Blut für Dracula
Dracula: Prince of Darkness
Grossbritannien 1966
Regie Terence Fisher
Christopher Lee, Barbara Shelley, Andrew Keir, Francis Matthews, Suzan Farmer
Dracula: Prince of Darkness
Grossbritannien 1966
Regie Terence Fisher
Christopher Lee, Barbara Shelley, Andrew Keir, Francis Matthews, Suzan Farmer
10 Jahre nach dem Tod Draculas leben die Einwohner von Carlsbad noch immer in Angst und Schrecken. Zwei britische Ehepaare, Charles (Francis Matthews) und Diana (Suzan Farmer) sowie Charles Bruder Alan (Charles Tingwell) und Helen (Barbara Shelley) machen Urlaub in den Karpaten. Sie wollen nach Carlsbad, werden aber von Abt Sandor (Andrew Keir) vom Kloster Kleinberg ausdrücklich davor gewarnt. Vor allem sollen sie auf keinen Fall das dortige Schloss betreten. Wie Recht er hatte erweist sich bald. Denn die Engländer stranden 2 Meilen ausserhalb von Carlsbad und werden von einer geheimnisvollen, führerlosen Kutsche aufs Schloss gefahren. Draculas treuer Diener Gabor (Philip Latham) hat nur auf diese Gelegenheit gewartet. Nachdem er die vier bewirtet und ihnen ihre Schlafgemächer zugewiesen hat, bringt er in der Nacht Alan um. Er hängt ihn über den Sarg mit Draculas Asche und schlitzt ihm die Kehle auf. Dracula erwacht zu neuem Leben und verliert keine Zeit. Sein erstes Opfer ist Helen, die er zu seiner Braut macht. Charles und Diana gelingt die Flucht, wobei sie verunfallen. Sie werden von Abt Sandor gefunden und zum Kloster Kleinberg gebracht. Doch Dracula ist ihnen auf den Fersen. Er hat Diana zu seiner nächsten Braut auserkoren, und nichts wird ihn davon abhalten, seinen Besitz einzufordern….
Es dauerte 8 lange Jahre, bis sich die Hammer-Studios und Regie-Legende Terence Fisher entschlossen, eine Fortsetzung des bahnbrechenden „Dracula“ zu drehen. Das Warten hat sich gelohnt. Der Film beginnt mit der Sterbeszene Draculas aus dem ersten Teil. Dies sind leider auch die einzigen Aufnahmen wo wir Peter Cushing als Van Helsing zu sehen bekommen, denn dieser tut hier nicht mit. Aber auch ohne ihn bekommen wir ganz grosses Horrorkino serviert. Die Settings sind Hammer-typisch sehr farbenprächtig und bis ins Detail absolut genial. Die Musik von James Bernard passt perfekt und trägt das ihrige zum durchwegs gelungenen Gesamtbild bei. Die Story entwickelt sich relativ langsam. Fisher verwendet viel Zeit darauf, die unheilvolle Atmosphäre im Schloss und die düsteren Vorahnungen von Helen auszuloten. So dauert es 45 Minuten, bis wir den Fürsten der Finsternis das erste Mal zu Gesicht bekommen, welcher übrigens während des ganzen Films kein einziges Wort spricht sondern nur Fauch- und Zischlaute von sich gibt.
Christopher Lee ist einmal mehr eine Wucht. Niemand verkörperte Dracula so wie er. Kein anderer brachte es auch nur ansatzweise fertig, diesen bösartigen und zugleich verführerischen Charakter derart perfekt in Szene zu setzen. Besonders offensichtlich wird dies, als er Diana hypnotisiert und ihr seine blutige, durch seinen Fingernagel aufgeritzte Brust darbietet. Dies ist die Erotik des Bösen in Reinkultur! Auch die anderen Schauspieler machen ihre Sache sehr gut. Besonders gefallen hat mir Philip Latham als Diener Gabor (der im Original übrigens Klove heisst). Er ist nicht der bucklige, entstellte, sabbernde Widerling sondern ein eleganter, mit guten Umgangsformen ausgestatteter wenn auch ziemlich finsterer und griesgrämiger Zeitgenosse. Schade dass er diesen Part nicht auch in „Scars of Dracula“ wieder gespielt hat.
Fazit: Atmosphärisch dichter, wunderschön fotografierter Gothic-Horror mit einem überragenden Christopher Lee. Reicht nicht ganz ans Original heran, deshalb „nur“ 8/10
