DIE SÄGE DES TODES
● DIE SÄGE DES TODES / COLGELIALAS VIOLADAS (D|E|1981)
mit Olivia Pascal, Christoph Moosbrugger, Alexander Waechter, Nadja Gerganoff, Jasmin Losensky, Corinna Gillwald,
María Rubio, Ann-Beate Engelke, Peter Exacoustos, Antonia García, Beatriz Sancho Nieto, Jesús Franco, Otto Retzer
ein Lisa Film | Rapid Film | Metro Film | im Verleih der Residenz Film
ein Film von Jess Franco
»Aber noch lebe ich!«
Miguel (Alexander Waechter), im Gesicht entsetzlich entstellt und von Personen seines Umfeldes gemieden, soll in einer spanischen Sprachschule vor Jahren eine junge Frau mit einer Schere ermordet haben. Seine Stiefschwester Manuela (Nadja Gerganoff) hat jedoch dessen vorzeitige Entlassung aus einer Anstalt erwirken können, obwohl der behandelnde Arzt (Jesús Franco) sich dagegen ausgesprochen hatte. In der Sprachschule befindet sich auch die junge Angela (Olivia Pascal), für die der Aufenthalt schon bald zu einem schrecklichen Alptraum wird. Nicht nur, dass sie sich von Miguel verfolgt fühlt, sie findet wenig später auch noch die Leiche ihrer bestialisch ermordeten Freundin; der Anfang einer Serie von Morden an den jungen Schülerinnen …
Die Filmografie des Regisseurs Jess Franco spricht zunächst einmal unmissverständliche Bände über eine Quantität, die nahezu beispiellos wirkt. Allerdings ist der Spanier nicht als einer der Inbegriffe für das Fabrizieren von ausschließlicher Populärware in Erinnerung geblieben, denn dafür war der Großteil seiner Arbeiten zu sehr auf seine eigene Architektur und Routine ausgelegt, sprich: Das Publikum bekam beinahe immer spektakuläres Material geboten, jedoch selten ohne eine derartig Franco-typische Seele. "Die Säge des Todes" ist ein wirklich eigenartiger, vielleicht sogar seltener Fall eines Exemplars, dessen Existenz beinahe vollkommen auf den Zuschauer-Fischzug durch seinerzeit populäre Gewässer aus zu sein scheint, denn es ist deutlich zu sehen, dass man sich an den immensen Erfolgen US-amerikanischer Horror- und Splatterfilme orientiert hat. Hinzu kommt das komplette Fehlen von Jess Francos verlässlicher Entourage vor und hinter der Kamera, sodass man es bei diesem Film in Teilen mit einem für ihn recht ungewöhnlichen Beitrag zu tun hat. Kommt man zur inszenatorischen, visuellen und provokanten Seite, scheinen diese Argumente sich wieder deutlich zu entschärfen, denn man findet sich im üblichen Bearbeitungsstil des Spaniers wieder, der erneut einige technische Ungereimtheiten und Mängel zutage bringt, an die man sich im Jahr 1981 jedoch bestimmt schon gewöhnt hatte. Der Film setzt seine kopflastige Existenz schnell und unverblümt auf eine Karte, möchte er doch in eindeutiger Bebilderung im Bereich der Mordserie und der entsprechenden Vorgehensweisen des Killers beunruhigen, schockieren, bestenfalls sogar beängstigen oder anwidern. Auf der anderen Seite wird aber auch die Schönheit und Anmut der Darstellerinnen ganz obligatorisch präsentiert, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit demgegenüber zerstört wird. Wenn der offensichtlich wahnsinnige Killer zuschlägt, kommt die richtige Atmosphäre auf, wenngleich man beispielsweise abgetrennte Köpfe bereits 20 Jahre zuvor nicht wesentlich schlechter drapiert bekommen hat. So intensiv sich die Regie um die atmosphärische Dichte eines solchen Flicks bemüht, so offensichtlich fällt die dünne Story hinten herunter, was hier allerdings eine beinahe uninteressante Randnotiz bleibt.
