Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Für alles filmbezogene, das forenübergreifend ist.
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Richie Pistilli
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Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

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Das Festival begibt sich jedes Jahr im Sommer auf eine Reise durch die bunte und vielfältige Welt des italienischen Genrekinos. „Terza Visione“ bedeutet „Dritte Spielzeit“ und ist einer früher in Italien üblichen Bezeichnung für Nachspielkinos entlehnt. Im Fokus steht das populäre italienische Kino der 1950er bis 1980er Jahre, das in seiner Blütezeit einen Großteil der nationalen Filmproduktion ausmachte. Der schiere Umfang dieses filmischen Kosmos brachte unterschiedliche künstlerische Handschriften hervor, die das Programm facettenreich beleuchtet. Alle Filme des Programms sind in analogen 35mm-Filmkopien zu sehen, die aus zahlreichen Filmarchiven aus verschiedenen Ländern stammen. Ergänzend sind bei einigen Vorführungen vorab Einführungen, Kurzfilme oder historische Kinotrailer zu sehen.


Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)



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Newsletter TERZA VISIONE #1 - Festival des italienischen Genrefilms

Liebe Festivalinteressierte,

heute wollen wir einen Ausblick auf die ersten Tage und den letzten Tag des Festivals geben!

Wie letztes Jahr gibt es am Vorabend des Festivals ein anreisefreundliches analoges Double Feature mit zwei seltenen 35mm-Kopien aus einer anderen Sommerreihe des DFF in Frankfurt. Letztes Jahr war es Brian De Palma, diesmal ist es Robert Redford. Zu sehen sind am Dienstag, 11.8., ab 18 Uhr zwei Genre-affine, packende Frühwerke: Redford ist als Skirennfahrer in DOWNHILL RACER (Schussfahrt, 1969) von Michael Ritchie und an der Seite von Marlon Brando und Jane Fonda in THE CHASE (Ein Mann wird gejagt, 1966) von Arthur Penn zu sehen.

Der offizielle Auftaktfilm am Mittwoch, 12.8., um 18:30 Uhr schlägt eine Brücke zwischen Spanien und Italien (mit französischer Beteiligung): Vergeltung für die Ermordung seiner Eltern sucht Christopher Mitchum als motorisierter blonder Racheengel und unerbittlicher SUMMERTIME KILLER (1972) bei einem Mafiaboss (Raf Vallone) und dessen Tochter (Olivia Hussey). Ähnlich göttlich setzt sich auch Adriano Celentano selbst in der Titelrolle seines ambitionierten spirituellen Musicals JOAN LUI (1985) in Szene, das erstmals in seiner vollständigen Originalfassung mit eigens erstellter deutscher Untertitelung zu sehen ist.

Am Donnerstag, 13.8., geht es mit dem seltenen Episodenfilm I TRE VOLTI (Drei Gesichter einer Frau, 1965) los, dessen titelgebende drei Gesichter alle Soraya gehören, die unter der Regie von Michelangelo Antonioni, Mauro Bolognini und Franco Indovina verschiedene Frauenfiguren spielt. Unter den zahlreichen frivolen Epigonen von Pasolinis "Decameron" ist DECAMERONE N° 2 - LE ALTRE NOVELLE DI BOCCACCIO (1972) eine gesuchte Rarität, in der sich eine mittelalterliche Abendgesellschaft durch das Erzählen erotischer Anekdoten unterhält. Zur Primetime lavieren sich Anthony Quinn und Franco Nero als LOS AMIGOS (Das Lied von Mord und Totschlag, 1973) mit komischer Mühe durch die Wirren nach der Unabhängigkeitserklärung von Texas im Jahr 1836. Ein kurioses Sammelsurium verschrobener Charaktere und Monster bietet das vergnüglich psychotronische Gruselspektakel TERROR! IL CASTELLO DELLE DONNE MALEDETTE (Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein, 1974) zu später Stunde auf.

Am Sonntag, 16.8., erzählt LA PREDA (Die Beute, 1974) von Domenico Paolella ein diffiziles Liebesdreieck vor der Kulisse der kolumbianischen Küste. Melodram und Mafia-Krimi treffen in GLI INESORABILI (Unerbittliche Liebe, 1950) von Camillo Mastrocinque und Roberto Savarese funkensprühend aufeinander. Eine Doppelgänger-Geschichte à la Hitchcock erzählt Lucio Fulcis hierzulande auch als „Nackt über Leichen“ vermarkteter erster Giallo-Thriller UNA SULL'ALTRA (One on Top of the Other, 1969) mit Jean Sorel, Marisa Mell und Elsa Martinelli in Sixties-buntem kalifornischen Setting (das in rarer Technicolor-Kopie besonders strahlt), während in Michele Lupos düsterem Spät-Italowestern CALIFORNIA (Der Mann aus Virginia, 1977) Giuliano Gemma in der Heimat unerwartet einen rücksichtslosen Kopfgeldjäger (Raimund Harmstorf) antrifft.

Viele gute Gründe also, früh zu kommen und lange zu bleiben!



