Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

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Kent
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Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

Gerade habe ich einen Artikel in der Welt gelesen, der ein wichtiges Thema aufgreift:
Das Musikfestival Rock am Ring in der Eifel endet am Sonntagabend nach drei Tagen voller Musik, Magie und ganz viel Miteinander. Rund 90.000 Besucher haben 80 Bands auf mehreren Bühnen live erlebt, Headliner waren in diesem Jahr Linkin Park, Limp Bizkit, Volbeat und Iron Maiden – und Rage-Against-the-Machine-Gitarrist Tom Morello
https://www.welt.de/vermischtes/article ... hlagzeilen

Also ein Line-up, das so vor 25 Jahren genauso hätte auftreten können. Wobei ich Volbeat immer als musikalisch recht limitierte Band wahrgenommen habe, ich muss aber gestehen, dass ich nie Lust hatte mich mit ihnen zu beschäftigen. Wer also ein Fan ist, kann mir dies gerne um die Ohren hauen :D

Ich habe das Thema vor ein paar Tagen in einem anderen Zusammenhang mit Richie ja schon angeschnitten, ich poste es hier nocheinmal, damit es nicht im allgemeinen Strang verloren geht:
Richie Pistilli hat geschrieben:
Do., 04.06.2026 16:34
Offensichtlich findet dadurch eine weniger enge Bindung zur Musik des Künstlers statt. Anstatt Alben als Gesamtkunstwerk zu würdigen, werden nur noch wahllos einzelne Tracks gehört. Ergänzend hierzu hatte ich auch schon etwas an anderer Stelle geschrieben. Und die Musikfestivals stecken aktuell aus mehreren Gründen ganz tief in der Krise, was wiederum fatale Auswirkung auf das benötigte Nachwachsen neuer Bands hat:

Ausverkauft oder Auslaufmodell: Für Festivals sind die fetten Jahre vorbei
https://www.tagesschau.de/kultur/festiv ... l-100.html


"Besonders sichtbar werden die Veränderungen beim Blick auf die Line-ups. Seit Jahren hängt die Branche an einem kleinen Kreis verlässlicher Headliner. Größen wie Foo Fighters, Muse oder Slipknot rotieren durch die Spitzenpositionen großer Rockfestivals. Zugleich fehlt eine neue Generation von Acts, die diese Plätze künftig einnehmen könnte. Zwischen Newcomern und etablierten Größen hat sich eine Lücke gebildet, die früher über Jahre hinweg auf Festivalbühnen geschlossen wurde.Sichtbarkeit entsteht heute weniger über jahrelange Bühnenpräsenz als über algorithmische Reichweite. Laut dem Weltverband der Musikindustrie (IFPI) macht Streaming inzwischen rund 69 Prozent der weltweiten Musikumsätze aus. Künstler werden schneller bekannt, doch der Erfolg ist oft weniger dauerhaft. Die Folge: Festivals verlieren ihre frühere Funktion als Karrieremaschine für künftige Headliner. ."
(...)
Kent hat geschrieben:
Do., 04.06.2026 11:41
Man trifft sich heute eher nicht mit Kumpels um eine Punkband aufzumachen, die Typen sitzen eher isoliert zu Hause vorm Rechner...
... und streamen genussvoll KI-Musik! :?
Ich hatte es ja auch an anderer Stelle schon geschrieben, ich weiß aus sicherer Quelle, dass die Übungsräume immer weniger von Nachwuchsbands gebucht werden.
WIr haben also mehrere Entwicklungen, die parallel ablaufen.

Wenn ich einen Blick auf die Neunziger werfe, sieht man einen Höhepunt des Hardrocks Anfang der 90er, diese Entwicklung reißt dann plötzlich mit dem Aufkommen des Grunge jäh ab.
Die Rockmusik hatte instrumental schon einen recht hohen Stand erreicht, und war recht ausgefeilt. Meist spielte ein recht verhaltes Schlagzeug nur eine rhythmische Struktur, während die Gitarre durch interessante Riffs und Soli den Song ausfüllten.

Hier mal ein Beispiel, für diesen 80er/ frühen 90er Rock Sound: Das ist einfach ein richtig gute Rock-riffing, von einem der die Gitarre beherrscht. 100% 80er Sound.


