Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Für alles filmbezogene, das forenübergreifend ist.
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Richie Pistilli
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Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

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22.10. - 25.10.2026: Italo-Cinema-Festival im KommKino, Nürnberg


Es gehört mittlerweile zur festen Tradition im Herbst, dass Italo-Cinema sein Bestehen ausgiebig mit einer breitgefächerten Filmauswahl im Nürnberger KommKino feiert. Mittlerweile auf vier aneinander folgenden Tage ausgedehnt, werden vom 22. – 25. Oktober insgesamt dreizehn italienische Filmwerke von namhaften Regisseuren wie Antonio Margheriti, Carlo Lizzani, Enzo G. Castellari, Marco Bellocchio, Mauro Bolognini, Pier Paolo Pasolini und Sergio Sollima erneut auf der Leinwand erstrahlen – bis auf das digitale Doppelprogramm am Eröffnungsabend natürlich allesamt via 35mm-Projektion zu genießen: Echter Film – echtes Kino!


Voller Vorfreude, mit Euch zusammen erneut in ein Wochenende italienischer Filmkost im gemütlichsten Kinosaal der Frankenmetropole einzutauchen, wünschen wir Euch einen schönen Sommer und sagen:

Ci vediamo!


Das Filmprogramm wird in Kürze angekündigt.


Infos:
http://www.italo-cinema.de/
https://www.kommkino.de/
https://www.facebook.com/italocinema
https://www.italo-cinema.de/news/1693-a ... r-kommkino




Rückblick:

Italo-Cinema-Festival (23.10. - 26.10.2025)

Italo-Cinema Festival (25.10 - 27.10.2024)

Italo-Cinema Festival (20.10. - 22.10.2023) Il Ritorno del Mostro di Norimberga - Festival des italienischen Giallo-Films #2

Italo-Cinema Festival (18.10. - 20.10..2019) - Terrore a Norimberga - Festival des italienischen Horror-Films

Italo-Cinema-Festival (23.11. - 25.11.2018) - Il Mostro di Norimberga - Festival des italienischen Giallo-Films

Italo-Cinema Festival (03.11. - 05.11.2017) Norimberga Violenta - Festival des italienischen Polizeifilms #2

Italo-Cinema Festival (07.10. - 09.10.2016) 10 Jahre Jubiläums-Festival #2
Zuletzt geändert von Richie Pistilli am Fr., 16.10.2026 23:23, insgesamt 1-mal geändert.

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Richie Pistilli
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Re: Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

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images (1).jpg (17.46 KiB) 951 mal betrachtet


Nach verschiedenen Ausgaben mit reiner Genre-Fokussierung haben wir uns nach dem immensen Zuspruch der beiden vergangenen Editionen erneut dazu entschlossen, wieder auf eine breitgefächerte Auswahl an italienischen Genrefilmen zu setzen, um Euch –und natürlich auch uns– ein kunterbuntes Filmwochenende zu kredenzen, denn das italienische Kino hat noch viel mehr zu bieten als so gängige Filmgattungen wie Giallo, Horror, Western oder Crime. An den folgenden vier Tagen werden diese bekannten Genres natürlich auch mit im Programm vertreten sein, allerdings inmitten von hierzulande oftmals weniger beachteten Perlen platziert, um solchen Werken ebenfalls eine Möglichkeit zu bieten, endlich wieder auf der großen Leinwand erstrahlen zu können.

Unter namenhaften Regisseuren wie Antonio Margheriti, Carlo Lizzani, Enzo G. Castellari, Joe D'Amato, Marco Bellocchio, Mauro Bolognini, Pier Paolo Pasolini und Sergio Sollima, befinden sich abermals die eher unbekannten Filmemacher Emilio P. Miraglia, Ferdinando Merighi, Franco Rossi oder Marino Girolami im diesjährigen Spielplan, um einen weitreichenderen Blick auf das italienische Kino vergangener Dekaden gewährleisten zu können.