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Newsletter TERZA VISIONE #2 - Festival des italienischen Genrefilms

Liebe Festivalinteressierte,

zwei Festivaltage haben in der letzten Ankündigung noch gefehlt und werden jetzt nachgereicht:

Am Freitag, 14.8., geht es mit Sergio Corbuccis wiederzuentdeckendem IL BESTIONE (Die cleveren Zwei, 1974) los: Immer auf der Autobahn unterwegs als Fernfahrer, machen Giancarlo Giannini und Michel Constantin unliebsame Bekanntschaft mit Gangstern, die es auf ihre Lieferung abgesehen haben. Den Spuren eines geheimnisvollen, unterirdisch lebenden Volkes folgt Mark Forest als MACISTE, L'UOMO PIÙ FORTE DEL MONDO (Maciste und die Königin der Nacht, 1961) in einem kostengünstig, aber effektvoll hergestellten Abenteuerfilm mit Moira Orfei als "Königin der Nacht" und einem unvergesslichen Kostümbild. Seine vor Farbe und Licht glühenden, durchkomponierten setpieces machten Mario Bavas SEI DONNE PER L'ASSASSINO (Blutige Seide, 1964) zu einem stilbildenden, vielfach kopierten Giallo-Meilenstein, der in den 1960ern jedoch weltweit nur in gekürzten Fassungen zu sehen war. Die nun zu sehende, farbstrahlende 35mm-Kopie aus Dänemark, wo der Film erst viel später 1973 ins Kino kam und zu dieser Zeit ungekürzt gezeigt werden konnte, ist daher ein kaum noch für möglich gehaltener Sensationsfund. Zu später Stunde verliebt sich Valentine Demy im erotischen Roadmovie HARD CAR – DESIDERIO SFRENATO DEL PIACERE (Liebe auf Asphalt, 1990) auf der Flucht vor Gangstern in eine Zufallsbegegnung.

Am Samstag, 15.8., versucht sich DIO, SEI UN PADRETERNO (La Pistola, 1973) von Michele Lupo an einer ironischen Perspektive auf die Welt von Gangstern und Mafiosi (u. a. Lee Van Cleef, Jean Rochefort), während das Melodram L'ALBERO DALLE FOGLIE ROSA (Der Baum mit den rosa Blättern, 1974) von den Nöten eines einsamen Jungen erzählt, dessen Eltern sich trennen. Als ungleiches Trio von Schnorrern und Gaunern machen Totò, Anna Magnani und Ben Gazarra in RISATE DI GIOIA (Dieb aus Leidenschaft, 1960) von Mario Monicelli eine Silvester-Feier nach der anderen unsicher. Merkwürdige Todesfälle führen einen Priester in L'ALTRO INFERNO (Die andere Hölle, 1981) in einem Nonnenkloster auf die Spur satanischer Umtriebe.


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Programmübersicht:

Inoffizielles Warm-Up am Dienstag, 11. August

18:00 Uhr: Downhill Racer (Michael Ritchie, 1969)
20:30 Uhr: The Chase (Arthur Penn, 1966)


Mittwoch, 12. August

(15:00 Uhr: voraussichtlich ein Special für vorzeitig Angereiste)
18:30 Uhr: Summertime Killer (Antonio Isasi-Isasmendi Lasa, 1972)
21:00 Uhr: Joan Lui (Adriano Celentano, 1985)


Donnerstag, 13. August

13:00 Uhr: Drei Gesichter einer Frau (Antonionio, Bologni, Indovina, 1965)
16:00 Uhr: Decamerone – Abenteuer der Wollust (Mino Guerrini, 1972)
20:00 Uhr: Das Lied von Mord und Totschlag (Paolo Cavara, 1973)
22:30 Uhr: Die Leichenfabrik des Dr. Frankenstein (Robert Harrison Oliver, Mario Mancini, 1974)


Freitag, 14. August

12:30 Uhr: Die cleveren Zwei (Sergio Corbucci, 1974)
16:00 Uhr: Maciste und die Königin der Nacht (Antonio Leonviola, 1961)
20:00 Uhr: Blutige Seide (Mario Bava, 1964)
22:30 Uhr: Hard Card - Liebe auf Asphalt (Giovanni Amadei, 1990)


Samstag, 15. August

13:30 Uhr: La Pistola (Michele Lupo, 1973)
16:00 Uhr: Der Baum mit den rosa Blättern (Armando Nannuzzi, 1974)
20:00 Uhr: Dieb aus Leidenschaft (Mario Monicelli, 1960)
22:30 Uhr: Die andere Hölle (Bruno Mattei, Claudio Fragasso, 1981)


Sonntag, 16. August

12:45 Uhr: Die Beute (Domenico Paolella, 1974)
16:30 Uhr: Unerbittliche Liebe (Camillo Mastrocinque, Roberto Savarese, 1950)
20:00 Uhr: One on Top of the Other (Lucio Fulci, 1969)
22:30 Uhr: Der Mann aus Virginia (Michele Lupo, 1977)


Detaillierte Informationen zu den Fassungen befinden sich in der unten eingefügten Programmübersicht aus dem DFF-Programmheft.
Sobald der Ticket-Vorverkauf und die Dauerkarten-Reservierungen beginnen (voraussichtlich am kommenden Donnerstag, 18.6., spätnachmittags), informieren wir an dieser Stelle.

Euer Terza-Visione-Team


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Weitere Infos:

https://www.dff.film/kino/festivals/terza-visione/
https://www.facebook.com/terzavisione/



Rückblick:

Terza Visione - 11. Festival des italienischen Genrefilms (20.08. - 24.08.2025)

Terza Visione - 10. Festival des italienischen Genrefilms (17.07. - 21.07.2024)

Terza Visione - 9. Festival des italienischen Genrefilms (19.07. - 23.07.2023)

Terza Visione - 8. Festival des italienischen Genrefilms (20.07. - 24.07.2022)

Terza Visione - 7. Festival des italienischen Genrefilms (25.08. - 29.08.2021)

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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

Der Vorverkauf für Terza Visione im August (12.-16.8.) hat begonnen!

