Der Hexenjäger
Witchfinder General
Grossbritannien 1968
Regie: Michael Reeves
Vincent Price, Ian Ogilvy, Rupert Davies, Hilary Heath, Robert Russell
Witchfinder General
Grossbritannien 1968
Regie: Michael Reeves
Vincent Price, Ian Ogilvy, Rupert Davies, Hilary Heath, Robert Russell
England 1645. Das Land blutet, denn es herrscht Bürgerkrieg zwischen den Truppen Königs Karl I. und den Rotköpfen des Feldherrn Oliver Cromwell. In dieser Zeit der Anarchie und Not zieht der Hexenjäger Matthew Hopkins (Vincent Price) mit seinem Gehilfen John Stearne (Robert Russell) im Auftrag der Krone durchs Land. Im Namen der Inquisition und gegen üppiges Entgelt foltern und ermorden sie angebliche Hexen. Sie sind nach Brandeston gerufen worden, denn die Einwohner haben Angst vor dem Priester John Lowes (Rupert Davies), welchen sie beschuldigen mit dem Teufel im Bunde zu stehen. Hopkins und Stearne foltern den Priester, ohne ein Geständnis zu erreichen. Seine Nichte Sara (Hilary Heath) tut alles, um ihrem Onkel zu helfen. Sie stellt dem widerlichen Hopkins sogar ihren Körper zur Verfügung. Schlussendlich ist alle Mühe vergeblich, John Lowes wird gehängt. Sara’s Verlobter Richard Marshall (Ian Ogilvy), ein Leutnant in Cromwell’s Heer, erfährt von der fürchterlichen Tat und schwört blutige Rache…..
„Der Hexenjäger“ aus dem Jahre 1968 ist meines Erachtens der beste Vertreter der modernen Hexenverfolgungsfilme. Regisseur Michael Reeves, der nur ein Jahr nach Fertigstellung des Filmes mit 25 Jahren an einer Ueberdosis Barbituraten verstarb, hat eine wahre Perle der Filmkunst geschaffen. Dabei wechseln idyllische Landschaftsaufnahmen ab mit brutalen Folter- und Tötungsszenen. Die Atmosphäre ist stimmig, es wurde viel Liebe in die Kostüme und die mittelalterlichen Settings gesteckt, welche überaus authentisch rüberkommen. Das Ende des Films ist wie ein Schlag ins Gesicht und an Pessimismus kaum noch zu überbieten. Die äusserst stimmungsvolle Musik von Paul Ferris trägt weiter zum sehr positiven Gesamteindruck bei.
Die Figur des Matthew Hopkins ist historisch verbürgt. Dieser zynische, geldgierige, sadistische und durch und durch verkommene Charakter wird überragend interpretiert von Vincent Price. Er hat hier meiner Meinung nach eine seiner besten Vorstellungen abgeliefert. Er hat schon viele Bösewichte gespielt, aber so kalt und skrupellos wie hier habe ich ihn nie gesehen. Eigentlich wollte Reeves Donald Pleasence für die Rolle verpflichten, doch die Geldgeber der Firma AIP bestanden auf Vincent Price, da der Film auch in Amerika aufgeführt werden sollte. Ich will die Fähigkeiten von Donald Pleasance keineswegs in Frage stellen, aber zum Glück haben sie sich durchgesetzt, denn Price macht aus diesem sehr guten Film ein Kunstwerk. 9/10

