Gewalt - Die fünfte Macht im Staat (D)
La violenza: Quinto potere (IT)
Les maffiosi (F)
Jaque mate siciliano (ES)
Violência: 5º. poder (POR)
A Violência: O Quinto Poder (BRA)
The Sicilian Checkmate
IT 1972
R: Florestano Vancini
D: Enrico Maria Salerno, Mario Adorf, Gastone Moschin, Riccardo Cucciolla, Ciccio Ingrassia, Guido Leontini, Georges Wilson, Mariangela Melato, Silvia Dionisio, Elio Zamuto, Aldo Giuffrè u.a.
Deutsche Erstaufführung: 5. Juli 1973
Synchronkartei
Italo-Cinema
Score: Ennio Morricone
OFDb
"Die Mafia ist eine Erfindung der Politiker, aber damit erschöpft es sich nicht. Dies unentwirrbare Netz von Vetternwirtschaft, Korruption und Erpressung, das eben oftmals zum Verbrechen führt, glaubten sie vielleicht für politische Zwecke nutzen zu können, vielleicht sogar für lobenswerte - aber sie haben sich in diesem Netz so hoffnungslos verstrickt, dass sie schließlich zu Beschützern und manchmal sogar zu Komplizen der abscheulichsten Verbrecher geworden sind".
Gehört die Mafia in Sizilien endgültig der Vergangenheit an? Die Anti-Mafia-Kommission des italienischen Parlaments jedenfalls scheint mit ihrer Untersuchung gute Fortschritte gemacht zu haben. Da fallen plötzlich wieder Schüsse aus Maschinenpistolen. Doch es gelingt den Behörden einige Mitglieder der rivalisierenden Gangs festzunehmen und vor Gericht zu stellen. Diesmal scheint Staatsanwalt Azzara (Enrico Maria Salerno) genügend Beweise zu haben, um die Angeklagten Barresi (Mario Adorf), ein großer Boss im Baugewerbe, und Savoca (Allessandro Sperli) zu überführen. Doch da geschieht etwas Unvorhergesehenes.... [Quelle: VPS-Video]
Florestano Vancinis beeindruckendes Gerichtsdrama erzählt die Geschichte zwei rivalisierender Mafia-Banden, die wegen einer Reihe von Verbrechen vor Gericht stehen. Insgesamt wurden 16 Personen angeklagt, denen der Staatsanwalt den Prozess machen will. Außerdem gilt es zwei Morde aufzuklären, von denen einer an einem Präfekten verübt wurde. Der Film basiert auf dem Theaterstück "La violenza" von Giuseppe Fava und wurde in der Villa Parisi sowie im Museo Nazionale Preistorico in Rom gedreht. Inszenatorisch wird viel mit Rückblenden gearbeitet. Die Bildkompositionen und Kamerafahrten, für die sich Antonio Secchi verantwortlich zeigte, überzeugen nicht nur auch auf ganzer Linie, sondern sorgen auch für richtig viel Bewegung. Vancini, so der Name des anklagenden Staatsanwaltes, untersucht zunächst Details zu den verübten Verbrechen, bevor er die zwielichtige Machenschaften der beiden Mafia-Banden aufklärt, bei denen offensichtlich auch einige Staatsbeamte mitmischten. Gespielt wird Vancini von dem einzigartigen Enrico Maria Salerno, der ebenso wie seine namhaften Mitstreiter eine durchweg überzeugende Darbietung abgibt. Sein Gegenspieler, der zynische Verteidiger Colonnesi wird von Gastone Moschin verkörpert, der ebenfalls eine erstklassige Darbietung aufs Parkett legt. Neben Mario Adorf, der exzellent einen der beiden Mafiabosse spielt, treten auch noch Riccardo Cucciolla, Ciccio Ingrassia, Guido Leontini, Mariangela Melato, Elio Zamuto, Georges Wilson und Silvia Dionisio in Erscheinung. Während Riccardo Cucciolla einen ausgezeichneten Auftritt als Zeuge abgibt, spielt Ciccio Ingrassia die tragischste Rolle in diesem Strafprozess, der letztlich wie so viele der Politthriller aus der damaligen Zeit mit einem heftigen Schlag in der Magengrube endet. Zumindest nimmt die deutsche Filmfassung ein solches Ende, denn die italienische Filmfassung läuft im Vergleich zu dieser 13 Minuten länger. In dieser wird nicht nur gezeigt, wie ein korruptes Polizei-Bataillon im Auftrag Barresi ein Massaker an der rivalisierenden Mafia-Bande verübt, sondern auch eine Taufe der "Familie", bei der auch der vorsitzende Richter als Gast zugegen ist.
Leider gibt es von dem Film keine vernünftige Veröffentlichung. In Deutschland und Italien wurde GEWALT - DIE FÜNFTE MACHT IM STAAT lediglich als VHS-Kassette veröffentlicht und im Fernsehen gezeigt. Leider liegen mir von dem Film nur die deutsche und italienische VHS-Fassung vor, die beide kein optimals Bild besitzen. Glücklicherweise kam ich vor einigen Jahren in den Genuss, den Streifen auf dem Terza Visione im korrekten Bildformat zu sehen. Es wäre natürlich prima, wenn dieser tolle Film hierzulande endlich auch mal für den Heimmarkt zugänglich gemacht werden würde. Alles in allem ein beeindruckender Film, der wie ein Kammerspiel daherkommt und den Zuschauer mit einem unguten Bauchgefühl zurücklässt.
Filmplakate:
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Filmausschnitt:
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Score:
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