Ab sofort können Einzeltickets online und an der Kasse gekauft werden. Wie in den letzten Jahren sind die Dauerkarten über ein kostenfreies "Reservierungsticket" online erhältlich. Bitte dort bei "Preiskategorie" auswählen, ob Mittwoch-Sonntag, Donnerstag-Sonntag oder Freitag-Sonntag gewünscht wird (Grundeinstellung ist Donnerstag-Sonntag, bitte daher ggf. aktiv ändern). Alle Infos unter dem folgenden Link:

https://www.dff.film/kino/kinoprogramm/ ... enrefilms/

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alex_wintermute
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von alex_wintermute »

Das Programm sieht vielfältig und stark aus, viele interessante Filme dabei. Allen voran der Bava Klassiker. Den zu gerne mal auf großer Leinwand erleben möchte.

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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

Von den mir bekannten Filmen freue ich mich am meisten auf BLUTIGE SEIDE und NACKT ÜBER LEICHEN.
Außerdem bin ich schon gespannt, welcher von den mir unbekannten Filmen den größten Eindruck hinterlässt.

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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

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"Eine Reise durch die bunte, wilde und facettenreiche Geschichte des italienischen Genrekinos der 1950er bis 1980er Jahre – das ist Terza Visione, das Festival des italienischen Genrefilms (12. bis 20. August 2026 im Kino des DFF). Die Kuratoren Andreas Beilharz (Kino des DFF) und Christoph Draxtra erläutern im Podcastgespräch mit Katharina Popp, warum es sich lohnt, beim Festival in das wilde Genrekino vergangener Jahrzehnte einzutauchen, das durchweg auf raren 35mm-Kopien gezeigt wird."

Podcast: https://www.dff.film/podcast-terza-visione-zwoelf/



Countdown: Nur noch vier Tage... :hallo1:

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Sid Vicious
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Sid Vicious »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Sa., 13.06.2026 23:02

22:30 Uhr: Die andere Hölle (Bruno Mattei, Claudio Fragasso, 1981)
Den kenne ich nicht, aber Regie wie der folgende Trailer sprechen für besondere Unterhaltung.



Ansonsten und zumindest IMHO:

BLUTIGE SEIDE = Wenn die Kopie gut erhalten ist = Absolutes Festival-Highlight
JOAN LUI = Absoluter Albtraum
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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

Sid Vicious hat geschrieben:
So., 09.08.2026 09:33
Richie Pistilli hat geschrieben:
Sa., 13.06.2026 23:02

22:30 Uhr: Die andere Hölle (Bruno Mattei, Claudio Fragasso, 1981)
Den kenne ich nicht, aber Regie wie der folgende Trailer sprechen für besondere Unterhaltung.

Habe den Film zwar vor Ewigkeiten mal gesehen, kann mich aber heutzutage an nicht mehr viel erinnern.
Daher wird das eine erneute Erstsichtung.

Sid Vicious hat geschrieben:
So., 09.08.2026 09:33
Ansonsten und zumindest IMHO:

BLUTIGE SEIDE = Wenn die Kopie gut erhalten ist = Absolutes Festival-Highlight
JOAN LUI = Absoluter Albtraum

Gehe mal davon aus, dass die Kopie von BLUTIGE SEIDE farblich gut erhalten ist. Ansonsten hätten sie einfach eine Kopie der deutschen Kinofassung nehmen können, die meines Wissens farblich bereits sehr angeschlagen ist. Was JOAN LUI betrifft, so habe ich keinen blassen Schimmer, was mich am Mittwoch Abend erwarten wird.

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Sid Vicious
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Sid Vicious »

Richie Pistilli hat geschrieben:
So., 09.08.2026 10:52
Sid Vicious hat geschrieben:
So., 09.08.2026 09:33
Richie Pistilli hat geschrieben:
Sa., 13.06.2026 23:02

22:30 Uhr: Die andere Hölle (Bruno Mattei, Claudio Fragasso, 1981)
Den kenne ich nicht, aber Regie wie der folgende Trailer sprechen für besondere Unterhaltung.

Habe den Film zwar vor Ewigkeiten mal gesehen, kann mich aber heutzutage an nicht mehr viel erinnern.
Daher wird das eine erneute Erstsichtung.

Sid Vicious hat geschrieben:
So., 09.08.2026 09:33
Ansonsten und zumindest IMHO:

BLUTIGE SEIDE = Wenn die Kopie gut erhalten ist = Absolutes Festival-Highlight
JOAN LUI = Absoluter Albtraum

Gehe mal davon aus, dass die Kopie von BLUTIGE SEIDE farblich gut erhalten ist. Ansonsten hätten sie einfach eine Kopie der deutschen Kinofassung nehmen können, die meines Wissens farblich bereits sehr angeschlagen ist. Was JOAN LUI betrifft, so habe ich keinen blassen Schimmer, was mich am Mittwoch Abend erwarten wird.
Dann hast du die Frage schon beatwortet und BLUTIGE SEIDE wird somit höchstwahrscheinlich in bester Farbenpracht präsentiert.
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TRAXX
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von TRAXX »

Sid Vicious hat geschrieben:
So., 09.08.2026 09:33
JOAN LUI = Absoluter Albtraum
Keineswegs! Wirklich!