Musikalisch interessant, und bis heute immer wieder ein Thema. vgl. https://www.bonedo.de/artikel/die-beste ... -workshop/
Zitat:
Für die Gitarrenparts müsst ihr eure Gitarren auf Drop-D Tuning herunterstimmen. Das Stück bewegt sich in der Tonart D, wobei Intro- und Strophenpart elegant zwischen D-Dur und Dm hin- und herspringen. Geht das Riff noch mit typisch fröhlichen 80er-Jahren LA-Metal-Akkorden wie Dsus4 und Dadd9 los, kommt ein Bb-Powerchord aus der Tonart Dm. Die Strophe bleibt dann in Dm und teilt die Gitarrenparts zwischen Warren De Martini und Robbin Crosby sehr elegant auf, die auch im Panning gut links und rechts angeordnet sind.
Egal ob man jetzt die Musik gut oder schlecht findet, muss man doch zugestehen, dass die Leute fit auf ihren Instrumenten waren und viele Stunden im Proberaum waren. Die konnten Ihre Instrumente beherrschen.

Der Bruch mit dem Grunge ist auch eine Art Demokratiserung der Rockmusik gewesen. Man musste nicht mehr jahrelang im Keller geprobt haben, nun konnte direkte Emotionen kraftvoll umgesetzt werden. Der ganze Rockbereich war einfach zu kompliziert geworden und zu stark auf musikalisch sehr schwierige Soli abgestellt. Man schaue sich nur mal das Buch von Peter Fischer "Rock guitar secrets" an. Tausende Gitarrenschüler waren frustriert, als sie merkten wie viel Mühe in den Soli ihrer Helden steckten (Nuno Bettencourt etc).

Billy Corgan, der ja auch eher für einen "einfacheren" Rocksound steht kritisiert, dass ab dem Ende der 90er die Rockmusik völlig aus den Medien gedrängt wurde:
„Wenn man 1997, ’98 bei MTV oder in deren Umfeld war, haben sie plötzlich entschieden, Rock sei out – obwohl Rock zu diesem Zeitpunkt noch sehr, sehr weit oben war –, und er wurde durch Rap ersetzt, oder?“ sagte er. „Ihre Standards and Practices verschoben sich schlagartig. … Manche behaupten, die CIA war in all das verwickelt, was wiederum über meiner Gehaltsklasse liegt, aber ich habe es beobachtet. Ich war dabei, als es passierte.“
https://www.rollingstone.de/billy-corga ... e-3114901/

Corgan unterschlägt hier den Fakt, dass der Grunge aus der Mode gekommen ist, und der sogenannte New Metal a la Korn, Limp Bizkit, Rammstein sehr gehypt wurde. Nur war dieses Strohfeuer rucki zucki weg vom Fenster. Eine Band wie Korn ist heute auch ein Nischenthema und es kommen gefühlt keine Bands nach.
Und dann sind diese Bands eher nur auf Druck etc aus, so dass da musikalisch wenig interessantes dabei ist.

Aber ich teile den Eindruck von Corgan, dass der ganze Rockbereich danach irgendwie plötzlich tot war.

Ich würde hierzu gerne eure Eindrücke und Gegenbeispiele hören etc.
Hierzu empfehle ich mal sich abends auf einen Parkplatz vor Lidl oder Aldi zu stellen, in den Autos der jetzt 20 jährigen läuft garantiert keine Band, sondern eher Haftbefehl und co.

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alex_wintermute
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

Rockmusik stirbt nie, weil sie mehr ist als nur ein Musikstil. Sie steht für Energie, Rebellion, Freiheit und Gefühle, die jede Generation wieder neu entdeckt.

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

Da wär ich mir nicht so sicher :(

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alex_wintermute
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

100% bin ich mir da sicher.

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alex_wintermute
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

In den letzten Jahren sind viele neue Bands entstanden, die z.B. Punk/Punkrock mit DIY und Synth- oder Electro- Elementen verbinden. Punk/Punkrock bleibt stark, weil viele Bands unabhängig produzieren, kleine Labels nutzen und stark auf soziale Netzwerke setzen. Gerade Synth- und Electro- Punk/Punkrock Bands haben in Szenebereichen an Sichtbarkeit gewonnen bzw. zugelegt. Wahrscheinlich auch bei eher kleinen, mutigen Labels. Und gerade dieses eher wieder neu aufflammende Musikgenre scheint bei Teilen der jüngeren Generationen sehr gut anzukommen. Es inspiriert und zieht auch junge und alte Musiker an, die DIY Ästhetik schätzen und in der Garage oder im Studio selbst mit Elektronik/Punk/Punkrock Crossovern oder anderen Klängen experimentieren. Ich sehe auch zukünftig keinen Tod bei Rockmusik, die wird niemals aussterben.
Zuletzt geändert von alex_wintermute am Mi., 10.06.2026 07:33, insgesamt 1-mal geändert.

