WHITEFACE
● EDGAR WALLACE - WHITEFACE (D|1997/98) [TV]
mit Gunter Berger, Mariella Ahrens, Rosalind Baffoe, Horst Bollmann, Uwe Zerbe, Bojana Golenac, Heinz Meier, Willy Egger,
Victor Schefé, Christian Grashof, Christel Peters, Tyron Ricketts, Claudius Freyer, Heike Reichenwallner sowie Eddi Arent
eine Produktion der Rialto Film | im Auftrag von RTL
ein Fernsehfilm von Wolfgang F. Henschel
»Ist das nicht etwas zu einfach gestrickt?«
Bei der Preisverleihung für den besten Buchautor im Bereich Thriller kommt es zu einem blutigen Eklat. Noch bevor der Gewinner sich vom Publikum feiern lassen kann, wird er mit einem Wurfmesser ermordet. Die geladenen Gäste sind zur Veranstaltung passend alle kostümiert, sodass der Täter mit einer Art Clown-Kostüm in der Masse nicht weiter aufgefallen war. Der ehemalige Kriminalreporter Shapiro (Horst Bollmann) nimmt die Verfolgung auf und kann Inspektor Higgins (Gunter Berger) und seiner Assistentin Barbara Lane (Mariella Ahrens) wichtige Hinweise geben, die schon bald zu einigen Verdächtigen führen. Die Ermittlungen ergeben, dass ein hinlänglich bekannter Verbrecher namens "Whiteface" wieder am Werk sein muss …
Wolfgang F. Henschels "Whiteface" markiert die achte und damit letzte Neo-Wallace-Verfilmung der 1990er Jahre, dem seine Premiere erst vier Jahre später zuteilwurde, was einiges über den verfehlten Erfolg dieser Reihe und die qualitative Sachlage aussagt. Auch hier lässt sich schnell umreißen, dass es dieser TV-Produktion an Originalität fehlt, wie bei den meisten übrigen Filmen der Reihe übrigens auch. Zu sehen ist erneut ein Schnipsel-Sammelsurium aus Wallace-Anleihen aus der Mutter-Reihe, versehen mit einigen Schein-Impulsen. Insgesamt wirkt das Angebot nur notdürftig in Form und Einklang gebracht, da der Mut zu etwas Neuem oder mehr abgekoppelten Angeboten weitreichend fehlt. Zwar kann der Einstieg auf einer unübersichtlichen Massenveranstaltung noch als gelungen und in trashiger Art und Weise spannend empfunden werden, aber es folgen Fließbänder der Plattitüden. Leider ist das Ganze im Rahmen der in Teilen wiederkehrenden Besetzung einfach auch nicht gut gespielt, sodass dieser TV-Film schnell zu Wünschen übrig lässt. Gespickt mit Relikten aus den großen und kleinen Wallace-Klassikern der 1960er Jahre, sind zahlreiche Kino-Plakate der Filme und sogar eine Film-Sequenz aus Alfred Vohrers "Das Gasthaus an der Themse" zu sehen, was unweigerlich an bessere Zeiten erinnert, zumal man Klaus Kinski und Elisabeth Flickenschildt zu sehen bekommt. Dann ist da ja auch noch Eddi Arent als Scotland Yard-Chef, dessen Performance erneut nur als Komiker vom Dienst wahrzunehmen ist. Ein Mord beunruhigt London, zumal er unbehelligt in aller Öffentlichkeit über die Bühne gehen konnte. Inspektor Higgins verweist darauf, dass es sich bei der Titelfigur und dem Mörder um keinen Unbekannten handele. Er und seine Assistentin Lane machen sich genau wie der Reporter Shapiro auf die Suche nach Spuren, und alles was folgt sind notdürftig miteinander verstrickte Handlungsstränge, die nicht immer mit dem Nimbus der Nachvollziehbarkeit versehen sind.
Dies ist dem wirklich schwachen Skript in die Schuhe zu schieben, welches auch andernorts schon in unangenehm trivialer und vor allem schlecht durchdachter Weise aufgefallen war. Die Story bleibt trotz Potenzials lau und substanzlos, baut daher vollkommen auf die ihres Erachtens fundamentalen Wallace-Schnittmuster, bestehend aus Spannung, Kopierdrang und Humor. Doch hier macht niemand Spaß, auch wenn es in dieser Beziehung ausgewiesene Szenen gibt. Eddi Arent als Hobby-Magier und Anti-Kompetenzkanone des Yard ist in seinem Abgesang zu erleben. Der Schauspieler nimmt seine Sache ernst, was unterm Strich als fatalste Meldung zu werten ist. Gunter Berger formt zwar erneut eine Type, bleibt aber als Identifikationsfigur wirkungslos, was leider in tatsächlicher Form und vergleichsweise gesagt werden muss. Mariella Ahrens wirkt regungslos und unbeholfen, was auch für Rosalind Baffoe und alle anderen gilt, die sich hier versammelt haben. Bei Horst Bollmann könnte man zwar etwas Routine herausfiltern, aber diese Mühe steht hier bei Weitem nicht mehr auf der Agenda. Bei allem Abklatsch wird hier klar, dass sich Atmosphäre nicht so einfach reproduzieren lässt, was unter dem Gesichtspunkt einer neuen Reihe gewiss auch nicht das Primärziel gewesen sein sollte. Ein bisschen mehr Mut und Selbstvertrauen hätten Regie, Schauspielern und Drehbuchautoren gut zu Gesicht gestanden, aber es kommt nur selten zu gelungenen Einstellungen und Momenten des Flairs. Als abschließender Film der achtteiligen Reihe ist "Whiteface" als doppeltes Schlusslicht zu werten und es ist kein Wunder, dass die Geschichte so lange auf eine Premiere beim Haussender RTL warten musste, denn das Zuschauerinteresse flachte seinerzeit unmittelbar und signifikant ab. Als Wallace-Fan sollte man die Filme vielleicht dennoch einmal gesehen haben, um sich selbst ein Bild von der sperrigen Qualität dieser Produktionen machen zu können, und um ein paar nostalgische Momente zu erleben, die leider im TV-Hochglanz verblassen.
