ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

Der Tummelplatz für alle Serienjunkies und Binge-Watcher!
Von DALLAS bis DENVER, vom TATORT in die LINDENSTRASSE über BREAKING BAD bis hin zu GAME OF THRONES.
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Prisma
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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 04 | FIVE GO TO SMUGGLER'S TOP [1] / FÜNF FREUNDE AUF SCHMUGGLERJAGD [1] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanish, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Ronald Fraser, Ingrid Hafner, John Carson, Ron Pember, Jonathan Wilmot, Charlotte Avery
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Die Ferien der Fünf Freunde beginnen mit Komplikationen: Da auf Kirrin Cottage ein Sturm gewütet hat das Haus der Kirrins durch einen Baum beschädigt wurde, müssen Julian, Dick, Anne und George ihre Ferien bei den befreundeten Lenoirs verbringen. Da George trotz Verbots auch Timmy dorthin mitgenommen hat, ihr Gastgeber Mr. Lenoir Hunde aber über alles hasst, muss ein breit angelegtes Versteckspiel stattfinden. Onkel Quentin arbeitet gemeinsam mit Lenoir ein Projekt aus, die umliegenden Sümpfe trocken zu legen. Der größte Gegner dieses Vorhabens ist der altmodische und überaus seltsam erscheinende Mr. Barling, der alles beim Alten lassen möchte, da er auch jetzt noch vom Schmuggel profitiert. Sooty, der Sohn der Lenoirs, hat seinen Vater schon mehrmals darauf hingewiesen, bei Nacht derartige Aktivitäten beobachtet zu haben, doch niemand glaubt ihm, bis er und Professor Kirrin auf einmal spurlos verschwunden sind...

Mit "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" geht wieder eine Doppelfolge an den Start, deren zwei Teile so atmosphärisch dicht geworden sind, wie der in den Sümpfen gezeigter Nebel. Es geht dieses Mal überaus geheimnisvoll zu, sodass der Zuschauer dazu animiert wird, gemütlich rätseln zu können, wer noch zum Kreis der Verbrecher zählen könnte. Neben der hervorragend eingefangenen Moorlandschaft mit ihren schier Tausend Gesichtern und aufblinkenden Signalen der Schmuggler, gibt es weitere Rätsel in persona eines tauben Hausdieners und eines verdächtigen Gastgebers, die beide breites Misstrauen erwecken und denen man vielleicht alles zutrauen würde. Auch dass man Timmy ständig in Schränken und geheimen Gängen verstecken muss, fördert den Spannungsbogen und dürfte vor allem das junge Publikum fordern, da man Timmy die Strapazen deutlich ansehen kann. Schnell schließen sich die Fünf Freunde mit den beiden Kindern der Lenoirs zusammen, um gemeinsam auf Spurensuche zu gehen, wobei mal wieder Julian seine Qualitäten als Anführer unter Beweis stellen kann, er allerdings auf Sooty und Marybelle angewiesen ist, die sich mit den Gegebenheiten vor Ort am besten auskennen. Die Folge entwickelt sich zu einem interessantes Tauziehen mit den Erwachsenen, die erneut den Kardinalfehler begehen werden, ihre jungen Kontrahenten maßlos zu unterschätzen, woraus sich unter anderem ihre große Stärke ergibt. George geht aus der Sorge um Timmy wieder einmal eigene Wege, aber ansonsten arbeitet man erfolgreich Hand in Hand. Neben der sympathischen Stammbesetzung agieren ganz besonders überzeugende Gast-Darsteller in diesem ersten Teil der vierten Folge, die ihre Stärken immer wieder ganz plötzlich entfalten kann, da sie auf eine mysteriöse Spannung setzt.

Erstmals wird hier das noch häufig angewandte Konzept vorgestellt, das eingespielte Team unter bestimmten Umständen um weitere Kinder, also um tatkräftige Helfer zu erweitern, welches den jungen Zuschauern nicht nur Werte, sondern auch ein Gefühl von Zusammenhalt und Stärke vermitteln soll. Dieses immer wieder schöne Zugeständnis an die Zielgruppe wirkt daher perfekt auf die Geschichte und die Voraussetzungen abgestimmt und lädt dazu ein, erneut mitzufiebern. Merkwürdige Personen, denen man vor allem nicht im dichten Nebel begegnen möchte, bestimmen das Umfeld, und die Schauplätze lassen eine merkliche Gruselatmosphäre aufkommen, die durch das Haus der Lenoirs mit den vielen geheimen Verstecken und Gängen noch zusätzlich verstärkt wird. Auch die Musik stellt sich insbesondere hier als hervorragender Verstärker heraus und wirkt besonders charakteristisch. Dass Regisseur Peter Duffell mit nicht immer nachzuvollziehenden Geschehnissen zu spielen weiß, was sehr häufig als Stilmittel Verwendung fand, macht einen Großteil der oft beklemmenden Atmosphäre aus, die in den richtigen Momenten tatsächlich so wirkt, als ob es kein Entrinnen geben würde. "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" bleibt als insgesamt starke Folge in Erinnerung, die vor allem wegen ihrer atmosphärisch dichten Inszenierung in Erinnerung bleibt, aber auch in puncto der Verbrecher und zwielichtiger Gestalten für Aufsehen sorgen kann. Vielleicht wirken sie nicht immer durch und durch gefährlich, aber immerhin drohen sie über die Maßen an, Timmy etwas anzutun, wenn sich die Kinder nicht beugen. So bleibt ein spannender Einstieg in diese Doppelfolge, die Neugierde bezüglich weiterer Geschehnisse wecken kann, nicht zuletzt, weil sie mit einem überzeugenden Cliffhanger am Ende der Episode aufwarten kann.

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● FOLGE 05 | FIVE GO TO SMUGGLER'S TOP [2] / FÜNF FREUNDE AUF SCHMUGGLERJAGD [2] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Ronald Fraser, Ingrid Hafner, John Carson, Ron Pember, Jonathan Wilmot, Charlotte Avery
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Julian, Dick, Anne, George und Marybelle sind fest davon überzeugt, dass Block, der undurchsichtige Butler, mit dem Verschwinden von Sooty und Professor Kirrin zu tun hat, können ihm aber nichts nachweisen. Außerdem ist George besorgt um Timmy, der sehr lange in seinem Versteck bleiben musste, aber ebenfalls verschwunden ist. In der Zwischenzeit verhört der wütende Mr. Lenoir die Kinder und verlangt Aufklärung über die Geschehnisse, stößt dabei aber nur auf demonstratives Schweigen, bis jeder mit Stubenarrest bestraft wird. Während die Kinder ergebnislos über den Verbleib der Verschwundenen rätseln, finden sie auf dem Boden eine Schraube. Diese erste heiße Spur führt sie in einen Geheimgang und in die dunklen Katakomben unter dem Anwesen der Lenoirs...

Die Fortsetzung der Doppelfolge "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" unterscheidet sich stilistisch gesehen wenig von ihrem Vorgänger und geht nahtlos in die dichte, mit Nebel durchzogene Atmosphäre über. Die Kinder haben ein Rätsel zu knacken, das der Zuschauer bereits beim Cliffhanger der ersten Folge erklärt bekam, aber diese Schilderung ist ebenfalls recht interessant, da man dabei zusehen kann, wie die Ermittlungsarbeit der aufmerksamen Jungdetektive aussehen kann und dass sie nicht so schnell aufgeben werden. Was weiterhin offen gehalten wird, ist die Frage, bei welcher der eigenartigen Gestalten es sich um Mittäter der gesamten Aktion handelt und wer letztlich rehabilitiert wird. Durch den skurrilen Mr. Barling wirken die Machenschaften der Schmuggler insgesamt jedoch schon etwas antiquiert und büßen aufgrund seiner Verschrobenheit an Bedrohlichkeit ein, doch das Umfeld trägt im Wesentlichen zur spürbaren Spannung bei. Angebote wie dunkle, geheime und unbekannte Gänge, in denen man sich verirren kann und somit verloren wäre, Personen, die aus dem Nichts auftauchen und die Kinder in ihre Gewalt bringen, eine atmende Sumpflandschaft, in der man die Hand vor Augen nicht sieht, können einen hervorragenden Eindruck hinterlassen. Überall lauern latente Gefahren, die wesentlich beunruhigender wirken, als der Täter an sich. Die jungen Schauspieler wirken erneut sehr überzeugend, beinahe schon routiniert und verbreiten einen natürlichen Charme, der immer wieder aufs Neue begeistern kann. Die Gäste dieser Episode stehen ihren mittlerweile erfahrenen Kollegen in nichts nach, sodass sich "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" innerhalb der Serie zu einer der beachtlichsten Folgen entwickelt, vor allem im inszenatorischen Sinn.

Die bereits in den Vorgängern platzierte Teamarbeit geht schließlich weiter und wird von den Kindern immer mehr verfeinert, sodass sich in der noch jungen Serie der Eindruck verhärtet, dass den Freunden die Verbrecher aller Couleur bessern nicht in die Hände fallen, da sie instinktiv kurzen Prozess machen. Bei einer speziell für Kinder konzipierten Serie ist das Integrieren von absoluter Verlässlichkeit, einhergehend mit Spannung und leichtem Nervenkitzel sehr wichtig, der in seiner graphischen Darstellung allerdings nie über das Ziel hinausschießen darf. In diesem Zusammenhang kam es bereits bei der deutschen Erst-Ausstrahlung zu leichteren Kürzungen, insbesondere bei angedeuteten Gewaltspitzen. Insgesamt beweist Regisseur Peter Duffell ein erstaunlich gutes Gespür bei der Abstimmung der wichtigsten Inhalte und der Führung seiner jungen Schauspieler. Entsprechende Ansprüche des Publikums werden hier nicht nur erfüllt, sondern in vielen starken Momenten sogar deutlich übertroffen. Mit "Fünf Freunde auf Schmugglerjagd" darf man auf einen der richtig spannenden Fälle blicken, allerdings nicht auf die spektakulärste Final-Auflösung, was ein wenig schade ist, hätte ein derartiger Clou die fünfte Folge doch formvollendet. So hat man es am Ende dann sozusagen nur mit Old-School-Gaunern zu tun, und eben nicht mit den perfidesten Verbrechern, die die Kinder und die 26teilige Serie je gesehen haben. Dennoch ist eine der überzeugendsten Inszenierungen entstanden, die in den Bereichen Atmosphäre und Aufbau sehr beeindruckt. Die wandlungsfähige Musik unterstützt die fortwährend vorangetriebene Handlung wieder einmal ausgezeichnet und als Anhänger der Serie bleibt wohl nur zu sagen, dass man die nächsten spannenden Fälle wieder einmal kaum erwarten kann.

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● FOLGE 06 | FIVE GO OFF IN A CARAVAN / FÜNF FREUNDE BEIM WANDERZIRKUS (GB|1978)
Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Peter Cartwright, Gary Dundaven, Brian Glover, Sean Lynch
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Julian, Dick, Anne, George und Timmy sind mit Wohnwagen unterwegs, die von Pferden gezogen werden. Auf der Suche nach einem geeigneten Rastplatz trauen die Fünf Freunde ihren Augen nicht. In einem Bach sehen sie einen echten Elefanten. So lernen sie den jungen Nobby kennen, der Mitglied des Wanderzirkus ist, in dessen Nähe sie auch ihr Quartier aufschlagen. Schnell freunden sich die Kinder an, und als Nobby ihnen den Zirkus zeigen will, wird die erste Begeisterung schnell ausgebremst, da sie dessen unfreundlichen Onkel namens Tiger Dan und den genauso unsympathischen Akrobaten Lou kennenlernen, bis die neugierigen Kinder kurzerhand hinaus geworfen werden. Dan und Lou wollen die Fünf Freunde so schnell wie möglich loswerden, da ihre Wohnwagen direkt vor dem geheimen Eingang zu einer unterirdischen Höhle stehen. Für die Kinder wird es ab sofort unangenehm...