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

Nun ja, aber mir fehlt bei diesen simplen Quintgriff Bands das Muckertum. Das ist einfach zu simpel. Die Jungs sollen bitte stundenlang im Übungsraum sich musikalisch beschäftigen und nicht nur Achtel runterkloppen.
Deswegen ist das Gitarrenspiel heutzutage ja so langweilig.

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alex_wintermute
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

Da machst du einen Gedankenfehler. Es geht eben nicht (nur) um technische musikalische Perfektion, sondern um das Tun an sich. Siehe Ramones, die konnten gerade mal 3 Akkorde spielen, aber haben das Musikgenre revolutioniert. Natürlich gab es Vorreiter wie The Stooges oder MC5, aber die Ramones sind in meinen Augen und Ohren die erste wirkliche Punkrockband in Reinform gewesen. In der Undergroundszene bzw. durch ihre Anfänge im CBGB in den USA wurden sie realtiv schnell zu eine Art von Geheimtipp. Sie haben zwar keine extrem große Jugendbewegung in den USA oder Europa ausgelöst, das kam erst später mit den Sex Pistols in UK, aber sie haben etwas nahezu völlig Neues erschaffen und dienten als Inspirationsquelle zahlreicher folgender Punk/Punkrock Bands, selbst heute noch. Und zu dem Entstehungsprozess der Sex Pistols als Band, den ich überhaupt nicht mag, schrieb ich bereits in einem anderen Thread etwas dazu. Musik ist eben wesentlich mehr im Leben, wie oben schon im ersten Post von mir erwähnt. Findet man das alles in irgendwelchen angepassten Pop Bands oder den fürchterlichen int. Top 5 Radiosongs der Woche Bands, die du in einem anderen Thread gepostet hast? Wohl kaum, aber egal...

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

Jetzt haben wir aber einen ganzen Strauß an Themen:

1. Es gibt zu wenig Headliner für Festivals, es kommen zu wenig Bands nach.
2. Das Niveau des Gitarrenspiels ist heute deutlich niedriger als vor 20 bis 30 Jahren.
3. Es gibt allgemein weniger Bands als früher.
4. Es gibt im Punkrock eine renaissance. Hier werden die technischen neuen Möglichkeiten genutzt.
5. Die Breitenwirkung von Bands mit Gitarre ist bei Betrachtung auf die Top 100 sehr niedrig, bis gar nicht vorhanden.
6. Die These von Billy Corgan haben wir noch gar nicht angesprochen.


(Ich muss zugeben, zum Thema Punk kann ich wenig beitragen. Mir ist aber bewusst, dass einige in diesem Forum die Musik sehr schätzen.)

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Richie Pistilli
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Richie Pistilli »

Wie bereits erwähnt, fehlt mir seit vielen Jahren nicht nur der Bezug zur aktuellen Musikszene, sondern auch zu den Hörgewohnheiten der heutigen Generation. Spotify und Co. haben sehr viel kaputt gemacht und entwertet. Alles Weitere hatte ich bereits hier und hier geschrieben, was ich anhand der folgenden Beiträge nochmals untermauern möchte:



"Um den Epochenbruch zu verstehen, der mit dem Überfluss an Musik verbunden ist, muss man daran erinnern, dass die Popmusik als Kunstform seit den Sechzigerjahren nicht nur in Songs und bestenfalls Hitsingles gedacht wurde, sondern vor allem in der Veröffentlichungsform Album. Im Künstleralbum bekam Pop seine Werkform. Oft war und ist so ein Album das Resultat von monate-, teilweise jahrelanger Arbeit. Es nicht nur eine Ansammlung von Songs, sondern oft ein konzeptuell durchdachtes Gesamtwerk. [...] Und doch suchen Hörer diese herausragenden Alben nicht mehr in einem akribisch sortierten, von Menschen kuratierten Angebot wie einem Plattenladen, sondern auf digitalen Wühltischen namens Spotify, Apple Music, Amazon Music. Die Auswahl dort präferiert immer den einzelnen Song, im Zweifel einsortiert in einer algorithmisch durchmischten Endlosplaylist. [...] Nun war nicht alles besser, als Menschen noch CDs aus dem Handschuhfach fummelten, Schallplatten umdrehen oder digitale Downloads auf einen MP3-Player transferieren mussten. Doch die Entwicklung hin zum Musikstreaming ist ein Bequemlichkeitstraum im Geschwindigkeitsrausch, der für die Branche lebensgefährlich geworden ist. Denn während Streaming den Zugang zu Musik radikal vereinfacht hat, hat es zugleich die ökonomischen Grundlagen für viele Musiker ausgehöhlt – mit Centbruchteilen pro Stream, einem gnadenlosen Verdrängungswettbewerb und der systematischen Bevorteilung massentauglicher Inhalte durch algorithmische Logik. [...] Wann sind die Leute überhaupt so bequem geworden? Musikstreaming gehört heute zu jenen Systemen, bei denen die langfristigen Kosten bekannt sind, der Verlust kultureller Vielfalt etwa, die Entwertung kreativer Arbeit, die wachsende Abhängigkeit von monopolartigen Plattformen. Und doch fällt es offenkundig schwer, aus dem Überfluss auszusteigen. Ich glaube, es wird verkannt, wie sehr eine Reduktion des Angebots in Wahrheit geschätzt würde. [...] Das Überangebot an Musik auf Plattformen wie Spotify, entstanden durch den Wegfall von Gatekeepern wie Plattenfirmen oder Musikjournalistinnen, hat einen massiven Wertverlust verursacht, der weit über den täglichen Nebenbei-Konsum von Musik hinaus spürbar ist. Wer in den vergangenen Jahren einmal auf einem Clubkonzert war, wird es wissen: Immer weniger Menschen gehen raus, um eine Band live zu erleben."
https://www.zeit.de/kultur/musik/2025-0 ... ung-kritik


"An Stelle der Bands treten Solo-Acts: In heutigen Zeiten sind es vornehmend Künstler wie Taylor Swift, Kendrick Lamar, Ed Sheeran, Beyoncé, Nina Chuba oder Harry Styles, die diesen Platz einnehmen. Fällt Ihnen etwas auf? Das sind alles Solo-Acts. [...] Basierend auf einem Datensatz von über 193.000 Song-Chartplatzierungen aus der Zeit von 1986 bis Ende 2024 wurden die schwindende Präsenz von Bands festgestellt und Gründe für diesen Wandel der Musikindustrie analysiert. So belegten Mitte der Neunzigerjahre Bands noch rund 50 Prozent der Chartplätze. Dagegen sind es heute gerade mal noch sechs Prozent. Ein Beispiel mag dies eindringlich veranschaulichen: Die aktuellen deutschen Single-Top-Ten Mitte März 2025 bestehen aus Namen wie Oimara, Zartmann, Doechii, Ayliva, Yakary, Sleepy Hallow, Gracie Abrams, sowie Lady Gaga und Rosé jeweils mit Bruno Mars. Bands? Fehlanzeige. Es lässt sich aber ein Trend erkennen, nämlich Kollaborationen. [...] In den Top-Ten der meistgestreamten Songs oder der weltweit meistgespielten Künstler von 2024 findet sich keine einzige Band. Um Streaming-Daten einzubeziehen, wurden in oben genannter Studie auch populäre Songs auf Spotify auf Grundlage der Hörer-Anzahl analysiert. [...] ‘Echte‘ Bandsounds werden von der Masse nicht mehr so angenommen. Durch den digitalen Musikkonsum hat sich das Hörverhalten verändert. Viele können nicht mehr unterscheiden zwischen einem echten und einem programmierten Instrument.“
https://www.stereo.de/ratgeber/wieso-ve ... en-charts/

Studie: https://www.skoove.com/blog/de/untergang-der-bands-de/


"In den Single-Charts sind Bands mittlerweile weniger präsent", sagt Hans Schmucker vom Marktforschungsunternehmen GfK Entertainment, das die offiziellen Hitlisten ermittelt. In den 1990er Jahren kamen demnach noch 37 Prozent der Songs in den Charts von klassischen Musikgruppen, in den 2000ern waren es 34 Prozent. In den 2020ern liegt der Anteil nur noch bei mageren sechs Prozent.
https://www.zdfheute.de/panorama/promin ... s-100.html


Heute hört die ganze Welt Musik über Spotify. Es ist der Standard geworden. [...] Für die Welt der Musik und Kunst ist das aber ein Schlag ins Gesicht. Ach was, eher ein 40-Tonner, der in den Geburtstag ihrer Kinder im Garten reinbrettert, ihr Haus en passant zerstört und unschuldig mit Fahrerflucht davonkommt und einfach weiterfährt – schlichtweg schwer zu ertragen. Die digitale Plattformökonomie lässt uns aber kaum noch passable Alternativen. Soll das Abo-Geld von Spotify nun zu Apple, Google oder Amazon wandern? Was haben diese monopolistischen Firmen mit Subkulturen, Soundkunst und Underground zu tun? Mindestens genauso wenig.
https://www.monopol-magazin.de/spotify-marktmacht