Das Teil ist ein absolutes Brett in der ungeschnittenen 163-minütigen Fassung! Ich zitierte mal kurz aus Schnittberichte:
Der Film ist keine familientaugliche Komödie, aber auch keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Christentum. Wer anspruchslose Unterhaltung erwartet, wird enttäuscht sein. "Joan Lui" ist schwere und anspruchsvolle Kost mit zahlreichen Metaphern und Verweisen auf den Kalten Krieg und das neue Testament der Bibel. Die Lauflänge von Celentanos Wunschfassung von mehr als zweieinhalb Stunden tat ein übriges, dass der Film nur rd. ein Viertel seiner Produktionskosten wieder einspielen konnte. Die Produzenten waren erschreckt und versuchten, ihre Investition irgendwie zu retten. Ohne Celentanos Wissen wurde der Film von ihnen umgeschnitten und auf eine Laufzeit von knapp zwei Stunden getrimmt.
Quelle: https://www.schnittberichte.com/schnitt ... ?ID=297702

Absoluter Albtraum? Nö! Absoluter Tip meinerseits!

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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

TRAXX hat geschrieben:
So., 09.08.2026 23:35
Sid Vicious hat geschrieben:
So., 09.08.2026 09:33
JOAN LUI = Absoluter Albtraum
Keineswegs! Wirklich!

Das Teil ist ein absolutes Brett in der ungeschnittenen 163-minütigen Fassung! Ich zitierte mal kurz aus Schnittberichte:
Der Film ist keine familientaugliche Komödie, aber auch keine ernsthafte Auseinandersetzung mit dem Christentum. Wer anspruchslose Unterhaltung erwartet, wird enttäuscht sein. "Joan Lui" ist schwere und anspruchsvolle Kost mit zahlreichen Metaphern und Verweisen auf den Kalten Krieg und das neue Testament der Bibel. Die Lauflänge von Celentanos Wunschfassung von mehr als zweieinhalb Stunden tat ein übriges, dass der Film nur rd. ein Viertel seiner Produktionskosten wieder einspielen konnte. Die Produzenten waren erschreckt und versuchten, ihre Investition irgendwie zu retten. Ohne Celentanos Wissen wurde der Film von ihnen umgeschnitten und auf eine Laufzeit von knapp zwei Stunden getrimmt.
Quelle: https://www.schnittberichte.com/schnitt ... ?ID=297702

Absoluter Albtraum? Nö! Absoluter Tip meinerseits!

Ergänzend hierzu: "Das größte Unterfangen in der Geschichte des italienischen Kinos / Ein gewaltiges Musical mit fantastischen Liedern von Adriano Celentano / 300 der besten Tänzer der Welt / 50.000 Statisten / drei Jahre Vorbereitung und Herstellung / Einzigartig und unwiederholbar.“ (aus dem italienischen Trailer)

"Das spektakulärste italienische Jesus-Musical, das nicht WHITE POP JESUS heißt: In seinem Opus magnum ist Autor, Regisseur, Editor, Komponist und Hauptdarsteller Adriano Celentano ein moderner Messias, der im apokalyptischen, von Gewalt und Korruption geprägten Italien der Gegenwart zum Popstar aufsteigt. Er gerät zwischen die Fronten einer Kapitalistin und einer Kommunistin, wird in die Entführung einer Industriellentochter verwickelt, schart eine Gruppe von Jüngern um sich und tritt gemeinsam mit ihnen dem Leibhaftigen entgegen.

Ein rastloses Delirium, das aus allen Nähten platzt vor Ambition, Ideenreichtum - und einem enormen Mitteilungsbedürfnis, oft widersprüchlich und schwer zu dechiffrieren, doch stets tief empfunden, so viel ist klar. So monumental wie der Film selbst war auch sein Scheitern bei Kritik und Publikum, schnell kursierte er nur noch in diversen entstellten, nicht autorisierten Schnittfassungen. Zu sehen ist eine ungekürzte Erstaufführungskopie mit eigens neu erstellten deutschen Untertiteln
." (Felix Mende)


Das Ganze klingt nicht nur nach einem größenwahnsinnigen Film, sondern auch äußerst vielversprechend.
Bin schon schwer gespannt. Am Mittwochabend werde ich es wissen.

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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

Beitrag von Richie Pistilli »

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Auch die 12. Ausgabe des TERZA VISIONE konnte mit einer erlesenen Filmauswahl, die wie ein wilder, fünftägiger Ritt durch alle möglichen Genres anmutete, voll und ganz überzeugen. Gezeigt wurden ausschließlich 35mm-Kopien, die aus zahlreichen europäischen Filmarchiven enstammten. Zu Eröffnung lud Christopher Mitchum zu seinem unerbittlichen Rachefeldzug ein, den er in Antonio Isasi-Isasmendis SUMMERTIME KILLER, ohne auch nur mit der Wimper zu zucken, zum Besten gibt. Obwohl ich den Film schon immer mochte, hinterließ dieser auf der großen Leinwand einen weitaus intensiveren Eindruck, was sich insbesondere bei den von Rémy Julienne in Szene gesetzten Verfolgungsjagden bemerkbar machte. Danach stand auch schon DAS Filmerlebnis des diesjährigen Filmfestivals auf dem Programm: JOAN LUI von Adriano Celentano. Leider fehlen mir angesichts des sensationellen Irrsinns noch immer die richtigen Worte, um auch nur ansatzweise das zu beschreiben, was Celentano binnen 163 Minuten auf die Menschheit losließ. Ein einmaliges Filmerlebnis, das letztlich weitaus kurzweiliger anmutete, als ursprünglich befürchtet. Zuvor gab es noch eine umfangreiche Einführung von Felix Mende.



