"Irreversibel"
Hat einen großen Namen im Sinne von "sehr bekannt", ich war aber sehr enttäuscht über den Inhalt
KZ 09 - Bruno Mattei
Re: KZ 09 - Bruno Mattei
Nur ganz schnell, bevor ich den komplett aus den Augen verliere. Aus welchem Produktionsjahr ist der Film?
- Sid Vicious
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Re: KZ 09 - Bruno Mattei
(M)ein sehr alter Kurzkommentar.
„KZ 09” entstammt der Blütezeit (zwischen 1976 und 1978) der knallharten, italienischen Nazi(s)ploiter. Eine Phase, in der die Regisseure aus dem Stiefelland nur noch selten „Gefangene machten“ und einen menschenverachtenden, wie teilweise perversen Extremterror in den Lichtspielhäusern entfachten. Von kommerziellen Erfolgen waren diese Produkte (auch in ihrem Entstehungsland) weit entfernt und kamen über den Einsatz im terza visione nicht hinaus. Canevaris „Gestapo's Last Orgy“ ist aus meiner Sicht das Heftigste was die Naziausbeuter dieser Zeit zu bieten haben. Ein weiterer konsequent-rabiater und durchweg düsterer Genredrecksack ist „KZ 09“.
„Our dogs are corporals!“
So die klare Ansage von Oberleutnant Otto von Lehndorf, der (die Neuankömmlinge) in strenger, wie auch präzisier Weise auf die geltenden Regeln im Konzentrationslager Rosenhausen (abgeleitet von Groß-Rosen?) hinweist. Otto duldet keine Widerworte. Zudem erwartet er, dass die Inhaftierten vor den Hunden salutieren. Diese Ansprache hält er am Bahnhof von Ravensbruck, eine Ortsbezeichnung die (das sollte nicht schwierig zu erraten sein) auf das Konzentrationslager Ravensbrück hinweist.
Gabriele Carrara verkörpert als Otto von Lehndorf jegliche Klischees eines überzeichneten „Filmfaschos“. Sein treuer Begleiter ist übrigens kein Dobermann oder Schäferhund, sondern Karl. Ein stets notgeiler Schwachkopf, den Otto mit Vorliebe auf die weiblichen Häftlinge loslässt. Diese Momente sind äußerst widerwärtig und können bei sensiblen Zuschauern nachdrückliche Spuren hinterlassen. Der Film strapaziert (fast fortlaufend) durch seine ausgeprägte Unappetitlichkeit. Ein weiterer Initiator diverser Abscheulichkeiten ist der Lagerkommandant, Wieker, gespielt von Ivano Staccioli. Diese (aus diversen IW und Peplum-Vehikeln bekannte) Charakterfresse ist einfach perfekt für eine solche Rolle, denn genauso stelle ich mir einen fiesen Nazioffizier vor.
Bei Brunos „KZ 09“ steht die Menschenverachtung ganz hoch im Kurs und rangiert weit vor seiner klitzekleinen Story. Diese spielt sich überwiegend in den dreckigen Räumlichkeiten eines Konzentrationslagers ab. Der, sich dort stapelnde Schmutz verfügt über einen derart epidemischen Charakter, dass man nach abgeschlossener Filmsichtung, (nicht nur) den Fernseher mit Desinfektionsmitteln überschütten will. Sleaze gehört zum exploitativen Italo-Cinema wie der Zopf zur Mandschu-Dynastie, aber Matteis Schmutzpräsentation im „KZ 09“ lässt selbst D´Amatos Schmuddelexzesse zu einem Aufenthalt im Grand Hotel werden. Des Weiteren erzeugt „KZ 09“ eine durchweg depressive und bedrohliche Atmosphäre. Aus meiner Sicht ist diese aussichtslose Grundstimmung die ganz große Stärke des Films.
Um dem Film mehr Realitätsnähe zu verleihen, fügte Mattei einige Originalaufnahmen vom nationalsozialistischen Völkermord ein. Ferner bringt der Abspann (anhand von Texttafeln) vier bekannte Namen aus der NS-Zeit (Karl Silberbauer, Franz Murer, Walter Rauff, Joseph Mengele) ins Spiel. Diese sind allerdings nicht innerhalb der Handlung präsent.
