The Executor - Der Vollstrecker (D)
Il giustiziere della strada (IT)
Gli Sterminatori dell'anno 3000 (IT)
Les Exterminateurs de l'an 3000 (F)
El exterminador de la carretera (ES)
Os Exterminadores do Ano 3000 (BRA)
Verdelgers anno 3000 (NL)
Bandekrig år 3000 (DNK)
The Exterminators of the Year 300
Death Warriors
Interceptor
IT / ES 1983
R: Giuliano Carnimeo
D: Robert Iannucci, Alicia Moro, Luca Venantini, Luciano Pigozzi, Fernando Bilbao, Eduardo Fajardo, Venantino Venantini, Beryl Cunningham, Anna Orso, Goffredo Unger, James Clayton u.a.
Deutsche Erstaufführung: 13. Januar 1984
Synchronkartei
Schnittbericht: FSK 18 - NL 16
Schnittbericht: FSK 16 VHS - FSK 16 DVD
Indizierungsbeschluss
Listenstreichungsbeschluss
Nischenkino
Remember it for later
Score: Detto Mariano
IMCDb
OFDb
"Diese Schweine wollten uns ihr Wasser nicht geben, also holen wir es uns!"
Nach dem "großen Knall" gibt es nur wenige Überlebende. Und die, die es geschafft haben, leiden unter allgemeinem Wassermangel, denn weite Teile der Erde sind verwüstet. Der zehnjährige Tommy (Luca Venantini) schmuggelt sich in einen Truck, als sich ein paar Leute aufmachen, Wasser zu suchen. Sie kommen nicht weit, denn sie werden von Crazy Bulls (Fernando Bilbao) brutaler Gang, die für jeden Tropfen tötet, überfallen. Nur Tommy kann entkommen und trifft unterwegs Tiger (Robert Iannucci). Gemeinsam machen sie sich auf den Weg, das kostbare Nass zu finden. Doch Crazy Bull ist bereits hinter ihnen her... [Ascot Elite]
Ein Atomkrieg hat die Erde zerstört. Die wenigen Davongekommenen leiden an lebensbedrohendem Wassermangel. Wasser ist so rar, dass die Überlebenden bereit sind, für ein paar Tropfen erbarmungslos zu töten. Der zehnjährige Tommy (Luca Venantini) und seine Sippe leben in einer alten Mine. Ihre wirksamste Waffe im Kampf ums Überleben ist Tommys künstlicher Arm. Mit übermenschlichen Kräften ausgestattet, kann er die tollkühnsten Tricks vollbringen. In einem waffenbestückten Superauto begibt sich Tommy auf eine gefahrvolle Suche nach einer verborgenen Quelle. Doch das lebensrettende Nass wird von Feinden schwer bewacht. Ein gnadenloser Kampf ums Überleben bricht an... [UfA Film]
"Dieses Wasser ist genauso viel wert, wie das Öl, nach dem sie vor der Katastrophe so verrückt waren."
Giuliano Carnimeos Endzeitfilm THE EXECUTOR - DER VOLLSTRECKER bedient sich recht ungeniert bei MAD MAX II - DER VOLLSTRECKER, wobei es in der italienischen Fassung nicht an Treibstoff mangelt, sondern an lebensnotwendigem Wasser. Infolge eines atomaren Krieges ist der natürliche Wasserkreislauf völlig aus Fugen geraten, was bedeutet, dass es schon seit vielen Jahren keinen Regen mehr gab. Dementsprechend tobt ein unerbittlicher Krieg um die letzten Wasserreserven, denn sobald jemand in den Besitz der kostbaren Flüssigkeit gelangt, besteht für diesen allerhöchste Lebensgefahr. Eine kleine Gruppe an Überlebenden haben sich deswegen in eine Höhle zurückgezogen, von wo aus sie das Ökosystem wieder in seine angestammten Bahnen bringen wollen. Da sich die letzten Wasservorräte dem Ende zuneigen, begibt sich ein Trupp tapferer Freiwilliger zur Suche nach einer geheimen Quelle, die sich irgendwo in die endlosen Weiten der lebensgefährliche Sperrzone befinden soll. Kurz darauf treffen sie auf eine Bande von postapokalyptischen Krieger, bei denen barbarische Sitte herrschen. Nachdem die couragierten Männer von dem gnadenlosen Anführer Crazy Bull getötet wurden, setzt sich die Bande zum Ziel, den Standort der geheimen Quelle ausfindig zu machen - koste es, was es wolle. Tommy, ein zehnjähriger Junge, der sich unbemerkt in einem der gekaperten LKWs versteckt hat, überlebt schließlich das Massaker. Auf seinem Weg durch die staubtrockene Sperrzone trifft er kurz darauf auf den Gesetzlosen Tiger, der im Wrack eines verunglückten Fahrzeugs eingeklemmt wurde. Was folgt, ist ein schmerzhaftes Zusammentreffen der beiden mit Crazy Bull, infolgedessen sie bei dem Mechaniker Peperoni einen sicheren Unterschlupf suchen. Gemeinsam mit Trash, einer reizenden Power-Frau, machen sich die drei tapferen Krieger auf den Weg zur geheimen Quelle, deren Standort nur der kleine Tommy kennt. Und wie sollte es auch anders sein, treffen sie bereits nach einigen Kilometern erneut auf Crazy Bull, der sie bereits mit offenen Armen erwartet.