Für mich war damals beispielsweise der rapide Schwund an Musikmags und Labels der Hauptgrund, warum mich die aktuelle Musiklandschaft immer weniger interessierte. Der Werteverfall der Kunstform Musik begann mit der Einführung des digitalen Audioformats MP3, wobei dieses zu Beginn auch positive Synergien lieferte, die aber mit der Zeit total verflachten. Hinzu kam, dass ich in den zwischenzeitlich unendlichen Weiten der digitalen Bezugsquellen immer weniger Musik gefunden habe, die meinem Gusto entspricht. Und Spotify habe ich noch nie in meinem Leben genutzt...

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alex_wintermute
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Mi., 10.06.2026 18:52
Wie bereits erwähnt, fehlt mir seit vielen Jahren nicht nur der Bezug zur aktuellen Musikszene, sondern auch zu den Hörgewohnheiten der heutigen Generation. Spotify und Co. haben sehr viel kaputt gemacht und entwertet. Alles Weitere hatte ich bereits hier und hier geschrieben, was ich anhand der folgenden Beiträge nochmals untermauern möchte:

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Für mich war damals beispielsweise der rapide Schwund an Musikmags und Labels der Hauptgrund, warum mich die aktuelle Musiklandschaft immer weniger interessierte. Der Werteverfall der Kunstform Musik begann mit der Einführung des digitalen Audioformats MP3, wobei dieses zu Beginn auch positive Synergien lieferte, die aber mit der Zeit total verflachten. Hinzu kam, dass ich in den zwischenzeitlich unendlichen Weiten der digitalen Bezugsquellen immer weniger Musik gefunden habe, die meinem Gusto entspricht. Und Spotify habe ich noch nie in meinem Leben genutzt...

Versuch es mal mit Bandcamp! Spotify ist just ein großer bzw. wohl der größte Streaming Dienst mit riesigem Mainstream Katalog. Bandcamp dagegen ist viel mehr eine Plattform für Künstler und Labels, um Musik direkt zu verkaufen und zu streamen. Dort gibt es unzählige exklusive, unabhängige Nischen Releases. Independent Musik vom Feinsten soweit das Ohr reicht. Weit entfernt vom Mainstream Programm von Spotify. Wenn du Künstler also direkter unterstützen und oft ganz besondere Musik entdecken willst: Bandcamp! Musik gibt es dort als Download, Vinyl, CD, Kassette oder Merch zu kaufen. Sehr viel Indie, Underground, besondere Releases und das Geld geht deutlich direkter an die Künstler. Es ist weniger ein klassischer Streaming Dienst, aber man kann sich auch dort unzählige Songs und Alben anhören. Selbstverständlich komplett. Hier mal 2 Links dazu, aus dem Retrowave/Synthwave Bereich:

makeupandvanityset.bandcamp.com/album/chrome-data052

und...

davdralleon.bandcamp.com/

Viel Spaß beim Stöbern.

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Richie Pistilli
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Richie Pistilli »

Bei Bandcamp und Soundcloud schaue ich aus den von Dir genannten Gründen hin und wieder rein.
Dennoch fehlen mir zielgerichtete Informationen, die ich jahrzehntelang aus verschiedenen Musikzeitschriften entnommen habe.

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

^^
lass mich raten, du hast damals auch die SPEX gelesen :D
Da waren immer ganz viele deutsche alternative Bands drin. Und ich hab die damals auch gelesen, wobei ich aber den Papst Diedrich Diedrichsen nur aus Anekdoten kenne.
Aber ich denke, der hat wohl häufig einfach überzogen. Ich hab immer auch bei Bands stark auf das Handwerk geachtet, da war in den 2010ern für mich eher die Gitarre&Bass wichtig. Ich finde, ein Musikkritiker sollte auch etwas verstehen worüber er schreibt. Es darf nicht ausschließlich um Haltung gehen etc.
Man muss auch mal anerkennen, dass zB. ein Eddie van Halen mindestens eine ganze Generation von Bands in der Welt maßgeblich beeinflusst hat.

