● WENN DIE TOLLEN TANTEN KOMMEN (D|1970)
mit Rudi Carrell, Ilja Richter, Chris Roberts, Christian Anders, Hubert von Meyerinck, Andrea Rau, Katja Weigmann, Doris Kirchner, Ingrit Back, Ulli König,
Gaby König, Rainer Basedow, Jochen Busse, Raoul Retzer, Alexander Grill, Margot Mahler, Hans Terofal, Flavia Keyt, Poldi Waraschitz und Gunther Philipp
als Gäste: Graham Bonney, Kurt Stadel, Druid Chase und The Cent Boys
eine Produktion der Lisa Film | Divina Film | im Gloria Verleih
ein Film von Franz Josef Gottlieb
»Sofort ist schon zu spät!«
Die beiden Freunde Rudi (Rudi Carrell) und Paul (Ilja Richter), müssen geschäftlich an den Wörthersee reisen, um einen wichtigen Vertrag mit dem exzentrischen Großinvestor Herrn Storz (Hubert von Meyerinck) abzuschließen. Als ihnen unterwegs von dem Kleinganoven Ted (Jochen Busse) ihr Auto mitsamt dem Gepäck gestohlen wird, geraten die beiden in eine Notlage. Mangels Alternativen schlüpfen sie kurzerhand in die einzig verbliebenen Frauenkleider aus einem Theaterfundus. Als ältere Damen getarnt, checken sie im mondänen Schlosshotel Velden ein, um die Verhandlung unerkannt zu retten. Sie stiften jedoch unfreiwillig Aufruhr, da sowohl der Portier Poldi (Gunther Philipp) als auch Investor Storz den Damen prompt nachstellt, während zeitgleich die Polizei nach den Vermissten fahndet …
Bei dem im Jahr 1970 entstandenen Spielfilm "Wenn die tollen Tanten kommen" handelt es sich um eine der kommerziell erfolgreichsten und populärsten Schlager- und Verwechslungskomödien der bundesdeutschen Kinogeschichte, was rückblickend gesehen doch ziemlich schwer nachzuvollziehen ist. Unter der Regie von Franz Josef Gottlieb und produziert von Karl Spiehs für die Lisa Film, lockte dieses im August 1970 uraufgeführte Vehikel allein in Westdeutschland mehr als drei Millionen Zuschauer in die Kinosäle. In einer Zeit, in der das deutsche Kino durch die Konkurrenz des Fernsehens in einer tiefen Krise steckte, war dies ein bemerkenswerter Erfolg, der den Film in die oberste Liga des damaligen Kinojahres katapultieren konnte. Die Handlung bedient sich dabei unübersehbar des klassischen "Charleys Tante"-Motivs. Um nach dem Diebstahl ihres VW-Porsche 914 samt Kleidung eine geschäftliche Notlage zu retten, müssen die beiden Hauptfiguren stumpfsinnigerweise in biedere Frauenkleider schlüpfen und stiften im fiktiven Schlosshotel Velden am österreichischen Wörthersee ein pures Chaos aus Anzüglichkeiten und Verwechslungen. Dass das Publikum damals in Scharen in ein filmisch so triviales und seichtes Werk strömte, hatte dabei wohl auch handfeste gesellschaftliche und mediale Gründe. Die Menschen sehnten sich nach dem politisch und sozial aufgeladenen Alltag der späten 1960er und frühen 1970er Jahre nach maximalem Eskapismus. Der Film bot eine unbeschwerte, familienfreundliche Wohlfühlwelt mit Sonne, Luxus und einer malerischen Kulisse, die damals für viele Deutsche den vielleicht unerreichten Urlaubstraum verkörperte. Ein weiterer, entscheidender Publikumsmagnet war die geschickte Verknüpfung mit der boomenden Musikindustrie. Da es noch keine Musiksender oder Online-Plattformen gab, funktionierte der Film sozusagen wie ein verlängertes Musikvideo. Beliebte Schlagerstars der Epoche wie Chris Roberts, Christian Anders und Graham Bonney traten mit ihren Hit-Einlagen auf, was Teenager und Musikfans in Scharen anzog und im Gegenzug die Schallplattenverkäufe massiv ankurbelte. Zudem standen mit dem damals 17-jährigen Ilja Richter und dem etablierten Rudi Carrell zwei der absolut größten TV-Lieblinge gemeinsam vor der Kamera. Hinter den Kulissen herrschte jedoch alles andere als die auf der Leinwand gezeigte Harmonie. Rudi Carrell war dem Vernehmen nach zutiefst verärgert über das krasse Gagen-Gefälle.
