Die Stahlfaust (1977)
Originaltitel: Ying Zhao Tie Bu Shan
Herstellungsland: Hongkong
Erscheinungsjahr: 1977
Darsteller: John Liu, Hwang Jang-Lee, Tino Wong, Philip Ko, Corey Yuen, Yuen Biao, Yuen Shun-Yi
Regie: Ng See-Yuen
Meisterwerk! Was den Kung Fu Klassiker "Die Stahlfaust" von Ng See-Yuen ganz besonders ausmacht, sind die fantastischen Fightsequenzen, die allesamt exzellent choreografiert sind und das Herz eines jeden Kung Fu Fans im Sekundentakt höher schlagen lassen. Außerdem ist der Film vollkommen frei von billigen und sinnfreien Humor bzw. Klamauk, was ich wirklich in solchen Filmen zu schätzen weiß. "Die Stahlfaust" von Ng See-Yuen ist für mich ganz klar ein Meisterwerk, nicht nur des Nostalgiefaktors wegen, er war einer der ersten Kung Fu Filme, den ich in meinem Leben gesehen habe und mich überwältigt hat bzw. dem Genre wesentlich näher gebracht hat wie kein anderes Werk zuvor. Der Film zeigt sehr klar, was das unabhängige, klassische Kung Fu Kino so stark macht. Die Produktion stammt aus dem Jahre 1977, allerdings nicht von den legendären Shaw Brothers. In Ng See-Yuen Film kommen exzellent choreografierte Kampfszenen mit einer unglaublichen kämpferischen Eleganz ganz besonders stark zum Vorschein. Hinzu kommt eine einfache aber wirkungsvolle Geschichte, eine sehr gute Dramaturgie und eine fantastische Inszenierung. Regisseur Ng See-Yuen bringt mit gerade diesem Werk das Wesen des Kung Fu Genres außerordentlich rein, intensiv und überzeugend auf den Punkt. Gerade die Glaubwürdigkeit in den Kampfszenen, die mit dem ganzen Körper verkörpert werden müssen, wo Ausstrahlung, Haltung und Blick viel wichtiger sind, als feine psychologische Zwischentöne, zeichnen auch dieses Werk ganz besonders aus. In den Kampfsequenzen spürt man sofort als Zuschauer, ob jemand nur posiert oder ob hinter jeder Bewegung tatsächliches Training und echte Präzision steckt. Und davon profitiert auch "Die Stahlfaust" ungemein, denn hier sind direkt mehrere hochkarätige Kung Fu Künstler am Werk, die ihr Handwerk perfekt verstehen und die eine besondere Mischung aus Ernst, Athletik und kontrollierter Härte in den Film einbringen. Allen voran wäre da John Liu als charismatischer und sympathischer Held des Films, sehe seine phänomenalen Highkicks unglaublich gerne, aber nicht nur die. Hwang Jang-Lee verkrörpert perfekt den Antagonisten bzw. Bösewicht. Er ist nicht bloß böse, sondern auch extrem gefährlich, bedrohlich, überlegen und stilistisch markant. Tino Wong und Philip Ko sind ebenfalls mit an Bord, auch sie glänzen in ihren Rollen. Es macht unglaublich viel Spaß ihnen bei ihrer faszinierenden Performance zuzuschauen. Die Choreografien der Kämpfe sind einfach nur exzellent und gehören mit zu den besten ihres Metiers. Riz Ortolanis Song "I giorni dell'ira", den er ursprünglich für den Italowestern "Der Tod ritt Dienstags" komponierte, wurde auch hier verwendet. Wahrscheinlich ohne Lizensrechte vermute ich mal. Er passt aber auch zu diesem Film wie die Faust aufs Auge. "Die Stahlfaust" gehört in meinen Augen zu den besten Kung Fu Filmen aller Zeiten. Der Film lebt von seinen zahlreichen Kämpfen und seiner ausgewogenen Kameraführung nebst Schnitt. Unvergessen auch der finale Fight gegen Ende des Films, der zu den legendärsten, längsten, besten und fantastischsten choreografierten Kung Fu Kampfsequenzen aller Zeiten gehört. Trotz 10-maligen Rewatch unterhält mich Ng See-Yuens Meisterwerk immer noch prächtig. Gesichtet im dt. Ton, der sehr stimmig und atmosphärisch dicht rüberkommt. Absolute Empfehlung! Von mir gibt es locker 10/10
DIE STAHLFAUST - Ng See-Yuen
- alex_wintermute
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- Registriert: Di., 03.11.2020 13:16
Re: DIE STAHLFAUST - Ng See-Yuen
Kann dem nur zustimmen! Der ist echt mega! War auch einer meiner ersten Kung-Fu-Filme, die ich gesehen habe (welcher DER erste war, kann ich leider nicht mehr nachvollziehen) und dieser Hoden-Move, wo dann tatsächlich Hühnereier durchs Bild fliegen bzw. zerquetscht werden... unvergesslich!
Ansonsten noch eine kleine Randbemerkung zum Titel: Der Film heisst eigentlich nur STAHLFAUST, also ohne Artikel davor, denn sowohl auf dem Kinoplakat, als auch auf sämtlichen VHS-Covern steht "STAHLFAUST".
Das müsste in der Ofdb eigentlich korrigiert werden.
Ansonsten noch eine kleine Randbemerkung zum Titel: Der Film heisst eigentlich nur STAHLFAUST, also ohne Artikel davor, denn sowohl auf dem Kinoplakat, als auch auf sämtlichen VHS-Covern steht "STAHLFAUST".
Das müsste in der Ofdb eigentlich korrigiert werden.