dieses gefällt mir nun gerade nicht, da hat sie irgendwie männliche Züge.
Kenne aber auch Bilder die mir gut gefallen
MARISA MELL
Re: MARISA MELL
Sie wirkt dort gelöst, und das gefällt mir ganz gut.
Ihre Weiblichkeit hatte sie allerdings schon in zahlreichen Filmen hinlänglich unter Beweis gestellt.
Re: MARISA MELL
● MARISA MELL als VIOLANTE in
FLOTTE TEENS - RUNTER MIT DEN JEANS (I|1980)
In Marino Girolamis erotisch-klamaukiger Teenie-Komödie "Flotte Teens – runter mit den Jeans" aus dem Jahr 1980 verkörpert die österreichische Schauspielikone Marisa Mell die Rolle der Violante Castaldi; eine Rolle die in Fankreisen als Vorbote ihres persönlichen Karriere-Bodensatzes angesehen wird. Auf den ersten Blick bedient die Figur das klassische Klischee der unersättlichen, sexuell frustrierten Ehefrau der Oberschicht, wie für das Genre der Commedia sexy all'italiana typisch war. Bei genauerer Betrachtung offenbart Violante eine doch noch erkennbare Dynamik, die auf einer Mischung aus ökonomischer Dominanz und extremem exhibitionistischen Zuständen basiert. Innerhalb der nicht gerade konventionellen Ehe der Castaldis herrscht ein unerbittliches Machtgefälle, denn Violante besitzt das Geld und ihr Alter hat de facto zu spuren und zu können, wann immer sie es verlangt. Außerdem wirkt er nur noch wie ihr persönlicher Angestellter, degradiert zu einer Art sexuellem Fußabtreter. Seine weitreichende Abhängigkeit zwingt ihn zur absoluten Unterwerfung, die ihren Höhepunkt in Violantes spezifischem sexuellen Trigger findet, da sie ihre Lust nicht aus der Intimität des privaten Schlafzimmers zieht, sondern aus dem Nervenkitzel des Verbotenen in der Öffentlichkeit. So sehen ihre persönlichen Höhepunkte eben aus. Ob im gut besuchten Bus oder im Kino – sie zwingt Massimo dazu, sie vor den Augen ahnungsloser Mitmenschen unauffällig zu bedienen, und während er vor Angst vor einem gesellschaftlichen Ruin schwitzt, genießt sie die absolute Kontrolle und die sekundäre Demütigung ihres Mannes. Wenn Massimo sie im Film als »hochgradig pervers« bezeichnet, ist dies lediglich ein hilfloser Protest gegen den unstillbaren sexuellen Appetit seiner Frau und er weiß, dass es kein entrinnen gibt. Jegliches Weigern und Auflehnen würde dazu führen, dass sich sein gut situierter Lebensstil schlagartig verändern würde, und das scheint es am Ende doch nicht wert zu sein. Während Violante nach außen hin stets die kühle, sogar hochnäsig wirkende Maske der respektablen Dame wahrt und so den komödiantischen Kontrast der Szenen gekonnt auf die Spitze treibt, ist sie in den Szenen ihrer ekstatischen Zustände in anderen Einstellungen zu sehen, die Marisa Mell weitgehend mechanisch löst.
Insgesamt gesehen erforderte diese Rolle gewiss keinen schauspielerischen Drahtseilakt, bot ihr aber die willkommene Bühne, um ausgiebig mit ihrem alten Image als europäische Femme fatale der 1970er-Jahre zu kokettieren. Mit Anfang 40 war Mell noch immer eine äußerst ansehnliche und attraktive Frau, während die ganz jungen Darstellerinnen des Films für die klassischen Nackt-, Dusch- und Strandszenen zuständig waren, spielt sie die Karte der erotischen Reife aus, bei der sie sich nicht mehr entblößen musste, da ihre bloße laszive Präsenz und ihre herrische Ausstrahlung völlig ausreichen. Nicht, dass sie nicht schon mehr angeboten hätte, aber hier war diese Zeigefreudigkeit zugunsten der Dramaturgie und ihrer Kolleginnen nicht gefragt. Marisa Mell transportiert trotz der recht flachen Anforderung eine erstaunliche, sogar vereinnahmende Spiellaune, indem sie den Part keineswegs lustlos abspult, sondern die komödiantische Überzeichnung der Violante eher mit Vergnügen als Frustration annimmt. Aber so agieren Profis unter sich. In der Interaktion mit Renzo Montagnani zeigt sich ein natürliches komödiantisches Verständnis, bei dem Mells dominantes Funkeln in den Augen im perfekten Kontrast zur schweißtreibenden Panik ihres Partners steht. Es ist genau diese selbstironische Souveränität, mit der sie ihr Diva-Image auf die Schippe nimmt, was ihren Szenen sogar eine gewisse Leichtigkeit, außerdem einen hohen Unterhaltungswert verleiht. Hinter den Kulissen barg diese Performance jedoch tiefe biografische Einschnitte, denn man darf diese dem Empfinden nach transportierte Spiellaune keineswegs mit künstlerischer Erfüllung verwechseln. Für die Schauspielerin war dieser Film einer der vielen Brotjobs dieser Dekade und damit ein Engagement, das so gar nichts mit dem zu tun hatte, was sie in ihrer Karriere eigentlich gewöhnt war, da ihr künstlerisches Ideal das glamouröse, anspruchsvolle europäische Unterhaltungskino war und sie sich als ernsthafte Akteurin in einer Liga mit den großen Weltstars der 60er-Jahre identifizierte. Statt dieses Anspruchs war die Realität im Jahr 1980 somit bitter, denn der Glanz der alten Zeiten war längst verflogen und die von privaten Schicksalsschlägen und finanziellen Problemen gezeichnete Künstlerin musste sich im seichten italienischen Klamauk-Kino verfeuern.
