CHRISTIANE SCHMIDTMER
[*24. Dezember 1939 | † 13. März 2003]
Prisma hat geschrieben:Christiane Schmidtmer wurde im Jahr 1939 in Mannheim geboren und kam in den Genuss einer gehobenen Schulausbildung. So ermöglichte es ihre Mutter, die anerkannte St. Giles School in London zu besuchen. Es folgte das Abitur in Heidelberg und der Wunsch, eine Schauspielausbildung zu absolvieren. Erste Theaterengagements ebneten ihr den schnellen Weg zum deutschen Kino und Fernsehen, wenngleich Schmidtmer größere Pläne verfolgte und tatsächlich den Weg nach Hollywood schaffte. Neben der Schauspielerei war sie als Markengesicht für Make-up und Pin Up Girl aktiv, auch in bekannten Talkshows avancierte sie zum gerne gesehenen Gast. Ende der 1960er Jahre wurden ihre Filmauftritte sporadischer, sodass sich Schmidtmer bereits 1981 aus dem Business zurückzog, um allerdings gelegentlich noch als Voiceover in Erscheinung zu treten. Sie beschritt andere erfolgreiche Berufszweige wie das Immobiliengeschäft, in dem sie Millionenumsätze verbuchen konnte. Auch trat sie als passionierte Tierschützerin in Erscheinung. Christiane Schmidtmer verstarb bereits 63-jährig in ihrem Elternhaus in Heidelberg. Die attraktive Blondine wirkte gleich zu Beginn ihrer Karriere wie der Prototyp dessen, worauf die Filmindustrie stets ungeduldig und fordernd am Warten ist, doch die Deutsche achtete Zeit ihrer Karriere darauf hin, nicht in inflationären Einsätzen zu versinken. So bleibt die Erinnerung an eine seltene Mischung aus filmischer Nähe und globaler Distanz, die ihre Filmauftritte so bemerkenswert macht.
Die Filmkarriere der Mannheimerin Christiane Schmidtmer wirkt auf den ersten Blick alles andere als linear, immerhin soll sie Überlieferungen nach große Hollywood-Angebote zugunsten wesentlich kleinerer Engagements abgelehnt haben, um ihre Karriere neben ihrer Filmpräsenz voranzutreiben. Schmidtmer wurde zum Begriff in den USA, ihre Person erfuhr untrennbare Verknüpfungen mit handelsüblichen Stereotypen, doch sie blieb dem Empfinden nach stets familiärer beziehungsweise diskreter, als viele ihrer Kolleginnen. Gefeiert als einer der aufregendsten deutschen Importe seit Marlene Dietrich, waren die Erwartungen an die klassisch schöne Blondine und Verkörperung des deutschen Fräuleinwunders immens hoch. Christiane Schmidtmer bediente die Erwartungen nur so weit, wie sie musste, jedoch nie ohne ihren eigenen Karriereplan aus den Augen zu verlieren. Das Credo lautete: minimaler Aufwand und maximale Reichweite. Nach der Platzierung in Hollywood-Blockbustern wie Stanley Kramers "Das Narrenschiff" oder John Richs "Boeing Boeing" nahm ihre internationale Karriere an Fahrt auf und sie agierte mit Größen des Business, wie etwa Vivien Leigh oder Tony Curtis. Dem Vernehmen nach soll José Ferrer ihre Karriere maßgeblich gepusht haben, mit welchem sie über Jahre lang eine Freundschaft verband. Der deutsche Film war schnellstens zweitrangig, in dem sie Zeit ihrer Karriere immer nur kleine Abstecher zu verbuchen hatte. Der Erotik-Sektor wurde auf die gut gebaute Blondine aufmerksam, die zuvor als Model und Pin Up in Erscheinung getreten war, sodass Schmidtmer - der man den angeblich größten natürlichen Busen des internationalen Films bescheinigte - es im Jahr 1966 bis in die Ausgabe des Playboy schaffte. Zuvor wurde ein Bikini mit "The Schmidtmer" nach ihr benannt. Es zeigte sich deutlich, dass die Interpretin nur bereit war, im Rahmen ihrer persönlichen Vorstellungen zu agieren, denn die Fotostrecken seien zwar erotisch gewesen, aber bewahrten einen Hauch des Unnahbaren, da sie sich nicht nackt ablichten ließ. Ein Blick zurück nach vorn auf ihre nicht gerade üppig wirkende Filmografie legt falsche Karriere-Entscheidungen nahe, was sich jedoch nicht klassisch bewahrheitet, da die Deutsche offenbar ganz resolut ihre eigenen Ziele verfolgte und eine eigenartige Stringenz bei der Wahl von provokanten Rollen bewies. Zumindest in der zweiten Hälfte ihrer fast bizarren Karriere. Die Schauspielerin schaffte den Anschluss an die High Society, war gerne gesehener Gast in Talkshows, die ein Millionenpublikum erreichten, machte gezielt Werbung, stand für radiale Fotostrecken zur Verfügung und drehte ab Ende der 60er nur noch gelegentlich Filme und Serienepisoden.
