Gli occhi freddi della paura (IT)
Les yeux froids de la peur (F)
Los fríos ojos del miedo (ES)
Momentos de Desespero (BRA)
Desperate Moments
Cold Eyes of Fear
IT / ES 1971
R: Enzo G. Castellari
D: Giovanna Ralli, Gianni Garko, Frank Wolff, Fernando Rey, Julian Mateos, Karin Schubert, Leon Lenoir, Franco Marletta u.a.
Italienische Erstaufführung: 6. April 1971
Nischenkino
Score: Ennio Morricone
IMCDb
OFDb
Nachdem der aufstrebende Rechtsanwalt Peter Bedell (Gianni Garko) in einem Nachtclub die attraktive Prostituierte Anna (Giovanna Ralli) kennen gelernt hat, nimmt er diese mit zur Wohnung seines Onkels, um sich mit ihr zu vergnügen. Doch als die Beiden das Haus des Onkels betreten, erwartet sie bereits ein Gangster (Julián Mateos) mit gezückter Waffe. Zu ihm gesellt sich kurz darauf ein weiterer Krimineller namens Arthur Welt (Frank Wolff), der sich letztlich an Peters Onkel (Fernando Rey) rächen will - also an dem Richter, der ihn vor vielen Jahren in eine Haftanstalt gebracht hat. Was folgt, ist eine angespannte Nacht in der Wohnung des Richters, wobei es nur eine Frage der Zeit ist, bis die heikle Situation endgültig eskaliert.
GLI OCCHI FREDDI DELLA PAURA stellt Enzo G. Castellaris einzigen Ausflug ins Giallo-Metier dar. Inspiriert von William Wylers Film AN EINEM TAG WIE JEDER ANDERE [DESPERATE HOURS] (1955) verfassten Tito Carpi und Enzo G. Castellari ein Drehbuch, dessen komplexe Handlung sich fast ausschließlich in den vier Wänden einer noblen Wohnung in London abspielt. Dabei handelt es sich bei dem vorliegenden Film weniger um einen handelsüblichen Giallo als vielmehr um einen beklemmenden Psychothriller in Form eines Kammerspiels, das durchweg eine klaustrophobische Atmosphäre ausstrahlt, die den Zuschauer wiederum unabdingbar in ihren Sog zieht. Eröffnet wird der Film mit einer giallotypischen Gewaltszene, in der ein Unbekannter Karin Schubert mit einem Messer bedroht. Doch schnell stellt sich heraus, dass Castellari den Zuschauer aufs Glatteis führt, denn bei der besagten Szene handelt es sich um eine Theaterinszenierung, die in einem verruchten Nachtclub aufgeführt wird. Und genau in diesem Club lernen sich dann auch die beiden Hauptprotagonisten kennen. Was folgt, ist zunächst ein ruhiger Beginn, bevor der Film allmählich eine dramatische Spannung aufbaut, die den Zuschauer unweigerlich zu fesseln vermag. Hinzu gesellt sich eine innovative Bildgestaltung, die mit allerhand optischen Effekten sowie außergewöhnlichen Kamerperspektiven aufwartet. Abgerundet wird das Ganze mit einem befremdlichen und zugleich eindringlichen Klangexperimentalismus, bei dem Ennio Morricone nach bester Art der Gruppo di Improvvisazione Nuova Consonanza Avantgarde-Jazz mit atonalen Soundexperimenten mischt. Ein weiterer Pluspunkt sind die hervorragenden Darbietungen der beteiligten Schauspieler und Schauspielerinnen, die durch die Bank weg in ihren Rollen beeindrucken. Was bleibt, ist ein außergewöhnlicher Genrevertreter, dessen klaustrophobische Atmosphäre unter die Haut geht.
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Trailer (HD):