Freut Euch auf ein Wiedersehen mit gestandenen Akteuren wie Bud Spencer, Terence Hill, Gian Maria Volonté, Anthony Franciosa, Klaus Kinski, Henry Silva, Philippe Leroy, Mark Damon, Ian McCulloch, Giacomo Rossi Stuart, Lou Castel, Mel Ferrer und John Steiner sowie anmutigen Sternchen wie Claudia Cardinale, Anita Ekberg, Barbara Bouchet, Rosalba Neri, Laura Gemser, Sybil Danning, Michèle Mercier, Paola Senatore, Sherry Buchanan, Marina Malfatti und Carole André, allesamt agierend zu den betörenden Klängen von Künstlern wie Ennio Morricone, Bruno Nicolai, Riz Ortolani, Guido & Maurizio De Angelis, Piero Piccioni, Nico Fidenco und Francesco De Masi – bis auf das digitale Doppelprogramm am Eröffnungsabend allesamt von 35mm Filmmaterial zu genießen: echter Film – echtes Kino!

Wir freuen uns sehr darauf, wieder mit Euch zusammen in ein langes Wochenende voller italienischer Filmkost einzutauchen und wünschen hiermit viel Vergnügen und gute Projektion!



Timetable:


Donnerstag, 22.10.

21:15 Uhr Exklusives Überraschungsprogramm (DCP)


Freitag, 23.10.

15:00 Uhr Zwei Missionare

17:00 Uhr Hörig

21:15 Uhr Die 120 Tage von Sodom

23:30 Uhr Black Emanuelle – Stunden wilder Lust


Samstag, 24.10.

14:00 Uhr Dracula im Schloß des Schreckens

16:00 Uhr Mögen sie in Frieden ruhen

21:15 Uhr The Riffs II – Flucht aus der Bronx

23:15 Uhr Zombies unter Kannibalen


Sonntag, 25.10.

13:00 Uhr Auge um Auge, Zahn um Zahn

15:00 Uhr Das Auge des Bösen

17:00 Uhr Der schwarze Korsar



Einzelticket: 6 Euro

Dauerticket: 60 Euro

Dauerkartenreservierung unter: reservierung@kommkino.de

Weitere Infos: https://www.facebook.com/italocinema/?locale=de_DE + https://www.kommkino.de/spielzeiten/192 ... festival-4


Von Donnerstag, 22. Oktober 2026 21:15 bis Sonntag, 25. Oktober 2026 17:00

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Richie Pistilli
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Re: Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

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In wenigen Tagen ist es soweit und das diesjährige Italo-Cinema Festival findet –wie die Jahre zuvor– im gemütlichen Saal des Nürnberger KommKino statt. An vier Spieltagen gibt es erneut etliche Facetten des italienischen Kinos zu erkunden — bis auf das digitale Eröffnungsprogramm am Donnerstagabend natürlich alles stilecht via 35mm-Projektion serviert. Zombies, Giallo, Erotik, Crime, Action, Abenteuer, Western, Thrill und Grusel sind u.a. mit im Programm vertreten, sowie erstmals beim ICF das schlagkräftige Duo Spencer & Hill. Seid ab Donnerstag (22.10.2026 um 21:15 Uhr) bis Sonntagabend (25.10.2026 um ca. 19:15 Uhr) mit dabei, wenn das Italo-Cinema Festival in die 8. Runde geht und italienische Genreklassiker vergangener Dekaden endlich wieder auf der großen Leinwand erstrahlen! (Quelle)

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Sid Vicious
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Re: Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Beitrag von Sid Vicious »

Der Samstag ist hervorragend besetzt. Der Freitag (wäre für mich) hingegen, wenn ich HÖRIG ausklammere (und vor Ort wäre), ein Albtraum.
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Richie Pistilli
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Re: Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

Ach i wo, der Freitag wird keinesfalls ein Alptraum :D


Sowohl Spencer & Hill als auch Laura Gemser machen auf der großen Leinwand bestimmt Spaß. Zuhause schaue ich mir solche Filme äußerst selten an. Was SALO betrifft, so habe ich mir gerade erst kürzlich die Box von Wicked Vision zugelegt. Und gerade als ich mich dazu durchgerungen habe, mir die BD zeitnah zu Gemüte zu führen, kam wie aus dem Nichts die Meldung, dass die Kinofassung auf dem Festival läuft. Habe mich schließlich dazu entschlossen, mir den Film nach all den vielen Jahren doch zuerst im Kino anzusehen. Die Sichtung der Box folgt dann irgendwann später, denn aufgeschoben, ist bekanntlich nicht aufgehoben.