Während er für den Film eine Gage von beachtlichen 100.000 D-Mark erhielt, strich sein deutlich jüngerer Kollege Ilja Richter die astronomische Summe von 200.000 D-Mark ein. Dieses finanzielle Ungleichgewicht und der unerbittliche Kampf zweier Entertainer um das Rampenlicht und die besseren Pointen sorgten Überlieferungen nach für spürbare Spannungen am Set. Trotz dieser Differenzen schaffte es der Produzent, das Duo noch für zwei direkte Fortsetzungen zu verpflichten, um die kommerzielle Erfolgswelle maximal auszuschlachten. So standen Carrell und Richter bereits 1971 für "Die tollen Tanten schlagen zu" und "Tante Trude aus Buxtehude" erneut gemeinsam vor der Kamera. Für Carrell war danach jedoch Schluss, da er das wiederkehrende Verkleiden in Frauenkleider nach eigenen Angaben zutiefst verabscheute. Später erklärte er rückblickend: »Wenn es eine Masche im Showgeschäft gibt, die ich hasse wie die Pest, so ist es die Verkleidung. Ein Mann, der sich als Frau verkleidet – ich weiß es –, ist eines der ältesten und sichersten Mittel, das Publikum zum Lachen zu bringen. Aber, nennen sie es Geschmacksache, ich mag es nicht, mehr noch, ich hasse es.« Er konzentrierte sich fortan wieder ganz auf seine TV-Karriere. Auch bei den Nebenrollen zeigte sich die Realität der damaligen deutschen Filmbranche. Angesehene Altstars wie Hubert von Meyerinck oder Gunther Philipp spielten in der Klamotte nicht zwingend aus purer finanzieller Not mit, sondern weil anspruchsvolle Filmprojekte in Deutschland kaum noch finanziert wurden. Wer als etablierter Schauspieler im Geschäft bleiben und Präsenz zeigen wollte, war gut beraten, bei diesen schnell abgedrehten Wörthersee-Produktionen mitwirken, während es für Nachwuchskräfte wie Jochen Busse, Rainer Basedow oder Andrea Rau ein ideales Karrieresprungbrett darstellte. Während das Publikum überwiegend begeistert war, fiel das Urteil der zeitgenössischen Filmkritik vernichtend aus. Fachmedien verrissen das eindimensional wirkende Werk als lieblosen Verkleidungsklamauk nach altbekannten Mustern und kritisierten die hölzernen Schlagerunterbrechungen scharf. Aus heutiger Sicht wirken viele Elemente des Films zudem völlig aus der Zeit gefallen und überholt. Die plumpe, rein auf Stumpfsinnigkeiten und abgedroschene Klischees ausgerichtete Darstellung sowie die permanenten Kalauer über männlich-weibliche Beziehungen, strapazieren die Nerven, zumal sie im moderneren Kino längst durch weniger anstrengende Angebote abgelöst wurden.
Bei dem im Jahr 1970 entstandenen Spielfilm "Wenn die tollen Tanten kommen" handelt es sich um eine der kommerziell erfolgreichsten und populärsten Schlager- und Verwechslungskomödien der bundesdeutschen Kinogeschichte, was rückblickend gesehen doch ziemlich schwer nachzuvollziehen ist. Unter der Regie von Franz Josef Gottlieb und produziert von Karl Spiehs für die Lisa Film, lockte dieses im August 1970 uraufgeführte Vehikel allein in Westdeutschland mehr als drei Millionen Zuschauer in die Kinosäle. In einer Zeit, in der das deutsche Kino durch die Konkurrenz des Fernsehens in einer tiefen Krise steckte, war dies ein bemerkenswerter Erfolg, der den Film in die oberste Liga des damaligen Kinojahres katapultieren konnte. Die Handlung bedient sich dabei unübersehbar des klassischen "Charleys Tante"-Motivs. Um nach dem Diebstahl ihres VW-Porsche 914 samt Kleidung eine geschäftliche Notlage zu retten, müssen die beiden Hauptfiguren stumpfsinnigerweise in biedere Frauenkleider schlüpfen und stiften im fiktiven Schlosshotel Velden am österreichischen Wörthersee ein pures Chaos aus Anzüglichkeiten und Verwechslungen. Dass das Publikum damals in Scharen in ein filmisch so triviales und seichtes Werk