RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Sexwellen, Kriminalspaß und andere Krautploitation.
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Prisma
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RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Beitrag von Prisma »



RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN


● RED HEAT / RED HEAT: UNSCHULD HINTER GITTERN / RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN (D|A|US|1985)
mit Linda Blair, Sylvia Kristel, William Ostrander, Sue Kiel, Albert Fortell, Herb Andress, Barbara Spitz, Monica Teuber und Elisabeth Volkmann
eine Produktion der TAT Film | Aida United | International Screen | im Verleih der Montana-Film/Avis/Film-Allianz
ein Film von Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

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»Wie reizend, die Neue!«


Die amerikanische Studentin Christine Carlson (Linda Blair) reist nach Deutschland um ihren Freund zu besuchen, der dort stationiert ist. Zufällig wird sie Zeugin, als der KGB eine bekannte Biochemikerin entführt. Als unfreiwillige Zeugin wird sie kurzerhand mit verschleppt und bekommt in einer zweifelhaften Verhandlung eine langjährige Haftstrafe aufgebrummt, die sie in dem berüchtigten Gefängnis in Zwickau absitzen soll. Schon bald merkt Christine, dass sie in der Hölle gelandet ist, denn Unterdrückung, Nötigung und Folter sind dort an der Tagesordnung. Nicht nur die unmenschliche Oberaufseherin setzt der jungen Frau schwer zu, sondern vor allem einige grausam veranlagte Mitgefangene versuchen ihr die Zeit dort so unvergesslich wie möglich zu machen...

Bei einem Faible für Frauengefängnis-Filme könnte es gut sein, auch in dieser eigenartigen deutsch-amerikanischen Kollaboration zu landen, deren Produzent mit Ernst Ritter von Theumer wie eine besondere Empfehlung wirkt. In den Untiefen von Fließband-Produktionen dieser Machart ist es manchmal nicht einfach gewesen, sich selbst vom Durchschnitt abheben zu können, sodass es abzuwarten bleibt, ob man etwas aus diesem nicht uninteressanten Ausgangsmaterial machen konnte. Versehen mit einem ordentlichen Besetzungs-Bonus bekommt man schließlich das einschlägig bekannte Strickmuster serviert, welche aus überspitzter Darstellung, Folter und Nötigung bestehen. Recht interessant wirkt zunächst die Tatsache, dass diese Geschichte in einem Zuchthaus in der ehemaligen DDR spielt, was sich aber in Windeseile als Nährboden für eine unangenehme Art amerikanischer Selbst-Glorifizierung entlarvt. »Lassen sie mich los, ich bin Amerikanerin!«, hört man Linda Blair zum Einklang lauthals tönen, und dieses Prinzip wird sich noch dutzendfach im Szenario klonen. Abgesehen von dieser etwas zu dick aufgetragenen Aufdringlichkeit in Richtung des Publikums, wirkt dieser Streifen thematisch und inszenatorisch letztlich doch ziemlich klassisch, wenn in Phasen und Phrasen auch genau so spartanisch oder stumpfsinnig. Kritische Aspekte an einem bestimmten System werden ungünstigerweise nahezu komplett liegen gelassen, was gleichzeitig bedeutet, dass heiße Eisen ungeschmiedet bleiben, sodass sich ein Reißer entwickeln darf, der sich ausgelassen in Oberflächlichkeiten suhlt. Handwerklich gesehen zeigt sich "Red Heat - Unschuld in Ketten" ambitioniert, allerdings vermitteln nahezu alle Bereiche bestenfalls gehobeneres TV-Niveau, und das durchaus vorhandene Potential scheint bereitwillig verschenkt worden zu sein. Glücklicherweise entsteht ein nicht zu unterschätzender Unterhaltungswert, da es nicht ausbleibt, mit den Charakteren mitzufiebern und einem auch Spektakel geboten wird.

