SPION ZWISCHEN ZWEI FRONTEN
● TRIPLE CROSS / LA FANTASTIQUE HISTOIRE VRAIE D'EDDIE CHAPMAN / SPION ZWISCHEN ZWEI FRONTEN / SPION ZWISCHEN 2 FRONTEN (GB|F|1966)
mit Cristopher Plummer, Romy Schneider, Gert Fröbe, Harry Meyen, Trevor Howard, Claudine Auger, Jess Hahn, Georges Lycan, John Abbey,
Jean-Claude Bercq, Gil Barber, Howard Vernon, Jean-Roger Coussimon, Robert Favart, Francis De Wolff, Jean-Pierre Zola sowie Yul Brynner
eine Cineurop Produktion | im Gloria Verleih
ein Film von Terence Young
»Überlegen Sie sich ganz genau, wer diesen Krieg gewinnen soll!«
Der geniale britische Safeknacker Eddie Chapman (Christopher Plummer) sitzt auf der besetzten Kanalinsel Jersey im Gefängnis. Um der Haft zu entkommen, bietet er den deutschen Besatzern seine Dienste als Saboteur an. Nach einer harten Ausbildung durch den misstrauischen Oberst Steinhäger (Gert Fröbe) und unter den Augen des eleganten Baron von Grunen (Yul Brynner) sowie der geheimnisvollen Komtess Helga (Romy Schneider) erhält er seinen ersten Auftrag in England. Kaum in der Heimat mit dem Fallschirm gelandet, wendet sich Chapman jedoch sofort an den britischen Geheimdienstchef (Trevor Howard). Er bietet sich kurzerhand als Doppelagent an. Es beginnt ein nervenaufreibendes und hochgefährliches Täuschungsspiel, bei dem Chapman beide Weltmächte mit Mut und Cleverness gegeneinander ausspielen muss …
"Spion zwischen zwei Fronten" wirkt eng mit dem James-Bond-Boom der 1960er-Jahre verknüpft, auch wenn sich dieser Eindruck weniger auf die hier angebotene Thematik bezieht. Um den Film zu inszenieren, verpflichtete das Studio den renommierten Regisseur Terence Young, der kurz zuvor mit den ersten drei 007-Filmen Kinogeschichte geschrieben hatte. Obwohl die Produktion ursprünglich das Ziel verfolgte, ein weitaus realistischeres Bild des Agentenlebens im Zweiten Weltkrieg zu zeichnen als die glamourösen Bond-Abenteuer, brachte Young seinen unverkennbaren und bemerkenswert stilisierten Inszenierungsstil ein. Diese Parallelen spiegeln sich auch vor der Kamera wider: Young konnte auf bis dato bewährtes Bond-Personal zurückgreifen und so wurde der Deutsche Gert Fröbe besetzt, den legendären Bösewicht aus dem zwei Jahre zuvor entstandenen Klassiker "Goldfinger", der hier den misstrauischen Oberst Steinhäger zum Besten gibt, außerdem ist das "Feuerball"-Bondgirl Claudine Auger in der Rolle der Paulette zu sehen. Für die hochkarätige visuelle Umsetzung zeichnete sich zudem die französische Kameramann-Legende Henri Alekan verantwortlich. Das Drehbuch der international finanzierten britisch-französischen Co-Produktion basierte lose auf dem biografischen Buch "The Eddie Chapman Story" von Frank Owen. Während die beiden zentralen Sabotageakte des Films – die vorgetäuschte Sprengung der de Havilland-Flugzeugfabrik und die gezielte Irreführung der deutschen V1- und V2-Raketen weg von London – auf historischen Fakten beruhten, wurden die meisten Liebesaffären und Spionageszenen für das Kinopublikum stark modifiziert beziehungsweise dramatisiert und in zeitgenössische Fasson gebracht. Dies führte am Set zu Spannungen, denn der reale Eddie Chapman, welcher der Produktion als Berater zur Seite stand, zeigte sich nach der Fertigstellung enttäuscht darüber, wie sehr seine Lebensgeschichte für die Leinwand fiktionalisiert worden war. Abgerundet wurde das internationale Großprojekt durch den markanten Soundtrack des französischen Komponisten Georges Garvarentz, obwohl parallel dazu eine alternative Musikfassung von Roland Shaw für den weltweiten Vertrieb eingespielt wurde. So verfügt der Film schließlich über sehr gute Grundvoraussetzungen, um sich als weltweiter Blockbuster in den Kinos zu etablieren, wobei die Produktion vor allem in Westeuropa die größten Erfolge erzielen konnte, in den Vereinigten Staaten eher verhalten aufgenommen wurde.