Wolfgang F. Henschels "Whiteface" markiert die achte und damit letzte Neo-Wallace-Verfilmung der 1990er Jahre, dem seine Premiere erst vier Jahre später zuteilwurde, was einiges über den verfehlten Erfolg dieser Reihe und die qualitative Sachlage aussagt. Auch hier lässt sich schnell umreißen, dass es dieser TV-Produktion an Originalität fehlt, wie bei den meisten übrigen Filmen der Reihe übrigens auch. Zu sehen ist erneut ein Schnipsel-Sammelsurium aus Wallace-Anleihen aus der Mutter-Reihe, versehen mit einigen Schein-Impulsen. Insgesamt wirkt das Angebot nur notdürftig in Form und Einklang gebracht, da der Mut zu etwas Neuem oder mehr abgekoppelten Angeboten weitreichend fehlt. Zwar kann der Einstieg auf einer unübersichtlichen Massenveranstaltung noch als gelungen und in trashiger Art und Weise spannend empfunden werden, aber es folgen Fließbänder der Plattitüden. Leider ist das Ganze im Rahmen der in Teilen wiederkehrenden Besetzung einfach auch nicht gut gespielt, sodass dieser TV-Film schnell zu Wünschen übrig lässt. Gespickt mit Relikten aus den großen und kleinen Wallace-Klassikern der 1960er Jahre, sind zahlreiche Kino-Plakate der Filme und sogar eine Film-Sequenz aus Alfred Vohrers "Das Gasthaus an der Themse" zu sehen, was unweigerlich an bessere Zeiten erinnert, zumal man Klaus Kinski und Elisabeth Flickenschildt zu sehen bekommt. Dann ist da ja auch noch Eddi Arent als Scotland Yard-Chef, dessen Performance erneut nur als Komiker vom Dienst wahrzunehmen ist. Ein Mord beunruhigt London, zumal er unbehelligt in aller Öffentlichkeit über die Bühne gehen konnte. Inspektor Higgins verweist darauf, dass es sich bei der Titelfigur und dem Mörder um keinen Unbekannten handele. Er und seine Assistentin Lane machen sich genau wie der Reporter Shapiro auf die Suche nach Spuren, und alles was folgt sind notdürftig miteinander verstrickte Handlungsstränge, die nicht immer mit dem Nimbus der Nachvollziehbarkeit versehen sind.
Dies ist dem wirklich schwachen Skript in die Schuhe zu schieben, welches auch andernorts schon in unangenehm trivialer und vor allem schlecht durchdachter Weise aufgefallen war. Die Story bleibt trotz Potenzials lau und substanzlos, baut daher vollkommen auf die ihres Erachtens fundamentalen Wallace-Schnittmuster, bestehend aus Spannung, Kopierdrang und Humor. Doch hier macht niemand Spaß, auch wenn es in dieser Beziehung ausgewiesene Szenen gibt. Eddi Arent als Hobby-Magier und Anti-Kompetenzkanone des Yard ist in seinem Abgesang zu erleben. Der Schauspieler nimmt seine Sache ernst, was unterm Strich als fatalste Meldung zu werten ist. Gunter Berger formt zwar erneut eine Type, bleibt aber als Identifikationsfigur wirkungslos, was leider in tatsächlicher Form und vergleichsweise gesagt werden muss. Mariella Ahrens wirkt regungslos und unbeholfen, was auch für Rosalind Baffoe und alle anderen gilt, die sich hier versammelt haben. Bei Horst Bollmann könnte man zwar etwas Routine herausfiltern, aber diese Mühe steht hier bei Weitem nicht mehr auf der Agenda. Bei allem Abklatsch wird hier klar, dass sich Atmosphäre nicht so einfach reproduzieren lässt, was unter dem Gesichtspunkt einer neuen Reihe gewiss auch nicht das Primärziel gewesen sein sollte. Ein bisschen mehr Mut und Selbstvertrauen hätten Regie, Schauspielern und Drehbuchautoren gut zu Gesicht gestanden, aber es kommt nur selten zu gelungenen Einstellungen und Momenten des Flairs. Als abschließender Film der achtteiligen Reihe ist "Whiteface" als doppeltes Schlusslicht zu werten und es ist kein Wunder, dass die Geschichte so lange auf eine Premiere beim Haussender RTL warten musste, denn das Zuschauerinteresse flachte seinerzeit unmittelbar und signifikant ab. Als Wallace-Fan sollte man die Filme vielleicht dennoch einmal gesehen haben, um sich selbst ein Bild von der sperrigen Qualität dieser Produktionen machen zu können, und um ein paar nostalgische Momente zu erleben, die leider im TV-Hochglanz verblassen.