Der schwarze Tag des Widders (D)
Ein schwarzer Tag für den Widder (D)
Giornata nera per l'ariete (IT)
Jour maléfique (F)
Journée noire pour un bélier (F)
El día negro (ES)
O Quinto Dedo (POR)
Um Dia Negro (BRA)
Jornada negra para una masacre (ARG)
The Fifth Cord
Evil Fingers
IT 1971
R: Luigi Bazzoni
D: Franco Nero, Silvia Monti, Wolfgang Preiss, Ira von Fürstenberg, Edmund Purdom, Pamela Tiffin, Rossella Falk, Agostina Belli, Guido Alberti, Corrado Gaipa, Renato Romano, Andrea Scotti u.a.
Deutsche Fernsehpremieren: 30. November 1990 (BRD) - 05. September 1987 (DDR)
Synchronkartei
Italo-Cinema
Nischenkino
Score:Ennio Morricone
IMCDb
OFDb
"Sonntag, 31. Dezember: Ich bin kein Killer. Die Tötung von fünf Menschen ist erst nur meine Absicht. Meine Absicht ist nicht strafbar, aber befriedigen wird mich doch nur die Ausführung. Mein irrationaler Beweggrund entspricht der Größe meines Zieles. Ich habe beschlossen, meine Opfer überwiegend aus dem Kreis mir bekannter Personen zu wählen. Soweit gedacht, gibt es kein Zurück mehr..."
Der Reporter Andrea (Franco Nero) verlässt betrunken eine Sylvester-Party mit gehobenen Gästen, darunter seine ehemalige Geliebte Hélène (Silvia Monti). Am nächsten Morgen erfährt er, dass John (Maurizio Bonuglia), einer der Gäste, auf dem Heimweg brutal niedergeschlagen wurde und den Angriff nur um Haaresbreite überlebt hat. Als kurz darauf auch die querschnittsgelähmte Signora Bini (Rossella Falk) getötet wird, die ebenso auf der Party anwesend war, beginnt Andrea auf eigene Faust Nachforschungen mit entlarvenden Resultaten anzustellen, während der ermittelnde Kommissar (Wolfgang Preiss) die seinigen mehr und mehr auf Andrea richtet. Andrea scheint das einzige Bindeglied zwischen den Opfern zu sein, von denen regelmäßig jede Woche ein weiteres aufgefunden wird… [Quelle: filmArt]
"... Unwichtig ob ich Mann oder Frau bin, aber wichtig ist, dass ich dieses Bandprotokoll führen werde. Allerdings wird die Aufzeichnung niemanden meine Stimme kennen lassen. Ich will jeden Zug meines Spiels analysieren, um keinen Fehler zu begehen. Fünf Menschen, egal ob Mann oder Frau, werden durch meine Hand sterben. Nur im Moment bin ich noch unschlüssig, wie dies geschehen soll."
"Du hast doch ein Brett vor dem Kopf, seitdem du Detektiv spielst. Darüber lacht schon die ganze Polizei."
Luigi Bazzonis Ausflug ins gelbgefärbte Thriller-Genre kann als eine echte Bereicherung angesehen werden, denn obwohl er nicht nur vom Titel her auf den Spuren Dario Argentos wandert, ist es dem versierten Filmemacher gelungen, ein außergewöhnlichen Genrevertreter auf die Beine zu stellen, der in seiner Form einzigartig ist und von der ersten bis zur letzten Minute visuell vollends beeindruckt. Verantwortlich für die atemberaubende Bildgestaltung ist kein Geringerer als der verdienstvolle Kameramann Vittorio Storaro, der mit dem Einsatz von Einsatz von Licht, Schatten und Farbe eine eindrucksvolle Atmosphäre zaubert. Hinzu gesellt sich eine metaphysischen Architektur, die in Form von Gebäuden, Villen oder Parks eine unheimliche Stimmung erzeugen. Das Interieur der Wohnräume wurde ebenfalls sorgfältig und geschmackvoll zusammengestellt. Die geheimnisvolle Atmosphäre des Films ist durchweg fesselnd. Für die Aufnahmen aus der Sicht des Killers verwendet Storaro ein Fischaugenobjektiv,was wiederum dessen Wahn optisch zur Geltung bringt, unter dem er seine brutalen Morde begeht. Der Film präsentiert eine Welt, die größtenteils surreal wirkt. Hinzu gesellt sich ein komplex verschachtelter Plot, der nicht nur gängigen Giallo-Mustern folgt, sondern auch zahlreiche Spannungsmomente garantiert. Abgerundet wird die bildgewaltige Hochglanzästhetik von einer wunderschönen Filmmusik von Ennio Morricone, bei der sich loungige Klänge mit atonalen Soundgewittern und dissonanten Streichern die Klinke in die Hand geben.
Neben der visuellen Wucht des Film glänzen ebenso die beteiligten Schauspieler und Schauspielerinnen mit ausgezeichneten Darbietungen. Franco Nero spielt dabei den Hauptprotagonisten Andrea, dessen Leben im Kreis der besseren Gesellschaftsschicht offensichtlich schon etwas länger aus den Fugen geraten ist. Eine gescheiterte Existenz, die täglich besoffen im Selbstmitleid versinkt. Als Zuschauer fällt es schwer, dem Rollencharakter Neros etwas positives abzugewinnen, denn Andrea ist ein ruppiger Grobian, der nicht nur wenig Rücksicht auf seine Mitmenschen nimmt, sondern auch Frauen schlägt. Während er einerseits seiner Ex-Geliebten Hélène hinterhertrauert, führt er andererseits eine offene Beziehung mit der viel jüngeren Lù Auer, die ihm aber des öfteren über den Kopf wächst. Bazzonis Film handelt dementsprechend von egozentrischen Menschen aus besseren Gesellschaftskreisen, gestörten Beziehungen, Entfremdung und Einsamkeit. Während Hélène eine gestandene Frau verkörpert, wirkt Lù Auer eher wie eine Lebefrau, die ihr Leben in vollen Zügen genießt und manchmal auch zu makaberen Späßen aufgelegt ist. Ira von Fürstenberg spielt leider nur eine kleine Nebenrolle, die im Film nur ganz selten in Erscheinung tritt. Die Rolle des Kommissars wird überzeugend von dem deutschen Schauspieler Wolfgang Preiss verkörpert. Ansonsten sind auch noch Rossella Falk, Agostina Belli, Corrado Gaipa, Guido Alberti und Andrea Scotti mit von der Partie. Die deutsche Synchronfassung stammt aus den Defa-Studios und kann sich hören lassen. Hierzulande wurde der Film vor einigen Jahren von FilmArt mit einer prächtigen Bildqualität als BD herausgebracht. Aufgrund eines fehlenden BD-Laufwerks am PC musste ich aber für die Screenshots auf eine anderweitige Bildquelle zurückgreifen.
Fazit: Ein edler Genrevertreter, der aufgrund seiner ausgefallenen Bildgestaltung besticht.
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