Hauptdarsteller Christopher Plummer gibt seinem Doppelagenten ein bemerkenswert ambivalentes Profil, was sich vor allem im Zusammenspiel mit seinen Kontrahenten zeigt. Überhaupt soll die Zusammenarbeit am Set recht harmonisch gewesen sein, was Plummer auch Jahrzehnte später in seiner Biografie erwähnte und sich dabei sehr wertschätzend über Romy Schneider äußerte. Er betonte, wie sehr er Schneider verehrt habe, beschrieb sie als ein »Bündel voller Lebensfreude« und erinnerte sich an ihr Lächeln, das die ganze Welt erhellte. Plummer gab sogar augenzwinkernd zu, dass er zu mehr bereit gewesen wäre. Dazu kam es jedoch nicht, da Romy Schneider während der Dreharbeiten anderweitig glücklich liiert war: Genau in dieser Produktionsphase heiratete sie den deutschen Schauspieler und Regisseur Harry Meyen, welcher im Film ebenfalls eine markante Rolle als Leutnant Keller übernahm, den Überlieferungen nach wohl auf ihren ausdrücklichen Wunsch. Trotz privater Nebenschauplätze spürt man die professionelle und zugeneigte Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren in jeder gemeinsamen Szene. Romy Schneider verabschiedete sich nach diesem Film für zwei Jahre in Babypause, da sie bereits während der Dreharbeiten schwanger war. Ihre Leistung als Komtess Lindström kann neben der von Plummer als eine der besten des gesamten Films bezeichnet werden, vor allem weil sie mit den tückischen Waffen einer Frau zu kämpfen weiß. Yul Brynner bringt Erhabenheit und Nonchalance in die eigentlich düstere Atmosphäre, an die ein hervorragender Gert Fröbe und ein ebenfalls blendend agierender Harry Meyen immer wieder erinnern und der Unmenschlichkeit grausame Gesichter geben. Da es sich um eine aufwendige britisch-französische Co-Produktion handelt, wurde an verschiedenen historisch sowie optisch reizvollen Orten in Europa gedreht, wie etwa Südfrankreich oder London. Die Dreharbeiten verfügen über eine interessante Randnotiz, denn eigentlich sollte der echte Eddie Chapman als technischer Berater direkt am Set in Frankreich mitwirken. Die französischen Behörden verweigerten ihm jedoch die Einreise, da er dort wegen einer früheren Verwicklung in ein Komplott immer noch offiziell gesucht wurde. "Spion zwischen zwei Fronten" lässt sich als spannender und dynamischer Vertreter auch heute noch sehr gut anschauen, der über einige sehr gelungene Twists verfügt und trotz prekärer Thematik mit feiner Ironie aufwarten kann. Insgesamt gesehen ist der Film somit wesentlich besser als sein mittelprächtiger Ruf.
