● HERRSCHER OHNE KRONE (D|1957)
mit O. W. Fischer, Horst Buchholz, Odile Versois, Günther Hadank, Siegfried Lowitz, Fritz Tillmann, Ingeborg Schöner, Helmuth Lohner,
Wilfried-Jan Heyn, Paul Esser, Gerhard Ritter, Ernst Fritz Fürbringer, Heini Göbel, Horst Gnekow, Georg Lehn und Elisabeth Flickenschildt
eine Produktion der Bavaria Filmkunst | im Schorcht Filmverleih
ein Film von Harald Braun
»Jedermann weiß, dass er ein Narr ist!«
Der anerkannte deutsche Arzt Dr. Friedrich Struensee (O. W. Fischer) wird vom dänischen Königshof beauftragt, ein detailliertes Gutachten über den Geisteszustand von König Christian VII. (Horst Buchholz) zu erstellen. Obwohl der junge König zuweilen sehr labil wirkt, erklärt Dr. Struensee ihn für fähig, den Regierungsgeschäften nachzugehen und avanciert zu seinem persönlichen Berater. Hinter vorgehaltener Hand kursieren schon bald Gerüchte über eine Liaison zwischen dem Arzt und Königin Mathilde (Odile Versois), was die Verantwortlichen bei Hofe zu drastischem Handeln veranlasst …
Harald Brauns opulenter Ausstattungsfilm "Herrscher ohne Krone" basiert auf wahren Gegebenheiten und erlaubt sich den seinerzeit nicht unüblichen Luxus, sich insgesamt als romantisches Historiendrama herauszukristallisieren. Den hier aufgekommenen Vorwurf der historischen Ungenauigkeit hatten viele Artgenossen wegzustecken. Allerdings lässt sich genau so ein leicht zu identifizierendes Schnittmuster für das Zielpublikum erkennen, welches vordergründig auf dramatische bis larmoyante Angebote aus gewesen sein dürfte, und eben keinen ausladenden geschichtlichen Exkurs. Derartiges bekommt man vom Berliner Regisseur Braun kaum geboten, wenngleich er sich an die erforderlichen Stilmittel eines solchen Kostümfilms hält, ohne Möglichkeiten auszuloten, auszubrechen oder das royale Rad neu zu erfinden. Dies hört sich beinahe ebenfalls wie ein Vorwurf an, soll aber keinen solchen darstellen, denn immerhin bekommt man als Zuschauer Hochglanz und die erforderliche Präzision angeboten. Dankend nimmt man Darbietungen teils großartig aufspielender Stars an, die es über ihre Ausdruckskraft schaffen, eine Aura aufzubauen, die einen dem Empfinden nach in eine andere Zeit zurückversetzt. Große Namen sind hier daher bei Alt und Jung aufzuspüren und es handelt sich nur um eine Frage der Zeit, bis man sein persönliches Ass im Ärmel der Produktion ausfindig machen wird. Die Schwere des Szenarios wirkt schnell vereinnahmend und auffällig, ebenso wie die merkliche Schwermütigkeit König Christians, die beinahe wellenartig von Horst Buchholz vorgetragen wird. Sein Charakter und das entsprechende Tun wirkt alles andere als linear und schon gar nicht an die strenge Etikette des Hofes angepasst, außerdem untergeordnet und auf Distanz programmiert. Handelte es sich hierbei alleine um Kniffe einer Charakterzeichnung, wäre alles perfekt, allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass Buchholz nicht selten zu darstellerischen Übertreibungen neigt und daher nicht immer den Punkt trifft. Bei einem Interpreten wie ihm bleibt diese Anmerkung lediglich Klagen auf höchstem Niveau, denn man kann sich sehr gut auf seinen hier hin- und hergerissenen Charakter einlassen.
Die durchweg klassische Besetzung weist mit der Französin Odile Versois eine entscheidende Variation innerhalb der Besetzungsliste auf, die zunächst vielleicht kritischeren Blicken ausgesetzt ist, wie einer möglichen Kapazität des Produktionslandes. Ihre Darbietungsmöglichkeiten bieten jedoch Ausdauer, Akkuratesse und Geschick, sodass man sich langsam aber sicher auf ihre nicht immer direkt greifbare Performance einlassen kann. Ihr eine Art der Temperamentlosigkeit vorzuwerfen, wäre wie die Architektur des auf Distanz und hoheitsvolles Verhalten programmierten Umgang bei Königshofe nicht zu begreifen. In Intervallen wirkt das Geschehen etwas antiquiert, was nichts mit dem historischen Zeitfenster als mit dem Inszenierungsstil zu tun hat, auch kommt es zu Phasen, in denen man glaubt, sich in einem großen Theaterstück wiederzufinden. Mitverantwortlich hierfür ist die wie immer vereinnahmende Elisabeth Flickenschildt, die ihre ganze darstellerische Finesse ausspielen kann. Als Königinmutter Juliane zeigt sie sich immer wiederkehrend von ihrer angriffslustigen Seite, allerdings nie ohne die nötige Noblesse oder Beherrschung zu verlieren. Sie weiß, dass ihr Wort gilt, egal was kommen mag. Flickenschildt bietet eine Art Lehrstunde in Sachen Gestik und Mimik, sie fügt sich perfekt in die Architektur der pompösen Bilder ein. Ein Genuss. Bekannte Interpreten wie Siegfried Lowitz, Fritz Tillmann, Helmuth Lohner oder Ernst Fritz Fürbringer bekommen ihre starken Momente zugebilligt, was leider kaum für Ingeborg Schöner gilt, die wenig Möglichkeiten erhält, ihr überaus anschauliches Repertoire anzubieten. Da die Geschichte auf Fundamenten geschichtlicher Tatsachen fußt, kommt alles, wie es kommen muss. Theatralik und Dramatik gehen Wechselspiele mit Romantik und Intrigen ein. Als interessierter Zuschauer fühlt man sich jederzeit angemessen unterhalten, was bei einem Hauptaugenmerk auf die darstellerischen Kapriolen wohlgemerkt nicht schwerfällt. "Herrscher ohne Krone" überzeugt in seinen Basisbereichen, auch wenn die Geschichte hier und da etwas zu zahm oder zäh erzählt wirkt. Viele Schauspieler übertreffen sich hier allerdings selbst oder bieten das hohe Niveau an, das im Vorfeld zu erwarten war.
