DAS GROẞE GLÜCK
● DAS GROẞE GLÜCK (A|1967)
mit Hans-Jürgen Bäumler, Marika Kilius, Uschi Glas, Theo Lingen, Edith Hancke, Gerd Vespermann, Dunja Rajter, Fritz Tillmann,
Toni Sailer, Uschi Keszler, Franz Muxeneder, Elisabeth Stiepl, C.W. Fernbach, Raoul Retzer sowie Gunther Philipp und Scilla Gabel
eine Produktion der Neue Delta Film | im Constantin Filmverleih
ein Film von Franz Antel
»Ich bin bestenfalls ein singender Eisläufer!«
Durch die Hochzeit von Marika (Marika Kilius) bricht das gefeierte Eiskunstlauf-Traumpaar auseinander, woraufhin ihr bisheriger Partner Hans-Jürgen (Hans-Jürgen Bäumler) der Presse beweisen will, dass er auch ohne sie beruflich erfolgreich sein kann. Er schwört dem Eis ab und geht mit dem durchtriebenen Revue-Manager Wallace (Gunther Philipp) eine riskante Wette ein: Schafft er es nicht, in kurzer Zeit außerhalb des Eissports mehr Geld zu verdienen, muss er einen unfairen Exklusivvertrag bei Wallaces Eisrevue unterschreiben. Während Bäumler daraufhin unter anderem eine Karriere als Schlagersänger startet, versucht Wallace seine Pläne mithilfe der aufreizenden Molly Pink (Scilla Gabel) zu sabotieren …
Der österreichische Eisrevue- und Musikfilm "Das große Glück" aus dem Jahr 1967 entstand unter der Regie von Franz Antel und war als offizielle Fortsetzung des drei Jahre zuvor extrem erfolgreichen Kinohits "Die große Kür" gedacht. Er griff die reale Entwicklung des weltberühmten Eiskunstlauf-Traumpaares Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler auf und griff in dem Glauben an einen weiteren Großerfolg buchstäblich nach den Sternen, denn das Ergebnis ist mehr als durchwachsen ausgefallen. Im Film wird die gemeinsame Laufbahn der Eiskunstläufer durch Marika Kilius' Heirat wie im echten Leben beendet, sodass ihr Partner beruflich neue Wege einschlagen und sich gegen die Intrigen eines zwielichtigen Revue-Managers durchsetzen muss. Soweit ist die Geschichte noch einigermaßen zu vertreten und kann trotz ihrer seichten Inhalte mühelos verfolgt werden, allerdings benutzt die Regie die Spule, sodass es schnell langweilig werden kann. Um den Film auch international und für den italienischen Markt attraktiv zu machen, wurde an Originalschauplätzen in Rom gedreht. Außerdem wurden namhafte Co-Stars verpflichtet, was insbesondere für die italienische Schauspielerin Scilla Gabel gilt. Trotz dieser Kniffe und der Mitwirkung etablierter Größen wie Gunther Philipp, der im Vorspann noch vor der damals am Anfang ihrer Karriere stehenden Nachwuchsschauspielerin Uschi Glas genannt wurde, wurde der Film sowohl in Deutschland als auch in Italien ein kommerzieller Misserfolg. Ein wesentlicher Grund für das Desinteresse des Publikums und die teils vernichtende zeitgenössische Kritik war die Tatsache, dass die ohnehin hauchdünne Handlung in Kooperation mit der Wiener Eisrevue künstlich mit minutenlangen Eislauf-Choreografien und Schlagereinlagen gestreckt wurde. Während das Hauptpaar für seine schauspielerischen Schwächen abseits der Eisfläche kritisiert wurde, sahen die Kritiker vor allem in Uschi Glas einen frischen Lichtblick, und auch Regisseur Franz Antel zog pragmatische Konsequenzen aus dem Flop, indem er erkannte, dass die Ära des klassischen Revuefilms vorbei war, und sich noch im selben Jahr erfolgreich mit erotisch angehauchten Komödien wie der Reihe "Die Wirtin von der Lahn" neu erfand. Für das Duo Kilius und Bäumler ging es im Showgeschäft dennoch hocherfolgreich weiter, da sie bis zu ihrem Abschied vom Eis im Jahr 1981 als absolute Publikumsmagneten durch Europa tourten.