Ansonsten bietet das diesjährige Programm (inkl. dem morgigen Überraschungsprogramm) nur absolute Knaller, auf die ich mich allesamt freue.
Auf die deutsche Synchronfassung von AUGE UM AUGE, ZAHN UM ZAHN bin ich besonders gespannt...

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Sid Vicious
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Re: Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Beitrag von Sid Vicious »

Richie Pistilli hat geschrieben: ↑
Mi., 21.10.2026 22:20
Ach i wo, der Freitag wird keinesfalls ein Alptraum :D


Sowohl Spencer & Hill als auch Laura Gemser machen auf der großen Leinwand bestimmt Spaß. Zuhause schaue ich mir solche Filme äußerst selten an. Was SALO betrifft, so habe ich mir gerade erst kürzlich die Box von Wicked Vision zugelegt. Und gerade als ich mich dazu durchgerungen habe, mir die BD zeitnah zu Gemüte zu führen, kam wie aus dem Nichts die Meldung, dass die Kinofassung auf dem Festival läuft. Habe mich schließlich dazu entschlossen, mir den Film nach all den vielen Jahren doch zuerst im Kino anzusehen. Die Sichtung der Box folgt dann irgendwann später, denn aufgeschoben, ist bekanntlich nicht aufgehoben.


Ansonsten bietet das diesjährige Programm (inkl. dem morgigen Überraschungsprogramm) nur absolute Knaller, auf die ich mich allesamt freue.
Auf die deutsche Synchronfassung von AUGE UM AUGE, ZAHN UM ZAHN bin ich besonders gespannt...
M.E. läuft der mieseste Gemser-Film. Und DIE 120 TAGE ... werde ich mir in diesem Leben nicht noch mal anschauen. Es scheint dennoch mittlerweile schon richtig schick, den Film gut finden zu müssen.

Den Film im Kino - und kurz darauf noch mal von Bluray - schauen, das ist ein großes Wagnis.

Ja, ich weiß, der Film hat was zu sagen. Er prangert an, er macht dies, er macht das...
Aber das alles hat Stiglegger nun bereits vor nun mehr als 25 Jahre haarklein erklärt. Und um das nachzuvollziehen muss ich mir diesen ScheiSSfilm nicht noch mal anschauen.
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KlausHH52
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Re: Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Beitrag von KlausHH52 »

Sid Vicious hat geschrieben:M.E. läuft der mieseste Gemser-Film.
Also Sid Vicious, eigentlich würde mich interessieren (Sie erwähnen ja, das Sie den Film erst im Kino und kurz darauf noch einmal von Blu-ray gesehen haben), wie es dazu kam und was Ihnen beim zweiten Mal anders aufgefallen ist. Und welchen Gemser-Film meinen Sie mit „der mieseste" eigentlich genau, muss ich sagen, bei so viel Filmen im Programm bin ich mir da nicht ganz sicher ?

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Richie Pistilli
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Re: Italo-Cinema-Festival (22.10. - 25.10.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

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Auch in diesem Jahr konnte die breitgefächerte Filmauswahl des ITALO-CINEMA-FESTIVALS, dessen jährlicher Besuch für mich seit seiner Premiere im Jahr 2016 ein Pflichttermin darstellt, auf ganzer Linie überzeugen. Hinzu kam eine entspannte Atmosphäre, ein Haufen liebenswerter Filmliebhaber, mit denen man sehr gerne seine Zeit verbringt, jede Menge leckerer Speisen, die täglich bei einem gemeinsamen Essen mit Genuss verzehrt wurden sowie akuter Schlafmangel, dessen Folgen mir auch heute noch schwer in den Knochen stecken. Alles in allem ein super Wochenende, das filmtechnisch natürlich weiterhin nachwirkt.