Harald Brauns opulenter Ausstattungsfilm "Herrscher ohne Krone" basiert auf wahren Gegebenheiten und erlaubt sich den seinerzeit nicht unüblichen Luxus, sich insgesamt als romantisches Historiendrama herauszukristallisieren. Den hier aufgekommenen Vorwurf der historischen Ungenauigkeit hatten viele Artgenossen wegzustecken. Allerdings lässt sich genau so ein leicht zu identifizierendes Schnittmuster für das Zielpublikum erkennen, welches vordergründig auf dramatische bis larmoyante Angebote aus gewesen sein dürfte, und eben keinen ausladenden geschichtlichen Exkurs. Derartiges bekommt man vom Berliner Regisseur Braun kaum geboten, wenngleich er sich an die erforderlichen Stilmittel eines solchen Kostümfilms hält, ohne Möglichkeiten auszuloten, auszubrechen oder das royale Rad neu zu erfinden. Dies hört sich beinahe ebenfalls wie ein Vorwurf an, soll aber keinen solchen darstellen, denn immerhin bekommt man als Zuschauer Hochglanz und die erforderliche Präzision angeboten. Dankend nimmt man Darbietungen teils großartig aufspielender Stars an, die es über ihre Ausdruckskraft schaffen, eine Aura aufzubauen, die einen dem Empfinden nach in eine andere Zeit zurückversetzt. Große Namen sind hier daher bei Alt und Jung aufzuspüren und es handelt sich nur um eine Frage der Zeit, bis man sein persönliches Ass im Ärmel der Produktion ausfindig machen wird. Die Schwere des Szenarios wirkt schnell vereinnahmend und auffällig, ebenso wie die merkliche Schwermütigkeit König Christians, die beinahe wellenartig von Horst Buchholz vorgetragen wird. Sein Charakter und das entsprechende Tun wirkt alles andere als linear und schon gar nicht an die strenge Etikette des Hofes angepasst, außerdem untergeordnet und auf Distanz programmiert. Handelte es sich hierbei alleine um Kniffe einer Charakterzeichnung, wäre alles perfekt, allerdings drängt sich der Eindruck auf, dass Buchholz nicht selten zu darstellerischen Übertreibungen neigt und daher nicht immer den Punkt trifft. Bei einem Interpreten wie ihm bleibt diese Anmerkung lediglich Klagen auf höchstem Niveau, denn man kann sich sehr gut auf seinen hier hin- und hergerissenen Charakter einlassen.
Die durchweg klassische Besetzung weist mit der Französin Odile Versois eine entscheidende Variation innerhalb der Besetzungsliste auf, die zunächst vielleicht kritischeren Blicken ausgesetzt ist, wie einer möglichen Kapazität des Produktionslandes. Ihre Darbietungsmöglichkeiten bieten jedoch Ausdauer, Akkuratesse und Geschick, sodass man sich langsam aber sicher auf ihre nicht immer direkt greifbare Performance einlassen kann. Ihr eine Art der Temperamentlosigkeit vorzuwerfen, wäre wie die Architektur des auf Distanz und hoheitsvolles Verhalten programmierten Umgang bei Königshofe nicht zu begreifen. In Intervallen wirkt das Geschehen etwas antiquiert, was nichts mit dem historischen Zeitfenster als mit dem Inszenierungsstil zu tun hat, auch kommt es zu Phasen, in denen man glaubt, sich in einem großen Theaterstück wiederzufinden. Mitverantwortlich hierfür ist die wie immer vereinnahmende Elisabeth Flickenschildt, die ihre ganze darstellerische Finesse ausspielen kann. Als Königinmutter Juliane zeigt sie sich immer wiederkehrend von ihrer angriffslustigen Seite, allerdings nie ohne die nötige Noblesse oder Beherrschung zu verlieren. Sie weiß, dass ihr Wort gilt, egal was kommen mag. Flickenschildt bietet eine Art Lehrstunde in Sachen Gestik und Mimik, sie fügt sich perfekt in die Architektur der pompösen Bilder ein. Ein Genuss. Bekannte Interpreten wie Siegfried Lowitz, Fritz Tillmann, Helmuth Lohner oder Ernst Fritz Fürbringer bekommen ihre starken Momente zugebilligt, was leider kaum für Ingeborg Schöner gilt, die wenig Möglichkeiten erhält, ihr überaus anschauliches Repertoire anzubieten. Da die Geschichte auf Fundamenten geschichtlicher Tatsachen fußt, kommt alles, wie es kommen muss. Theatralik und Dramatik gehen Wechselspiele mit Romantik und Intrigen ein. Als interessierter Zuschauer fühlt man sich jederzeit angemessen unterhalten, was bei einem Hauptaugenmerk auf die darstellerischen Kapriolen wohlgemerkt nicht schwerfällt. "Herrscher ohne Krone" überzeugt in seinen Basisbereichen, auch wenn die Geschichte hier und da etwas zu zahm oder zäh erzählt wirkt. Viele Schauspieler übertreffen sich hier allerdings selbst oder bieten das hohe Niveau an, das im Vorfeld zu erwarten war.