Am Donnerstag stand als erstes der Episodenfilm DREI GESICHTER EINER FRAU auf dem Programm, von dem ich mir im Vorfeld etwas mehr erhofft hatte. Während Michelangelo Antonioni und Mauro Bolognini mit ihren beiden Episoden etwas enttäuschten, brachte letztlich Alberto Sordi in Franco Indovinas Episode ein klein wenig Tempo in die bis dato recht lahme Chose. Als nächstes folgte mit DECAMARONE - ABENTEUER DER WOLLUST ein leichtfüßig frivoles Unterfangen, das mit seinen zahlreichen Einzelgeschichten für eine allgemein aufgeheiterte Stimmung sorgen sollte. Leider bin ich weder mit dem Humor, noch mit dem geschichtlichen Rahmen warm geworden, in den die Einzelgeschichten eingebettet wurden. Obwohl der Film letztlich nicht großartig weh getan hat, befürchte ich, dass das Decamarone-Genre und ich niemals gute Freunde werden. Im Anschluss gab es eine längere Pause, die mit lecker Pasta und vielen Filmgesprächen in einem italienischen Restaurant überbrückt wurde.

Das Abendprogramm wurde mit Paolo Cavaras DAS LIED VON MORD UND TOTSCHLAG eingeläutet, der mir im großen und Ganzen auch recht gut gefiel. Eine solide Inszenierung mit Anthony Quinn, Franco Nero und Pamela Tiffin, die auf der großen Leinwand einwandfrei funktionierte. Als Nächstes stand mit DIE LEICHENFABRIK DES DR. FRANKENSTEIN der wohl verschrobenste Filmbeitrag des diesjährigen Festivals auf dem Programm. Nach einer sehr interessanten Einführung von Alexander Schmidt, in der insbesondere die Erzählung zur Recherche nach dem tatsächlichen Regisseur des Films hervorstach, öffnete Rossano Brazzi schließlich die Pforten zu seinem Labor, in dem er einem von der Bevölkerung getöteten Urmenschen (der laut den Filmcredits von einem gewissen "Boris Lugosi" verkörpert wurde) per Hirntransplantation neues Leben einhauchte. Obwohl der Film inszenatorisch kaum überzeugte, versprühte er die gesamte Laufzeit über einen ungezügelten Wahnsinn, für den ich momentan ebenfalls keine geeigneten Worte finde.



Der Freitag wurde bereits um 12:30 mit dem schwer unterhaltsamen Buddy-Movie DIE CLEVEREN ZWEI von Sergio Corbucci eingeläutet. Giancarlo Giannini und Michel Constantin spielen zwei LKW-Fahrer, die sich ihren Traum als Inhaber eines eigenen Speditionsunternehmens erfüllen möchten. Obwohl der temporeiche Film eine gewisse Komik aufweist, verliert er nie den Bezug zur Realität, in der er sowohl soziale Missstände anprangert als auch die konkurrenzbedingten Schwierigkeiten aufzeigt, mit dem die beiden aufstrebenden Jungunternehmer zu kämpfen haben. Sehr aufschlussreich war auch die Einführung vor dem Film, in der sich Christoph Draxtra mit dem filmischen Oeuvre von Sergio Corbucci auseinandersetzte. Als Nächstes folgte mit MACISTE UND DIE KÖNIGIN DER NACHT ein sehenswerter Sandalenfilm, dessen eindrucksvolle Bildgestaltung gerade im fasrbenprächtigen Scope-Format bestens zur Geltung kam. Ein kurzweiliger Film, der sehr schön anzusehen war. Danach ging es erst einmal in ein indisches Restaurant, um sich mit leckeren Speisen für das fulminante Abendprogramm zu stärken - denn für 20:00 stand Mario Bavas Meisterwerk BLUTIGE SEIDE auf dem Programm. Da es bei diesem Film mit der Materiallage äußerst schlecht aussieht, denn sowohl die deutschen als auch europäischen Filmkopien zeigen allesamt einen starken Rotstich auf, dauerte es mehrere Jahre, bis die Macher des Festivals bei einem Schwedischen Filmclub fündig wurden, der eine ungekürzte und farblich gut erhaltene Kopie aus Dänemark in seinem Archiv aufbewahrte. Obwohl ich mir stellenweise eine noch intensivere Farbgestaltung gewünscht hätte, entpuppte sich der Film auf der großen Leinwand als ein Hochgenuss, der zeitlich leider viel zu schnell vorüberging. Nach einer weiteren, recht unkoventionellen Videoeinführung von Sabrina Mikolajewski folgte zum Abschluss des dritten Festivaltages der Erotik-Film HARD CARD - LIEBE AUF DEM ASPHALT, der sich als eine Mischung aus einem entspannten Road-Movie und Sexfilm entpuppte. Dank der treibenden Beats sowie dem relaxten Herumgecruise wurden die Pausen zwischen der öden Bettakrobatik auf eine äußerst angenehme Art und Weise überbrückt.