Aber die SPEX war schon gut für den deutschsprachigen Bereich, die Rolling Stones war immer so ein Opa-Blatt, ein Mitarbeiter von denen hatte mir mal verraten, dass bei denen aus Prinzip immer nur u2, Simply Red, Rolling Stones etc eine Story bekommen haben, alles andere kam gar nicht aufs Cover. Echokammer pur. Musik aus Deutschland oder Europa war völlig irrelevant, es gab nur Uk Bands etc.

Diese ganzen Rockismus Debatten sind nicht so meins. Man darf Musik auch nicht immer überladen.
Der Begriff des Rockismus ist ein Konstrukt, um unterschiedliche Facetten der Rockmusik-Kultur zum Zwecke der Kritik sozialpsychologisch zu typologisieren, künstlerisch zu schematisieren und vereinfachend zusammenzufassen
https://de.wikipedia.org/wiki/Rockismus

Ich nenne keine Namen, aber ein Schulfreund von mir ist Musik Kritiker, und ich finde es schwierig, dass wenn jemand über Musik schreibt, aber selbst nie in einer Band war, da ist man doch dann sehr stark in seinen Beschreibungen auf die persönlichen Emotionen beschränkt und kann wenig erklären, warum irgendwas groovt oder gut ist etc.

Bei dem Titellied zu Twister aus dem Jahr 1996 ist mir aufgefallen, dass Van Halen nicht nur grandiose Leadguitar parts geschrieben hat, sondern auch richtig songdienlich als guter Rhythmus-Gitarrist gearbeitet hat. Da läuft musikalisch eine Menge im Hintergrund, was den Track spannend macht, obwohl es Radio Rock ist. Auch die leicht versetzte 1 des Schlagzeugs ist wahnsinnig wichtig für den Groove.

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

alex_wintermute hat geschrieben:
Mi., 10.06.2026 19:23
ehr viel Indie, Underground, besondere Releases und das Geld geht deutlich direkter an die Künstler. Es ist weniger ein klassischer Streaming Dienst, aber man kann sich auch dort unzählige Songs und Alben anhören. Selbstverständlich komplett. Hier mal 2 Links dazu, aus dem Retrowave/Synthwave Bereich:

makeupandvanityset.bandcamp.com/album/chrome-data052

und...

davdralleon.bandcamp.com/

Viel Spaß beim Stöbern.

Nicht uninteressant, hier ist ganz witzig zu hören, dass die Titel im zweiten Link alle eine deutliche elektronische Note haben. Sie sind halt recht stark kompositorisch am PC überarbeitet. Da kommen wir wieder zu meinem Punkt, dass das Muckertum, der Schweiss aus dem Proberaum irgendwie etwas fehlt. Bei einer Band wird die Denkweise von verschiedenen Musikinstrumenten zusammengeführt, und ein Bassist denkt nunmal anders als ein Schlagzeuger etc.. das macht für mich das Zusammenspiel einer Band aus, und fehlt mir auf die Schnelle bei den geposteten Links.

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Richie Pistilli
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Richie Pistilli »

Kent hat geschrieben:
Mi., 10.06.2026 22:04
^^
lass mich raten, du hast damals auch die SPEX gelesen :D

Die SPEX habe ich mir nur geholt, wenn Artikel über Bands drin waren, die bereits in meiner Gunst standen. Es gab dort zwar viele gute Beiträge und Inspirationen, aber auf der anderen Seite war mir die Zeitschrift zu kopflastig. Mein längster und treuester Wegbegleiter war letztlich die Intro - und zwar fast von Beginn an bis zu ihrem bitteren Ende. Als dann auch noch kurz darauf die Webseite eingestellt wurde, habe ich hinsichtlich der "musikalischen Aktualität" allmählich den Faden verloren. Neben der Intro habe ich auch immer britische Musikzeitschriften gelesen, da England aufgrund des breiten musikalischen Spektrums schon immer mein musikalisches Mekka für innovative und zukunftsweisende Tonkunst war. Abgerundet wurde das Ganze durch Musikzeitschriften und Fanmagazine jeglicher Coleur, die mir im Rahmen meines bunten Bekanntenkreises in die Hände fielen. Und nicht zu vergessen: Viva"Zwei"! Das war Musikfernsehen wie ich es mir immer erträumt hatte: Alternativ, innovativ, kreativ und musikalisch grenzenlos!