Donnerstag:

Zur Eröffnung standen um 21:15 zunächst zwei exzellente Überraschungsfilme auf dem Programm, von denen der eine aus der Rubrik "politisches Kino" und der andere aus dem Bestand "gelbgefärbter Kriminalfilme" stammte. Obwohl ich die beiden von mir sehr geschätzten Filme schon mehrfach gesehen habe, konnten sie auf der großen Leinwand noch um einiges dazugewinnen. Ein hervorragender Festivalauftakt, der schließlich gegen 1:00 zu Ende ging.



Freitag:

Nach einer kurzen Nacht, einem ausgiebigen Frühstück und einer kurzen Shoppingtour (die Nürnberger Plattenläden hatte ich schon tagszuvor durchstreift) stand am Freitag ab 15:00 filmtechnisch der herausforderndste Tag auf dem Programm, der aber in keinster Weise einem Alptraum nahe kam. Eröffnet wurde der Tag mit dem Spencer & Hill-Film ZWEI MISSIONARE, der bei den meisten der Anwesenden Kindheitserinnerungen hervorrief. So auch bei mir, wobei ich sagen muss, dass diese wiederbelebten Erinnerungen im vorliegenden Fall bei mir keinen Freudentaumel auslösten, wie es bei ähnlich gelagerten Begebenheiten der Fall war. Letztlich plätscherte der Film für mich einfach nur so vor sich hin, ohne dabei aber schwer weh zu tun. Nach einer kurzen Pause war die Urlaubsatmosphäre des klaumaukigen Missionar-Films auf einen Schlag verflogen, denn mit Mauro Bologninis HÖRIG stand eine in der deutschen Synchronfassung sehr seltene Filmrarität auf dem Programm, der die unergründlichen Tiefen toxischer Männlichkeit hervorkehrte. Ein unfassbarer Film, den ich für sein Entstehungsjahr äußerst fortschrittlich fand, da in diesem letztlich nicht die Frau, sondern ein bindungsgestörter Mann der Hörige ist, was dieser aber bewusst nicht wahrnimmt, da er sich emotional in einer irrealen Traumwelt verstrickt hat, in der er immer mehr seinen Verstand verliert und dadurch zu einem uneinschätzbaren Risiko für seine Umwelt wird. Ein sehr beeindruckender Schwarz-Weiß-Film, der mit einer gut aufgelegten Claudia Cardinale in der Hauptrolle auftrumpft. Im Nachhinein betrachtet, würde ich den Film auch zu meinen persönlichen Highlights des diesjährigen Festivals zählen. Nach einer etwas längeren Pause und einem üppigen Mahl in einem indischen Restaurant stand um 21:15 einer der unappetitlichsten Filme aller Zeiten auf dem Programm: Pier Paolo Passolinis DIE 120 TAGE VON SODOM. Überraschenderweise war Passolinis Skandalfilm nicht nur der meistbesuchteste Film des Wochenendes gewesen, sondern hiterließ bei mir auch einen völlig anderen Eindruck, als dies (verständlicherweise) vor ca. 35 Jahren der Fall war, als ich ihn mir ohne jegliches Hintergrundwissen im Kreise meiner damaligen Kumpels bis dato zum ersten und einzigen Mal ansah.

Sid Vicious hat geschrieben: ↑
Mo., 26.10.2026 16:19
Und DIE 120 TAGE ... werde ich mir in diesem Leben nicht noch mal anschauen.



So sah mein damaliges Fazit auch aus.

Sid Vicious hat geschrieben: ↑
Mo., 26.10.2026 16:19
Es scheint dennoch mittlerweile schon richtig schick, den Film gut finden zu müssen.