Während Bäumler zusätzlich eine erfolgreiche Zweitkarriere als Theater- und TV-Moderator startete, erhielten beide nach einer späten Rehabilitation im Jahr 1987 schließlich auch ihre 1964 aberkannten olympischen Silbermedaillen zurück. Ist es also als wie im Titel angekündigte Glück zu werten, diesen Film gesehen zu haben? Es kommt wie immer auf einen eigenen Fixpunkt an. Bleibt man hier auf dem Teppich, kann dieses Resultat nur als schnell zusammengebastelte Geschichte mit Erfolgshoffnungen gewertet werden. Vor allem die beiden Zugpferde Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler wirken nicht zuletzt durch ihre Fremd-Synchronisation wie Fremdkörper, deren schauspielerische Fähigkeiten nicht mit denen der etablierten Stars und neuen Gesichter konkurrieren können. Ihr Terrain bleibt das Eis, denn hier kann ihnen niemand etwas vormachen. Überraschend zurückhaltend und daher überzeugend wirkt Gunther Philipp, der es sogar schafft, für etwas Situationskomik in diesem erzählerischen Hauch von Nichts zu sorgen. Uschi Glas beweist auch hier, warum sie das Publikum in Massen mobilisieren konnte, denn sie bietet sich stellvertretend für die Wünsche und Träume einer jungen Generation an. Ihre Metamorphose von der biederen Bürokraft zum adretten Objekt der Begierde verliert sich jedoch in zahlreichen klischeehaften Anwandlungen, die hier eben zum schlechten Ton gehören. Überzeugend, wenn auch teils strapaziös wirken die immer wiederkehrenden Gebärden und Darbietungsstile von Theo Lingen, Edith Hancke und vielen anderen der üblichen Verdächtigen, wie etwa Franz Muxeneder, Elisabeth Stiepl oder Raoul Retzer, aber der Wiener Regisseur bleibt mit dieser Strategie vorsichtig auf der sicheren Seite, die jedoch mit tückischem Glatteis überzogen ist. Scilla Gabel weiß das Auge zu erfreuen, doch wenn sie das erste Mal mit ihrem bezeichnenden Filmnamen angekündigt wird, weiß man als Konsument, was die Stunde geschlagen hat. "Das große Glück" bedient sich insgesamt massiver Anleihen und Versatzstücke des gemeinen Liebesfilms und der bereits hinlänglich ausgeschlachteten Verwechslungskomödie, sodass es leider nur wenig Neues zu erleben gibt. Die Choreografien auf dem Eis sind zugegebenermaßen spektakulär, langweilen aber wegen ihrer oft minutenlangen Aneinanderreihungen erheblich. Schlussendlich kann Franz Antel das Publikum keines Besseren belehren, denn wo die Regie draufsteht, ist sozusagen auch die Regie auch drin.
Der österreichische Eisrevue- und Musikfilm "Das große Glück" aus dem Jahr 1967 entstand unter der Regie von Franz Antel und war als offizielle Fortsetzung des drei Jahre zuvor extrem erfolgreichen Kinohits "Die große Kür" gedacht. Er griff die reale Entwicklung des weltberühmten Eiskunstlauf-Traumpaares Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler auf und griff in dem Glauben an einen weiteren Großerfolg buchstäblich nach den Sternen, denn das Ergebnis ist mehr als durchwachsen ausgefallen. Im Film wird die gemeinsame Laufbahn der Eiskunstläufer durch Marika Kilius' Heirat wie im echten Leben beendet, sodass ihr Partner beruflich neue Wege einschlagen und sich gegen die Intrigen eines zwielichtigen Revue-Managers durchsetzen muss. Soweit ist die Geschichte noch einigermaßen zu vertreten und kann trotz ihrer seichten Inhalte mühelos verfolgt werden, allerdings benutzt die Regie die Spule, sodass es schnell langweilig werden kann. Um den Film auch international und für den italienischen Markt attraktiv zu machen, wurde an Originalschauplätzen in Rom gedreht. Außerdem wurden namhafte Co-Stars verpflichtet, was insbesondere für die italienische Schauspielerin Scilla Gabel