Folge 6 beginnt sehr idyllisch inmitten eines schönen Panoramas, die Sonne scheint, alles ist grün und man ist guter Dinge. Doch wer die Fünf Freunde kennt, weiß, dass es nicht sehr lange so bleiben wird. Es ist innerhalb der Serie übrigens der erste Fall, der die Ganoven nicht wegen Professor Kirrins wissenschaftlicher Arbeiten anlockt, sondern hier wird das Zufallsprinzip zuschlagen, was für Abwechslung sorgt und daher gut ankommt. Die dargestellte Selbstständigkeit und Offenheit der Kinder ist insgesamt wieder einmal sehr beeindruckend und transportiert eine Art Vorbildcharakter, außerdem wird jeder der jungen Protagonisten in der kurzen Spieldauer charakterlich differenziert dargestellt, und zwar so optimal, wie es eben möglich war. Der klare Aufbau in "Fünf Freunde beim Wanderzirkus" schmeichelt der Geschichte, in der eigentlich gar nicht so schrecklich viel passiert, und es entsteht ein gelungener Einteiler, der seine Unterhaltungsambition ernst nimmt. Was vor allem junge Zuschauer neben den herkömmlichen Zutaten anspricht, sind die vielen Tiere im Szenario, die teils für exotische Eindrücke sorgen können. Abgesehen von Timmy, sieht man den besagten Elefanten, der von Nobby im Bach geschrubbt wird. Man sieht noch viele andere, aber geläufige Exemplare beim Zirkus, wie etwa einen Schimpansen, der zur Lösung des Rätsels beitragen wird, außerdem Nobbys Hund, der anstelle von Timmy vergiftet wird, da er nach Georges Behauptung niemals etwas von Fremden annimmt. Neben den jähzornigen und impulsiven Gaunern, die zusehends aggressiver werden, was wieder einmal durch die kompetente Synchronisation zum Ausdruck gebracht wird, ist die Methodik durch Androhungen, den beteiligten Tieren etwas anzutun, ein treffsicheres Stilmittel um Spannung aufzubauen..

Eine gute Unterhaltung mit aktuellen Themen und Kontrasten für Kinderaugen macht die Serie sehr geradlinig und verlässlich. Auch hier zeigt sich das strategische Vorgehen und das Planen der erweiterten Fünf als ziemlich ausgekocht, da das oberste Ziel ist, eine entscheidende Falle zu stellen. Was sehr amüsant erscheint, ist die wie vielerorts geschilderte Rolle der Polizei, die immer nur dann auftaucht, wenn man die Verbrecher beinahe nur noch zu Übergeben braucht und die eigentliche Arbeit längst getan ist. Die unterirdische Höhle mit ihren Geheimnissen kommt einem so langsam aber sicher schon bekannt vor, tut aber der Spannung keinen Abbruch, obwohl der Zuschauer von vorne herein genau weiß, worum es sich bei dieser Wanderzirkus-Folge handeln, beziehungsweise wohin sie führen wird. Interessant ist die Tatsache in Form einer Randnotiz, dass die Kinder hier quasi vor der Strenge und Ungeduld des Onkel Quentin flüchten, dann aber auf andere Komplikationen und Reaktionen unterschiedlicher Erwachsener stoßen, als würden sie kriminelle Machenschaften wie ein Magnet anziehen. In Folge 6 wird Dick in angenehmer Art und Weise ein bisschen mehr als die anderen Kinder hervorgehoben. Bei dieser Gelegenheit kann er endlich auch einige Kostproben seines berüchtigten Humors zum Besten geben, um seine Schwester Anne damit zu ärgern und anzusticheln, außerdem hat er wie immer großen Hunger, was bei einer derartig geballten Form von Abenteuer aber auch kein Wunder ist. Langsam aber sicher begreift man, dass alle Beteiligten vor oder hinter der Kamera zu richtigen Profis avancieren konnten, was der Serie einen zusätzlichen Reiz gibt. Schlussendlich handelt es sich um einen angenehmen und schön erzählten Einteiler der Serie, bei dem vor allem die Kinder einen großen Spaß beim Dreh gehabt haben dürften.

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● FOLGE 07 | FIVE GO OFF TO CAMP [1] / FÜNF FREUNDE IM ZELTLAGER [1] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Sue Best, Friedrich von Thun
Gäste: Cyril Luckham, Joe Brady, Christopher Wilkinson, John Barrett, John Bardon, Christine Akehurst, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Die Fünf Freunde fahren mit ihrem alten Hauslehrer Mr. Luffy in ein Zeltlager. Obwohl sie mit dem sympathischen alten Herrn gut zurecht kommen, möchten die Kinder lieber für sich sein, um ungestört auf Entdeckungstour gehen zu können. Allerdings erscheint die idyllische Landschaft keine Geheimnisse zu verbergen, bis Anne plötzlich laut um Hilfe ruft, da die Erde leicht bebt und Rauch aufsteigt. Anne ist sich sicher, dass sie auf einem Vulkan sitzen, doch Mr. Luffy kann sie beruhigen, indem er eine simple Erklärung liefert: Unter ihnen verläuft ein Eisenbahntunnel und ein Zug war für dieses Spektakel verantwortlich. Die Kinder finden schließlich einen alten Güterbahnhof und dort werden sie von einem unheimlichen Wächter verscheucht, der ihnen zuvor von Geisterzügen auf dieser seit Jahren stillgelegten Strecke berichtet hat. Wenig später lernen die Kinder auf einem Hof den jungen Jock kennen, dessen Stiefvater bereits über ihre Erkundungen am alten Güterbahnhof Bescheid weiß, und sie eindringlich davor warnt, sich dort erneut herumzutreiben. Doch das Rätsel lässt Julian, Dick und Jock keine Ruhe...

Der Zweiteiler "Fünf Freunde im Zeltlager" gehört sicherlich zu den packendsten und besten Folgen der gesamten Reihe, die vor allem Kinder in Begeisterung versetzen kann. Dieses Potenzial ist definitiv auch heute noch vorhanden, aber seinerzeit kam es zu einem regelrechten Grusel und Zuständen der Hochspannung. Alles beginnt hier ruhig und idyllisch, denn die Kinder sind für die Ferien gerüstet, von denen Onkel Quentin hofft, dass sie ohne die üblichen Komplikationen über die Bühne gehen. So ist seine Ungeduld hautnah mitzuerleben und es wird überdeutlich, dass ihm die Begleitung in Form des betagten Lehrers eine große Last abnehmen wird. Mr. Luffy ist liebenswert, nachsichtig und besonnen, scheint aber auch bereits etwas verkalkt zu sein. Am Zielort angekommen, machen sich die Kinder schnellstmöglich selbstständig und erforschen die malerische Umgebung, die zunächst keine Geheimnisse herzugeben scheint. Gedreht wurde inmitten eines atemberaubenden Panoramas, die Schauplätze wirken sorgsam ausgewählt und prägen diese Episode in ganz besonderer Art und Weise. Auch der sehr unscheinbar gewählte Titel dieses Zweiteilers kreiert einen plötzlichen und beinahe angenehm wirkenden Überraschungsmoment, denn plötzlich spricht man von einem führerlosen Geisterzug der nur bei Nacht auftaucht und wieder genauso spurlos verschwindet, wie er aufgetaucht war. Beim Einfahren des Zuges befindet sich die Kamera in gefährlicher Nähe zu den Gleisen und es entsteht der Eindruck, dass man den Zug anfassen könnte, der ja eigentlich überhaupt nicht existieren dürfte. Auf dem Bauernhof von Jocks Eltern werden zusätzlich einige merkwürdige Entdeckungen gemacht, zu denen auch so mancher unangenehmer Zeitgenosse gehört. Es ist nur noch nicht klar, wie sich dieses Puzzle schließlich zusammenfügen lässt.

In diesem ersten Teil fallen insbesondere die Rollenverteilungen unter den Kindern ins Gewicht, und es lässt sich beinahe von einer offenkundigen Hierarchie sprechen. Anne darf sich vornehmlich um hauswirtschaftliche Aktivitäten kümmern, mit denen sie hinlänglich vertraut und auch eigentlich ganz froh ist, weil sie dann nicht mit auf Abenteuersuche gehen muss. George, die alles ebenso gut kann oder können möchte wie die Jungen, versucht sich permanent durchzusetzen, bis Julian erstmals ein unmissverständliches Machtwort spricht. In rhetorischer Art und Weise fragt er nach dem Boss der Gruppe und meint natürlich sich selbst, bringt George damit so weit, dass sie innerlich vor Wut kocht, aber nach außen unbemerkt erstarrt. Ab diesem Zeitpunkt verhält sich die sonst sehr lebhafte George beleidigt und sie schmollt. Die Jungs wollen sich um den Geisterzug kümmern, da diese Aufgabe ihrer Ansicht nach nichts für Mädchen sei. Anne fällt ein Stein vom Herzen, da ihr diese gruselige Angelegenheit etwas zu heiß ist, doch George spannt Fäden vor dem Zelt der Jungen, die sie an ihrem großen Zeh befestigt, um wach zu werden, falls es endlich losgeht. Doch so einfach geht ihr Plan dann doch nicht auf, denn die Jungen tricksen sie aus. Am Ende zieht sie sich daher mit Timmy wieder einmal zurück. Vieles wirkt in diesem Teil auffällig mysteriös und geheimnisvoll, bis es schließlich auch tatsächlich noch gefährlich für die Abenteurer wird, auch bezüglich der bekannten und neuen Charaktere wird eine eine präzisere Färbung angeboten und transportiert. "Fünf Freunde im Zeltlager" spricht die Erwartungen des Zuschauers und insbesondere die von Kindern massiv an, und lässt ihre Fantasien dabei für jeweils fast 25 Minuten Wirklichkeit werden, was gar nicht so selbstverständlich ist. Der obligatorische Cliffhanger, mit dem Verschwinden des Zuges im Tunnel und mit Julians entsetztem Gesichtsausdruck, lässt das Warten auf die Fortsetzung zum Geduldspiel werden. Ganz große Klasse!

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● FOLGE 08 | FIVE GO OFF TO CAMP [2] / FÜNF FREUNDE IM ZELTLAGER [2] (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Cyril Luckham, Chris Wilkinson, Joe Brady, George Moon, Christine Akehurst, John Bardon, John Barrett
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Julian, Dick und Jock schleichen sich trotz Mr. Andrews' Warnung nochmals zum alten Güterbahnhof, wo sie erneut den Geisterzug beobachten können. Bei Nacht lässt sich jedoch wenig erkennen und die drei Freunde wollen lieber bei Tageslicht auf Erkundungstour gehen. Stück für Stück untersuchen sie den Tunnel gemeinsam mit Anne, doch an dessen Ende bemerken sie, dass die Schienen schon sehr lange nicht mehr benutzt wurden. In der Zwischenzeit durchstreifen die immer noch beleidigte George und ihr Hund den Hügel, doch plötzlich ist Timmy verschwunden. Unter allerlei Gestrüpp findet sie ein Gitter, unter dem eine Leiter hinab führt. Dort kann sie eine unglaubliche Entdeckung machen, bemerkt allerdings nicht, dass das Schloss hinter ihr eingerastet ist. Julian, Dick, Jock und Anne nehmen in der Mitte des Tunnels eine Abzweigung, kommen dort aber auch nicht weiter. Diese Strecke wurde bereits vor mehreren Jahren zugemauert. Ratlos suchen sie einen Weg in die Freiheit, doch dann hören sie plötzlich den heranfahrenden Zug...

Folge 8 profitiert nicht nur von den Weichenstellungen ihres Vorgängers, sondern von einer sich immer weiter zuspitzenden, dramatischen Atmosphäre, die geisterhafte Züge annehmen wird. Wie üblich lassen die Kinder nicht locker und möchten dem Geheimnis unbedingt auf die Spur kommen, da sie übernatürliche Gründe insgeheim anzweifeln. Im Verlauf merkt man daher schnell, dass keiner mehr von ihnen so richtig an einen Geisterzug glaubt, vielmehr wird eine normale Lösung in Betracht gezogen. Man bringt Jocks Stiefvater Mr. Andrews mit den merkwürdigen Geschehnissen in Verbindung, da er nicht nur durch seine unsympathische und cholerische Art, sondern auch die geheimnisvolle Flotte der LKW auf seinem Hof auffällt. Da George sich selbst ausgegrenzt hat, aber keinen unerheblichen Teil zur Lösung beitragen wird, macht sich der Rest der Kinder auf die Suche nach wichtigen Informationen. Anne, die aus Furcht nicht noch einmal mit durch den düsteren Tunnel gehen möchte, wird ebenfalls einen wichtigen Teil zur Rettung der anderen übernehmen. Wieder einmal wird lückenloses Zusammenarbeiten gezeigt und bedingungsloser Zusammenhalt demonstriert, der nur funktioniert, wenn sich jeder auf den anderen verlassen kann, auch wenn jemand einmal eigene Wege geht. Auch eine gewisse Konfrontation und merkliches Konfliktpotenzial wird hier immer wieder gerne angedeutet, wenngleich am Ende immer Lösungsansätze angeboten werden. Als die drei Jungs beispielsweise am Anfang von ihrer Tour ohne die Mädchen zurückkommen, und George wieder ihr Überwachungsseil gespannt hat, wollen sie ihr den Gefallen einmal tun und ziehen kräftig daran und sie stellen sich ganz schnell schlafend. Als Anne nicht noch einmal mit durch den unheimlichen Tunnel gehen möchte, wird sie »feige Pute« genannt.

