DER MANN OHNE GESICHT - Georges Franju

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Richie Pistilli
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DER MANN OHNE GESICHT - Georges Franju

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Der Mann ohne Gesicht (D)
Gert Fröbe jagt Mister X (D)
Notti rosse (IT)
Nuits rouges (F)
L'homme sans visage (F)
Noches rojas (ES)
Noites Vermelhas (POR)
Shadowman


F / IT 1974

R: Georges Franju
D: Ugo Pagliai, Jacques Champreux, Gert Fröbe, Gayle Hunnicutt, Josephine Chaplin, Patrick Préjean, Enzo Fisichella, Roberto Bruni, Raymond Bussières, Clément Harari, Henry Lincoln u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 1974

Synchronkartei

Schnittbericht: Deutsche Kinofassung - Französische Kinofassung

Score: Georges Franju

OFDb Kinofassung

OFDb TV-Serie



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"Seit Monaten jagt Kommissar Dumont von der Kriminalpolizei einen geheimnisvollen Mann. Auf seine Kosten gehen mindestens fünf Morde - Morde ohne Motiv. Alle ausgeführt mit einem Wurfmesser. Da erhielt Dumont einen anonymen Hinweis: Der Mörder verberge sich in einer alten Villa in einem südlichen Vorort der Stadt."



Ein bei Kriminellen verschuldeter Butler, versucht sich durch den Verkauf von Informationen über seinen Herrn Maxime de Borrego zu retten. Dieser ist nämlich nicht nur ein angesehener Historiker, sondern weiss auch, wo der Schatz der legendären Tempelritter zu finden ist. Der Mann ohne Gesicht (Jaques Champreux) , Anführer einer Verbrecherorganisation, die mit Hilfe eines verrückten Wissenschaftlers eine Armee willenloser Verbrecher geschaffen hat, setzt nun alles daran, diesen Schatz in seine Hände zu bekommen. Maxime de Borrego wird gekidnapped, gefoltert und schliesslich ermordet, ohne jedoch das Geheimnis preisgegeben zu haben. Dadurch gerät Borregos Neffe (Udo Paglia) ins Visier der Gangsterorganisation. Dieser wird aber sowohl durch den ermittelnden Kommissar Sorbier (Gert Fröbe) als auch seine Freundin Martine Leduc (Josephine Chaplin) im Kampf gegen den in vielen Verkleidungen auftretenden Erzschurken unterstützt. Unterdessen schicken die Tempelritter ihre eigene maskierte Armee, um den Tod ihres Ordensmitglieds Maxime de Borrego zu rächen: Ein erbarmungsloser Kampf über den Dächern von Paris entbrennt. [Quelle: Medienvertrieb Lauenstein]



DER MANN OHNE GESICHT ist ein französischer Film von Georges Franju aus dem Jahr 1974, von dem eine Kinofassung als auch eine erweiterte TV-Serienfassung existiert.


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Ähnlich wie in seinem 1960 inszenierten Meisterwerk AUGEN OHNE GESICHT / DAS SCHRECKENSHAUS DES Dr. RASSANOFF lässt Georges Franju in seinem 1974 gedrehten DER MANN OHNE GESICHT erneut einen Mad Scientist auf die Menschheit los, der für einen maskierten Superschurken, der sich zugleich als ein fabelhafter Verwandlungskünstler herausstellt, Menschen in zombieähnliche Killer verwandelt, die von da an keine Kontrolle mehr über ihren Willen haben. Dementsprechend nennt er diese auch Tele-Killer. Angelehnt an Superschurkenfilme wie beispielsweise FANTÔMAS, GEFAHR: DIABOLIK, KRIMINAL, Dr. MABUSE oder FU MANCHU schuf Franju in seinem letzten Film einen weiteren Kapuzenträger, der mit einem hohen Maß an krimineller Energie auf der ganzen Welt Reichtümern nachjagt. Verkörpert wird der wandlungsfähige Mann mit der roten Kapuze von dem französischen Schauspieler Jacques Champreux, der rein zufällig über die Existenz des sagenumwobenen Schatzes der Tempelritter erfährt, den er sogleich auch haben muss. Nachdem er den renommierten Historiker Maxime de Borrego um die Ecke brachte, da dieser ihm das Geheimnis nicht verriet, rückt dessen Neffen Paul de Borrego, der von dem italienischen Schauspieler Ugo Pagliai verkörpert wird, ins Visier des Superschurken, der von da an versucht, über diesen in den Besitz des wertvollen Schatzes zu gelangen. Doch Paul ist nicht auf den Kopf gefallen, denn gemeinsam mit dem angeheuerten Privatdetektiv Séraphin Beauminon bietet er dem roten Kapuzenträger ordentlich Paroli. Unterstützung erhält er dabei von dem gemächlichen Kommissar Sorbier (in der deutschen Synchronfassung lautet sein Name Dumont), der von keinem Geringeren als dem deutschen Schauspieler Gert Fröbe verkörpert wird.


