La gatta in calore (IT)
La gata en celo (ES)
The Cat in Heat
IT 1972
R: Nello Rossati
D: Eva Czemerys, Silvano Tranquilli, Anthony Fontane, Renato Pinciroli, Ada Pometti, Attilio Duse, Ennio Biasciucci, Belinda Bron u.a.
Deutsche Erstaufführung: 07. Oktober 2024 (BD-Premiere)
Nischenkino
Score: Gianfranco Plenizio
IMCDb
OFDb
"Es war die Rücksichtslosigkeit..., die Freiheit..., die Illusion, immer zwanzig zu sein."
Anna (Eva Czemerys) ist eine junge, attraktive Frau, die mit ihrem Mann Antonio (Silvano Tranquilli) in einem kleinen italienischen Dorf lebt. Sie führt ein scheinbar perfektes Leben, doch insgeheim ist sie unzufrieden. Als Massimo (Anthony Fontane), ein junger Maler, in das Dorf zieht, ist Anna von ihm fasziniert. Sie beginnt eine Affäre mit ihm, die ihre Welt auf den Kopf stellt. Doch die Leidenschaft hat einen hohen Preis. Anna wird von ihrer Vergangenheit eingeholt, und gerät in einen Strudel aus Gewalt und Mord. Ein erotischer Thriller aus der italienischen Giallo Tradition, der die Grenzen des Genres auslotet. [Quelle: Cineploit]
LA GATTA IN CALORE entpuppt sich als ein in ruhigen Fahrwassern inszenierter Giallo, der eine Melange aus Psycho-Thriller und erotischem Beziehungsdrama darstellt, das wiederum mit morbiden Untertönen angereichert wurde. In den Hauptrollen brillieren die 1940 in München geborene Schauspielerin Eva Czemerys sowie der italienische Darsteller Silvano Tranquilli. Während Eva Czemerys eine gelangweilte Ehefrau namens Anna verkörpert, die sich aus Frust ihrem attraktiven jungen Nachbarn hingibt, spielt Silvano Tranquilli den gehörnten Ehemann Antonio, der seine Frau aufgrund seiner ständigen Geschäftsreisen in die Einsamkeit trieb, aus der sie irgendwann auszubrechen versuchte. Obwohl das Tempo der Inszenierung etwas gemächlich ist, fesselt die Erzählweise die Aufmerksamkeit des Zuschauers durchgehend. Der Film beginnt damit, dass Antonio von einer seiner üblichen Geschäftsreisen zurückkehrt und im Vorgarten seines Hauses den Leichnam seines getöteten Nachbarn vorfindet. Völlig entsetzt begibt er sich ins Innere des Hauses, wo er Anna zusammengekauert am Küchentisch vorfindet. Auf Nachfrage beichtet Anna nicht nur die Täterin gewesen zu sein, sondern dass sie auch eine Affäre mit dem jungen Nachbar hatte. Was folgt ist ein längeres Streitgespräch am Küchentisch, das sich schließlich in zwei Zeitebenen aufspaltet - nämlich in die Gegenwart, in der sich die beiden die Köpfe zerbrechen, wie sie nun weiter vorgehen sollen, und zahlreiche Rückblenden in die Vergangenheit, in denen das Zustandekommen sowie der verheerende Verlauf der Affäre gezeigt werden. Zwischendrin treten immer wieder ungebetene Gäste auf den Plan, wie beispielsweise ein neugieriger und distanzloser Blockwart sowie ein Getränkelieferant, die jedes Mal den Erfolg des letztendlich beschlossenen Vertuschungsversuchs gefährden. Am Ende wartet der Film dann noch mit einer besonderen Überraschung auf, die aber schließlich nicht jedem gefallen wird. Ich persönlich empfand das Finale als gelungen.
Die treibende Kraft des Films ist zweifelsfrei Eva Czemerys, welche die einsame und gequälte Ehefrau hervorragend verkörpert. Während Anna sich zunächst über das unangemessene Verhalten ihres jungen Nachbarn echauffiert, denn der Gigolo legt seinen ständigen Damenbesuchen gegenüber ein hundsmiserables Verhalten an den Tag, fühlt sie sich zugleich auch von dessen freiheitsliebenden Lebensstil angezogen. Eine missverständliche Notiz, die Anna eines Tages in die Hände fällt, stellt schließlich die Initialzündung dar, ihrer gefühlten Einsamkeit endgültig zu entfliehen. Was folgt, ist ein exzessiver Lebenswandel, bei dem sich Anna trotz ständiger Demütigungen in die Abhängigkeit gegenüber ihres jungen Geliebten begibt, der in seiner Freizeit nicht nur jede Menge Drogen zu sich nimmt, sondern auch in seinem Verhalten völlig unberechenbar ist. Zudem feiert auch ausschweifende Sex-Orgien, an denen sich schließlich auch Anna beteiligt. Den Höhepunkt dieser ekstatischen Exzesse stellt zweifelsfrei die LSD-Orgie dar, bei der sich Anna, Massimo und handvoll anderer Party-Narren lysergsäurediethylamidgetränkte Zuckerwürfel reinpfeifen und danach unschön abgehen. Abgerundet wird das Ganze mit einer hervorragenden Bildgestaltung, für die sich kein Geringerer als Aristide Massaccesi verantwortlich zeigte, sowie einer hörenswerten Filmmusik von Gianfranco Plenizio, bei deren Titelstück Edda Dell'Orso mit ihrer liebreizenden Stimme säuselt. Außerdem fungierte Lamberto Bava als Regieassistent. Die deutsch-untertitelte BD, die 2024 von Cineploit veröffentlicht wurde, präsentiert den Film in einer sehr ansehnlichen Fassung. Aufgrund eines fehlenden BD-Laufwerks am PC musste ich für die Screenshots notgedrungen auf eine ältere italienische Filmfassung zurückgreifen, die den Film in einer weitaus schlechteren Bildqualität darbietet.
Filmplakate:
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Titelvorspann:
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