Niemand ist nachtragend, für alle Ewigkeit beleidigt oder stur, sodass die Kinder ihre Vorbildfunktion für das insbesondere jüngere Publikum ernst nehmen und ausspielen. Es ist schlussendlich sehr gelungen, dass man trotz der außergewöhnlichen Fähigkeiten immer noch Kinder vor sich hat, und keine jungen Erwachsenen. Folge 8 nimmt stark an Spannung und Tempo zu, die Geschichte rund um dem Geisterzug findet einige spektakuläre Wendungen und eine recht überraschende Auflösung. Dabei steht überhaupt nicht so sehr im Vordergrund, wer am Ende des Tages an den kriminellen Aktivitäten beteiligt ist, die ohnehin nicht en detail erklärt werden, sondern was sich im Inneren des Tunnels abgespielt und vermutlich schon Dutzende Male zugetragen hat. "Fünf Freunde im Zeltlager" verfügt über eine ganz besonders packende und dichte Atmosphäre, da viele Sequenzen bei Nacht, beziehungsweise im mysteriösen Tunnel stattfinden und der Zuschauer permanent das Gefühl vermittelt bekommt, es könne plötzlich eine Hand aus dem Nichts schnellen, um nach den Jungdetektiven zu greifen. Der Zug wirkt ebenfalls gespenstisch, zumal das Thema durch unheimliche Geschichten anderer angeheizt wurde, und ist im Verlauf noch in sehr guten Bildstrecken eingefangen. Die Gauner, die zum Showdown von beiden Seiten auf die Kinder zukommen, sie deswegen wie eingekesselt und in der Falle sind, ein klemmendes Gitter, das den Zustand eines Gefängnisses symbolisiert, aus dem es keinen Ausweg mehr gibt, und die Zeit, die davon rennt; es spitzt sich zu in dieser wahrscheinlich Besten aller Episoden der Reihe. So werden alle Beteiligten ihren Ausflug in das Zeltlager, welcher einfach unbeschwert vonstatten gehen sollte, aber letztlich hoch spannend wurde, nie wieder vergessen. Eine außerordentlich spannende und daher besonders unterhaltsame Episode.

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● FOLGE 09: FÜNF FREUNDE AUF GROẞER FAHRT / FIVE ON A HIKE TOGETHER (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Daniel Moynihan, Prentis Hancock, Lally Percy, Frank Ellis
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Mike Connor



Während einer Wanderung bemerken Julian, Dick, Anne, George und Timmy ein großes Aufgebot von Polizeiwagen. Von einem Beamten erfahren sie, dass nach einem entflohenen Sträfling gefahndet wird. Da sich die Fünf Freunde verlaufen haben und es auch bald dunkel wird, übernachten sie in einer verlassenen Scheune. Mitten in der Nacht wacht Dick auf, da jemand seinen Namen ruft. Es ist der entflohene Sträfling, der seinem Komplizen, der ebenfalls Dick heißt, eine Nachricht überbringen will. Auf einem Zettel steht ein Rätsel, dass die Freunde aber schon bald geknackt haben und es führt sie zu einem alten, halb zerfallenen Haus und zu einem See, in dem irgend etwas versenkt worden sein soll. Und tatsächlich können sie eine alte, wasserdichte Tasche aus dem See bergen. Bevor die Fünf Freunde herausfinden können, was sich darin verbirgt, nehmen die Kriminellen Verfolgung auf...

Bei "Fünf Freunde auf großer Fahrt" handelt es sich vielleicht nicht um den aussagekräftigsten Titel, aber dahinter verbirgt sich ein wirklich spannender Fall, der eine bedrohliche Atmosphäre aufbauen kann, was gleich zu Beginn an einem Geschwader von Polizeiwagen liegt, welches darauf hinweist, dass man es offensichtlich mit einem der schwereren Jungs zu tun hat. Während die Kinder einige Beamte mit Hundestaffeln sehen, die das teils unübersichtliche Gebiet durchforsten, werden sie zwischenzeitlich von einem Polizisten über die Geschehnisse aufgeklärt. Das Publikum ahnt bereits, dass es zu einem Clash kommen dürfte, denn schließlich haben die Protagonisten das kriminelle Unheil stets anziehen können, wie ein Magnet. In einer verlassenen Scheune beschließen sie, Rast zu machen, immerhin ist die Dunkelheit nicht mehr weit, und in der Nacht darf es gruselig weitergehen, denn plötzlich hört man eine unbekannte Stimme, die nach Dick ruft, diesem Anweisungen und dem Publikum gleichzeitig das zu lösende Rätsel mit auf den Weg gibt. Dass einer der Komplizen - nämlich der richtige Dick - in der Scheune wartet und zum Greifen nah ist, heizt die besondere Spannung merklich an. Da die Fünf Freunde neugierig geworden sind und das Geheimnis natürlich lösen wollen, führt sie ihr Weg in ein halb zerfallenes Haus und schließlich zu einem Bootshaus. Die Räuber haben die Stelle in der Mitte des Sees markiert und eigentlich müsste nur noch abgestaubt werden. Die Verfolgung auf dem See wirkt zunächst nervenaufreibend, doch die potentielle Gefahr der Diebe wird leider durch zu viel Situationskomik entschärft. Für junge Zuschauer ist diese Lösung natürlich eine Genugtuung, wenn die Pläne von Julian und Co. funktionieren und ihre Gegner ins Straucheln kommen.

In dieser neunten Folge sind insbesondere die tollen Schauplätze bemerkenswert ausgewählt worden, die der ohnehin spannenden Story eine besondere Aussagekraft zu geben wissen. Erfreulicherweise übernimmt Dick mal wieder eine prominentere Rolle im Geschehen, und diesmal schaffen es die Kinder sogar, ohne die üblichen kleinen Konfrontationen auszukommen. Jeder ist zu gleichen Teilen für den Erfolg dieser Mission verantwortlich, jeder kann sich blind auf den anderen verlassen. Eine besondere Finesse ist mit dem Stehenbleiben von Dicks Armbanduhr eingebaut worden, was nochmals eine Anregung zum Nachdenken und erfolgreichen Miträtseln der jungen Anhängerschaft mit sich bringen sollte. In Mike Connors "Fünf Freunde auf großer Fahrt" macht es besonders großen Spaß, dabei zuzusehen, dass die Kinder enorm auf Draht sind und den Räubern beinahe mühelos die Beute abjagen können. Hinzu kommt, dass die Kinder wieder einmal maßlos von den Erwachsenen unterschätzt wurden, was sich bis hier hin langsam aber sicher zu einer Art Running Gag entwickelt hat. Diese Folge genießt einen besonderen Stellenwert im eigenen Ranking, da sie nicht zu den Fällen gehört, die seinerzeit mit Kinderaugen wahrgenommen und gelöst werden konnten, sondern erst viel später. In diesem Zusammenhang kam naturgemäß eine ganz andere Intensität bei der Betrachtung auf, was natürlich im Gedächtnis geblieben ist. So bietet Folge 9, die sich ausgiebig dem Zufallsprinzip bedient, wieder einmal eine ausgezeichnete Unterhaltung und zeigt die Fünf Freunde bemerkenswert wach und selbstverständlich unerhört erfolgreich bei ihrem nicht ganz alltäglichen Hobby. Besonders erfreulich ist die hohe Spannungskurve durch eine unkalkulierbare Bedrohung, die von den Kindern spielend entschärft wird.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 10: FÜNF FREUNDE IM NEBEL / FIVE GO TO MYSTERY MOOR (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: John Flint, Willoughby Goddard, Michael Sheard, Kevin Hudson, Norman Mitchell, Frank Jarvis, Alexis Hurst
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Julian, Dick, Anne und George machen Urlaub auf einem Reiterhof. Spontan entscheiden sich sich, im Moor zu zelten. In der Nacht werden die Kinder jedoch vom Lärm eines kleinen Flugzeuges aufgeweckt, das verdächtig tief fliegt. Gleichzeitig sehen sie unheimliche rote Signale, bis mehrere Pakete abgeworfen werden, die die Kinder fast getroffen hätten. Darin enthalten sind große Geldsummen in Form amerikanischer Dollar. Dichter Nebel zieht über Mystery Moor auf und die Fünf sammeln die wertvollen Pakete rasch ein und trennen sich, da sie bereits von einigen Gestalten verfolgt werden. Während George und Anne gefangen genommen werden, versuchen Dick und Julian, zum Reiterhof zurückzukommen, um Hilfe zu holen, doch wegen des dichten Nebels kann man beinahe die Hand vor den Augen nicht erkennen. Für Anne, George und Timmy wird es derweil ziemlich brenzlig, denn sie werden dem ungeduldigen Boss gegenübergestellt, der auf sein Geld wartet...

Mit "Fünf Freunde im Nebel" hat man es definitiv mit einer der stärksten Folgen innerhalb der Reihe zu tun, die insbesondere durch ihre vielen mysteriösen Inhalte sehr viel Spannung aufbauen kann. Das Ganze spielt sich zunächst auf einem Reiterhof ab, was Kinderherzen in der Regel ja schon einmal höher schlagen lässt. Anne und George sind dort bereits zu gewissen Arbeiten eingeteilt. Julian und Dick werden etwas später von Onkel Quentin vorbei gebracht. Erstmals gestaltet sich die Erweiterung des Teams durch andere Kinder unterschiedlich ab, da es zu diversen Spannungen kommt, denn George steht mit einem gleichaltrigen Mädchen namens Henry auf Kriegsfuß, weil sie sich offensichtlich zu sehr ähneln und immer das Kommando haben möchten. Henry möchte genau wie George in allem die Beste und vor allem die Erste sein. Bei einem gemeinsamen Ausritt zum Schmied bekommen die Kinder eine unheimliche Geschichte über die Bartel-Brüder erzählt, die mit einer kleinen Eisenbahn weißen Sand vom Meer transportierten, aber eines Tages spurlos im Nebel verschwanden und nie wieder aufgetaucht sind. Zuvor lernten die Kinder noch den kleinen Zigeunerjungen Sniffy kennen, der eine eigenartig undurchsichtige Rolle spielt, genau wie dessen Leute, die aufgrund ihres inadäquaten Verhaltens sehr verdächtig wirken. Da die Fünf Freunde selbst auf Mystery Moor zelten wollen, werden sie natürlich hellhörig, da sich ein neuer Fall anbahnen könnte. Starke Momente entstehen, als der Flieger die heiße Fracht abwirft und dichter Nebel aufzieht, den man als Zuschauer förmlich spüren kann und aus dem schließlich gleich mehrere Hände nach den Mädchen greifen, um sie in eine schäbige Hütte zu verschleppen, in der es zu einem standesgemäßen Showdown kommt.