Das Hauptaugenmerk liegt beinahe ausschließlich auf der Person Linda Blair, und handlungstechnisch auf der dominanten Bande im Knast, die mit ihrer Anführerin Sylvia Kristel durch Absolution von ganz oben nach belieben schalten und walten darf. Man bekommt weniger Brutalität und Sadismus zu Gesicht, als in vergleichbaren Filmen, und vermischt wurde das Ganze immer und immer wieder mit unförmigen politischen Untertönen. Im Grunde genommen wirkt "Red Heat" noch unglaubwürdiger als Artgenossen, denn die Geschehnisse sind meistens überaus unwahrscheinlich geschildert, aber letztlich stellt auch dieser Film - nicht zuletzt wegen der recht merkwürdigen Besetzung - insgesamt zufrieden. Vor allem eine Abweichung ist als überaus gelungen zu bezeichnen, denn die Chefin des Zuchthauses wird von Elisabeth Volkmann in ein vollkommen alternatives Licht gerückt, da sie nicht wie üblich ein Regiment der Willkür führt. Die selbstverständlich lesbische Direktorin hat ein Verhältnis mit der gefürchtetsten Insassin in ihrem Haus, räumt ihr daher alle Privilegien ein und ignoriert die barbarischen Vorkommnisse. Allerdings sieht man keine sadistisch veranlagte Frau, der es Vergnügen bereitet, ihre Schutzbefohlenen zu foltern und zu quälen, sondern es handelt sich um eine einsame, gehemmte, von Komplexen heimgesuchte und vom System kontrollierte Maschine, die Befehle auszuführen hat. Ein sehr interessant gezeichneter Charakter, der von Elisabeth Volkmann eine beinahe sterile Intensität verliehen bekommt. Hin und wieder liefert die Kamera ein paar bemerkenswerte Bilder, die Musik ist ein typischer Vertreter der 80er, und eine solide Grundspannung ist auch vorhanden. Insgesamt gesehen bleibt jedoch nur herkömmliche, ihre Protagonisten glorifizierende Dutzendware zurück. Derartige Vertreter des Unrechts muss man vielleicht generell mögen, um trotz der erkennbaren Schwächen völlig d'accord mit ihnen zu sein, aber unterhaltsam bleibt dieses Knast-Märchen einer fast abenteuerlich wirkenden Regie-Doppelspitze allemal.

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Retro
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Re: RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Beitrag von Retro »

RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN

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Der Freund der Amerikanerin Christine Carlson (Linda Blair) ist ein G.I., welcher in Westdeutschland, nahe der Grenze zur DDR stationiert ist.
In dem Hotel in dem sich die beiden einquartiert haben wird Christine in der Nacht unfreiwillig Zeuge der Entführung einer Wissenschaftlerin
durch die Stasi, wird dabei entdeckt- und ebenfalls entführt.
Sie kommt in ein Ostdeutsches Frauengefängnis und wird dort so lange unter Druck gesetzt,bis sie ein ein falsches Spionage-Geständnis abgibt.
Im Knast ist das Leben alles andere als einfach, und schon bald wird Christine das liebste Opfer einer lesbischen Aufseherin
sowie der sadistischen Sofia (Sylvia Kristel).
Inzwischen ist Mike verzweifelt auf der Suche nach seiner Freundin- stößt aber nur auf eine Mauer des Schweigens und der Lügen.
Da auf legalen Wegen keine Hilfe zu erwarten ist, stellt sich Mike sein eigenes kleines Einsatzkommando zusammen...