Innerhalb dieser Lisa-Rapid-Metro-Melange lassen sich global gesehen nur vage bekannte Kapazitäten der Filmbranche herausfiltern, oder wenn man so will nur in isolierter Weise. Olivia Pascal stellte seinerzeit sicherlich Star und Zugpferd genug dar, um ein anvisiertes Publikum anzulocken, doch dieser vergleichsweise recht hoch budgetierte Film scheiterte an den Kinokassen und wurde zu keinem großen Erfolg. Dies erscheint sogar ein bisschen unverständlich, immerhin wurde ein passgenauer Zuschnitt auf den Gusto des Zielkonsumenten angeboten. Pascal jedenfalls war hinlänglich bekannt aus deutschen Sex-Komödien, brachte für hier die richtige Ausstrahlung und Attraktivität mit. Beinahe scheint es jedoch so, als hätte Jess Franco nicht allzu viel mit der Interpretin anfangen können, vielleicht lag es am limitierten Entkleidungsdrang. Ansonsten sind ein paar wenige bekannte Gesichter aufzuspüren und Namen, die willkürlich gebucht und leistungsmäßig austauschbar wirken. Seine Mädels hat Franco jedoch im Griff, ebenso wie ein beinahe obligatorisches "Monster". Die Geschichte verfügt über viele Füllszenen und Leerlauf, sodass die Bilder rund ums Gemetzel es herrichten, dementsprechend häufiger platziert und lange ausgekostet werden müssen. So wird in diesem Zusammenhang dick aufgetragen, was am Ende sicherlich für zufriedene Zuschauer sorgen dürfte. Hier zu erwähnen ist die im Titel angekündigte "Säge des Todes", die in Verbindung mit dem Integrieren eines beobachtenden und sich ebenfalls in Lebensgefahr befindlichen Kindes noch abscheulicher und zugegeben auch sehr aufwühlend wirkt. Ansonsten greift der Killer zu allem, was zweckdienlich, brutal und blutrünstig ist, die Morde können sich gerade für einen löwenanteilig deutschen Film wirklich sehen lassen, zumal es selten derartige Experimente gegeben hat. Alleine diese Tatsache ist Grund genug, sich bei Interesse einmal in spanischen Sprachschulen umzusehen, vor allem nach Feierabend. Musikalisch wird das Ganze übrigens mit Love in the Shadow von Frank Duval begleitet, was wiederum gedanklich zu publikumswirksamen deutschen Krimiserien führt, jedoch alles andere als uninteressant ist. Dies lässt sich ebenso als Fazit ziehen, denn er ist bei aller Franco-Routine überraschend unterhaltsam und spannend ausgefallen.
Die Filmografie des Regisseurs Jess Franco spricht zunächst einmal unmissverständliche Bände über eine Quantität, die nahezu beispiellos wirkt. Allerdings ist der Spanier nicht als einer der Inbegriffe für das Fabrizieren von ausschließlicher Populärware in Erinnerung geblieben, denn dafür war der Großteil seiner Arbeiten zu sehr auf seine eigene Architektur und Routine ausgelegt, sprich: Das Publikum bekam beinahe immer spektakuläres Material geboten, jedoch selten ohne eine derartig Franco-typische Seele. "Die Säge des Todes" ist ein wirklich eigenartiger, vielleicht sogar seltener Fall eines Exemplars, dessen Existenz beinahe vollkommen auf den Zuschauer-Fischzug durch seinerzeit populäre Gewässer aus zu sein scheint, denn es ist deutlich zu sehen, dass man sich an den immensen Erfolgen US-amerikanischer Horror- und Splatterfilme orientiert hat. Hinzu kommt das komplette Fehlen von Jess Francos verlässlicher Entourage vor und hinter der Kamera, sodass man es bei diesem Film in Teilen mit einem für ihn recht ungewöhnlichen Beitrag zu tun hat. Kommt man zur inszenatorischen, visuellen und provokanten Seite, scheinen