Keine Ahnung, woher Dein Schein dieser vermeintlich zwanghaften Bevormundung herrührt, aber mich hat niemand dazu gedrängt, den Film gut finden zu müssen. Obwohl ich von der Kinovorführung überraschenderweise angenehm berrüht war, kann ich Dir immer noch nicht sagen, ob ich den Film deswegen auch gut finde. Zumindest bin ich froh, mein Refresh nach 35 Jahren auf der großen Leinwand vollzogen zu haben, denn die 35mm-Kopie war absolut gut in Schuss gewesen.

Sid Vicious hat geschrieben: ↑
Mo., 26.10.2026 16:19
Ja, ich weiß, der Film hat was zu sagen. Er prangert an, er macht dies, er macht das...
Aber das alles hat Stiglegger nun bereits vor nun mehr als 25 Jahre haarklein erklärt. Und um das nachzuvollziehen muss ich mir diesen ScheiSSfilm nicht noch mal anschauen.

Musst Du ja auch nicht. Es ist natürlich löblich, dass Herr Stiglegger das alles schon vor 25 Jahren haarklein erklärt hat, aber nicht jeder -mich mit eingeschlossen- kennt diese Ausführungen. Selbstverständlich war mir mittlerweile bewusst, dass die gezeigten Abscheulichkeiten und Gräueltaten als eine Allegorie auf die Misanthropie des Faschismus zu verstehen ist, und genau aus diesem Grund habe ich mir dann auch die Box von Wicked Vision zugelegt, die neben der italienischen Originalfassung auch 14 Stunden Bonusmaterial mit an Bord hat, indem es sich ausschließlich um die Hintergründe des Films dreht. Natürlich ist neben einem Audiokommentar von Dr. Rolf Giesen & Dr. Gerd Naumann und den Filmhistorikern Eugenio Ercolani & Troy Howard auch ein Kommentar von Prof. Dr. Marcus Stiglegger & Dr. Lioba Schlösser enthalten, auf den ich mich besonders freue. Bin mir auch ziemlich sicher, dass er die gezeigte "Scheiß-Orgie", bei der ich mir während der Kinovorführung vorgestellt habe, dass es sich dabei nur um Schokoladenpudding handelt, korrekt interpretieren wird.

Sid Vicious hat geschrieben: ↑
Mo., 26.10.2026 16:19
Den Film im Kino - und kurz darauf noch mal von Bluray - schauen, das ist ein großes Wagnis.

Das habe ich so explizit ja auch nicht gesagt, sondern lediglich, dass ich mir anschließend die Box (= Bonusmaterial) zu Gemüte führen werde. Und erst wenn ich das alles durchgeackert habe, werde ich sehen, ob ich mir den Film in der Originalfassung interessehalber noch einmal ansehen werde.


Obwohl ich mir hinsichtlich der endgültigen Bewertung des Films immer noch unschlüssig bin, hinterließ dieser für den restlichen Abend unwiderruflich seine Spuren, infolgedessen der darauffolgende BLACK EMANUELLE - STUNDEN DER LUST bei mir keinerlei Regungen mehr auslöste, denn mit Ausnahme der Feststellung, dass auch 35mm-Kopien asynchron sein können, zog die Handlung nur noch an meinem inneren Auge vorbei. Die abscheulichen Eindrücke, die SALO bei mir hinterlassen hatte, konterkarierten im Anschluss jegliches Filmvergnügen. Dennoch war es die Erfahrung wert!



Samstag:

Nach einer weiteren kurzen Nacht und einem ausgiebigen Frühstück hatte ich die Abscheulichkeiten des Faschismus einigermaßen verdaut und konnte mich somit auch wieder auf das noch anstehende Programm konzentrieren, das ich wiederum kurz und bündig mit den Worten "ab jetzt nur noch Knaller!" zusammenfasste.