Leider hat die VHS des Films ein paar Schnitte abgekriegt- aber immer noch deutlich weniger, als die noch stärker geschnittene DVD.
Marketingtechnisch hat man bei Release des Films alles richtig gemacht:
In den Hauptrollen die damals angesagten Linda Blair und Sylvia Kristel, das generelle Thema Frauenknast, noch dazu in der DDR angesiedelt,
und nicht zuletzt ein gut aussehendes Cover / Plakat welches mehr verspricht als der Film halten kann.
Man kann Red Heat zumindest attestieren dass er kein Totalausfall geworden ist- auch wenn er letztendlich nur im Mittelmaß herumdümpelt.
Ich hatte zwar, dem Genre geschuldet, etwas mehr Gewaltdarstellung erwartet, das kann aber natürlich auch an den Kürzungen liegen.
Immerhin enthält die vorliegende VHS die längste deutsche Fassung des Films, und ist sogar länger als manche Import-Version.
Die Darsteller gehen klar, die Atmosphäre ist schön dreckig, der Soundtrack typisches 80'er Jahre-Synthie-Gedudel,
und die in solchen Filmen erwartete Klischeebedingte Tittenschau samt Lesbenspielchen gib es natürlich auch.
Weniger billig und trashig als viele anderer Vertreter dieser Filmgattung, für Fans solcher Filme daher eine Empfehlung.

5/10

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Sid Vicious
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Re: RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Beitrag von Sid Vicious »

Ich habe den als ein nicht gerade als Gut-Laune-Film beschreibares Vehikel in Erinnerung. Manche Monmente wirkten recht unbequem.
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Prisma
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Re: RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Beitrag von Prisma »

Ich denke mal, dass der Film in der längeren Fassung noch mehr Eindruck machen kann, denn es dürften wie üblich zahlreiche Gewaltspitzen entfernt worden sein, die für mich in solchen Filmen aber ganz wichtige Elemente darstellen. Weniger aus Gründen des Nervenkitzels, sondern eher aufgrund einer daraus resultierenden Glaubhaftigkeit. Aber so oder so entwickeln sich hier schon einige unangenehme Momente, vor allem diejenigen, in denen Schwächere obligatorisch erniedrigt und gequält werden oder unschuldige Personen aufgrund fadenscheiniger, beziehungsweise sogenannter Beweise in den Knast und somit auf die Folter geschickt werden. Mein persönliches Highlight ist und bleibt aber Elisabeth Volkmanns völlig anderer Entwurf der Gefängnis-Direktorin.

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Sid Vicious
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Re: RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Beitrag von Sid Vicious »

Ungekürzt (du hast die unangenehmen Momente der gekürzten Version bereits beschrieben) kenne ich den Film nicht. Ich hatte Mitte der 1980er die VHS (mit Top Titel Aufkleber) gemietet und geschaut. Grund war das Mitwirken von Kristel, Volkmann und Blair, dass der Film im Knast spielt war mir zu dem Zeitpunkt egal. In meiner frühen Videothekenphase habe ich noch vermehrt nach Namen und weniger nach bestimmten Genres (außer Italo-Western und Horror, da habe ich wirklich alles gefressen, was auf der Karte stand) Ausschau gehalten. Im letzten Jahr lief der Film im Filmmuseum Düsseldorf. Da kam allerdings der verfluchte Sturm auf, der den Bahnverkehr lahm legte, sodass ich mir das gesamte Kino-Filmwochenende knicken konnte.
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ugo-piazza
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Re: RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Beitrag von ugo-piazza »

Prisma hat geschrieben:
Mo., 18.01.2021 00:34

eine Produktion der TAT Film
Das hätte wohl eher eine Produktion der TIT Film werden sollen... :oops:
Die Suche ist vorbei

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Prisma
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Re: RED HEAT - UNSCHULD IN KETTEN - Robert Collector und Ernst Ritter von Theumer

Beitrag von Prisma »

Die TIT Film hat im Lauf der Jahre ja immer besonders interessante Produktionen hervorgebracht oder sich zumindest an nicht immer alltäglichen Projekten beteiligt, die ich sehr gerne sehe. "Red Heat" hätte vielleicht sogar irgendwie in dieses Strickmuster gepasst, aber bei der Produktionsfirma handelt es sich tatsächlich um die TAT Filmproduktion, die wohl nur Filme in dieser Art produzierte. Auf der Wikipedia-Seite von Monika Teuber wird sogar kurz darauf eingegangen.

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