Der vorletzte Festivaltag wurde sogleich mit einem filmischen Highlight eröffnet, denn Michele Lupos LA PISTOLA stand auf dem Programm, den ich eigentlich nur als mittelmäßig in Erinnerung hatte. Umso erstaunter war ich, als sich LA PISTOLA als ein wahres Feuerwerk italienischer Actionfilmkunst entpuppte, bei dem so ziemlich alles stimmte. Sowohl Lee van Cleef als auch Tony Lo Bianco gaben in ihren Rollen hervorragende Darbietungen ab. Hinzu gesellten sich neben den genretypischen Gewaltszenen auch auflockernde Komik, die aber niemals ins Alberne abdriftete. Abgerundet wurde der sehenswerte Gangsterfilm mit halsbrecherischen Verfolgungsjagden, die mich insbesondere auf der serpinenreichen Strecke fast aus dem Kinosessel schleuderte. Mit DER BAUM MIT DEN ROSA BLÄTTER folgte daraufhin ein Film aus dem Lacrima-Genre, der zwar nicht weh tat, aber auch nicht wirklich überzeugte. Zur Auflockerung ging es in der darauffolgenden Pause wieder in ein italienisches Restaurant, bis schließlich um 20:00 das Abendprogramm mit der Totò-Komödie DIEB AUS LEIDENSCHAFT eingeläutet wurde. Obwohl mir der Film recht gut gefiel, konnte er Fulcis MIT DAMENWAHL nicht das Wasser reichen, der vor einigen Jahren als Vertreter der Commedia all'italiana gezeigt wurde. Obwohl die Darbietung von Totò im Großen und Ganzen überzeugte, war die Darbietung von Anna Magnani das eigentliche Highlight des Films. Zum Abschluss des Abends folgte mit Bruno Matteis und Claudio Fragassos DIE ANDERE HÖLLE für mich die größte Herausforderung des diesjährigen TERZA VISIONE: Nicht nur, dass sich die 35mm-Kopie als monoton rotstichig herausstellte, infolgedessen der Film eine äußerst merkwürdige Atmosphäre versprühte, sondern der Film auch inszenatorisch zäher als zäh in Szene gesetzt wurde, was wiederum einen verbitterten Kampf gegen die immer stärker werdende Müdigkeit zur Folge hatte. Das eigentliche Highlight des Films entstand aus einem Versehen bei einem der letzten Aktwechsel, bei dem sich für eine knappe Sekunde eine kurze Szene aus dem nachträglich eingefügten Startband absolut passend in den Film einfügte. Dieser kuriose Moment sorgte nicht nur bei den Zuschauern, sondern auch bei den gerade im Film zu sehenden Schauspielern zu ersichtlichen Irritierungen, was das Ganze wiederum völlig ins Absurdum führte. In dieser Nacht fühlte ich mich auf dem Rückweg ins Hotel etwas benommen...



Zum Einstieg in den letzten Festivaltag gab es nach einer sehr informativen Einführung durch Christop Draxtra, in der er sich ausgiebig mit dem Lebensweg sowie dem filmischen Oeuvre des italienischen Regisseurs Domenico Paolella auseinandersetzte, mit dem Film DIE BEUTE für mich die erste unerwartete Überraschung des Tages. Paolellas exotisches Beziehungsdrama war nicht nur fein in Szene gesetzt, sondern wirkte auch von seiner Handlung her absolut stimmig. Ein schöner Einstieg, der aber durch Camillo Mastrocinques darauffolgenden Film UNERBITTLICHE LIEBE noch getoppt wurde. Der Streifen, in dem erneut Rossanno Brazzi die Hauptrolle spielte, entpuppte sich als ein sehenswertes Melodram, das in Form eines Mafia-Films präsentiert wurde. Gerade wegen solcher Filme luebe ich das Festival. Da die anschließende Pause etwas kürzlich als gewöhnlich ausfiel, ging es nich einmal zu den nahgegelegenen Restaurant, bevor um 20:00 ein weiteres absolutes Filmhighlight auf dem Programm stand: Lucio Fulcis fulminanter Giallo NACKT ÜBER LEICHEN. Gezeigt wurde eine farbenprächtige 35mm-Kopie, die ebenfalls von dem schwedischen Filmarchiv "Klubb Super 8" zur Verfügung gestellt wurde. Die Aufführung des Streifens stellte sich erwartungsgemäß als ein weiterer filmischer Hochgenuss heraus. Nach fünf ganz tollen, filmintensiven Tagen wurde im Anschluss mit Michele Lupos DER MANN AUS VIRGINIA bereits der Abschlussfilm des diesjährigen TERZA VISIONE eingeläutet. Der Film entpuppte sich für diesen Slot nicht nur als adäquat, sondern hinterließ bei mir auch einen bleibenden Eindruck, der durchweg positiv geprägt war. Obwohl die DVD des Westerns seit vielen Jahren in meinem Regal steht, habe ich ihn mir aus unerklärlichen Gründen offensichtlich nie angesehen. Letztlich halb so schlimm, denn so durfte ich meine Filmpremiere im Rahmen einer gelungenen Kinoaufführung feiern.