Als Eröffnungsfilm stand um 14:00 Antonio Margheritis DRACULA IM SCHLOß DES SCHRECKENS auf dem Programm, in dem zwar keine klassischen Blutsauger mitmischen, aber dafür für eine behagliche Gothic-Horror-Atmosphäre sorgte. Obwohl ich mit dem Film in der Vergangenheit nie richtig warm wurde, konnte mich dieser auf der großen Leinwand erstmals begeistern. Außerdem fand ich die gekürzte DF genau auf den Punkt gebracht. Als nächstes folgte mit MÖGEN SIE IN FRIEDEN RUHEN einer meiner liebsten Italo-Western auf dem Programm, für den sich kein Geringerer als Carlo Lizzani verantwortlich zeichnete. Obwohl ich mir erst kürzlich die DVD des Films angesehen habe, konnte mich der Film auf der großen Leinwand regelrecht wegblasen. Die 35mm-Kopie, die vom Verrleiher als leicht rotstichig angekündigt wurde, entpuppte sich glücklicherweise als äußerst farbenfroh. Ein weiteres, persönliches Festivalhighlight!

Der Samstagabend wurde mit einem regelrechten Action-Feuerwerk eingeläutet, denn Enzo G. Castellaris THE RIFFS II - FLUCHT AUS DER BRONX luden für ein Spektakel der Sonderklasse ein. Während der 1. Teil der kultigen Bronx-Saga -der übrigens im letzten Jahr auf dem Festival gezeigt wurde- sich vordergründig auf die Charaktere der jeweiligen Banden konzentrierte, herrscht im Sequel einzig und allein Bambule vor. Obwohl sich die beiden Teile inszenatorisch enorm voneinander unterscheiden, ist mir der eine wie der andere gleichlieb. Insbesondere der zweite Teil bietet futurefaschistische Dystopien, die ursprünglich als reine Science-Fiction angelegt wurden, aber in unserer heutigen, total verdrehten Welt immer realere Züge annehmen (Bspw. Privatstädte der libertären Tech-Faschisten). Zum Abschluss des vorletzten Festivaltags wurde dann der Edel-Schlonzer ZOMBIES UNTER KANNIBALEN gezeigt, der sich, wie bereits erwartet, als ein riesen Gaudi herausstellte. Im Vergleich zur italienischen Originalfassung haut die deutsche Synchronfassung noch weitaus heftiger auf die Kacke. Dementsprechend hallte es auch auf dem nächtlichen Nachhauseweg unaufhörlich in meinen Ohren: "Zombie... Blut... Töten!"



Sonntag:

Nach einer weiteren, kurzen Nacht machte sich zunächst Ernüchterung breit, denn es stand bereits der finale Festivaltag an, der pünktlich um 13:00 mit einer sehr seltenen Filmperle startete: AUGE UM AUGE, ZAHN UM ZAHN lautete der Titel eines äußerst raren Eurospy-Produktion, die im Grunde genommen auch gar kein waschechter Agentenfilm ist, da der Hauptdarsteller, Giacomo Rossi Stuart, einen investigativen Reporter spielt, der sich andauernd mit den Schergen einer international operierenden Geldfälscherbande herumschlägt. Fernerhin jagt er wie von der Tarantel gestochen jeder attraktiven Frau hinterher, die nicht bei drei auf den Bäumen ist. Abgerundet wird die actionreiche Inszenierung mit wilden Verfolgungsjagden durch den Bosporus, schießwütigen Ballerorgien, diversen Giftpfeilmorden und sämtlichen Bond-Klischees, die über den gesamten Handlungsverlauf verteilt unverhohlen aneinandergereiht wurden. Gezeigt wurde übrigens eine farbechte Scope-Kopie, die den Film in seiner vollen Pracht präsentierte. Obwohl AUGE UM AUGE, ZAHN UM ZAHN inszenatorisch keine Preise abräumt, gestaltete sich der Streifen aufgrund seines sehr hohen Actiongehalts als durchweg unterhaltsam und kurzweilig. Die deutsche Synchronfassung der Hermes Synchron Studios erwies sich obendrein als allererste Sahne. Ein weiteres, persönliches Highlight, zu dem ich in den nächsten Tagen noch eine gesonderte Filmbesprechung verfassen werde.