Hier werden sie den Boss der Ganoven kennenlernen. Bei diesem schwergewichtigen, bedrohlich wirkenden Herrn handelt es sich um eine der überzeugendsten Verbrecherfiguren der gesamten Reihe, der insbesondere jüngere Zuschauer das Fürchten lehren kann. Von den Mädchen verlangt er, ihm das Geld so schnell wie möglich wieder zu beschaffen und Timmy soll dabei behilflich sein. Erwähnenswert ist, dass George hier erstmals einen versteckten Warnhinweis gibt, indem sie die Nachricht mit ihrem vollständigen Namen Georgina unterschreibt. Die Jungs versuchen in der Zwischenzeit die Bahngleise zu finden, die sie zum Reiterhof führen sollen. Sniffy lenkt die Verbrecher ab und erweist sich als mutiger Helfer, auch wenn er die ganze Zeit überaus eingeschüchtert gewirkt hat. Das Tempo wird in dieser zehnten folge immer rasanter, die Atmosphäre immer dubioser und es entsteht der Eindruck, dass einem die Zeit davon läuft, da die Gegenspieler ohne Skrupel agieren. Auch die verhärteten Fronten zwischen den rivalisierenden Mädchen werden durch die gefährliche Situation aufgeweicht, sodass wieder einmal Zusammenhalt demonstriert werden kann, und dass der erste Eindruck möglicherweise doch nicht immer der richtige sein muss. Kombinationstechnisch bietet diese Episode unterm Strich vielleicht gar nicht einmal allzu viel an, denn die Ereignisse werden größtenteils transparent dargestellt, auch wenn manche Personen nicht zu durchschauen sind, außerdem nimmt der starke Verlauf wie von alleine ganz schön an Fahrt auf. Die Hochspannung wird mit einem Finale gekrönt, das alle Altersklassen anspricht und "Fünf Freunde im Nebel" ist gekonnt und atmosphärisch in Szene gesetzt worden. Es bleibt ein äußerst spannender Ausflug in die Grusel-Heide.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 11: FÜNF FREUNDE WITTERN EIN GEHEIMNIS / FIVE ON A SECRET TRAIL (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Sue Best
Gäste: Ray Armstrong, Gertan Klauber, Diana Lambert, Peter Wilson sowie Jeremy & Paul Stacey
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Don Leaver



Die Fünf Freunde übernachten in einem alten, halb zerfallenen Haus, da ein Gewitter im Anmarsch ist. Bereits in der ersten Nacht geschehen jedoch schon gruselige Dinge. Als ein Blitz die Dunkelheit unterbricht, sehen die Kinder drei Furcht erregende Gestalten am Fenster stehen, die sie beobachten und die im nächsten Moment auch schon wieder verschwunden sind. In der folgenden Nacht sind in unmittelbarer Nähe blinkende Lichter zu sehen. Julian und Co. kommen nur zum gleichen Schluss: Jemand möchte sie aus dem verlassenen Haus vertreiben. Doch wer könnte einen Grund haben? In der Gewissheit beobachtet zu werden, inszenieren sie ihre Abreise, doch Julian und Dick schleichen sich wieder zurück an den Ort des Geschehens. Zwei Männer und eine Frau durchsuchen das Haus; sie sind offenbar auf der Suche nach einem Schatz...

Was die atmosphärische Dichte und Spannung dieser elften Folge angeht, knüpft Don Leaver nahtlos an die bereits präsentierten und größtenteils starken Vorgänger an. Das Einbauen von gelungenen Gruselelementen und beunruhigenden Effekten unterstreicht auch hier einen sehr sehenswerten Fall, bei dem es wieder einmal um den Dauerbrenner Industriespionage geht, was bis zu diesem Zeitpunkt allerdings schon länger keine Verwendung mehr gefunden hatte. Die plötzlich auftauchenden Verbrecherfiguren wirken markant und sorgen bei ihrem ersten Erscheinen für einen kurzen und überaus beeindruckenden Schockmoment, der tatsächlich durch Mark und Bein geht und durch die wie üblich angepasste und punktgenau platzierte Musik in Erinnerung bleiben wird. Vor allem das Auftauchen der unheimlichen Gestalten wirkt bedrohlich, da Anne erneut als Projektionsfläche für Angst und Schrecken herhalten muss, weil sie den Beschützer-Instinkt so ungezügelt anspricht und Mitgefühl provoziert. Auch bei Nacht, als die Gauner das Haus durchsuchen, gestaltet sich die Angelegenheit in der Gefahr der Dunkelheit als sehr mitreißend, da die im Verborgenen lauernden Jungs beinahe entdeckt werden und man sich ausmalen kann, was mit ihnen passiert wäre. Es scheint, als müssten die Kinder gerade in dieser Episode ganz besonders großen Mut beweisen, und auch die Kombinationsgabe und die Aufgewecktheit sind natürlich gefragt. Das Ermittler-Team wird in "Fünf Freunde wittern ein Geheimnis" durch sehr unterschiedlich geartete Zwillinge erweitert, die maßgeblich zur Lösung des Rätsels beitragen werden, auch wenn die Zirkusvorstellung der beiden anfangs nicht gleich begriffen wird, man sie dementsprechend auch nicht sonderlich sympathisch findet.

Dieser von Geheimnissen getragene Fall erscheint vielleicht vom Inhalt her nicht ganz so stark zu sein, wie bereits andere gelöste Rätsel zuvor, da die Auflösung bei all den Gruselelementen schließlich doch zu reibungslos verläuft und im Finale abgehackt wirkt. Die anfängliche Hochspannung fällt somit leicht ab, obwohl die Kinder wieder einige dunkle Geheimgänge erkunden müssen, in denen die möglicherweise gewaltbereiten Gauner jederzeit auftauchen und nach ihnen greifen könnten. Das Rätsel um den Industriespionage-Schatz ist zwar logisch aufgerollt und einfach aufgelöst, hält aber durchaus einige Komplikationen bereit. Wenn überhaupt, handelt es sich hierbei aus heutiger Sicht höchstens um kleinere Kritikpunkte, die Episode 11 aber nicht uninteressanter werden lässt. Aus persönlicher Sicht handelte es bei "Fünf Freunde wittern ein Geheimnis" schon damals um eine der spektakulärsten Episoden seit dem unheimlichen Auftauchen des Geisterzuges, einige Folgen zuvor. Das Konzept der elften Folge kann mit den hier angewendeten Mitteln wieder einmal treffsicher aufgehen und die fünf Jungdetektive halten mit ihren Kombinationen und Provokationen auf Trab. Spaßige Untertöne sorgen dafür, dass die gruseligen Elemente etwas entschärft werden, aber dennoch bleibt dieser Ausflug in Erinnerung, der ja schließlich nur als Urlaub gedacht war, und in einem waschechten Abenteuer gipfelt. Da merkwürdige Gestalten ihr Unwesen treiben und verschwundene Dokumente gefunden werden, bevor überhaupt jemand bemerkt hatte, dass sie nicht mehr da sind, darf sich der Fan ganz in seinem Element fühlen. Was will man eigentlich mehr? Auch nach unzähligem Anschauen handelt es sich immer noch um eine der eigenen Lieblingsfolgen, weil sie atmosphärisch gelungen, spannend inszeniert und mit angenehmem Humor ausgestattet ist.

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● FOLGE 12: FÜNF FREUNDE ALS RETTER IN DER NOT / FIVE GO TO BILLYCOCK HILL (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Barry Andrews, Andrew Bagley, Ray Barron, Gretchen Franklin, Rowland Guinnane
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Don Leaver



Die Fünf Freunde schlagen ihre Zelte in der Nähe von Billycock Hill auf, wo sie sich mit ihrem Freund Toby treffen wollen, doch die Ruhe wird immer wieder durch fürchterlichen Lärm gestört. Unweit ihrer Zelte befindet sich ein Stützpunkt der Luftwaffe, wo man die neusten Flugzeuge testet. Tobys sympathischer Onkel Jeff, den sie schon bald kennen lernen, ist dort Testpilot. Im Radio hören die Kinder in den nächsten Tagen allerdings, dass einer der geheimen Prototypen gestohlen wurde, und samt dessen Piloten Jeff spurlos verschwunden ist. Außerdem treiben sich dubiose Gestalten im Umkreis des Stützpunktes herum. Die Fünf Freunde beschließen, den verschwundenen Piloten zu suchen und seine Unschuld zu beweisen. Schon bald fällt ihnen ein aufgemalter Hilferuf auf dem Rücken eines kleinen Ferkels in die Hände, der sie zu einem verlassenen Herrenhaus führt...

Die zwölfte Folge der bereits zu einem Drittel abgedrehten Serie fällt im Gegensatz zu den meisten vorhergegangenen Teilen deutlicher aus dem Rahmen - und zwar inszenatorisch, vor allem thematisch und tendenziell. Zwar ist die Verwendung der herkömmlichen und bewährten "Fünf Freunde"-Zutaten auch hier durchaus gegeben, doch man merkt dieser Episode die vergleichsweise launischere Inszenierung an, die leider kaum über die obligatorische mystische Spannung verfügt, die für so viele große und denkwürdige Momente sorgen konnte. Die anderen Rätsel wirkten irgendwie spektakulärer, vielleicht sogar deutlich greifbarer, und hier hat man es nun mit einem vielleicht zu dick aufgetragenen Fall zu tun, dessen Übergänge teils sehr ungeschickt und holprig wirken. Der Verlauf verfügt leider über einige schleppende und phasenweise sogar nicht sehr stimmige Phasen; das Ende wird dem Zuschauer beispielsweise viel zu abrupt aufgetischt und man bekommt insgesamt zu wenige schlüssige Erklärungen vermittelt. Ein gewisser Reiz bei dieser kann sich trotz vieler Unstimmigkeiten dennoch entwickeln, denn gerade Jungs dürften bei der Thematik rund um ein gestohlenes Militärflugzeug besonders hellhörig werden. Die Frage, wer hinter dieser Aktion steckt wird dem Empfinden nach nur unzureichend beantwortet und rückt daher in die zweite Reihe, da man sich verstärkt darauf konzentriert denjenigen herauszuarbeiten, der an dem Diebstahl nicht beteiligt war. Die mysteriösen Figuren in dieser Folge wirken etwas planlos und agieren auch dementsprechend, außerdem wirken sie längst nicht so bedrohlich, wie man es bislang gewöhnt war. Fall 12 wirkt in der Tat künstlich gestreckt und bemüht aufgeplustert.

So bleibt insgesamt zu bemängeln, dass es der Folge "Fünf Freunde als Retter in der Not" leider an Atmosphäre fehlt, und auch die Drehorte wirken erstmals zu eintönig und einfallslos. Zwar kann man Zeuge einiger Ermittlungen bei Nacht werden, in der sich zwielichtige Gestalten herumtreiben und auch bei der Spurensuche im alten Herrenhaus könnten schließlich mehrere Gefahren lauern, aber das will alles nicht so recht greifen, weil es in diesem Zusammenhang wie gesagt eine wesentlich höhere Messlatte gibt. Die Spannung wird vorzugsweise über einen unsympathischen Beamten der Militärpolizei aufgebaut, der die Kinder mit seinem aggressiven Schäferhund verschreckt, aber nicht in Schach hält. Schön zu beobachten ist, dass die jungen Detektive nach wie vor vollkommen unverbraucht agieren und eine sichere Strategie verfolgen, auf Zusammenhalt und Stärken setzen, die aus Gemeinsamkeiten entstehen. Man glaubt schließlich auch zu sehen, dass sich die jungen Amateurdetektive weiter entwickelt haben und dies natürlich auch weiterhin tun werden. Charakteristisch für diese zwölfte Folge bleibt der störrische Transfer aus einer bislang empfundenen Märchenwelt in die Realität, da plötzlich ein Todesfall im Raum steht und die Art des Verbrechens wesentlich weltlicher wirkt. So handelt es sich nach persönlichem Geschmack um die bislang schwächste Folge der auf sehr hohem Niveau laufenden Reihe, was auch daran liegen mag, dass das Potential der Geschichte weitgehend ungenutzt bleibt und man mit Routine und herkömmlichen Mitteln einfach mehr hätte herausschlagen können. Der treue "Fünf Freunde"-Fan wird aber sicherlich auch mit dieser Folge irgendwie zufrieden sein, vor allem wegen seiner verlässlichen Helden.

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● FOLGE 13: FÜNF FREUNDE UND DAS BURGVERLIES / FIVE ON FINNISTON FARM (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher
Gäste: Thelma Whiteley, Leslie Dwyer, Ben Aris, Shane Rimmer, Peter Copley
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Peter Duffell



Die Fünf Freunde besuchen die alte Finniston Farm und freuen sich schon darauf, dort einige Tage verbringen zu können. Schon bald lernen sie den unsympathischen amerikanischen Antiquitätenhändler Mr. Henning und dessen verwöhnten Sohn Junior kennen, die ebenfalls Gäste auf der Farm sind, auf deren Grundstück einst eine Burg gestanden haben soll. Dies weckt das Interesse des Geschäftsmannes, da irgendwo in den verschollenen Geheimgängen noch ein Schatz verborgen sein soll. Als Timmy etwas ausgräbt, das genau in diese Richtung weist, wird der Instinkt der Kinder geweckt. Und tatsächlich finden sie den Zugang zu den Burgruinen, doch die Zeit wird denkbar knapp. Junior hat die Entdeckung bereits ausspioniert und wenig später hat Mr. Henning auch schon ein Arbeiterteam engagiert, das nach dem verschwundenen Burgverlies graben soll. Die Kinder geraten in große Gefahr.