Fünf intensive Filmtage, allerhand sympathische Filmnerds, interessante Filmgespräche, heißes Sommerwetter, kurze Nächte, wenig Schlaf und gutes Essen - das war das TERZA VISIONE 2026! Mein Dank gilt wie jedes Jahr den Machern des Festivals, die unter größten Mühen und mit viel Herzblut Jahr für Jahr dieses einzigartige Filmfestival organisieren und durchführen. Ebenso gebührt mein Dank allen weiteren Involvierten wie beispielsweise den Filmvorführern, den Kuratoren, Untertitelerstellern und -einspielern sowie den nationalen als auch europaweiten Filmarchiven, ohne die ein solches Festival nicht möglich wäre.


Abschließend möchte ich noch zwei weiteren Veteranen aus der italienischen Filmwelt einen kleinen Tribut zollen, die trotz ihrer Verdienste in mehreren Filmen des diesjährigen Festivalprogramms im Rahmen der ansonsten hervorragenden Einführungen mit keiner einzigen Silbe erwähnt wurden: Romano Puppo und Rémy Julienne.

Während der italienische Stuntman und Schauspieler Romano Puppo bei diesjährigen Festivalausgabe viermal in Erscheinung trat und somit der repräsentativste Darsteller während dieser fünf Tage war, sorgte der französische Stuntman und Koordinator Rémy Julienne mit seinen sensationellen Auto- und Motorradstunts in mindestens drei Filmen für Furore. Julienne koordinierte für ca. 400 Filme (Auswahl) actiongeladene Autostunts und spektakuläre Verfolgungsjagden. Dazu zählen nicht nur zahlreiche Bond-, Bronson- und Belmondo-Filme, sondern auch eine ganze Menge italienischer Filmproduktionen, wie beispielsweise HIGHWAY RACER, BRUTALE STADT, EIN ACHTBARER MANN, TOTE ZEUGEN SINGEN NICHT, EIN BÜRGER SETZT SICH ZUR WEHR, TÖDLICHER HASS, HAIE KENNEN KEIN ERBARMEN, EIN PROFI-DING oder SPEED CROSS. Ohne Rémy Julienne und Romano Puppo, der in 90 italienischen Filmproduktionen als Schauspieler und weitere 95 mal als Stuntman in Erscheinung trat, würden dem italienischen Genrefilm zwei maßgebliche Akteure fehlen, die an allen erdenklichen als auch unerdenklichen Ecken und Enden essenzielle Spuren hinterließen.

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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

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Zwischenzeitlich wurden auch einige Filmvorführungen des diesjährigen TERZA VISIONE in die Online-Filmdatenbank eingetragen und mit Infos zu den jeweiligen Filmkopien ergänzt:


SUMMERTIME KILLER

Eröffnungsfilm und einmalige Vorführung. Start um 18:30 Uhr. Es waren ca. 115 Personen im Kinosaal anwesend. Die sehr gut erhaltene 35 mm Kinokopie hat die Murnau- Stiftung Wiesbaden zu Verfügung gestellt. Zu Beginn war das alte Constantin Intro zu sehen, ungekürzte deutsche Fassung. Laut Festivalkatalog beträgt das Bildformat 1:1,85 in Technicolor. Die Farben waren noch sehr gut.


BLUTIGE SEIDE

Der Film lief zweimal, am 14. August und in der Wiederholung am 20. August. Die erste Vorstellung war komplett ausverkauft (130 Karten). Ich habe die zweite Vorstellung am 20. August besucht. Es waren ca. 50 Personen im Kinosaal. Ungekürzte Fassung auf 35 mm Kinokopie in englischer Sprache mit dänischem Untertitel. Kopie: "Klubb Super 8" (Stockholm) / Technicolor 1:1,66 laut Festivalkatalog. In einer Szene war die Kinokopie komplett rotstichig (fast ohne Restfarben). Dauer ca 4- 5min. In der Einführung gab es hierzu einen Hinweis um die Zuschauer darauf vorzubereiten. Ansonsten hatten alle Akte noch sehr schöne Farben, was gerade bei diesem Mario Bava Film besonders wichtig ist.


NACKT ÜBER LEICHEN

Die 35 mm Kinokopie ist im sehr guten Zustand. Diese hat das Filmarchiv "Klubb Super 8" (Stockholm) zu Verfügung gestellt. Format 1:1,85 in Technicolor, englische Fassung mit schwedischen Untertiteln. Laufzeit 108 min, höchstwahrscheinlich ungeschnitten. Vorletzter Film auf dem einmal jährlichen Film Festival im Kino des Filmmuseums Frankfurt a. Main. Es waren ca. 100 Personen im Kinosaal anwesend. Sehr seltene Gelegenheit diesen frühen Fulci Film auf der Leinwand zu bewundern.


LA PISTOLA

Die 35 mm Kinokopie befindet sich im guten Zustand. Zu Beginn war die Schrifttafel des alten CIC Logos zu sehen. Die Kopie hat die Murnau- Stiftung Wiesbaden zu Verfügung gestellt. Es waren ca. 115 Personen im Kinosaal anwesend. Mir ist die Indizierung und erst recht Folgeindizierung (31.01.2012) unbegreiflich. Aufgrund von Inhaltsgleichheit als indiziert eingetragen.


DIE LEICHENFABRIK DES DR. FRANKENSTEIN

Die 35 mm Kinokopie wurde von der Murnau Stiftung Wiesbaden entliehen. Kopie war in einem guten Zustand mit leichtem Rotstich. Es handelt sich um die alte deutsche Kinofassung. Es waren ca. 100 Personen im Kinosaal.