Letztlich entpuppt sich DER MANN OHNE GESICHT als ein phantastischer Film, der Elemente des Kriminalfilms, Horrorfilms und der Science-Fiction gekonnt vereint. Nachdem der Filmam 20.11.1974 in Frankreich unter dem Titel NUITS ROUGE seinen Kinostart feierte, folgte am 17.05.1975 unter dem Titel L'HOMME SANS VISAGE eine erweiterter TV-Fassung im französischen Fernsehen, die als TV-Mini-Serie mit acht Folgen à 52 Minuten angelegt war. Leider existiert von dieser achteiligen Serienfassung keine digitale Veröffentlichung. Was jedoch besteht, ist eine deutsche DVD, die sowohl die deutsche als auch die französische Kinofassung beinhaltet. Soweit ich mich entsinnen kann, wurden bei der deutschen Kinofassung zwei Akte vertauscht, so dass diese schwer verwirrt. Keine Ahnung, ob der Fehler bei der DVD-Neuauflage von Edel korrigiert wurde, denn ich besitze nur die Erstauflage von Medienvertrieb Lauenstein, bei der der Fehler zumindest vorhanden ist. Obwohl sich die französische und die deutsche Kinofassung von ihrer Laufzeit nicht stark unterscheiden, weisen die beiden Versionen inhaltliche Abweichungen auf, denn die deutsche Kinofassung wurde nicht nur stark gekürzt, sondern auch um neue Filmszenen, die vermutlich aus der erweiterten TV-Fassung stammen, ergänzt. Zudem weisen die beiden Fassungen zwei total verschiedene Enden auf:


"Trotz ähnlichen Laufzeit unterscheidet sich die deutsche Schnittfassung sehr stark vom französischen Original. Einige Szenen aus der Originalfassung wurden verkürzt oder ganz entfernt, dafür "neues" Material eingefügt. Ich vermute es handelt sich dabei um Szenen aus der Serie, was kein Problem war, da die Schauspieler dieselben waren. So sehen wir gleich zu Beginn neue Szenen in denen Sorbier den Mann ohne Gesicht jagt. Es gibt einen komplett neuen Handlungsstrang (als gäbe es davon nicht genug) in dem zwei Gangster in einer Bar eher unfreiwillig für den Mann ohne Gesicht arbeiten. Einer von den Männern wird vom Professor in einen Killer verwandelt und am Ende von der Polizei erschossen. Die Szenen in denen Paul seine Freundin besucht und sie den Privatdetektiv Séraphin anheuern wurden nach hinten geschoben, bevor der Mann ohne Gesicht die Medaillons stiehlt. Das ist an sich etwas ungünstig, da seine Freundin und Séraphin bereits schon vorher zu sehen waren und so die Einführung der Figuren nicht mehr funktioniert. Vollkommen unterschiedlich ist das Ende."

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[Quelle: https://www.schnittberichte.com/schnitt ... ?ID=151675]


Was bleibt, ist ein außergewöhnlicher Schurkenfilm, der einen ganzen Sack voller abgedrehter Ideen beinhaltet und mit gut aufgelegten Schauspielern und Schauspielerinnen aufwartet. Den Inszenierungsstil würde ich dabei als gemächlich bezeichnen. Die Filmmusik stammt laut dem Eintrag in der IMDb ebenfalls von Georges Franju, wobei das Titelstück ein ganz klein wenig an Deep Purples "Smoke on the water" erinnert. Alles in Allem ein fantastisches Filmerlebnis, das ich mir immer mal wieder gerne zu Gemüte führe.


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Filmplakate:
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Titelvorspann & Filmausschnitt:
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Score:
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Trailer:


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