GAME OF THRONES

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alex_wintermute
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GAME OF THRONES

Beitrag von alex_wintermute »

Game of Thrones (2011 - 2019)

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Originaltitel: Game of Thrones
Herstellungsland: USA
Erscheinungsjahr: 2011 - 2019
Regie: siehe IMDB

"Game of Thrones" ist in vieler Hinsicht außergewöhnlich stark erzählt und gehört definitiv zu den besten Fantasy Serien aller Zeiten. Die Serie schafft eine riesige, komplexe Welt so lebendig wirken zu lassen, dass man selbst das Gefühl bekommt, nicht einfach nur eine Geschichte zu sehen, sondern in eine ganze Epoche einzutauchen. Besonders herausragend ist die Art und Weise wie die Serie politische Machtkämpfe, persönliche Schicksale, Verrat, Liebe, Rache, Moral und Überlebenswillen miteinander verbindet, ohne dass es sich oberflächlich oder rein künstlich anfühlt. Hinzu kommt die Vielzahl an exzellent ausgearbeiteten Figuren, die hier alle aufzuzählen vollkommen den Rahmen sprengen würde. Viele Charaktere treffen schwierige Entscheidungen, machen Fehler, wachsen über sich hinaus oder zerbrechen an der Welt in der sie leben. Was die Serie ebenfalls auszeichnet sind ihre komplexen Handlungsstrukturen, die nicht immer den Erwartungshaltungen des Zuschauers folgen. Sie zeigt auch, dass Macht oft grausam ist und dass gute Absichten nicht automatisch zu guten Ergebnissen führen. Selbst wichtige Figuren passen nicht wirklich in ein simples Gut und Böse Schema. Gerade diese Unberechenbarkeit einiger Charaktere fesselt stark, weil echte Spannung entsteht, da man nie 100 Prozent weiß, was als Nächstes passiert. Hinzu kommt die enorme Qualität der Inszenierung. Die Ausstattung, die Charaktere, die Landschaften, die Kostüme, die Musik und die großen Schlachtszenen erzeugen eine beeindruckende epische Atmosphäre. "Game of Thrones" kann sowohl tiefe Gespräche zwischen zwei Figuren als auch riesige Konflikte zwischen ganzen Reichen packend darstellen. Genau diese Balance ist recht selten in Fantasy Filmen zu finden. Auch thematisch ist "Game of Thrones" absolut bemerkenswert, weil die Serie von Macht und deren Preis erzählt. Sie zeigt wie Menschen durch Ehrgeiz, Angst, Herkunft, Trauma oder Liebe geprägt werden und wie politische Systeme Gewalt, Ungerechtigkeit und Korruption hervorbringen können. Dadurch ist sie nicht nur spannende Unterhaltung, sondern auch eine Geschichte über den Menschen selbst, über seine Größe und seine Abgründe. Die Serie verbindet sehr stark tiefe Handlung, sorgfältige Figurenentwicklung, emotionale Wucht, visuelle Größe und politische Raffinesse zu etwas ganz Besonderem. In den ersten 6 Staffeln nahm sich die Handlung viel Zeit um z.B. Entscheidungen vorzubereiten, Beziehungen in sich wachsen zu lassen und Konflikte glaubwürdig aufzubauen. In den letzten beiden Staffeln passiert vieles plötzlich sehr schnell und wichtige Wendungen wirken nicht immer erzählerisch und emotional gut ausgearbeitet. Zumindest habe ich das so empfunden, denn die Geschichte rast auf einmal von einem großen Ereignis zum nächsten. Vieles wirkt wie überhastete Schritte zum Ende als wie natürliche Folgen dessen, was die Figuren wirklich erlebt haben. Früher hatte fast jede Entscheidung spürbare Konsequenzen, die sich langsam in der Serie entfaltet haben. Später entsteht jedoch der Eindruck, dass die Serie stärker auf spektakuläre Momente hinarbeitet als auf den glaubwürdigen Weg dorthin. Hinzu kommt, dass die politische Komplexität, die "Game of Thrones" lange Zeit ausgezeichnet hat, leider in den Hintergrund tritt. Früher bestand ein großer Reiz der Serie vor allem darin, dass Gespräche, Intrigen, Bündnisse, Täuschungen und strategische Machtspiele genauso spannend waren wie die Kämpfe an sich. In den letzten beiden Staffeln wird dieser feinere und intressantere Teil der Erzählweise oft durch große Schlachten, epischen Bildern und einer eher schnellen dramatischen Zuspitzungen ersetzt. Das ist zwar alles auf den ersten Blick ganz beeindruckend inszeniert, wirkt aber weniger tief im Vergleich zu den früheren Staffeln, die wesentlich sorgfältiger aufgebaut sind. Ein weiterer Grund ist wohl, dass die Serie in den letzten Staffeln nicht mehr auf dem literarischen Material der ursprünglichen Romane von George R. R. Martins beruht. Dadurch hat die Geschichte weniger von der detaillierten Grundlage, die George R. R. Martins Welt und Figuren in den Staffeln zuvor auszeichneten. Viele Nuancen, die gerade in den ersten Staffeln stark zum Vorschein kamen, gehen leider gegen Ende der Serie, ganz besonders in den letzten beiden Staffeln, verloren. Wegen diesem Qualitätsabfall einer ansonsten sehr starken Serie gibt es von mir nur 9/10

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