THE OTHER HELL

Vorgeführt wurde eine 35 mm Kinokopie mit sehr starkem Rotstich. Es waren so gut wie keine Restfarben vorhanden. Die englischen Untertitel wurden für die Vorführung speziell angefertigt und über einen externen Projektor unterhalb des Bildes auf die Leinwandfrei projektziert. Die Kinorollen haben die Veranstalter vom Museo Nazionale del Cinema (Turin, Italien) ausgeliehen. Vor Beginn der Vorstellung wurde in der Einführung auf den schlechten Zustand der Kopie hingewiesen. Es waren ca. 100 Personen im Kinosaal anwesend.

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Richie Pistilli
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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

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Ausführlicher Festivalbericht:


In Frankfurt, in der Twilight Zone – Terza Visione 2026
https://www.critic.de/special/in-frankf ... 2026-4881/



Zur Filmvorführung von THE OTHER HELL: Heiteres Rätselraten nach der Vorführung

"Ein Einlullen und Einschläfern, das zum Höhepunkt dieser performativen Aufführung geradezu hinführte: In einer Szene – die böse Nonne beugt sich gerade in böser Absicht über einen, der am Boden liegt – zerreißt mit einem Mal ein farbechtes Einsprengsel aus einem völlig anderen, offensichtlich Jahrzehnte später entstandenen Film das Geschehen, für den Bruchteil einer Sekunde sind ein paar deutsche Wortfetzen zu hören. Nur einen Augenblick später findet der Film wieder zu sich selbst und die Bösewichtin hebt erstaunt ihr Haupt, als sei diese filmmaterielle Sabotage in ihrer Erzählrealität ein metaphysisches Ereignis gewesen. Ihre Irritation und die des Publikums über diese - in Anlehnung an Benjamin: - Choc-Erfahrung feiern selige Eintracht, nur dass das Publikum im Diesseits der Leinwand ob dieser völlig unerwarteten Kuriosität in schallendes, angesichts der Zähigkeit des bisherigen Filmgeschehens auch befreiendes, ja erlösendes Gelächter ausbricht. Eine der anstrengendsten und vielleicht auch stählernsten Filmvorführungen dieses Festivaljahrgangs wird mit einem Mal und völlig unverhofft auf der Zielgeraden zu einer der interessantesten und schönsten.

Heiteres Rätselraten, was es mit diesem Filmschnippsel, der geradezu wie eine Nachricht aus dem Jenseits in diesen Film hereinschlug, wohl auf sich hatte, brach sich im folgenden hemmungslos Bahn im Festivalpublikum. Erst am nächsten Abend bringt Co-Kurator Andreas Beilharz Licht ins Dunkel des Mysteriums: Da die Filmrollen der Kopie von The Other Hell keinen Anlaufbereich hatten, den es braucht, um den Projektor vor der Umblende auf Geschwindigkeit zu bringen, wurde herumliegendes Trailermaterial an die Rollen montiert - ein minimal verpatztes Timing bei der Projektion brachte auf der Leinwand schließlich zum Vorschein, was sonst ins Off der Vorführung gedrängt wird, ähnlich wie etwa die Leader Ladies, die man manchmal unter ähnlichen Bedingungen auf der Leinwand sieht und die sonst nur der Farbkontrolle dienen.

Der Vorführerin war dies endlos peinlich – aber das sollte es nicht: Analoges Kino ist so lebendig wie die Menschen, die im Projektorraum vorführen, und die Menschen, die im Kinosaal sitzen. Wo Leben ist, da entstehen Fehler und wo Fehler entstehen, blühen happy accidents auf. Was aus professioneller Perspektive ein Ärgernis wäre, wird unter den Bedingungen eines Analogfilm-Festivals zur Feier der Aufführsituation, ihrer Technik und der damit verbundenen Fallstricke. Und zu einer Kinovorführung, die niemand im Saal je vergessen wird.
" [Thomas Groh]


Ein unvergesslicher Moment! :)

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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

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das-filmquartett-terza-visione.png (125.22 KiB) 1121 mal betrachtet


Podcast: Das Filmquartett: Terza Visione 2026
https://www.podcast.de/episode/70657999 ... za-visione
https://open.spotify.com/episode/7zfJpbbtn6loffGuQ94xrS


Das TERZA VISIONE in Frankfurt ist ein Paradies für Liebhaber des italienischen Genrefilms. Alle Filme werden in analogen 35-mm-Kopien gezeigt, was auch die Artechock-Redaktion ans Mainufer lockte. Wir fragen nach der Faszination des Festivals und gehen auf Perlen und Highlights ein. Im Filmquartett: Benedikt Guntentaler, Timur Özkan, Chris Schmuck und Thomas Willmann.

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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

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Und noch ein Festivalbericht:



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Re: Terza Visione - 12. Festival des italienischen Genrefilms (12.08. –16.08.2026)

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Critic.de dokumentiert die Einführung, die die Filmhistorikerin Annette Brauerhoch beim Frankfurter Festival TERZA VISIONE vor Michelangelo Antonionis, Mauro Bologninis und Franco Indovinas Omnibusfilm "Die drei Gesichter einer Frau" mit der damaligen Boulevardprinzessin Soraya gehalten hat. (Quelle)


Die drei Gesichter einer Frau (IT 1965) R: Michelangelo Antonioni, Mauro Bolognini & Franco Indovina
https://www.critic.de/film/die-drei-ges ... rau-20488/

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