Während ihre Violante auf der Leinwand im Luxus schwelgt, musste sich Marisa Mell seinerzeit genau überlegen, wie sie ihren hohen Lebensstandard weiterfinanzieren konnte. Dass sie überhaupt besetzt wurde, lag am großen Erfolg dieser Filmreihe in Italien, wo die Commedia sexy all'italiana um 1980 als perfektes Eskapismus-Kino für eine Nation in der Dauerkrise florierte. In den Kinos der Provinz wurden Unmengen an Geld eingespielt und das treue Publikum fand einen enormen nostalgischen Reiz darin, eine einstige Stilikone aus Kultfilmen wie "Gefahr: Diabolik" nun als nicht über jeden Zweifel erhabene Ehefrau wiederzusehen. Betrachtet man Marisa Mells Spätwerk im Ganzen, so war die Rolle der Violante im Vergleich zu ihren restlichen Spätrollen sogar noch ein relativer Glücksfall und einer der letzten Lichtblicke. Es sollten noch mehrere dieser Beiträge folgen, die selbst einem Film wie diesen nicht mehr das Wasser reichen konnten. Hier zu nennen wären etwa die Low-Budget-Streifen "Happy Birthday, Harry", ebenfalls aus dem Jahr 1980 oder der ein Jahr später entstandene "Die letzten Heuler der Marine", in dem sie sich als gehörnte Ehefrau dramaturgisch regelrecht verramschen, sich außerdem für billigste Slapstick-Witze dem Komiker Alvaro Vitali an den Hals werfen musste. Paradoxerweise etabliert sich "Flotte Teens - runter mit den Jeans" in einer merkwürdigen Grauzone. Verglichen mit ihren Top-Rollen scheinen Film und Rolle nicht weit vom Bodensatz ihres Schaffens entfernt zu sein, doch sieht man mit den meisten Produktionen, die später abgespult wurden, kann man Marino Girolamis Komödie schon wieder etwas Positives abgewinnen und findet sie vielleicht nicht einmal so miserabel. Es ist ein vergleichsweise handwerklich solideres Drehbuch wahrzunehmen, Marisa Mell darf als vielschichtigere Figur agieren, behält im Gegensatz zu den späteren filmischen Demütigungen stets die erzählerische Oberhand und wickelt diesen ungeliebten Brotjob mit einer fast arroganten Würde sowie einem erkennbaren Augenzwinkern ab. So konnte sie beweisen, dass sie auch im billigen Fließband-Kino der 80er-Jahre ihre Professionalität niemals verlor und das Format eines echten Profis besaß. Kaufen konnte sie sich dafür jedoch nicht viel, denn die ohnehin knapper werden Engagements wurden immer stumpfsinniger.