Und wie wird ein großer Teil der heutigen Generation musikalisch sozialisiert? Primär mit Spotify und DSDS! Da muss man sich doch über nichts mehr wundern.
Natürlich gibt es auch immer noch viele alternativ eingestellte Jugendliche, aber die Anzahl derer, die -überspitzt gesagt- ihr musikalisches Verständnis Dieter Bohlen verdanken, dürfte es früher in dieser Masse nicht gegeben haben. Viele hatten nach Bravo und Pop-Rocky doch noch irgendwann auf den richtigen musikalischen Pfad gefunden. :D


Was das eigentliche Thema dieses Threads betrifft, so muss ich sagen, dass 70er-/80er-Jahre-Rock, Hard-Rock und Heavy Metal meine ersten eigenen Gehversuche darstellten, die abseits der bis dato bekannten Radiowelt stattfanden. Als dann aber der Begriff "Independent", und damit verbunden das breite Spektrum an musikalischen Richtungen, in mein Leben trat, konnte ich klassischem Rock nicht mehr viel abgewinnen. Natürlich konnte ich die hohe musikalische Qualität vieler Musiker erkennen und ihnen den entsprechenden Respekt dafür zollen, aber schon seit den frühen 90ern wanderte kein "klassisches Rock Album" mehr in meine Sammlung. Daher falle ich eigentlich auch unter die Gruppe, die in Jugend keinen tagesaktuellen Bezug zum klassischen Rock hatte. Jedoch ertappe ich mich in den letzten 10 Jahren ab und an dabei, wie ich mir hin und wieder solche Alben vom Flohmarkt oder aus Second-Hand-Läden mit nach Hause bringe. Ansonsten bewege ich mich fast nur noch in der musikalischen Blase, die ich mir seit nunmehr knapp 40 Jahren zusammengelebt habe.

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

^^
Das ist auch ein guter Punkt: Die Veränderung der Hörgewohnheiten.
Ich habe mit 20 (Mitte 200er) damals viel Metal gehört, das hörte dann bei mir schlagartig auf und dann habe ich genau das ungefähr gehört, was du hier so postest :D
Irgendwann hat man eine bestimmte Art von Musik einfach übergehört und man kennt dann die bestimmten Klischees eines Genres.

So eine Band wie Mediengruppe Telekommander ist musikalisch nichts besonderes, aber so um 2010 war es ein neuer aufregender Sound. Außerdem waren die Texte ungewöhnlich.
Ich erinnere mich, dass sie damals ihr Album "Die ganze Kraft einer Kultur" von Lancia übernommen hatten. :D



Das ist schon ein bisschen interessanter als immer nur über Monster zu schwadronieren, die irgendwie auf einen warten etc. Gerade in er Metallmusik ist dieses Thema überrepräsentiert.
Man erinnere sich nur an Iron Maiden.. da klopft das Monster an die Tür:


Bei meinen Kollegen hier im Büro kriege ich ja mit, was die modernen Metal-Bands so machen, im Prinzip ist die Szene ultrakonservativ. Es ist alles recht ähnlich und musikalisch steht der Faktor Druck an erster Stelle.
Ich kann natürlich nicht für alle Bands sprechen, aber bei den meisten Metall-Bands ist das spielerische irgendwie verloren gegangen. Ich persönlich finde das eher langweilig, aber wenn ich meine Kollegen, die so Anfang 30 sind so höre, sind die darüber alle begeistert. Letztlich hätte man aber mit den technischen Möglichkeiten derartige Musik auch schon so vor 20 Jahren machen können. Aus meiner Sicht besteht da immer die Gefahr ins Klischee abzudriften.

Bei diesem ganzen klassischen Rockkram a la Scorpions muss ich sagen, dass die als Bands ihren Sound in Jahrzehnten perfektioniert haben, ich aber kein Fan dieser Musik bin.

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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

Kent hat geschrieben:
Do., 11.06.2026 12:05
^^
Das ist auch ein guter Punkt: Die Veränderung der Hörgewohnheiten.

Absolut. Das kann ich durchaus nachvollziehen, bin in Sachen Musik erst später im Leben wesentlich flexibler geworden. Mittlerweile kann ich aus fast jedem Musikgenre etwas Gutes gewinnen. In meiner Jugend und frühen Erwachsenenphase war ich vollkommen begrenzt bzw. fixiert auf Hardrock, Punkrock, Punk, Psychobilly, Rockabilly, Oi, Ska, Irish Folk, NDW und zu Anfang auch auf New Wave. Das hat sich im Laufe der Zeit radikal geändert. So weit ich mich entsinnen kann, ging das bei mir mit der Vielfältigkeit in Sachen Musik mit den Anfängen des Internets bzw. WWW Hand in Hand, dürfte so gegen Ende der 90er Jahre gewesen sein.