Innerhalb der Reihe stellt "Fünf Freunde und das Burgverlies" ohne jeden Zweifel eine der stärksten Episoden dar und bringt einige Besonderheiten mit sich. Anders als in anderen Fällen, haben es die Fünf Freunde hier nicht mit Verbrechern zu tun, sondern mit einem rücksichtslosen und absolut unsympathischen Antiquitätensammler, der aus der Not von anderen seinen Profit schlagen möchte und obendrein Amerikaner ist. Mr. Henning wird dabei sehr eindimensional aber ebenso eindrucksvoll dargestellt, eben wie es das typische Klischee hergibt. Er gibt sich großspurig, unhöflich und wirkt bei seinem Gehabe vollkommen selbstgefällig. Außerdem sieht man mit dessen Sohn Junior zum ersten Mal ein Kind, von dem sehr negative Spannungen ausgehen, die sich im Verlauf auch nicht legen werden. Eine negative Kinderrolle taucht somit auch erstmals in der laufenden Serie auf, was die Fünf Freunde und die Zwillinge vom Hof näher bringen wird, deren erste Begegnung auch nicht gerade von besonderer Sympathie geprägt war, da beide befürchteten, der Besuch der Kirrins würde noch mehr Arbeit für sie ihre ohnehin ausgelaugt wirkende Mutter mit sich bringen. Des Weiteren handelt es sich bei Folge 13 um die erste, in der Michael Hinz als Onkel Quentin keinen kurzen Auftritt hat und die Kinder somit in noch größerer Selbstständigkeit zeigt. Die Charaktere in dieser Folge sprechen den Zuschauer unmittelbar positiv oder negativ an. Da wäre die bedauernswerte Mrs. Philpot, die vor lauter Arbeit nicht mehr weiß, wo ihr der Kopf steht und keine richtige Hilfe bekommt, obwohl ihre Kinder alles tun, um sie zu entlasten. Die Wand, gegen die sie täglich läuft, ist der starrköpfige Großvater des Hofs, der sehr antiquierte Ansichten vertritt.

Hinzu kommt, dass Mrs. Philpot ihre amerikanischen Gäste von hinten bis vorne bedienen und auch noch den uneinsichtigen Großvater ständig besänftigen muss, der hier für alte Werte und so manche Weisheit steht. Der Großvater moniert permanent die unhöfliche Art der Gäste und will sie lieber heute als morgen vom Hof jagen, doch man ist auf die finanziellen Mittel der eigentlich ungebetenen Gäste angewiesen. Die Kinder haben jedoch sehr ausgeprägte Antennen für Ungerechtigkeiten aller Art und bieten ihre Hilfe an, um beispielsweise anfallende Arbeiten auf dem Gut zu übernehmen, die erstaunt angenommen werden. George hat es sich in den Kopf gesetzt, Junior die Flausen austreiben und schmiedet einen Plan. Hierbei entsteht eine der lustigsten Szenen der Reihe, als sie Junior, der immer nur bequem im Bett frühstückt, weil Mrs. Philpot ja schließlich dafür bezahlt werde, eine Packung Cornflakes ins Bett schüttet und verbal mit ihm abrechnet. Die Schauplätze auf dem Bauernhof, der Laden des Antiquitätenhändlers im Dorf oder die unterirdischen Gewölbe kreieren eine überaus spannende und authentische Atmosphäre. Als Mr. Henning mit einem Bagger graben lässt, der schließlich halb im Boden einsinkt, während sich die Kinder im unterirdischen Verlies befinden, erzeugt Hochspannung für junge oder ältere Zuschauer, denn die Zeit läuft spürbar davon. Interessant ist, dass viele Zufälle und der berüchtigte Spürsinn den richtigen Weg weisen und am Ende eine Geschichte dabei heraus kommt, die von Anfang bis Ende überzeugen kann. "Fünf Freunde und das Burgverlies" ist nicht nur auf MC eine der besten Folgen geworden, sondern definitiv auch innerhalb der Serie, die derartige Amplituden immer wieder zutage gebracht hat.

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● FOLGE 14: FÜNF FREUNDE GERATEN IN SCHWIERIGKEITEN (1) / FIVE GET INTO TROUBLE: PRISONERS (1) (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Sue Best, Friedrich von Thun
Gäste: Stephan Chase, Leon Lissek, Brian Croucher, Grant Bardsley, Peggy Ledger, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Sidney Hayers



Julian, Dick, Anne und George begeben sich gemeinsam auf eine Radtour. Nach kurzer Zeit taucht ein Junge auf, der sich ihnen anschließt und sich dabei förmlich aufdrängt. Richard stammt aus sehr reichem Haus, und als er Rooky, einem ehemaligen Leibwächter seines Vaters, auf dieser Tour begegnet, wird es gefährlich für den Jungen und die Fünf Freunde. Richard soll entführt werden und dabei helfen, in das Elternhaus zu gelangen, um dort wertvolle Dinge zu stehlen. Im Eifer des Gefechts kommt es allerdings zu einer fatalen Verwechslung, denn Dick wird gekidnappt, wobei Anne hilflos zuschauen muss. Da sie jedoch mitbekommen hat, wohin man ihren Bruder verschleppt hat, begeben sich die Kinder auf die Suche und die Spur führt in das Herrenhaus Owl's Dene. Dort machen sie eine unangenehme Bekanntschaft...

Die 14. "Fünf Freunde"-Folge beginnt wie so oft mit einer gemeinsamen Ferien-Unternehmung der Kinder, sodass man beinahe denken könnte, es gäbe nichts anderes als Schulfrei. Die Radtour beginnt völlig unbelastet, ausgelassen und unbeschwert, bis sich plötzlich ein paar Komplikationen anbahnen, die jedoch zu diesem frühen Zeitpunkt noch nicht als solche angesehen werden. Bemerkenswert ist wieder einmal die große Selbstständigkeit und Unternehmungslust der Freunde, die von wie die Basis einer Furchtlosigkeit vor Kriminellen aller Art zu sein scheint. Wer die Serie kennt, ahnt bereits, dass diese Zeitgenossen nicht mehr weit entfernt sein können, doch zunächst machen sie Bekanntschaft mit einem anderen Kind namens Richard, der sich zu allseitigen Verwunderung regelrecht aufdrängt. Dabei wirkt er besonders altklug, rechthaberisch und wenig besonnen, stellt also einen hohen Kontrast zu den anderen dar, die ansonsten hauptsächlich mit etwa Gleichaltrigen zu tun hatten, denen sie völlig unvoreingenommen gegenüberstanden. Also wird der bereits geschulte Zuschauer etwas misstrauisch und blickt der eindeutigen Zuordnung Richards gespannt entgegen. Der Fünf-Freunde-Fan fühlt sich genau wie im Vorgänger durch eine derartig unsympathisch angelegte Kinderrolle gestört und wünscht sich eine deutliche Mäßigung, die hier allerdings auch zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden wird. Der Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfe rücken in den Fokus und es wird abermals auf den pädagogisch wertvollen Hintergrund der gesamten Serie hingewiesen, die ja schließlich nicht ohne Auftrag vonstatten gehen soll. Ganz einfache Mittel sollen für den Zuschauer schließlich lehrreich wirken, und dieses Konzept geht unaufdringlich und erfahrungsgemäß beinahe unfehlbar auf.

Die Charaktere sind wieder einmal sehr deutlich gewissen Tendenzen oder Seiten zugeordnet, sodass erst einmal ein gemeinsamer Nenner gefunden werden muss, den die Kriminellen erfahrungsgemäß in greifbare Nähe rücken. Wo die Kinder wie immer verlässlich wirken, schickt man eine ganze Bande von bedrohlich wirkenden Ganoven ins Rennen. Die einfältigen Handlanger sowie der intelligente, sehr elegant wirkende Boss, der für Entscheidungen zuständig ist. In dem Herrenhaus, in das Dick verschleppt wurde, gibt es eine alte Dame, die offensichtlich die Haushälterin ist. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine gerne genommene Variante, denn die bedauernswerte Frau wird von ihren Herren sehr schlecht behandelt und in einem sehr unschönen Umgangston hin- und hergeschickt, außerdem fungiert sie als diejenige, die Warnungen in Richtung der Kinder abgibt, und somit also für die weitere Spannung sorgt. Das Haus befindet sich in einem weitläufigen Park, der von einem hohen Zaun umrandet ist. Nur das Tor öffnet sich automatisch, wenn das seinerzeit neue Ford Granada Modell auftaucht, von dem seit Beginn eine Bedrohung ausgeht, da die Kinder mit ihren Fahrrädern bei der Flucht unterlegen sind. Sie gelangen schließlich auf das Gelände und diese Sequenzen sind bei Tagesausklang gedreht. Es wird relativ spannend, besonders in dem klaustrophobisch wirkenden Haus, außerdem ist aufgrund der Doppelfolge sogar ein schöner Cliffhanger eingearbeitet. "Fünf Freunde geraten in Schwierigkeiten" ist zu einer überzeugenden Folge geworden, die eine gelungene Atmosphäre transportiert, wieder einmal durch das leichtfüßige Schauspiel der Kinder auffällt und wegen der spannenden Umsetzung Akzente setzen kann. Folge 14 macht daher neugierig auf den zweiten Teil, in dem sich alles klären muss.

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● FOLGE 15: FÜNF FREUNDE GERATEN IN SCHWIERIGKEITEN (2) / FIVE GET INTO TROUBLE: CONSPIRACIES (2) (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Stephan Chase, Leon Lissek, Brian Croucher, Grant Bardsley, Peggy Ledger, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Sidney Hayers



Als die Kinder in das Herrenhaus einsteigen, in dem Dick gefangen gehalten wird, werden sie von einigen zwielichtigen Gestalten überrascht. Zur Sicherheit werden die ungebetenen Gäste ebenfalls in Verwahrung genommen, bis die Gauner ihren nächsten Coup gelandet haben wollen. Am nächsten Tag bemerkt Rooky, der ehemalige Leibwächter von Richard Kents Vater, dass der falsche Junge entführt wurde. Nun wird es für die fünf Freunde und Richard sehr gefährlich, denn das Anwesen gleicht einem Käfig ohne Ausweg, doch die Kinder können einen Plan schmieden, der die Ganoven schließlich in große Bedrängnis bringen soll. Wird diese waghalsige Aktion gut ausgehen..?

Nach den Turbulenzen der Vorgängerfolge, die zum Ende hin vor allem bedrohliche Tendenzen für die Kinder angenommen hatte, wird unmittelbar an die temporeiche Vorgehensweise angeknüpft, sodass wichtige Spannung aufkommen kann, die durch ungewöhnlich offensiven Nervenkitzel angeheizt wird. Diese wichtige Strategie kommt insbesondere bei Doppelfolgen zum Tragen, damit erst gar keine Aussetzer aufkommen und die noch frische Erinnerung aufgegriffen werden kann. Als Gefangene in einem unübersichtlichen, viel zu großen und daher unheimlich wirkenden Haus, müssen die Protagonisten notgedrungen in die bittere Pille schlucken, die Nacht dort zu verbringen, außerdem haben sie neben der Gefahr für sich selbst das Problem zu lösen, den verschleppten Dick ausfindig zu machen. Der Zuschauer weiß, dass sich Julian und seine Freunde einen Plan ausdenken werden, wie man die Verbrecher überlisten kann, um gleichzeitig ihren Cousin aus deren Klauen zu befreien. Die Schwierigkeit besteht darin, den wahren Richard Kent nicht zu entlarven, was die Situation noch fataler werden lassen würde, da sie ab diesem Zeitpunkt als unnötiger aber gefährlicher Ballast angesehen werden könnten, da sie über alles Bescheid wissen. Zunächst sieht alles so aus, als ob die ausgedachte List auch funktionieren würde, denn sie dürfen das Anwesen verlassen. In letzter Sekunde begreift Rooky allerdings, dass er mit großem Geschick ausgetrickst wurde. Obwohl es nur noch wenige Schritte bis in die Freiheit sind, schließt sich das elektrische Tor, und die Falle schnappt erneut zu. Der anfänglich so unsympathisch wirkende Richard Kent macht in diesem zweiten Teil der Geschichte einiges an Boden und der Gunst beim kleinen Zuschauer gut, und es darf mitgefiebert werden, ob der nächste Plan - der ohne jeden Zweifel kommen wird - endlich zugunsten der Geiseln aufgeht. Aber die Gefangenen entwickeln trickreiche Ideen und stellen erneut ihre berühmte Unaufgeregtheit und Übersicht unter Beweis.