Fazit: Bruno geht mal wieder in die Vollen. Geschmacklos und bösartig. Es gibt mir Blick auf den Goregehalt zwar heftigere Genrevertreter, aber die Inszenierungen von Vergasungen sowie die finalen Exekutionen hinterlassen einen üblen Nachgeschmack. Demnach sollte man sich der gesundheitlichen Risiken unbedingt vor der Sichtung von „KZ 09“ bewusst sein.
„Our dogs are corporals!“
So die klare Ansage von Oberleutnant Otto von Lehndorf, der (die Neuankömmlinge) in strenger, wie auch präzisier Weise auf die geltenden Regeln im Konzentrationslager Rosenhausen (abgeleitet von Groß-Rosen?) hinweist. Otto duldet keine Widerworte. Zudem erwartet er, dass die Inhaftierten vor den Hunden salutieren. Diese Ansprache hält er am Bahnhof von Ravensbruck, eine Ortsbezeichnung die (das sollte nicht schwierig zu erraten sein) auf das Konzentrationslager Ravensbrück hinweist.
Gabriele Carrara verkörpert als Otto von Lehndorf jegliche Klischees eines überzeichneten „Filmfaschos“. Sein treuer Begleiter ist übrigens kein Dobermann oder Schäferhund, sondern Karl. Ein stets notgeiler Schwachkopf, den Otto mit Vorliebe auf die weiblichen Häftlinge loslässt. Diese Momente sind äußerst widerwärtig und können bei sensiblen Zuschauern nachdrückliche Spuren hinterlassen. Der Film strapaziert (fast fortlaufend) durch seine ausgeprägte Unappetitlichkeit. Ein weiterer Initiator diverser Abscheulichkeiten ist der Lagerkommandant, Wieker, gespielt von Ivano Staccioli. Diese (aus diversen IW und Peplum-Vehikeln bekannte) Charakterfresse ist einfach perfekt für eine solche Rolle, denn genauso stelle ich mir einen fiesen Nazioffizier vor.
Bei Brunos „KZ 09“ steht die Menschenverachtung ganz hoch im Kurs und rangiert weit vor seiner klitzekleinen Story. Diese spielt sich überwiegend in den dreckigen Räumlichkeiten eines Konzentrationslagers ab. Der, sich dort stapelnde Schmutz verfügt über einen derart epidemischen Charakter, dass man nach abgeschlossener Filmsichtung, (nicht nur) den Fernseher mit Desinfektionsmitteln überschütten will. Sleaze gehört zum exploitativen Italo-Cinema wie der Zopf zur Mandschu-Dynastie, aber Matteis Schmutzpräsentation im „KZ 09“ lässt selbst D´Amatos Schmuddelexzesse zu einem Aufenthalt im Grand Hotel werden. Des Weiteren erzeugt „KZ 09“ eine durchweg depressive und bedrohliche Atmosphäre. Aus meiner Sicht ist diese aussichtslose Grundstimmung die ganz große Stärke des Films.
Um dem Film mehr Realitätsnähe zu verleihen, fügte Mattei einige Originalaufnahmen vom nationalsozialistischen Völkermord ein. Ferner bringt der Abspann (anhand von Texttafeln) vier bekannte Namen aus der NS-Zeit (Karl Silberbauer, Franz Murer, Walter Rauff, Joseph Mengele) ins Spiel. Diese sind allerdings nicht innerhalb der Handlung präsent.
Fazit: Bruno geht mal wieder in die Vollen. Geschmacklos und bösartig. Es gibt mir Blick auf den Goregehalt zwar heftigere Genrevertreter, aber die Inszenierungen von Vergasungen sowie die finalen Exekutionen hinterlassen einen üblen Nachgeschmack. Demnach sollte man sich der gesundheitlichen Risiken unbedingt vor der Sichtung von „KZ 09“ bewusst sein.




