SENSIVITÀ - Enzo G. Castellari

Nebelige Schlösser, mystisches Gewirre und blutiges Gekröse.
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Richie Pistilli
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SENSIVITÀ - Enzo G. Castellari

Beitrag von Richie Pistilli »

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Sensività (IT)
Kyra - La signora del lago (IT)
L'ultima casa vicina al lago (IT)
La diablesse (F)
Sorcière de dieu (F)
Diabla (ES)
Diabla - La seniora del lac (ES)
The House by the Edge of the Lake
Kira: The House Near the Lake
Witch of the Lake
Devil's Encounter
Kyra


IT / ES 1979

R: Enzo G. Castellari
D: Leonora Fani, Vincent Gardenia, Patricia Adriani, Wolfgango Soldati, Marta Flores, Enzo G. Castellari, Massimo Vanni, Antonio Mayans, Luis Induni, Caterina Boratto, Alberto Squillante u.a.



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Italienische Erstaufführung: 28. September 1979

Score: Guido & Maurizio De Angelis

OFDb




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Lilian (Leonora Fani) kehrt aus Italien in ihr Elternhaus zurück, um für ihr Studium den im Dorf vorherrschenden Aberglauben zu erforschen. Das Haus liegt an einem See, den die Dorfbewohner als verflucht ansehen, denn als Lilian noch ein kleines Kind war, wurde ihre Mutter von einer mysteriösen Frauenhand, die plötzlich aus dem See ragte, in den Tod gerissen. Wenig später macht Lilian Bekanntschaft mit der Dorfjugend. Als sie sich nach einer Party auf einem Friedhof mit einem Jungen namens Julien (Alberto Squillante) vergnügt, fällt Lilian während des Orgasmus in Ohnmacht. Als sie wieder zu sich kommt, ist Julien plötzlich tot. Schnell gerät Lilian ins Visier des ermittelnden Kommissars (Enzo G. Castellari), der die junge Frau als die Täterin vermutet. Als kurz darauf das Gleiche noch einmal geschieht, halten die abergläubischen Dorfbewohner Lilian für eine Hexe und wenden sich von ihr ab. Kurz darauf lüftet Lilian ein lang gehütetes Geheimnis, das vornehmlich mit ihrer Familiengeschichte zu tun hat: Ihre Schwester Lilith (Patricia Adriani), die sie nie kennengelernt hat, lebt ebenfalls im Dorf. Ihre gemeinsame Anwesenheit am Ort des Verderbens erweckt schließlich den Geist von Kira (Caterina Boratto), einer Göttin, die bereits seit sehr langer Zeit furchtbares Unheil stiftet.



Ein ziemlich verworrenes Drehbuch, das Enzo G. Castellari im Jahr 1979 verfilmte. SENSIVITÀ zählt neben GLI OCCHI FREDDI DELLA PAURA zu Castellaris außergewöhnlichsten Regiearbeiten, die sich von seinen ansonsten eher actionlastigen Streifen maßgeblich unterscheiden. "Die Dreharbeiten begannen im August 1978 an der Costa Brava, wurden aber kurz darauf wegen Geldmangels abgebrochen. Castellari wollte seinen Namen zunächst nicht mit dem Film in Verbindung bringen, willigte aber schließlich ein, um weitere Gelder zu erhalten. Das Haus am See kam schließlich am 28. September 1979 in Italien in die Kinos. In Spanien erschien der Film unter dem Titel DIABLA am 11. Juli 1980. Der Verleiher Rodolfo Putignani investierte Geld; seine Firma Cinezeta kreierte den italienischen Titel „ Sensivita“ , ein Wort, das im Italienischen nicht existiert. Castellari stellte fest, dass bereits während des Schnitts Probleme mit dem Verleih auftraten, die zu weiteren Unterbrechungen der Dreharbeiten führten. Castellari erklärte: „Putignani und sein Partner Curti beendeten den Film auf ihre Weise. Mein Name als Regisseur blieb jedoch bestehen. Der von Enzo G. Castellari inszenierte Film wurde ab dem 28. September 1979 erfolglos vertrieben. In den 1980er-Jahren erwarb Video Kineo die Rechte und plante eine Neuveröffentlichung, nahm jedoch erhebliche Änderungen vor. Der Film wurde 1986 mit zusätzlichen Szenen von Alfonso Brescia neu veröffentlicht. Einige Szenen wurden von Brescia neu gedreht , wobei Leonora Fani durch ein Bodydouble ersetzt wurde. Außerdem wurden Sequenzen der Originalfassung herausgeschnitten und ein neuer Schnitt vorgenommen, der die Handlung verfälschte. Die neue Version mit dem Titel KIRA - LA SIGNORA DEL LAGO unterscheidet sich daher deutlich von Castellaris Original, das weiterhin nicht erhältlich ist. Castellari missfiel die Neufassung. Er erinnerte sich, zu einer Horrorfilm-Convention eingeladen gewesen zu sein, auf der der Film gezeigt wurde, und dass er „nach sechs Minuten entsetzt das Kino verließ“ (Quelle: Wikipedia - #). Einen weitaus ausführlicheren Bericht über die Entstehungsgeschichte des Films sowie seiner diversen Schnittfassungen gibt es zwar auf Nocturno.it, aber leider lässt sich die Seite mit Google nicht übersetzen.