Was die Rahmenhandlung anbelangt, so erinnert die Geschichte des akuten Wassermangels in einer postatomaren Welt an den phillipinischen Endzeitfilm STRYKER, der nicht nur wenige Wochen nach dem Erscheinen von THE EXECUTOR - DER VOLLSTRECKER in den Vereinigten Staaten seine Weltpremiere feierte, sondern auch von dem Exploitationfilm-Spezialisten Cirio H. Santiago in dessen Geburtsstadt Manila gedreht wurde. Giuliano Carnimeo, der seine postapokalyptische Sandschlacht unter dem Pseudonym Jules Harrison inszenierte, nutzte hingegen als Drehkulisse sowohl die spanische Wüste Tabernas in Andalusien sowie die De-Paolis-Studios in Rom. IL GIUSTIZIERE DELLA STRADE, so der italienische Originaltitel von THE EXECUTOR, ist in seinem Heimatland auch unter dem Namen GLI STERMINATORI DELL'ANNO 3000 bekannt, obwohl er unter diesem Titel nie in den Kinos oder auf VHS erschienen sein soll. Dennoch existiert ein Locandina des Films, das den Titel STERMINATORI trägt (siehe > Filmplakate). Obwohl sich das von Dardano Sacchetti mitverfasste Drehbuch als recht einfach gestrickt und leicht vorhersehbar entpuppt, bereitet Carnimeos postatomare Kiesgrubensause eine Menge Spaß, die im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten sehr sorgfältig inszeniert wurde. Der Film bietet neben jeder Menge Action, wilden Kostümen, schrillem Make-Up, genretypisch aufgemotzten Kriegsfahrzeugen und einer drastischen Schlachtplattenromantik auch äußerst passable Darbietungen der beteiligten Schauspieler.
Neben Luca Venantini, der überzeugend den zehnjährigen Tommy spielt, wurde auch Robert Iannucci in der Rolle des Antihelden Tiger mit einer Hauptrolle betraut. Während Iannucci den gesetzlosen Einzelkämpfer Tiger verkörpert, der, wenn es ums überlebenswichtige Wasser geht, keinerlei Gesetze kennt, spielt der Kinderdarsteller Luca Venantini einen italienischen Filmknaben, der mit Biomechanik und einer ordentlichen Portion Schlagfertigkeit gesegnet wurde. Im Vergleich zu den meisten italienischen Filmkindern, die oftmals sehr strapaziös wirken, legt der junge Venantini eine äußerst relaxte und angenehme Darbietung aufs Parkett. Gleiches gilt für Robert Iannucci, der im Besitz der "wichtigsten und gefährlichsten Waffe im gesamten Sperrgebiet ist", nämlich dem Exterminator 3000, einem halbherzig aufgemotzten 73er Mercury Montego, dessen technisches Know-How sehr überschaubar wirkt. Während der Zuschauer in der ungeschnittenen Originalfassung erfährt, dass der Exterminator 3000 eigentlich zu den Besitztümern des Bandenführers Crazy Bull zählt, offeriert die deutsche VHS-Fassung ein distanzierteres Verhältnis zwischen Tiger und seinem ehemaligen Boss. Außerdem lässt sich Tiger seine mächtige Waffe gleich zu Beginn von einem korrupten Bullen quasi unter seinem Hintern wegstibitzen, was wiederum eine wilde Verfolgungsjagd über Stock und Stein zur Folge hat. Für die weibliche Hauptrolle wurde die adrette Schauspielerin Alicia Moro verpflichtet, die in der Rolle der Powerfrau Trash nicht nur schlagkräftig zulangt, sondern auch dem vermeintlich harten Kerl Tiger mehrmals zeigt, wo der Hammer eigentlich hängt. Ein solch starker Frauencharakter ist gerade im italienischen Endzeitfilm eine absolute Seltenheit. Neben Luciano Pigozzi, der den Mechaniker Peperoni verkörpert (in der italienischen Filmfassung lautet sein Name Papillon), mischen auch noch die beiden Italo-Filmveteranen Eduardo Fajardo und Venantino Venantini munter mit. Abgerundet wird der postatomare Schabernack mit einer sehr schönen Filmmusik von Detto Mariano, deren Hauptthema einen regelrechten Ohrwurmcharakter besitzt.
Fazit: Ein postatomarer Mummenschanz, der ordentlich Laune macht.
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Score:
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