Insgesamt gesehen erforderte diese Rolle gewiss keinen schauspielerischen Drahtseilakt, bot ihr aber die willkommene Bühne, um ausgiebig mit ihrem alten Image als europäische Femme fatale der 1970er-Jahre zu kokettieren. Mit Anfang 40 war Mell noch immer eine äußerst ansehnliche und attraktive Frau, während die ganz jungen Darstellerinnen des Films für die klassischen Nackt-, Dusch- und Strandszenen zuständig waren, spielt sie die Karte der erotischen Reife aus, bei der sie sich nicht mehr entblößen musste, da ihre bloße laszive Präsenz und ihre herrische Ausstrahlung völlig ausreichen. Nicht, dass sie nicht schon mehr angeboten hätte, aber hier war diese Zeigefreudigkeit zugunsten der Dramaturgie und ihrer Kolleginnen nicht gefragt. Marisa Mell transportiert trotz der recht flachen Anforderung eine erstaunliche, sogar vereinnahmende Spiellaune, indem sie den Part keineswegs lustlos abspult, sondern die komödiantische Überzeichnung der Violante eher mit Vergnügen als Frustration annimmt. Aber so agieren Profis unter sich. In der Interaktion mit Renzo Montagnani zeigt sich ein natürliches komödiantisches Verständnis, bei dem Mells dominantes Funkeln in den Augen im perfekten Kontrast zur schweißtreibenden Panik ihres Partners steht. Es ist genau diese selbstironische Souveränität, mit der sie ihr Diva-Image auf die Schippe nimmt, was ihren Szenen sogar eine gewisse Leichtigkeit, außerdem einen hohen Unterhaltungswert verleiht. Hinter den Kulissen barg diese Performance jedoch tiefe biografische Einschnitte, denn man darf diese dem Empfinden nach transportierte Spiellaune keineswegs mit künstlerischer Erfüllung verwechseln. Für die Schauspielerin war dieser Film einer der vielen Brotjobs dieser Dekade und damit ein Engagement, das so gar nichts mit dem zu tun hatte, was sie in ihrer Karriere eigentlich gewöhnt war, da ihr künstlerisches Ideal das glamouröse, anspruchsvolle europäische Unterhaltungskino war und sie sich als ernsthafte Akteurin in einer Liga mit den großen Weltstars der 60er-Jahre identifizierte. Statt dieses Anspruchs war die Realität im Jahr 1980 somit bitter, denn der Glanz der alten Zeiten war längst verflogen und die von privaten Schicksalsschlägen und finanziellen Problemen gezeichnete Künstlerin musste sich im seichten italienischen Klamauk-Kino verfeuern.
Während ihre Violante auf der Leinwand im Luxus schwelgt, musste sich Marisa Mell seinerzeit genau überlegen, wie sie ihren hohen Lebensstandard weiterfinanzieren konnte. Dass sie überhaupt besetzt wurde, lag am großen Erfolg dieser Filmreihe in Italien, wo die Commedia sexy all'italiana um 1980 als perfektes Eskapismus-Kino für eine Nation in der Dauerkrise florierte. In den Kinos der Provinz wurden Unmengen an Geld eingespielt und das treue Publikum fand einen enormen nostalgischen Reiz darin, eine einstige Stilikone aus Kultfilmen wie "Gefahr: Diabolik" nun als nicht über jeden Zweifel erhabene Ehefrau wiederzusehen. Betrachtet man Marisa Mells Spätwerk im Ganzen, so war die Rolle der Violante im Vergleich zu ihren restlichen Spätrollen sogar noch ein relativer Glücksfall und einer der letzten Lichtblicke. Es sollten noch mehrere dieser Beiträge folgen, die selbst einem Film wie diesen nicht mehr das Wasser reichen konnten. Hier zu nennen wären etwa die Low-Budget-Streifen "Happy Birthday, Harry", ebenfalls aus dem Jahr 1980 oder der ein Jahr später entstandene "Die letzten Heuler der Marine", in dem sie sich als gehörnte Ehefrau dramaturgisch regelrecht verramschen, sich außerdem für billigste Slapstick-Witze dem Komiker Alvaro Vitali an den Hals werfen musste. Paradoxerweise etabliert sich "Flotte Teens - runter mit den Jeans" in einer merkwürdigen Grauzone. Verglichen mit ihren Top-Rollen scheinen Film und Rolle nicht weit vom Bodensatz ihres Schaffens entfernt zu sein, doch sieht man mit den meisten Produktionen, die später abgespult wurden, kann man Marino Girolamis Komödie schon wieder etwas Positives abgewinnen und findet sie vielleicht nicht einmal so miserabel. Es ist ein vergleichsweise handwerklich solideres Drehbuch wahrzunehmen, Marisa Mell darf als vielschichtigere Figur agieren, behält im Gegensatz zu den späteren filmischen Demütigungen stets die erzählerische Oberhand und wickelt diesen ungeliebten Brotjob mit einer fast arroganten Würde sowie einem erkennbaren Augenzwinkern ab. So konnte sie beweisen, dass sie auch im billigen Fließband-Kino der 80er-Jahre ihre Professionalität niemals verlor und das Format eines echten Profis besaß. Kaufen konnte sie sich dafür jedoch nicht viel, denn die ohnehin knapper werden Engagements wurden immer stumpfsinniger.