DO YOU WANNA KNOW A SECRET? - Ty Bradford

Slasher, Backwood, Grusel oder auch herber Splatter: der Platz für die dunkle Seite des amerikanischen Films
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Prisma
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DO YOU WANNA KNOW A SECRET? - Ty Bradford

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DO YOU WANNA KNOW A SECRET?


● DO YOU WANNA KNOW A SECRET? / DARK SUMMER (US|2001)
mit Joseph Lawrence, Chad Allen, Thomas Anthony Jones, Dorie Barton, Leonora Scelfo, Elsie Escobar, Jeff Conaway,
Jack MacGee, Angela Taylor, Michael Sarysz, Sara Premisler, Robert Crooks, Greg Cipes, Sterling Rice, Del Tenney, u.a.
eine Produktion der The Left Shoes Films
Ein Film von Ty Bradford

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»Saufereien und Orgien. Es ist die Hölle und ich habs satt!«


Ein Jahr nach dem brutalen Mord eines ihrer Mitstudenten, verbringt eine Clique von College-Studenten ihre Ferien in einem Ferienhaus in Florida, denn Sommer, Sone und Party sollen einiges vergessen machen. Hank (Joseph Lawrence), Beth (Dorie Barton), Brad (Chad Allen), Tina (Leonora Scelfo), Nellie (Elsie Escobar) und Oz (Thomas Anthony Jones) versuchen einen unbeschwerten Urlaub zu verbringen, wonach es zunächst auch aussieht, doch es kommt völlig anders, da die rätselhaften Morde weitergehen. Es scheint, dass jeder von ihnen auf einer Todesliste zu finden ist. Wer ist der maskierte Killer?

In und nach der Hochkonjunktur einschlägig bekannter Teenie-Slasher kam es zu zahlreichen Ablegern, die teils mit spannenden Plots aufwarten können und als gelungen zu bezeichnen sind, allerdings kamen auf der anderen Seite mindestens genauso viele erfolglose Versuche dabei heraus, das Rad neu zu erfinden. "Do You Wanna Know a Secret?" zählt zu den Vertretern, die den besten Nicht-Release-Zeitpunkt hierzulande bereits verpasst hatten, außerdem ist die Geschichte kein großer Schocker geworden, was definitiv an der entsprechenden Strategie liegt, denn die meisten Morde spielen sich im Off ab, sodass man nur die aufgeschlitzten Ergebnisse erst anschließend präsentiert bekommt. Auch hier trägt der Killer eine beunruhigende, gar widerliche Maske, sein Motiv wird geheimnisvoll mit der stets aufkommenden Frage garniert, ob man ein Geheimnis wissen möchte. Ob in Zettelform oder etwa in eingeritzten Lettern auf geschundener Haut, man ist interessiert an den unklaren Hintergründen für die Mordserie an einer College-Clique, falls der Verlauf nicht zu viel Vorhersehbarkeit ausspuckt. Die Schauplätze im sonnigen Florida stellen einen herben Kontrast zu dem dar, was die jungen Leute, die sich doch immerhin von einem bestialischen Mord eines Freundes erholen müssen, noch erwarten wird, aber die Ausgelassenheit oder alkoholische und sexuelle Sinnesfreuden lassen sie unvorsichtig werden. Der Gesamteindruck wird definitiv durch die Tatsache getrübt, dass es im Rahmen von Brutalität und Exposition zu wenig zu sehen gibt, denn vergleichbare Pionierarbeiten und sogar Plagiate hatten es schließlich eindrücklich vorgemacht, und eine regelrechte Erfolgswelle ausgelöst. Hier kommt es insgesamt zu den richtigen Zutaten, doch unter Ty Bradfords Regie nicht zur richtigen Würzmischung, wenngleich der Verlauf streckenweise vielleicht nicht komplett uninteressant für Fans des Genres verlaufen dürfte. Der Kenner derartiger Storys wittert ein in der Luft liegendes Rachemotiv, sodass in diesem Zusammenhang einige Verdächtige präsentiert werden. Doch auf abgegrasten Weiden kann es schließlich keine wirklichen Überraschungen mehr geben, so die unbequeme Gewissheit.

In den Hauptrollen ist das Ganze weitgehend mit bekannten Gesichtern der Peripherie besetzt, wenngleich man hier insgesamt und vor allem vergleichsweise Abstriche machen muss. Joey Lawrence, hierzulande hauptsächlich bekannt aus Sitcoms und Serien, hat erhebliche Mühe zu überzeugen, da ihm sein vermarktetes Image im Weg steht. Er und Partnerin Dorie Barton wirken einfach zu prüde für ihre auswendig gelernten und mit Sex aufgeladenen Dialoge der Teenie-Anzüglichkeiten, was sich bei den übrigen Mitgliedern der Clique glücklicherweise nicht so gravierend beobachten lässt. Die Dialoge wirken insgesamt schlecht getrimmt, am Geschehen vorbeiirrend und strapaziös, peitschen die Handlug daher immer wieder in die unteren Schubladen der Filmkunst. Der Verlauf baut auf Situationen des Erschreckens, also solche, in denen noch nichts passiert, schwächelt jedoch beim tatsächlichen Schock beziehungsweise Exitus. Akustisch zwar markant untermalt, hier und da sogar beunruhigend festgehalten, passiert zu wenig, das einen in Atemlosigkeit versetzen könnte. Der Verlauf entpuppt sich als geschwätzig und verliert sich mit ins Peinliche abdriftenden Dialogen, die unterm Strich gehaltlos bleiben. Ob Langeweile aufkommt oder nicht, stellt sich im Rahmen persönlicher Präferenzen und der Ausdauer heraus, doch hier bekommt man sicherlich keine Offenbarungen oder gar Überraschungen mehr offeriert. Wie in ähnlichen Vertretern auch, liegt das Hauptaugenmerk nicht primär auf der Wahrscheinlichkeit, die hier im Gegensatz zur Vorhersehbarkeit allerdings noch weiter entfernt zu sein scheint als sonst. Bei "Do You Wanna Know a Secret" handelt es sich insgesamt um Plagiat und Abklatsch im Quadrat, dessen wenige neue Impulse und bemühten Gegenentwürfe leider völlig nach hinten losgegangen sind, daher nur schwer für Interesse sorgen können. Die teils recht guten visuellen und akustischen Effekte spielen sich leider zu sehr im Off ab und der Kardinalfehler der Veranstaltung bleibt, dass man unter den Hauptpersonen keinen einzigen Sympathieträger findet, mit dem man in irgend einer Weise mitfiebert. Folglich ist es am Ende leider so gut wie egal, wen es hier erwischt.

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