Im diesem zweiten Teil der Episode "Fünf Freunde geraten in Schwierigkeiten" fügen sich einige wichtige Hintergründe zusammen, die erst zu dieser Situation geführt haben. Hinzu kommt die vielleicht nicht ganz überraschende Gewissheit, dass die Gangster schon einiges auf dem Kerbholz haben. Denkt man einen Schritt weiter, so liegt der Schluss ziemlich nah, dass sie alleine wegen ihrer Erfahrung vielleicht gewaltbereiter wären, als Branchenkollegen. Mit Spannung wartet man auf das weitere Vorgehen, und als Rooky dann schließlich noch handgreiflich gegenüber Julian wird, verlangen vor allem Kinderaugen die gerechten Höchststrafen für derartige Lumpen. Thematisch geht es dieses Mal nicht um Top-Secret-Dokumente von Georges' Vater oder einem anderen Wissenschaftler, sondern erbeutete Juwelen und um einen potenziellen Einbruch und Raub bei der reichen Familie Kent. Da die Polizei wie gewöhnlich im Dunkeln tappt, beziehungsweise die Flöhe noch nicht einmal husten hört, hat man es mit den fünf Freunden⁺ genau mit der richtigen Crew zu tun. Interessant an dieser fünfzehnten Folge ist die Cleverness und die bemerkenswerte Weitsicht der Kinder, die ihren erwachsenen Pendants oftmals überlegen zu sein scheint, denn immerhin sind sie von Juwelen geblendet und weil sie die jungen Geiseln schlicht und einfach unterschätzen. Auch das alte, verschachtelt wirkende, dunkle Haus, in dem ständig eine dubiose Person herumschleicht, sorgt für Unbehagen und Nervenkitzel, ebenso wie der durch Starkstrom gesicherte, für eine Flucht viel zu hohe Zaun. Regisseur Sidney Hayers spielt das Vakuum dieser Falle ganz klassisch aus, sodass die Episode eine gewisse Brisanz zu vermitteln weiß. So wirkt auch "Fünf Freunde geraten in Schwierigkeiten" wie immer lehrreich und plädiert für bedingungslosen Zusammenhalt und Achtsamkeit; dem Gerechtigkeitsempfinden dürfte daher auch hier wieder zum Sieg verholfen werden. Es bleibt eine rundum gelungene Folge mit sehr turbulentem Einschlag und originellen Ideen.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 16: FÜNF FREUNDE IM ALTEN TURM / FIVE GET INTO A FIX (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz
Gäste: Maurice Kaufmann, Catherine Brandon, Aimée Delamain, Martin Potter, Maureen Morris, Samantha Weysom, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: David Pick



Die Fünf Freunde wollen ihre Ferien auf der Farm von Mrs. Jonas verbringen. Auf dem Weg dorthin verfährt sich Onkel Quentin, und sie gelangen zu einem ungemütlich wirkenden Haus namens Old Towers, wo plötzlich auch der Wagen streikt und nicht mehr von der Stelle kommt. Auf der Farm werden die Besucher vor diesem seltsamen Ort gewarnt. Es heißt, dass die alte Mrs. Thomas in diesem Haus von ihrem eigenen Sohn Albert wie eine Gefangene gehalten wird. Nachts hört man unheimlichen Donner, Lastwagen fahren ein und aus, und die Spur führt tatsächlich zum alten Turm. Als sie auch noch ein kleines Mädchen kennenlernen, das einen Hilferuf der alten Frau bei sich hat, beschließen sie, das Geheimnis zu lüften. Die Kinder ahnen noch nicht, in welche Gefahr sie sich begeben...

Die erfolgreiche "Fünf Freunde" brachte viele hervorragende Folgen hervor, an denen es nichts zu bemängeln gibt, aber auch solche wie diese, die ihre Stärke aus einer besonders unheimlichen Atmosphäre ziehen, obwohl die Geschichte hier und da ein paar Ungereimtheiten ausweist, was hier seinerzeit durch entsprechende TV-Kürzungen nur forciert wurde. "Fünf Freunde im alten Turm" gehört ebenso im Hörspiel-Bereich zu den starken Vertretern und entwickelt eine ganz vereinnahmende Faszination für einen Fall, der aus mehreren Gründen für Hochspannung sorgen kann. Lernte man diesen Fall zunächst erst auf MC kennen, stellt sich schnell heraus, dass man sich das Setting und viele Details beinahe genauso vorgestellt hat, wie es unter David Picks Regie zustande kommt, außer vielleicht den alten Turm, der hier ein altes englisches Landhaus ist. Der Einstieg ist überaus packend, als man vor dem unheimlichen Haus hängen bleibt und einfach nicht herausfinden kann, woran es letztlich liegt. Quentins Ford Cortina 2.3 Ghia - der hierzulande als Ford Taunus auf den Markt kam - ist wie am Boden angesaugt und in letzter Sekunde bekommt er das Auto wieder in Gang, bevor ein schwer bewaffneter Mr Thomas mit bissigen Hunden auftaucht. Besonders die Fahrzeuge der Serie wecken immer wieder Erinnerungen an den eigenen Fuhrpark von damals. Die deutsche Fassung wurde für die damalige TV-Ausstrahlung gekürzt und zeigt ein viel zu abruptes Ende. Glücklicherweise sind diese entfernten Szenen mit Original-Ton wieder eingefügt worden, da es sich doch um eine nicht unwichtige Schlüssel-Szene handelt. Leider wird dennoch nicht genau erklärt, was sich hinter diesen alten Mauern abgespielt hatte. Bei einer Folge mit derartiger Reizüberflutung ist dies für junge Zuschauer aber auch nicht weiter tragisch, da die eigene Fantasie alles aufklären und keine offenen Fragen zurücklassen wird.

Erneut bekommt man in dieser Episode sehr charismatische und beängstigende Bösewichter präsentiert, unter denen vor allem der britische Schauspieler Maurice Kaufmann hervorsticht, der nach dieser Performance durchaus von sich behaupten kann, einer der rücksichtslosesten Verbrecher dargestellt zu haben, der seine Wirkung voll entfaltet. Für die deutsche Fassung ist er mit der Stimme von Wolfgang Pampel alias J.R. Ewing versehen, was den Eindruck des skrupellosen Fieslings in jeder Beziehung perfekt macht. Vielleicht hätte ein bisschen mehr Screentime sogar einen Brillantschliff zustande bringen können. Mr. Thomas hält seine arme alte Mutter in ihrem eigenen Haus gefangen und geht unbehelligt seinen kriminellen Aktivitäten nach, die zunächst unbestimmt wirken, aber dennoch von großer Tragweite berichten. So hetzt er Hunde auf die Kinder und bedroht Eindringlinge mit einer Schrotflinte, auch vor einer Sprengung in der Mine unter dem Haus schreckt er nicht zurück, als sich die Kinder noch dort befinden. Für ein jüngeres Publikum garantiert sich hierdurch schon einmal Hochspannung, die in dieser Form nicht immer gegeben war. Die entfernten Szenen mit den Männern in Schutzanzügen, die seltsame Steine wegschaffen, ergeben für die Geschichte keinen greifbaren Sinn, da sich kaum eine schlüssige Erklärung findet. Man weiß nur, dass der immer wieder auftauchende Donner und die Erderschütterungen damit zu tun haben werden, aber wie gesagt kann man sich hier auf den Ideenreichtum der jungen Zuschauer verlassen, die sich eine Lösung für das Rätsel herleiten werden. Für Kinder sind derartige Inhalte ohnehin hochinteressant, vor allem auch im optischen Sinn. Selten waren die "Fünf Freunde" in so großer Gefahr wie hier, selten ging es so rabiat zu wie im alten Turm und dessen geheimen Katakomben, und selten konnten diese Komponenten die eklatanten Schwächen einer Folge der laufenden Serie so deutlich kaschieren.

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● FOLGE 17: FÜNF FREUNDE UND DER ZAUBERER WU (1) / FIVE ARE TOGETHER AGAIN (1) (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Friedrich von Thun
Gäste: Alfie Bass, Kenneth Cope, Peter Jeffrey, Timothy Bateson, David Rappaport, Wayne Brooks, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Julian, Dick, Anne und George erleben bei der Ankunft auf Kirrin Cottage eine unangenehme Überraschung, da anscheinend Scharlach ausgebrochen ist und Georges Eltern sich unverzüglich in Quarantäne begeben müssen. Aufgrund der Ansteckungsgefahr können die Freunde nicht dort bleiben, werden daher vorübergehend bei Professor Hayling und dessen Sohn Tinker untergebracht. Auf einer großen Wiese der Haylings hat ein kleiner Zirkus seine Zelte aufgeschlagen und die Kinder bieten sich als freiwillige Helfer an, lernen bei dieser Gelegenheit Sam und seinen widerspenstigen Schimpansen Charly, sowie den mysteriös wirkenden Mr. Wu kennen. Eines Nachts werden aus Professor Haylings Forschungsturm wichtige Dokumente gestohlen, doch es bleibt ein Rätsel, wie der Einbrecher dort hineingelangt sein soll, bis schließlich Charly und Sam unter Verdacht geraten...

Eigentlich sollten die obligatorischen Ferien ganz unbeschwert beginnen, die Kinder stellen sich auf neue, gemeinsame und am liebsten spektakuläre Abenteuer in Kirrin Cottage ein, doch die Vorfreude wird schnell ausgebremst, da Professor Kirrin und seine Frau in Quarantäne müssen. Der diffuse Charakter dieser Angelegenheit lässt auch die jungen Zuschauer sorgenvoll aufhorchen, sodass man sich zunächst in einer besonderen Ungewissheit wiederfindet. Das Haus und die gewohnte Umgebung stehen in dieser Episode also nicht zur Verfügung, aber trotz der Besorgnis scheint schon bald alles halb so schlimm zu sein, da Geheimnisse in der Luft liegen, die vielversprechend klingen. Ein Zirkus kampiert samt seiner teils merkwürdigen Gestalten in der Nähe, und die Geschichte macht von Beginn an keinen Hehl daraus, mit welchem Kriminellen man es zu tun hat. Folge 17 ist eine der zahlreichen Doppelfolgen der 26-teiligen Serie und "Fünf Freunde und der Zauberer Wu" überzeugt in beiden Teilen wegen seines klaren Aufbaus und zahlreicher Sequenzen, die unheimlich und bedrohlich wirken. Trotz der vorgefertigten Brandmarkung des Bösewichts gibt es des Weiteren einige andere Figuren, die nicht über jeden Verdacht erhaben zu sein scheinen. Folglich ist es die vornehmste Aufgabe der "Fünf Freunde", für Recht und Ordnung zu sorgen und das Gerechtigkeitsempfinden der (jungen) Zuschauer wieder zurechtzurücken. Die atmosphärischen Schauplätze bieten Spektakuläres für Kinderaugen, vor allem der Zirkus und seine Attraktionen dürften in dieser Beziehung besonders gefallen, außerdem ist der futuristisch wirkende Turm von Professor Hayling zu nennen, in dem es erneut zu bahnbrechenden Erfindungen gekommen ist, wenngleich man auch hier wenig konkret wird, allerdings reicht es völlig aus, dass das wissenschaftlich bedeutende Material die Kriminellen anlockt, wie das Licht die Motten.