Danach folgte mit DAS AUGE DES BÖSEN einer der unfassbarsten Gialli, bei dem der Begriff "Edel" ein Fremdwort darstellt. Vielmehr bewegt sich der Film nur knapp oberhalb der Bodensatzgrenze, was aber den sehr hohen Unterhaltungswert in keinster Weise schmälert, denn Ferdinando Merighis gelbeingefärbter Kriminalfilm entpuppt sich als ein pures Filmvergnügen, das von Anfang bis Ende einen großen Spaß bereitet. Zum Abschluss flimmerte danach noch DER SCHWARZE KOSAR von Sergio Sollima über die Leinwand, der sich als ein mantel-und-degenlastiger Piratenfilm herausstellte, bei dem es stellenweise hoch herging. Ein würdiger Ausklang, für ein fantastisches Filmwochenende, das wie jedes Jahr wieder viel zu schnell vorüberging.

Glücklicherweise lief im Anschluss noch eine 35mm-Kopie von ANITA DRÖGEMÖLLER UND DIE RUHE AN DER RUHR, der den Abschluss einer umfangreichen Werkschau und Retrospektive darstellte, die vom 7. bis 25. Oktober 2026 dem beispiellosen Regisseur Alfred Vohrer gewidmet wurde. Folglich wurde der exzellente Streifen von den verbliebenen Besuchern auch noch bestaunt, bevor es zum endgültigen Abschluss in ein anderes indisches Restaurant ging, um in vertrauter Runde das gelungene Wochenende noch einmal so richtig ausklingen zu lassen.


Ein ganz dickes Dankenschön geht an die Festivalmacher, die während der vier Tage dauerbeschäftigt waren, den ehrenamtlichen Filmvorführern und Helfern sowie den zahlreichen Gästen, die teils aus allen Teilen des Landes angereist waren. Ein besonderer Gruß geht an meinen Namensvetter aus der Schweiz, der den langen Weg nach Nürnberg und zurück mit einem Flix-Bus bestritt. Respekt! Des Weiteren möchte ich mich für die tollen Filmkopien bedanken, die ausnahmslos top in Schuss waren und somit die Filme in einer ungetrübten Farbenpracht präsentierten. Gleiches gilt für die grandiosen Trailershows, die Jahr für Jahr für gute Laune sorgen. 35mm rules!


Somit bleibt abschließend nur noch zu sagen, dass ich mich jetzt schon auf die nächstjährige Festivalausgabe freue. Glücklicherweise steht bereits im kommenden Frühjahr das ITALO-WESTERN-FESTIVALS auf dem Programm, zu dem ich dann auch wieder nach Nürnberg reisen werde.





KlausHH52 hat geschrieben: ↑
Mi., 28.10.2026 18:25
Richie Pistilli, das klingt eigentlich nach einem recht besonderen Wochenende (ich selbst war, muss ich sagen, noch nie auf einem Festival dieser Art). Wie sind Sie denn auf das Italo-Cinema-Festival gekommen, und lief „Das Auge des Bösen“ dort wirklich von einer alten Kopie oder eher digital ?
KlausHH52 hat geschrieben: ↑
Mi., 28.10.2026 00:43
Sid Vicious hat geschrieben:M.E. läuft der mieseste Gemser-Film.
Also Sid Vicious, eigentlich würde mich interessieren (Sie erwähnen ja, das Sie den Film erst im Kino und kurz darauf noch einmal von Blu-ray gesehen haben), wie es dazu kam und was Ihnen beim zweiten Mal anders aufgefallen ist. Und welchen Gemser-Film meinen Sie mit „der mieseste" eigentlich genau, muss ich sagen, bei so viel Filmen im Programm bin ich mir da nicht ganz sicher ?

Werter Herr KlausHH52, da haben Sie offensichtlich etwas durcheinandergebracht. Lesen Sie sich den besagten Post sowie die Einleitung zum Festival noch einmal genau durch. Danach dürften eigentlich keine Fragen mehr offen sein...
Wie stehen Sie eigentlich zu KI-Bots? Eine schreckliche Seuche, oder nicht?

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