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alex_wintermute
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

Kent hat geschrieben:
Di., 09.06.2026 15:39
Nun ja, aber mir fehlt bei diesen simplen Quintgriff Bands das Muckertum. Das ist einfach zu simpel. Die Jungs sollen bitte stundenlang im Übungsraum sich musikalisch beschäftigen und nicht nur Achtel runterkloppen.
Deswegen ist das Gitarrenspiel heutzutage ja so langweilig.

Da hätte ich etwas für dich...

Tina S:



Und wohl noch komplexer und komplizierter...



Das ist wahre Perfektion und erfordert unglaubliche Technik und Präzision.

Ich liebe beide Songs von ihr.

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

^^^
Mir ging es mehr um das Zusammenspielen von verschiedenen Instrumenten. Im idealfall ist es doch so, dass jeder Zuhaus schön übt, und dann mit eigenen Ideen aus seinem musikalischen Umfeld kommt und diese Ideen dann miteinander kombiniert werden. Ich finde, dass macht auch die Magie von guten Bands aus.

Bei diesen reinen Instrumentalvideos ist der Fokus ja mehr auf das Herausstellen eines einzelnen Instruments gerichtet.
Die von dir geposteten Videos sind natürlich sehr gut. Die kann was, aber hier ist der Fokus der Begleitung auch klar darauf ausgelegt, sie in einem günstigen Licht erscheinen zu lassen.

Ich bin der Letzte, der über Musiker lästert, weil man bei großen Bands immer anerkennen muss, die können was. Man muss immer unterscheiden, es gibt eine Ebene des persönlichen Geschmacks und es gibt eine analystische Ebene. Die beiden Ebenen müssen nicht zusammenpassen, aber wenn es passt, ist es doch schön.

Da ich viele Jahre Gitarre selbst in Bands gespielt habe, höre ich Musik auch ganz anders als jemand, der nie ein Instrument gespielt hat. Und immer wieder frage ich mich bei bestimmten Nummern, was passiert ja eigentlich. Viele Sachen sind einfach sehr gut, andere völlig banal.

Bei einigen von diesen Videos von Hobbymusikern, denk ich mir aber schon, das passt nicht so richtig.
Es gab mal so ein Video von so einem Schlagzeuger, der Nelly Furtados maneater nachgespielt hat und dabei voll den Einsatz verpasst hat! :shock:

Bei diesem Video zu einem Aerosmith Video bin ich mir auch nicht ganz so sicher, ob das so im Original war....
Ich hab den Eindruck, der Typ verhaut sich so richtig an einigen Stellen.


Aber viele dieser Youtube Videos sind auch total fake. Wenn hier zB. bei einer Profi-Schlagzeugerin behauptet wird, sie würde Rammstein zum ersten Mal hören, dann ist das Quatsch. Jeder Musiker beschäftigt sich doch intensiv mit der Materie und weiß welche große Namen es gibt. Und gerade so eine Band wie Rammstein ist dermaßen markant, die kann man gar nicht verpassen.
(es geht bei diesen Videos um den Verkauf von Online Kursen etc).
Aber dieses Gefühl, was machen die da bitte? Ist typisch für Leute die sich mit Musik beschäftigen.


Ich hab auch persönlich nichts grundsätzlich gegen Radio Musik, aber ich mag es, wenn da halt noch ein musikalisches Element vorhanden ist.
Ein Beispiel, der Typ, der bei bagno a mezzanotte den Bass gespielt hat, ist einfach gut. So eine Basslinie hört man auch nicht im Radio alle Tage.


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alex_wintermute
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von alex_wintermute »

Ok... sagen wir mal so, von den unzähligen Bands, die nach den 2000er Jahren gegründet wurden, ist für mich die mit Abstand beste und interessanteste ganz klar: Idles.












Gefolgt von den Viagra Boys.



Das ist Musik aus vollem Herzen.

Und Sleaford Mods sind ebenfalls sehr stark.

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Kent
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Re: Der Tod der Rockmusik / Das Sterben der großen Bands

Beitrag von Kent »

alex_wintermute hat geschrieben:
Mi., 17.06.2026 07:52
Ok... sagen wir mal so, von den unzähligen Bands, die nach den 2000er Jahren gegründet wurden, ist für mich die mit Abstand beste und interessanteste ganz klar: Idles.
Hey,
mir war die Band völlig unbekannt, aber die scheinen ja eine große Fangemeinde zu haben. Kannst du mir in 2-3 Sätzen schreiben, was du an denen gut findest? Das würde mich interessieren.

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