Der unsympathisch wirkende Zauberer Wu beunruhigt schon durch seine bloße Erscheinung und die Kinder sehen sich mit einem potentiellen Gauner im Anzug konfrontiert, allerdings wird die Spannung lediglich über diverse Verdachtsmomente aufrechterhalten. Sein kleinwüchsiger Assistent verzieht ebenso wie er kaum eine Miene, aber beide lassen sämtliche Alarmglocken beim Publikum läuten. Schließlich kommt eine seltsame Mischung aus Abneigung und Faszination auf, weil Mr. Wu diverse Kostproben seines Super-Gedächtnisses liefert, mit dem er sich nicht nur an alle möglichen Situationen und Details vergangener Tage und Jahre erinnern kann, sondern beispielsweise auch nahezu unmöglich erscheinende mathematische Formeln aus dem Stand lösen kann. Das Misstrauen wächst nicht zuletzt wegen einer mit völlig offenen Karten spielenden Regie, und die neusten wissenschaftlichen Forschungsergebnisse ziehen wie so oft lichtscheue Gestalten magisch an, und als schließlich wichtige Geheimpapiere verschwinden, gerät sehr zur Empörung der Kinder der sympathische Schimpanse Charly unter Verdacht, was selbstverständlich förmlich nach einer Richtigstellung schreit. Wie so oft, werden die jungen Detektive allerdings von keinem der Erwachsenen ernst genommen, bis sie schließlich auch verbal angegriffen werden. Aufgelockert mit spaßigen Szenen aus der Zirkus-Manege und dem obligatorischen Humor von Dick, nimmt dieser erste Teil seinen determinierten Lauf, um in Folge 2 weiterhin an Fahrt aufnehmen zu können. Zwar entstehen die ganz gefährlichen Situationen für die Kinder hier noch nicht, aber es deuten sich brenzlige Szenen an. Der Grundstein für die klassische und vor allem gewohnte Unterhaltung wurde auch hier wie üblich überzeugend gelegt, sodass die Spannung auf die Fortsetzung steigt und man auf eine gute Weiterleitung mit großem Finale hoffen darf, das sicherlich im Gedächtnis bleibt.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 18: FÜNF FREUNDE UND DER ZAUBERER WU (2) / FIVE ARE TOGETHER AGAIN (2) (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Friedrich von Thun
Gäste: Alfie Bass, Kenneth Cope, Peter Jeffrey, Timothy Bateson, David Rappaport, Wayne Brooks, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: James Gatward



Nach der Aufregung, wegen des Einbruchs in Professor Haylings Forschungsturm und dem Verschwinden wichtiger Dokumente, ist die allgemeine Verwirrung umso größer, als diese plötzlich wieder auftauchen. Zum Erstaunen von Julian, Dick, Anne und George ist es ausgerechnet Mr. Wu, der dem Professor die geheimen Papiere wieder übergibt, hatte man doch gerade diesen zwielichtigen Zeitgenossen in Verdacht. Die Fünf Freunde werden durch diese Umstände nur noch misstrauischer und fassen einen Entschluss, der bei den Erwachsenen nicht gerade auf Zustimmung stößt. Die Kinder wollen beweisen, dass der Zauberer und sein merkwürdiger Assistent ein Verbrechen planen, was sie mithilfe einer Falle ans Licht bringen wollen. Haben die Kinder wieder den richtigen Riecher gehabt, oder konspiriert eine andere Person im Hintergrund..?

»Man braucht drei Schlüssel, um in den Turm zu kommen!«, hört man den zu nachtschlafender Zeit aufgeweckten Professor zu seiner aufgebrachten Haushälterin sagen, und auch für den Zuschauer erscheint es höchstens unter besonderen artistischen Fähigkeiten möglich zu sein, dort einsteigen zu können. Kein Wunder also, dass die Beteiligten und man selbst auch direkt an den in der Nähe kampierenden Zirkus denkt und den Einbrecher dort vermutet. Am nächsten Tag stellt sich heraus, dass zahlreiche Dokumente aus dem Labor verschwunden sind und als die Haushälterin auch noch betont, dass es dort aussehe, als ob ein wildes Tier herumgewütet habe, ist es sonnenklar, dass die Kinder die Unschuld des Schimpansen Charly beweisen müssen, der als besonders netter Zeitgenosse integriert wurde und im Zirkus ohnehin auf der Kippe steht. Da der Spannungsaufbau für Kinderaugen über einen Sympathieträger in Form eines Tieres ja bekanntlich immer gut zu greifen pflegt, ist die Irritation perfekt, als der Hauptverdächtige, der zwielichtige Mr. Wu, die verschwundenen Papiere dem Professor höchstpersönlich zurück bringt und sich als Wohltäter feiern lässt. Sind die jungen Ermittler auf einem falschen Dampfer, oder ist der Zauberer doch gerissener als alle angenommen haben? Fragen, die den Charakter der Serie ausmachen und für gute Unterhaltung sorgen. Die Schauplätze und Personen sind aufgrund der Doppelfolge identisch mit der ersten Episode und vermitteln einen hohen Wiedererkennungswert, vor allem auch, weil das Strickmuster dieses Falls ebenfalls keine besonderen Abweichungen angesichts des Serien-Kontextes erfährt. Um die Spannung schließlich perfekt zu machen, wird ein Trick der Kinder zur Falle für den Täter werden. Zu diesem Zweck kommt es zu obligatorischen Szenen in unterirdischen Katakomben, in diesem Fall erneut auf der Kirrin-Insel, und der Schutz der Dunkelheit ist wieder einmal sehr förderlich für ein angemessenes Tempo.

Immer wenn die Gefahr greifbare, beziehungsweise vehemente Formen annimmt, kommt man in der Serie im besonderen Maße auf seine Kosten, sodass des Rätsels Lösung gerne in Fünf-vor-zwölf-Aktionen präsentiert wird, die Zuschauer aller Altersklassen in Atem halten. Wie so oft, trennen sich die Kinder gegen Ende eines Falls, um im Notfall für fremde Hilfe sorgen zu können, wenn einer von ihnen in Schwierigkeiten geraten ist. Erfahrungsgemäß wird man auf solche auch angewiesen sein, immerhin hat man es erneut mit ziemlich abgebrühten Verbrechern zu tun. Hier ist es George, die mit ihrem treuen Gefährten Timmy den Lockvogel mimt, außerdem lässt sie es sich wie üblich nicht nehmen, mit dem Boot zur Insel zu kommen, da sie nach eigenen Angaben die einzige der "Fünf Freunde" ist, die sachgerecht überfahren kann, weil sie auch die Gefahren in Form von Strömungen kennt, außerdem doch in einem gesunden Maß von sich selbst eingenommen ist. Insgesamt bekommt man unter der längst routinierten Regie von James Gatward einen gelungenen Fall in zwei Teilen geboten, der sich stark am erfolgreichen Charakter der Serie orientiert und wieder einmal ein Finale anbietet, das Spannung und Tempo in den Vordergrund stellt. Selbst die Tatsache, dass erneut geheime Dokumente für konspirative Machenschaften und Diebstähle sorgten, nutzt sich nicht so schnell ab, wie vielleicht zunächst angenommen, da es immer einen interessanten, neuen Fall begleiten kann. Erstaunlich, aber vor allem sehr angenehm ist, dass man auch nach bereits 18 Folgen und unterschiedlichen Herangehensweisen diverser Regisseure so gut wie keine schwächeren Vertreter ausfindig machen kann, sondern nur starke oder persönliche Lieblingsfolgen. Die jungen Protagonisten funktionieren als Einheit ebenso gut wie als eigenständige Charaktere mit ihren ganz eigenen Spleens und Färbungen der einzelnen Fälle, und man wartet schon gebannt auf den nächsten, bestenfalls spannenden Fall der Jungdetektive.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 19: FÜNF FREUNDE UND EIN ZIGEUNERMÄDCHEN / FIVE HAVE A WONDERFUL TIME (GB|1978)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Sue Best, Friedrich von Thun
Gäste: Leon Eagles, Stephen Greif, Leslie Schofield, Chubby Oates, Rita Webb, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Sidney Hayers



Aus einer Tageszeitung erfährt George, dass der Wissenschaftler Terry Kane entführt worden ist und gleichzeitig unter Verdacht des Landesverrats steht. Professor Kirrin ist sehr bestürzt über die Angelegenheit, schließlich handelt es sich bei Kane nicht nur um einen geschätzten Kollegen, sondern auch um einen engen Freund. Als die Freunde in der Nähe eines alten Schlosses kampieren, finden sie durch einen Zufall heraus, dass sich in dem leer geglaubten Gemäuer doch Personen befinden. Und tatsächlich wird der verschwundene Professor, von dessen Unschuld die Kinder überzeugt sind, in einem der Turmzimmer gefangen gehalten. Bei dem Versuch Kane zu befreien, werden sie von dem Entführer überrascht. Nur Anne kann bei der Aktion entkommen und sucht Hilfe bei in der Nähe rastenden Zigeunern, die nicht lange überlegen und handeln...

Für einen kurzen Moment könnte man meinen, dass die Kirrins ein ganz normales und idyllisches Leben führen, allerdings lässt die nächste Hiobsbotschaft wieder einmal nicht lange auf sich warten. Nicht nur die fünf Protagonisten scheinen das Verbrechen anzuziehen wie ein Magnet, sondern auch Professor Kirrin, der durch seine Forschungsarbeiten immer wieder in den Fokus von Industriespionage gerät. In diesem Fall handelt es sich nur um einen engen Vertrauten, doch der erfahrene Anhänger der "Fünf Freunde" ahnt bereits, wie sich die Dinge entwickeln werden beziehungsweise müssen. Jungen Zuschauern ist es sicherlich vollkommen gleich, ob Vater Zufall den sympathischen Helden helfen wird, diesen wenig kniffligen Fall zu lösen, doch nach Jahren der Anhängerschaft haben sich tatsächlich die spektakulären von den durchschnittlichen Fällen getrennt. "Fünf Freunde und das Zigeunermädchen" ist definitiv eine der Episoden, die nur noch wenig Neues zu bieten hat und auch beim Thema Spannung und Extravaganz muss man leider etwas tiefer stapeln als sonst üblich. Für durchschnittliche Eindrücke sorgen nicht zuletzt auch die beiden Titel der deutschen und englischen Version, die beinahe gar nichts über diesen Fall aussagen wollen und außerdem falsche Erwartungen wecken. Sidney Hayers, der ja gerade als Regisseur für Serien kein Unbekannter ist, inszenierte insgesamt leider zu gemütlich, sodass die neunzehnte Episode wie geklont wirkt. Trotz bekannter Muster kommt man daher lange nicht an die Qualität anderer Folgen heran. Der Verlauf gefällt sich in einer rasanten Note, achtet aber keineswegs darauf, für schlüssige Zusammenhänge zu sorgen, was aufgrund der relativ schwachen Ausgangslage in Bezug auf das Script auch kein Wunder ist. Also müssen es die fünf Protagonisten mit gewohnter Ermittlungsfreudigkeit, Raffinesse und dem üblichen Charme richten.