gilt. Trotz dieser Kniffe und der Mitwirkung etablierter Größen wie Gunther Philipp, der im Vorspann noch vor der damals am Anfang ihrer Karriere stehenden Nachwuchsschauspielerin Uschi Glas genannt wurde, wurde der Film sowohl in Deutschland als auch in Italien ein kommerzieller Misserfolg. Ein wesentlicher Grund für das Desinteresse des Publikums und die teils vernichtende zeitgenössische Kritik war die Tatsache, dass die ohnehin hauchdünne Handlung in Kooperation mit der Wiener Eisrevue künstlich mit minutenlangen Eislauf-Choreografien und Schlagereinlagen gestreckt wurde. Während das Hauptpaar für seine schauspielerischen Schwächen abseits der Eisfläche kritisiert wurde, sahen die Kritiker vor allem in Uschi Glas einen frischen Lichtblick, und auch Regisseur Franz Antel zog pragmatische Konsequenzen aus dem Flop, indem er erkannte, dass die Ära des klassischen Revuefilms vorbei war, und sich noch im selben Jahr erfolgreich mit erotisch angehauchten Komödien wie der Reihe "Die Wirtin von der Lahn" neu erfand. Für das Duo Kilius und Bäumler ging es im Showgeschäft dennoch hocherfolgreich weiter, da sie bis zu ihrem Abschied vom Eis im Jahr 1981 als absolute Publikumsmagneten durch Europa tourten.
Während Bäumler zusätzlich eine erfolgreiche Zweitkarriere als Theater- und TV-Moderator startete, erhielten beide nach einer späten Rehabilitation im Jahr 1987 schließlich auch ihre 1964 aberkannten olympischen Silbermedaillen zurück. Ist es also als wie im Titel angekündigte Glück zu werten, diesen Film gesehen zu haben? Es kommt wie immer auf einen eigenen Fixpunkt an. Bleibt man hier auf dem Teppich, kann dieses Resultat nur als schnell zusammengebastelte Geschichte mit Erfolgshoffnungen gewertet werden. Vor allem die beiden Zugpferde Marika Kilius und Hans-Jürgen Bäumler wirken nicht zuletzt durch ihre Fremd-Synchronisation wie Fremdkörper, deren schauspielerische Fähigkeiten nicht mit denen der etablierten Stars und neuen Gesichter konkurrieren können. Ihr Terrain bleibt das Eis, denn hier kann ihnen niemand etwas vormachen. Überraschend zurückhaltend und daher überzeugend wirkt Gunther Philipp, der es sogar schafft, für etwas Situationskomik in diesem erzählerischen Hauch von Nichts zu sorgen. Uschi Glas beweist auch hier, warum sie das Publikum in Massen mobilisieren konnte, denn sie bietet sich stellvertretend für die Wünsche und Träume einer jungen Generation an. Ihre Metamorphose von der biederen Bürokraft zum adretten Objekt der Begierde verliert sich jedoch in zahlreichen klischeehaften Anwandlungen, die hier eben zum schlechten Ton gehören. Überzeugend, wenn auch teils strapaziös wirken die immer wiederkehrenden Gebärden und Darbietungsstile von Theo Lingen, Edith Hancke und vielen anderen der üblichen Verdächtigen, wie etwa Franz Muxeneder, Elisabeth Stiepl oder Raoul Retzer, aber der Wiener Regisseur bleibt mit dieser Strategie vorsichtig auf der sicheren Seite, die jedoch mit tückischem Glatteis überzogen ist. Scilla Gabel weiß das Auge zu erfreuen, doch wenn sie das erste Mal mit ihrem bezeichnenden Filmnamen angekündigt wird, weiß man als Konsument, was die Stunde geschlagen hat. "Das große Glück" bedient sich insgesamt massiver Anleihen und Versatzstücke des gemeinen Liebesfilms und der bereits hinlänglich ausgeschlachteten Verwechslungskomödie, sodass es leider nur wenig Neues zu erleben gibt. Die Choreografien auf dem Eis sind zugegebenermaßen spektakulär, langweilen aber wegen ihrer oft minutenlangen Aneinanderreihungen erheblich. Schlussendlich kann Franz Antel das Publikum keines Besseren belehren, denn wo die Regie draufsteht, ist sozusagen auch die Regie auch drin.