strömte, hatte dabei wohl auch handfeste gesellschaftliche und mediale Gründe. Die Menschen sehnten sich nach dem politisch und sozial aufgeladenen Alltag der späten 1960er und frühen 1970er Jahre nach maximalem Eskapismus. Der Film bot eine unbeschwerte, familienfreundliche Wohlfühlwelt mit Sonne, Luxus und einer malerischen Kulisse, die damals für viele Deutsche den vielleicht unerreichten Urlaubstraum verkörperte. Ein weiterer, entscheidender Publikumsmagnet war die geschickte Verknüpfung mit der boomenden Musikindustrie. Da es noch keine Musiksender oder Online-Plattformen gab, funktionierte der Film sozusagen wie ein verlängertes Musikvideo. Beliebte Schlagerstars der Epoche wie Chris Roberts, Christian Anders und Graham Bonney traten mit ihren Hit-Einlagen auf, was Teenager und Musikfans in Scharen anzog und im Gegenzug die Schallplattenverkäufe massiv ankurbelte. Zudem standen mit dem damals 17-jährigen Ilja Richter und dem etablierten Rudi Carrell zwei der absolut größten TV-Lieblinge gemeinsam vor der Kamera. Hinter den Kulissen herrschte jedoch alles andere als die auf der Leinwand gezeigte Harmonie. Rudi Carrell war dem Vernehmen nach zutiefst verärgert über das krasse Gagen-Gefälle.
Während er für den Film eine Gage von beachtlichen 100.000 D-Mark erhielt, strich sein deutlich jüngerer Kollege Ilja Richter die astronomische Summe von 200.000 D-Mark ein. Dieses finanzielle Ungleichgewicht und der unerbittliche Kampf zweier Entertainer um das Rampenlicht und die besseren Pointen sorgten Überlieferungen nach für spürbare Spannungen am Set. Trotz dieser Differenzen schaffte es der Produzent, das Duo noch für zwei direkte Fortsetzungen zu verpflichten, um die kommerzielle Erfolgswelle maximal auszuschlachten. So standen Carrell und Richter bereits 1971 für "Die tollen Tanten schlagen zu" und "Tante Trude aus Buxtehude" erneut gemeinsam vor der Kamera. Für Carrell war danach jedoch Schluss, da er das wiederkehrende Verkleiden in Frauenkleider nach eigenen Angaben zutiefst verabscheute. Später erklärte er rückblickend: »Wenn es eine Masche im Showgeschäft gibt, die ich hasse wie die Pest, so ist es die Verkleidung. Ein Mann, der sich als Frau verkleidet – ich weiß es –, ist eines der ältesten und sichersten Mittel, das Publikum zum Lachen zu bringen. Aber, nennen sie es Geschmacksache, ich mag es nicht, mehr noch, ich hasse es.« Er konzentrierte sich fortan wieder ganz auf seine TV-Karriere. Auch bei den Nebenrollen zeigte sich die Realität der damaligen deutschen Filmbranche. Angesehene Altstars wie Hubert von Meyerinck oder Gunther Philipp spielten in der Klamotte nicht zwingend aus purer finanzieller Not mit, sondern weil anspruchsvolle Filmprojekte in Deutschland kaum noch finanziert wurden. Wer als etablierter Schauspieler im Geschäft bleiben und Präsenz zeigen wollte, war gut beraten, bei diesen schnell abgedrehten Wörthersee-Produktionen mitwirken, während es für Nachwuchskräfte wie Jochen Busse, Rainer Basedow oder Andrea Rau ein ideales Karrieresprungbrett darstellte. Während das Publikum überwiegend begeistert war, fiel das Urteil der zeitgenössischen Filmkritik vernichtend aus. Fachmedien verrissen das eindimensional wirkende Werk als lieblosen Verkleidungsklamauk nach altbekannten Mustern und kritisierten die hölzernen Schlagerunterbrechungen scharf. Aus heutiger Sicht wirken viele Elemente des Films zudem völlig aus der Zeit gefallen und überholt. Die plumpe, rein auf Stumpfsinnigkeiten und abgedroschene Klischees ausgerichtete Darstellung sowie die permanenten Kalauer über männlich-weibliche Beziehungen, strapazieren die Nerven, zumal sie im moderneren Kino längst durch weniger anstrengende Angebote abgelöst wurden.