"Spion zwischen zwei Fronten" wirkt eng mit dem James-Bond-Boom der 1960er-Jahre verknüpft, auch wenn sich dieser Eindruck weniger auf die hier angebotene Thematik bezieht. Um den Film zu inszenieren, verpflichtete das Studio den renommierten Regisseur Terence Young, der kurz zuvor mit den ersten drei 007-Filmen Kinogeschichte geschrieben hatte. Obwohl die Produktion ursprünglich das Ziel verfolgte, ein weitaus realistischeres Bild des Agentenlebens im Zweiten Weltkrieg zu zeichnen als die glamourösen Bond-Abenteuer, brachte Young seinen unverkennbaren und bemerkenswert stilisierten Inszenierungsstil ein. Diese Parallelen spiegeln sich auch vor der Kamera wider: Young konnte auf bis dato bewährtes Bond-Personal zurückgreifen und so wurde der Deutsche Gert Fröbe besetzt, den legendären Bösewicht aus dem zwei Jahre zuvor entstandenen Klassiker "Goldfinger", der hier den misstrauischen Oberst Steinhäger zum Besten gibt, außerdem ist das "Feuerball"-Bondgirl Claudine Auger in der Rolle der Paulette zu sehen. Für die hochkarätige visuelle Umsetzung zeichnete sich zudem die französische Kameramann-Legende Henri Alekan verantwortlich. Das Drehbuch der international finanzierten britisch-französischen Co-Produktion basierte lose auf dem biografischen Buch "The Eddie Chapman Story" von Frank Owen. Während die beiden zentralen Sabotageakte des Films – die vorgetäuschte Sprengung der de Havilland-Flugzeugfabrik und die gezielte Irreführung der deutschen V1- und V2-Raketen weg von London – auf historischen Fakten beruhten, wurden die meisten Liebesaffären und Spionageszenen für das Kinopublikum stark modifiziert beziehungsweise dramatisiert und in zeitgenössische Fasson gebracht. Dies führte am Set zu Spannungen, denn der reale Eddie Chapman, welcher der Produktion als Berater zur Seite stand, zeigte sich nach der Fertigstellung enttäuscht darüber, wie sehr seine Lebensgeschichte für die Leinwand fiktionalisiert worden war. Abgerundet wurde das internationale Großprojekt durch den markanten Soundtrack des französischen Komponisten Georges Garvarentz, obwohl parallel dazu eine alternative Musikfassung von Roland Shaw für den weltweiten Vertrieb eingespielt wurde. So verfügt der Film schließlich über sehr gute Grundvoraussetzungen, um sich als weltweiter Blockbuster in den Kinos zu etablieren, wobei die Produktion vor allem in Westeuropa die größten Erfolge erzielen konnte, in den Vereinigten Staaten eher verhalten aufgenommen wurde.
Hauptdarsteller Christopher Plummer gibt seinem Doppelagenten ein bemerkenswert ambivalentes Profil, was sich vor allem im Zusammenspiel mit seinen Kontrahenten zeigt. Überhaupt soll die Zusammenarbeit am Set recht harmonisch gewesen sein, was Plummer auch Jahrzehnte später in seiner Biografie erwähnte und sich dabei sehr wertschätzend über Romy Schneider äußerte. Er betonte, wie sehr er Schneider verehrt habe, beschrieb sie als ein »Bündel voller Lebensfreude« und erinnerte sich an ihr Lächeln, das die ganze Welt erhellte. Plummer gab sogar augenzwinkernd zu, dass er zu mehr bereit gewesen wäre. Dazu kam es jedoch nicht, da Romy Schneider während der Dreharbeiten anderweitig glücklich liiert war: Genau in dieser Produktionsphase heiratete sie den deutschen Schauspieler und Regisseur Harry Meyen, welcher im Film ebenfalls eine markante Rolle als Leutnant Keller übernahm, den Überlieferungen nach wohl auf ihren ausdrücklichen Wunsch. Trotz privater Nebenschauplätze spürt man die professionelle und zugeneigte Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren in jeder gemeinsamen Szene. Romy Schneider verabschiedete sich nach diesem Film für zwei Jahre in Babypause, da sie bereits während der Dreharbeiten schwanger war. Ihre Leistung als Komtess Lindström kann neben der von Plummer als eine der besten des gesamten Films bezeichnet werden, vor allem weil sie mit den tückischen Waffen einer Frau zu kämpfen weiß. Yul Brynner bringt Erhabenheit und Nonchalance in die eigentlich düstere Atmosphäre, an die ein hervorragender Gert Fröbe und ein ebenfalls blendend agierender Harry Meyen immer wieder erinnern und der Unmenschlichkeit grausame Gesichter geben. Da es sich um eine aufwendige britisch-französische Co-Produktion handelt, wurde an verschiedenen historisch sowie optisch reizvollen Orten in Europa gedreht, wie etwa Südfrankreich oder London. Die Dreharbeiten verfügen über eine interessante Randnotiz, denn eigentlich sollte der echte Eddie Chapman als technischer Berater direkt am Set in Frankreich mitwirken. Die französischen Behörden verweigerten ihm jedoch die Einreise, da er dort wegen einer früheren Verwicklung in ein Komplott immer noch offiziell gesucht wurde. "Spion zwischen zwei Fronten" lässt sich als spannender und dynamischer Vertreter auch heute noch sehr gut anschauen, der über einige sehr gelungene Twists verfügt und trotz prekärer Thematik mit feiner Ironie aufwarten kann. Insgesamt gesehen ist der Film somit wesentlich besser als sein mittelprächtiger Ruf.