diese Argumente sich wieder deutlich zu entschärfen, denn man findet sich im üblichen Bearbeitungsstil des Spaniers wieder, der erneut einige technische Ungereimtheiten und Mängel zutage bringt, an die man sich im Jahr 1981 jedoch bestimmt schon gewöhnt hatte. Der Film setzt seine kopflastige Existenz schnell und unverblümt auf eine Karte, möchte er doch in eindeutiger Bebilderung im Bereich der Mordserie und der entsprechenden Vorgehensweisen des Killers beunruhigen, schockieren, bestenfalls sogar beängstigen oder anwidern. Auf der anderen Seite wird aber auch die Schönheit und Anmut der Darstellerinnen ganz obligatorisch präsentiert, die bei jeder sich bietenden Gelegenheit demgegenüber zerstört wird. Wenn der offensichtlich wahnsinnige Killer zuschlägt, kommt die richtige Atmosphäre auf, wenngleich man beispielsweise abgetrennte Köpfe bereits 20 Jahre zuvor nicht wesentlich schlechter drapiert bekommen hat. So intensiv sich die Regie um die atmosphärische Dichte eines solchen Flicks bemüht, so offensichtlich fällt die dünne Story hinten herunter, was hier allerdings eine beinahe uninteressante Randnotiz bleibt.
Innerhalb dieser Lisa-Rapid-Metro-Melange lassen sich global gesehen nur vage bekannte Kapazitäten der Filmbranche herausfiltern, oder wenn man so will nur in isolierter Weise. Olivia Pascal stellte seinerzeit sicherlich Star und Zugpferd genug dar, um ein anvisiertes Publikum anzulocken, doch dieser vergleichsweise recht hoch budgetierte Film scheiterte an den Kinokassen und wurde zu keinem großen Erfolg. Dies erscheint sogar ein bisschen unverständlich, immerhin wurde ein passgenauer Zuschnitt auf den Gusto des Zielkonsumenten angeboten. Pascal jedenfalls war hinlänglich bekannt aus deutschen Sex-Komödien, brachte für hier die richtige Ausstrahlung und Attraktivität mit. Beinahe scheint es jedoch so, als hätte Jess Franco nicht allzu viel mit der Interpretin anfangen können, vielleicht lag es am limitierten Entkleidungsdrang. Ansonsten sind ein paar wenige bekannte Gesichter aufzuspüren und Namen, die willkürlich gebucht und leistungsmäßig austauschbar wirken. Seine Mädels hat Franco jedoch im Griff, ebenso wie ein beinahe obligatorisches "Monster". Die Geschichte verfügt über viele Füllszenen und Leerlauf, sodass die Bilder rund ums Gemetzel es herrichten, dementsprechend häufiger platziert und lange ausgekostet werden müssen. So wird in diesem Zusammenhang dick aufgetragen, was am Ende sicherlich für zufriedene Zuschauer sorgen dürfte. Hier zu erwähnen ist die im Titel angekündigte "Säge des Todes", die in Verbindung mit dem Integrieren eines beobachtenden und sich ebenfalls in Lebensgefahr befindlichen Kindes noch abscheulicher und zugegeben auch sehr aufwühlend wirkt. Ansonsten greift der Killer zu allem, was zweckdienlich, brutal und blutrünstig ist, die Morde können sich gerade für einen löwenanteilig deutschen Film wirklich sehen lassen, zumal es selten derartige Experimente gegeben hat. Alleine diese Tatsache ist Grund genug, sich bei Interesse einmal in spanischen Sprachschulen umzusehen, vor allem nach Feierabend. Musikalisch wird das Ganze übrigens mit Love in the Shadow von Frank Duval begleitet, was wiederum gedanklich zu publikumswirksamen deutschen Krimiserien führt, jedoch alles andere als uninteressant ist. Dies lässt sich ebenso als Fazit ziehen, denn er ist bei aller Franco-Routine überraschend unterhaltsam und spannend ausgefallen.