Racheengel (D)
L'angelo con la pistola (IT)
Un ángel armado (ES)
Jigoku no Onna Sunaipa (JAP)
Angel with a Gun
Angel of Death
IT 1992
R: Damiano Damiani
D: Tahnee Welch, Remo Girone, Eva Grimaldi, Nicola D'Eramo, Sergio Fiorentini, Sergio Fiorentini, Stefano Molinari, Antonino Iuorio, Francesco Sciacca, Mario Donatone, Maurizio Crozza u.a.
Deutsche Erstaufführung: März 1993 (VHS-Premiere)
Synchronkartei
Locationvergleich
Score: Riz Ortolani
IMCDb
OFDb
"Kapier doch endlich, dass wir Polizisten nur Marionetten sind. Wir werden von allen Seiten manipuliert und die Politiker spielen uns in die Hände der Mafia.
[...] Das organisierte Verbrechen ist auf dem Vormarsch und wir sind so gut wie machtlos dagegen. Unser Beruf ist zu einer Farce geworden."
Ein desillusionierter Kommissar (Remo Girone) gründet zusammen mit einer jungen Frau (Tahnee Welch), deren Familie von der Mafia ermordet wurde, eine Todesschwadron, um die Bosse der Genueser "ehrenwerten Gesellschaft" zu liquidieren, die sich seit Jahren der Verurteilung entziehen. Spannender Kriminalfilm, der im Gewissenskonflikt seiner Protagonisten die Fragwürdigkeit der Selbstjustiz ebenso deutlich macht wie die Hilflosigkeit einer käuflichen Gesellschaft gegenüber dem organisierten Verbrechen. [Quelle: Filmdienst]
Lisa (Tahnee Welch) kann das schreckliche Erlebnis ihrer Kindheit niemals vergessen: Ihre Eltern wurden von der Mafia brutal ermordet. Sie kann nur an eines denken, nämlich an gnadenlose Rache. Sie tötet brutal einen Mafiaboss nach dem anderen. Keiner kann sich erklären, wer der Killer ist. Nur einer kommt ihr auf die Schliche, ein Polizeiinspektor (Remo Girone), der den gleichen erbarmungslosen Hass gegen das organisierte Verbrechen hat wie Lisa. [Quelle: VMP]
"Außerdem muss ich Dir jetzt etwas gestehen, das Du wissen solltest: Diese Aktion, die Du gestartet hast, hatte ich ebenfalls vor.
Gerechtigkeit kann man nur auf diese Weise durchsetzen - wenn einem bewusst wird, das sie anders einfach nicht funktioniert."
Gemeinsam mit den Produzenten Mario und Vittorio Cecchi Gori entstand 1992 der vorliegende Rache-Thriller von Damiano Damiani, der ebenfalls gemeinsam mit Dardano Sacchetti das Drehbuch schrieb. Offensichtlich von Luc Bessons NIKITA inspiriert, drehte Damiani quasi die italienische Version des Racheengel-Thrillers, wobei er aber seine Geschichte in eine andere Rahmenhandlung einbettet. Im Mittelpunkt stehen zwei Hauptprotagonisten, die ziemlich schnell zueinander finden. Zum einen hätten wir die reizende Kellnerin Lisa, die seit ihrer Kindheit an einem schrecklichen Trauma leidet, denn in ihren jungen Jahren musste sie leibhaftig miterleben, wie ihre Eltern und ihre zwei Brüder von einer Gangsterbande eiskalt ermordet wurden. Ferner belastet sie die Rechtssprechung der gegenwärtigen Justiz, die immer wieder Drahtzieher des organisierten Verbrechens von ihrer Blutschuld freispricht. Als sie eines Tages zufällig an eine Waffe gelangt, die ein Gangster im Rahmen seiner Flucht vor der Polizei in einer U-Bahn stehen ließ, fasst Lisa den Entschluss, das Recht fortan selbst in Hand zu nehmen. Nachdem sie einen Rechtsanwalt der Mafiosi mit mehreren Schüssen über die Wupper jagte, beichtet sie dem ermittelnden Kommissar, dem zweiten Hauptprotagonisten der Geschichte, ihre Täterschaft. Doch anstatt sie zu verhaften, unterbreitet der Kommissar dem selbsternannten Racheengel ein Angebot zur Zusammenarbeit: Ebenfalls gefrustet über die fatale Rechtssprechung der Justiz, hegt der Kommissar bereits seit längerer Zeit den gleichen Wunsch nach Selbstjustiz. Was folgt, ist der blutige Streifzug einer rastlosen Todesschwadronin, dem die mächtigen Strippenzieher der organisierten Kriminalität nach und nach zum Opfer fallen. Als Lisa aber eines Tages im Hause eines Mafiosos, den sie zuvor mit mehreren Kugeln ins Jenseits schickte, auf die Prostituierte Theresa trifft, beginnt das kühne Unterfangen allmählich aus dem Ruder zu laufen.
Obwohl L'ANGELO CON LA PISTOLA den Werken Damianis aus den glorreichen 60er- und 70er-Jahren nicht so ganz das Wasser reichen kann, ist es ihm dennoch gelungen, einen sehenswerten sowie packenden Rache-Thriller auf die Beine zu stellen, der aufgrund seiner spannenden Erzählstruktur den Zuschauer zu fesseln weiß. Zwar entpuppt sich Handlung als vorhersehbar und die Dialoge wirken stellenweise etwas banal, aber dennoch vermag es Damianis pessimistisches Spätwerk, den gesamten Handlungsverlauf zu überzeugen. Die Darbietungen der beiden Hauptdarsteller Tahnee Welch und Remo Girone entpuppen sich ebenfalls als hervorragend, die als ungleiches Paar einen selbstjustizellen Rachefeldzug gegen das organisierte Verbrechen führen. Hinzu gesellt sich die italienische Schauspielerin Eva Grimaldi, die in der Rolle der Prostituierten Theresa zum Risikofaktor für mörderische Unterfangen wird. Ferner nimmt der Film, wie üblich bei Damiani, ein unschönes Ende. Als Schauplatz wurde übrigens Genua gewählt. Was die musikalische Untermalung anbelangt, so zeigt sich für diese kein Geringerer als Riz Ortolani verantwortlich. Neben der gängigen Schnittfassung, die 111 Minuten lang läuft, soll auch noch eine TV-Fassung existieren, die eine Laufzeit von knapp drei Stunden aufweist (OFDb: 158 Min. - IMDb: 180 Min.) Was jetzt noch fehlt, ist eine Veröffentlichung für den deutschen Markt, zumal die deutsche Synchronfassung äußerst solide klingt. Mir hat der Film sehr gut gefallen.
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