gefühle bedienten, greift Mabuse im "Stahlnetz" zu Drogen, um seine Opfer zu lenken. Die Gangart ist härter und ungeduldiger; auch Verbrecher von Format leiden unter Zeitdruck und dem aus den Vereinigten Staaten importierten Stress. Dennoch scheinen die angestrebte Kooperation mit den Partnern aus der Gangster-Metropole Chicago riskant; agieren dort vorzugsweise mafiöse Banden, so ist Mabuse doch durch und durch ein bundesdeutscher Einzelgänger, dem der Mafia-Ehrenkodex ebenso fremd ist, wie Spaghetti einer Currywurst.

Dr. Reinl zeigt seine Stärken in den Actionszenen, die er stets auf die selbe Weise umsetzen lässt. So sind es gerade die Schlägerei zwischen Fröbe, Berber und Barker und der Kampf zwischen Fröbe und dem Maskierten am Ende, die dem Film zusätzliche Härte verleihen und neben der lange Zeit im Unklaren bleibenden Intention von Mabuse für Spannung sorgen. Die Wahl der Schauplätze um den Berliner S-Bahnhof Savignyplatz, die Taborkirche in Kreuzberg und die Alexandrinenstraße sind von einer authentischen Bedrohlichkeit. Auffallend sind die vielen Nachtszenen, welche die Handlung zusätzlich mit den Repräsentanten der Finsternis, dem bereits literarisch-analytisch erwähnten Teufel in Verbindung bringen. Freitag, der 13. ist der Stichtag für Mabuses Beweis der Macht, er könnte aber auch der Tag des jüngsten Gerichts werden. Unachtsamkeit, gewährte Freiheiten und Eile brechen das stählerne Netz des Superverbrechers auf und lassen sein Machtgefüge wie ein Kartenhaus einstürzen. Kein Wunder, wenn er sich auf dumpfe Gestalten verlässt, die rein aus einem hypnotischen Zwang heraus für ihn marschieren. Solange er andere Druckmittel in der Hand hatte - wie bei Professor Sabrehm - funktionierte seine Organisation besser. Lobenswert, dass entgegen der Gewohnheit, in Reinls Filmen dessen Ehefrau Karin Dor zu besetzen, diesmal auf Daliah Lavi zurückgegriffen wurde. Sie bringt eine gute Mischung aus unnahbarer Schönheit, mitfühlender Sympathie und Pferde-stehl-Faktor mit, wobei sie sich inmitten der Männer erst einmal behaupten will, weil sie bereits bei ihrem ersten Auftritt von Kommissar Lohmann an den familiären Herd abkommandiert wird, was sie ohne mit der Wimper zu zucken ablehnt - diesem Klischee musste sie sicher schon oft ausweichen. Die elektrisierende Faszination von Dr. Mabuse hat nichts von ihrer Wirkung verloren und vereinnahmt den Zuschauer durch einen flüssigen Handlungsstrang und markante Darstellerleistungen, wobei Fröbe, Tozzi und Co. längst Kultstatus erlangt haben.

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Prisma
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Re: IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - Harald Reinl

Beitrag von Prisma »



Bei "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" handelt es sich ohne jeden Zweifel um einen der besten Kriminalfilme der mit derartigem Material überfluteten 60er Jahre, dem die konsequente Handschrift von Regisseur Harald Reinl sehr gut bekommt. Ein starker erster Teil zieht nicht selten eine Fortsetzung nach sich, die in große Fußstapfen zu treten hat, allerdings kann man hier von einer ordentlichen wenn auch völlig anderen Schippe mehr sprechen, und das gleich in mehreren Bereichen. Dieser zweite Teil ist im Wesentlichen spektakulärer besetzt, die Charaktere wirken oft interessanter oder auch undurchsichtiger, hinzu kommen brutale Veranschaulichungen, die der Titelfigur eine Entschlossenheit verleihen, was auch den Größenwahnsinn mit einbezieht. Sicherlich darf es als bleibendes Manko angesehen werden, dass die Pläne des Doktor Mabuse am Ende zu leicht wenn auch unter Einsatz des Lebens vereitelt werden, ohne dass die ganz großen oder wenigstens halben Katastrophen geschehen sind, aber wenn man beim Titelschurken bleibt, kommt es zu großen Überraschungen und einem gut durchdachten und inszenierten Spektakel. Die Riege der deutschen (oder in der BRD bekannten) Stars ist hervorragend und wird erfreulicherweise durch blendende Darbietungen der Interpreten der italienischen und französischen Produktionspartner unterstützt, das Dezimierungsprinzip ist teilweise so hochgradig aktiv, daher schockierend, sodass man kaum nachkommt. "Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" bleibt ein Film, an dessen Erstansicht man sich vermutlich immer erinnern dürfte, da so viel Spektakuläres, Brutales und Geheimnisvolle angeboten wird, das deutlich über dem normalen Angebot solcher Veranstaltungen liegt. Es bleibt der de facto sicherlich beste Teil der Reihe, den man schwer auf den hinteren Rängen wiederfinden dürfte, auch wenn er durch einen persönlichen Mabuse-Liebling überholt werden könnte.

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Count Yorga
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Re: IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - Harald Reinl

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NFP Neues Filmprogramm

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Prisma
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Re: IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - Harald Reinl

Beitrag von Prisma »

Count Yorga hat geschrieben: ↑
Di., 24.09.2024 15:05
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Die Protagonisten sehen tödlichen Gefahren entgegen.
Sehr klassisch von der Aufmachung her, wenn auch wenig auf das hier gebotene Spektakel hindeutend.

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Prisma
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Re: IM STAHLNETZ DES DR. MABUSE - Harald Reinl

Beitrag von Prisma »



"Im Stahlnetz des Dr. Mabuse" überrascht bei jeder erneuten Ansicht wegen der hier aufkommenden Kompromisslosigkeit und Brutalität. Immerhin ist der Film Anfang der 1960er Jahre entstanden, sodass man Szenen geboten bekommt, die keineswegs handelsüblich waren. Harald Reinl tat gut daran, derartige Eindrücke zu installieren, denn somit bleibt die bis zum Ende unsichtbare Titelfigur unberechenbar und brandgefährlich. Sogar buchstäblich. Man sieht ein regelrechtes Fließband der bestialischen Morde, die einen in permanenter Spannung halten, von daher ist dieser Film auch derjenige, den ich innerhalb der sechsteiligen Reihe am häufigsten angeschaut habe. Insgesamt gesehen profitiert diese Produktion enorm durch die italienisch-französische Unterstützung, die sich eben nicht nur auf einige Darsteller reduziert, sondern als Flair wahrzunehmen ist. Für mich konnte Harald Reinl diese Reihe am nachhaltigsten prägen, was nicht ausschließlich an seinen zwei Einsätzen liegt.

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