Die doch sehr übersichtliche Anzahl von gerade einmal etwas über 30 Film- und Fernseharbeiten in einer Zeitspanne von 20 Jahren erscheint zunächst wenig produktiv. Bei genaueren Blicken bestätigt sich, dass es sich sehr häufig um Formate handelte, die Millionen von Zuschauern erreichten. Hier sind insbesondere ihre Gast-Auftritte in populären Serien wie beispielsweise "Ein Käfig voller Helden" oder "Wonder Woman" zu nennen. Christiane Schmidtmer lieferte quasi immer nur so viel, um im kollektiven Gedächtnis zu bleiben, bewegte sich jedoch kaum in dem Radius, das Publikum zu übersättigen. Das Intervall von 1963 bis 1966 stellt schlussendlich ihre produktivste Schaffensperiode dar, in der mehr als 50 Prozent ihrer Arbeiten zusammenkamen. Hier lassen sich auch ihre A-Movies finden. Ab 1968 folgte oft nur ein Film pro Saison. Die Betrachtung ihrer angenommenen Rollen ist ein Mix aus externen Erwartungen, aber auch einer guten Nuance Opportunismus, da sich Rollen finden, die eine Schauspielerin ihres Ranges unter normalen Umständen vielleicht überhaupt nicht angenommen hätte. Von daher ist der gezielte Blick auf ihre Karriere äußerst spannend, da für viele Überraschungen gesorgt ist. Christiane Schmidtmers Person bietet viel neben ihrer Filmkarriere von Immobilienhandel bis Tierschutz an, immerhin war ihre Filmkarriere bereits im Jahr 1981 im dritten Teil der "Eis am Stiel"-Reihe beendet. Diese Produktion steht dabei beinahe sinnbildlich für einen weiteren potenziellen Weg in der Filmbranche, der für die resolute Deutsche wohl keine Option mehr darstellte. Das einstige Primärziel der Schauspielerei wurde mehr als sekundär. Die andere Seite der Wahrheit erzählt sicherlich auch eine Geschichte davon, dass der Kampf um Rollen in diesem Alter bei einer Frau immer härter geworden wäre. Christiane Schmidtmer ist heute in Vergessenheit geraten, vor allem hierzulande, da sie den deutschen Filmmarkt zu oberflächlich bediente. Die Erinnerungen dürften sich daher mittlerweile weniger in cineastischen Gefilden abspielen, als in Gedanken an die wohlproportionierte, blonde Sexbombe mit den strahlend blauen Augen und dem anfangs heiteren Naturell, welches sich in eine eigenwillige Form der Unnahbarkeit verwandelte. Ihre Fähigkeiten erscheinen im Rückblick weniger limitiert als wohl dosiert zu sein; es ist ihr in ihren sehr unterschiedlichen Rollen stets möglich, eine Aura der Humoristin, aber vor allem der in Geheimnisse gehüllten Frau aufzubauen, die dem Publikum zwar weitgehend das bietet, was es verlangt, aber dennoch immer ihre Würde behält. Eine hochinteressante Persönlichkeit und Schauspielerin, die dem Publikum ein Ablaufdatum und darüber hinaus eine Legendenbildung durch ihre Zurückgezogenheit verweigerte.
Die doch sehr übersichtliche Anzahl von gerade einmal etwas über 30 Film- und Fernseharbeiten in einer Zeitspanne von 20 Jahren erscheint zunächst wenig produktiv. Bei genaueren Blicken bestätigt sich, dass es sich sehr häufig um Formate handelte, die Millionen von Zuschauern erreichten. Hier sind insbesondere ihre Gast-Auftritte in populären Serien wie beispielsweise "Ein Käfig voller Helden" oder "Wonder Woman" zu nennen. Christiane Schmidtmer lieferte quasi immer nur so viel, um im kollektiven Gedächtnis zu bleiben, bewegte sich jedoch kaum in dem Radius, das Publikum zu übersättigen. Das Intervall von 1963 bis 1966 stellt schlussendlich ihre produktivste Schaffensperiode dar, in der mehr als 50 Prozent ihrer Arbeiten zusammenkamen. Hier lassen sich auch ihre A-Movies finden. Ab 1968 folgte oft nur ein Film pro Saison. Die Betrachtung ihrer angenommenen Rollen ist ein Mix aus externen Erwartungen, aber auch einer guten Nuance Opportunismus, da sich Rollen finden, die eine Schauspielerin ihres Ranges unter normalen Umständen vielleicht überhaupt nicht angenommen hätte. Von daher ist der gezielte Blick auf ihre Karriere äußerst spannend, da für viele Überraschungen gesorgt ist. Christiane Schmidtmers Person bietet viel neben ihrer Filmkarriere von Immobilienhandel bis Tierschutz an, immerhin war ihre Filmkarriere bereits im Jahr 1981 im dritten Teil der "Eis am Stiel"-Reihe beendet. Diese Produktion steht dabei beinahe sinnbildlich für einen weiteren potenziellen Weg in der Filmbranche, der für die resolute Deutsche wohl keine Option mehr darstellte. Das einstige Primärziel der Schauspielerei wurde mehr als sekundär. Die andere Seite der Wahrheit erzählt sicherlich auch eine Geschichte davon, dass der Kampf um Rollen in diesem Alter bei einer Frau immer härter geworden wäre. Christiane Schmidtmer ist heute in Vergessenheit geraten, vor allem hierzulande, da sie den deutschen Filmmarkt zu oberflächlich bediente. Die Erinnerungen dürften sich daher mittlerweile weniger in cineastischen Gefilden abspielen, als in Gedanken an die wohlproportionierte, blonde Sexbombe mit den strahlend blauen Augen und dem anfangs heiteren Naturell, welches sich in eine eigenwillige Form der Unnahbarkeit verwandelte. Ihre Fähigkeiten erscheinen im Rückblick weniger limitiert als wohl dosiert zu sein; es ist ihr in ihren sehr unterschiedlichen Rollen stets möglich, eine Aura der Humoristin, aber vor allem der in Geheimnisse gehüllten Frau aufzubauen, die dem Publikum zwar weitgehend das bietet, was es verlangt, aber dennoch immer ihre Würde behält. Eine hochinteressante Persönlichkeit und Schauspielerin, die dem Publikum ein Ablaufdatum und darüber hinaus eine Legendenbildung durch ihre Zurückgezogenheit verweigerte.
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