Obwohl der flüssig erzählte Film auf den ersten Blick wenig gelungen wirkt, entpuppt sich die italienisch-spanische Koproduktion bei bei genauer Betrachtung als ein äußerst interessanter Streifen, der eine unheimliche sowie erotische Atmosphäre ausstrahlt, die stellenweise ein wenig an die Werke von Pupi Avati erinnert. Während die Handlung als trivial zu bewerten ist, punktet der stimmungsvolle Film mit seiner beklemmenden Atmosphäre sowie mit gut aufgelegten Schauspielern, von denen wiederum die adrette Leonora Fani die beeindruckendste Darbietung aufs Parkett legt. In der Rolle der hübschen Lilian kehrt Leonora Fani an den Ort ihrer Kindheit zurück, wo dunkle Geister, Hexen und Dämonen ihr unheilvolles Dasein fristen. Neben einem blinden Mädchen, einer schwarzen Katze und unzähligen kopflosen Puppen sorgt ein maskierter Axtmörder, dessen zweimaliger Einsatz im Rahmen der Handlung wenig Sinn ergibt, für bedrohlich wirkende Momente, von denen es letztlich im Filmverlauf so einige gibt. Dann wäre da auch noch Lilith, Lilians unbekannte Schwester, die mit ihrem Geschwisterteil auf einer mentalen Ebene verbunden ist, denn während Lilian sich mit ihren Männern vergnügt, verspürt Lilith die gleichen Emotionen. Während Enzo G. Castellari in seinen Filmen meistens nur einen kurzen Cameo-Auftritt abgibt, spielt er in SENSIVITÀ quasi eine richtige Rolle als ermittelnder Kommissar, der während des Handlungsverlauf auch mehrfach in Erscheinung tritt. Weiterhin wirken auch noch Vincent Gardenia, bekannt als Onkel Pepe (RACKET) und Massimo Vanni mit. Abgerundet wird das Ganze mit einer hervorragenden Filmmusik der beiden De-Angelis-Brüder, die sich angesichts ihres übrigen Repertoires ebenfalls außergewöhnlich anmutet. Anhand der zuvor aufgeführten Fassungsunterschiede gehe ich davon aus, dass mir lediglich die neu-geschnittene Fassung (KIRA - LA SIGNORA DEL LAGO) mit einer Laufzeit von 79 Minuten vorliegt, die obendrein ein grausames Bildformat aufweist. Fernerhin fehlt bei dieser Fassung das Motorradrennen zwischen Lilian und ein paar ortsansässigen Bikern, das in der Originalfassung zu Beginn des Films zu sehen ist. Die italienische Originalfassung weist letztendlich eine Laufzeit von 90 Minuten auf. Außerdem steht auf einigen Videoportalen die spanische Schnittfassung zur Verfügung.


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