Am Ort des Geschehens angekommen hilft ihnen wie erwähnt ein glücklicher Zufall, um auf die entscheidende Spur zu gelangen. Mit einem Fernglas beobachten Dick und George eine Person in einem der Turmzimmer und Georges' Erinnerung lässt sie nicht im Stich, denn sie kann sich an das markante Gesicht erinnern, weiß nur noch nicht genau, woher sie es letztlich kennt. Bei der sich in der Nähe befindenden Gruppe von Zigeunern fragen sie nach einer Zeitung der letzten Tage und mithilfe der Titelseite, deren Schlagzeile mit dem Wort »Verräter« aufwartet, erkennen sie den Mann anhand des Fotos und identifizieren ihn als Professor Kirrins Kollegen Kane. In diesem Zusammenhang entstehen Szenen, die die gewohnte Situationskomik vieler Episoden aufkommen lassen. Die Zeitung ist beispielsweise um einen stinkenden Fisch gewickelt, an dem die alte Zigeunerin einmal herzhaft riecht, als ob es sich um eine Delikatesse handeln würde, und auch zwischen den Freunden gibt es mehrere heitere Gespräche, in denen beliebte Running Gags zum Einsatz kommen. Bei der hastig organisierten Befreiungsaktion zeigen sich einige spannende bis gefährliche Phasen, da die Kinder durch das dunkle Gemäuer schleichen müssen und sie jederzeit von der Entführerhand gepackt werden könnten. Darstellerisch bewegt sich das Ganze auf gewohnt hohem Niveau und man kommt in den Genuss dieser immer noch besonders unverbrauchten Spiellaune. Auch die wenig bekannten Gastdarsteller hinterlassen solide Eindrücke, sodass das schnell herbei gekurbelte Finale schlussendlich doch versöhnlich stimmen kann. Insgesamt handelt es sich bei "Fünf Freunde und ein Zigeunermädchen" um eine der unspektakulären Folgen der geschätzten Serie, wobei sich dieser Eindruck sicherlich nach heutigen Ansprüchen formt. Die Hauptzielgruppe junger Zuschauer wird auch diese vermeintlich schwächere Folge sicherlich als Treffer identifizieren können.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 20: FÜNF FREUNDE HELFEN IHREM KAMERADEN (1) / FIVE FALL INTO ADVENTURE (1) (GB|1979)
mit Marcus Harris, Gary Russell, Jennifer Thanisch, Michele Gallagher, Michael Hinz, Sue Best, Friedrich von Thun
Gäste: Julie Davis, Paul Antrim, Kenneth MacDonald, u.a.
eine Produktion der Southern Television | in Zusammenarbeit mit dem ZDF
Regie: Sidney Hayers



Am Strand lernen Julian, Dick, Anne und George das Mädchen Jo kennen und sie sind sich darüber einig, dass sie sich sehr eigenartig und verdächtig verhält. Wieder auf Kirrin Cottage angekommen, werden sie von der Polizei in Empfang genommen, denn Onkel Quentins Arbeitszimmer wurde durchwühlt, der sich gerade im Urlaub befindet. Die Vermutung liegt nahe, dass wichtige Papiere des Wissenschaftlers gestohlen wurden. Kurz darauf bricht Timmy zusammen, da er offensichtlich betäubt wurde. Der Verdacht fällt gleich auf Jo. Die merkwürdigen Geschehnisse gehen weiter und es stellt sich tatsächlich heraus, dass jemand hinter Quentins wissenschaftlichen Dokumenten her ist. Die Kinder entwickeln einen Plan, um den Dieben eine Falle zu stellen, doch er geht nicht auf, denn am Ende werden George und Timmy entführt...

Auch die bereits zwanzigste Folge der abwechslungsreichen "Fünf Freunde"-Serie bedient sich des bekannten Prinzips, dass Onkel Quentins geheime Dokumente allerlei lichtscheues Gesindel anlocken und die Kinder deswegen noch alle Hände voll zu tun bekommen werden. Zu Beginn laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren, denn Tante Fanny und ihr Mann wollen in Urlaub nach Málaga fahren, bis die daraus resultierende Hektik plötzlich von einem lauten Schrei verschärft wird. Anne beteuert, ein Gesicht am Fenster gesehen zu haben, doch die Erwachsenen tun dies ab, denn schließlich hat Anne mit den anderen schon genügend Gefahren durchlebt, sodass man schon einmal einen Albtraum bekommen könnte. Anne wiegelt daraufhin ebenfalls ab und räumt ein, wirklich nur geträumt zu haben, damit die Kirrins ihren wohlverdienten Urlaub nicht abblasen. Hoch atmosphärische Szenen bahnen schließlich den Einstieg in Sidney Hayes Beitrag und diese Strategie wird sich später noch als Leitfaden herausstellen, da die Spannung in dieser Folge wieder einmal ganz groß geschrieben wird. Wenig später wird auch schon die kleine Gegenspielerin der Freunde integriert, die beim kleinen Zuschauer äußerst negativ auffällt, schließlich verteilt sie zwei Kinnhaken, die Dick empfindlich treffen. Hinzu kommt, dass sie Timmy betäubt, der am Abend noch zusammenbrechen wird. Als die Kinder vom Strand zurückkehren, ist Quentins Arbeitszimmer auf den Kopf gestellt worden und sie werden von der Polizei in Empfang genommen. Spätestens jetzt weiß auch der Letzte, dass es sich erneut um wissenschaftliche Spionage handelt. Im Schutze der Dunkelheit werden anschließend Forderungen gestellt, und diese Sequenzen machen wirklich einiges her. Die Jungdetektive wären nicht so erfolgreich, wenn nicht in Windeseile ein Plan ausgeheckt wäre, doch dieser schlägt leider fehl, denn das Mädchen Jo erweist sich als noch renitenter und raffinierter als befürchtet.

Bereits zum sechsten Mal bekommt der Zuschauer das Doppelfolgen-Format angeboten, sodass man in den Genuss des obligatorischen Episoden-Cliffhangers kommt, der dieses Mal zugegebenermaßen etwas hinter der internen Konkurrenz hinterherhinkt, was aber nicht bedeutet, dass die Geschichte nicht rasant, aber vor allem gefährlich weitergeht. Der Verlauf wirkt gut konstruiert und verlässt sich lange Zeit auf nebulöse Hintermänner, die Kirrin Cottage beobachten und darauf warten, das ihre Forderungen erfüllt werden. Es wirkt, als liege eine besonders diffuse Gefahr in der Luft, da man außer Jo noch niemand anderen gesehen hat und das kleine Mädchen nicht als große Gefahr identifiziert. Hayers streut ein paar nette Überraschungen in die Story ein und als die schwere Nacht überstanden ist, scheint zunächst alles überstanden zu sein; es wäre schließlich nicht das erste Mal, dass die "Fünf Freunde" Kriminelle in die Flucht schlagen konnten. Dem Eindruck nach nimmt insbesondere George die ganze Aktion etwas zu sehr auf die leichte Schulter, gerät dementsprechend in Gefahr, da ein Unbekannter zuschnappt. Plötzlich sind sie und Timmy entführt worden, was sich als noch massiveres Druckmittel herausstellen wird. Selbstverständlich brechen die Kinder auf, um ganz im Sinne des Episodentitels zu handeln. Ihr einziger Hinweis ist eine Nachricht von George, die Julian und Dick zu den sogenannten roten Türmen führen soll, doch die beiden sind bei der Findung auf die immer wieder auftauchende Jo angewiesen. Anne hingegen bleibt zu Hause, damit sie gegebenenfalls die Polizei alarmieren kann. Erfahrungsgemäß braucht man diese bei den Jungdetektiven zwar erst hinterher, aber sicher ist bekanntlich sicher. Teil 1 dieser Doppelfolge kann im Endeffekt wieder als Appetizer angesehen werden und die weiteren Ereignisse dürfen mit Spannung erwartet werden, bis man endlich die Hintermänner zu Gesicht bekommt. Insgesamt gesehen handelt es sich um einen starken Anfang.

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Re: ENID BLYTON'S FÜNF FREUNDE

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● FOLGE 21: FÜNF FREUNDE HELFEN IHREM KAMERADEN (2) / FIVE FALL INTO ADVENTURE (2) (GB|1979)
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Regie: Sidney Hayers



Auf der Suche nach George und Timmy erreichen Julian, Dick und Jo das Versteck, doch die Befreiung scheint wesentlich schwieriger und gefährlicher zu sein als befürchtet. George wird in einem Haus über den Klippen gefangen gehalten und die Kinder kommen nicht in das Gebäude hinein. Kurzentschlossen klettert Jo in halsbrecherischer Manier über die Fassade und kann George befreien, doch von Timmy fehlt jede Spur. In der Zwischenzeit wurden Dick und Julian von den Verbrechern in ein Verlies gesperrt und langsam aber sicher rennt die Zeit davon, da die Kriminellen jedes einzelne der Kinder kaltstellen wollen...

Nach den unheimlichen Vorgängen des ersten Teils geht es auch im Nachfolger nebulös weiter. Die Kinder begeben sich auf die gefährliche Fahrt mit dem Boot und nur Jo kann ihnen den Weg weisen. Immer noch ist nicht ganz klar, ob man der kleinen Göre trauen kann, aber Julian und Dick bleibt einfach keine Wahl. Wenig später ist auch schon ein Herrenhaus über den Klippen zu sehen. Jo kennt sich glücklicherweise vor Ort aus und führt die Jungs direkt vor die leider verschlossenen Pforten. Die Angst, dass Jo sie in eine Falle locken könnte, bleibt bestehen, immerhin ist ihr eigener Vater in die krummen Geschäfte involviert, aber das impulsive Mädchen kann in dem unwegsamen Gebiet wieder einiges an Boden gut machen. Es liegt eine spürbare Gefahr in der Luft, was durch die eindringliche Musik nur noch unterstrichen wird, bis plötzlich das Unvermeidliche geschieht, denn die Gangster packen zu und man macht die unangenehme Bekanntschaft mit dem "roten Turm". Dieser und sein mit einer Pistole bewaffneter Helfer Markoff sperren Julian und Dick in ein Verlies und plötzlich liegen alle Hoffnungen auf der unsicher geltenden Jo. Erstmals entsteht der Eindruck, dass die Souveränität der Kinder an einem seidenen Faden zu hängen scheint und man auf das Glück und den Zufall spekulieren muss. Das Geschehen ist permanent durchzogen von Streitigkeiten, die Dick und Jo austragen, sodass es eigentlich nie dazu kommen kann, das Mädchen vollkommen auf der Sympathieseite zu sehen, schließlich ist bereits zu viel vorgefallen. Interessant in Folge 21 ist die Tatsache, dass die deutsche Version um einige Sequenzen gekürzt ist, insbesondere wenn sich vermeintliche Gewaltspitzen andeuten. In diesem Zusammenhang ist der unangenehm auftretende Gehilfe Markoff zu nennen, der mit offensichtlich russischem Akzent spricht, den Kindern mit vorgehaltener Pistole gegenübertritt und ihnen unmissverständlich droht, auf sie zu schießen, beziehungsweise sie wortwörtlich zu töten. Diese Aussagen erschienen seinerzeit wohl etwas zu heftig für Kinderohren für die deutsche Ausstrahlung und sie wurden im Vorfeld entfernt, ohne synchronisiert zu werden.

Bei all dem Wirrwarr ist natürlich auch Timmy nicht zu vergessen, der in dieser Episode wie ein Klotz am Bein wirkt, da er betäubt wurde, und hin- und hergetragen werden muss. Diese Hilflosigkeit baut allerdings noch einmal zusätzliche Spannung auf. Im zweiten Teil der Episode ist es Anne, die nur eine untergeordnete Rolle spielt, aber schließlich muss zu Hause auf Kirrin Cottage die Stellung gehalten werden. Erfahrungsgemäß dürfte die ängstliche Anne aber nicht gerade traurig darüber gewesen sein, denn zu viel Abenteuer und Gefahr haben nie ihr besonderes Gefallen gefunden, sodass sie nicht selten zum Trump-Ass gewisser Storys werden konnte. Die 21. Episode lebt von einer durchgehenden Spannung und zahlreichen Wendungen, bis die Kinder den Tätern endlich entwischen und Timmy gemeinsam zum Strand tragen können, bis sich eine böse Überraschung anbahnt und alles wieder von vorne loszugehen scheint. Genau hier hat man die Todesdrohung des schmierigen Lakaien in Erinnerung behalten und hofft, dass doch ein Wunder geschehen möge. Erneut gelingt es Regisseur Hayers sehr gut und eindringlich, den Kern der sich dem Ende zuneigenden Serie zu treffen und für spannungsgeladene Unterhaltung zu sorgen. Der Fall an sich ist unterm Strich vielleicht nicht der spektakulärste der Reihe geworden, zumal er auch noch über zwei Distanzen gehen muss, aber von inszenatorischer Seite her bleibt die Vorgehensweise einwandfrei. Rasante Szenen und Schnittfolgen mit subjektiven Kameraeinstellungen, Gangster die bedrohlich genug wirken, um an den Nerven zu zerren, und die Trennung der Kinder, die eine Art halbe Kraft suggeriert, trifft wieder einmal ins Schwarze. Gegen Ende der Reihe waren derartige Variationen sicherlich nötig, um die vermutlich abflachende Resonanz aufzuhalten, aber man es muss einfach sagen, wie es ist, dass die besten und spannendsten Fälle waren bereits abgedreht worden waren. Am Ende gibt es in "Fünf Freunde helfen ihrem Kameraden" einen erinnerungswürdigen Showdown am Strand und es bleibt die Gewissheit, dass die Freunde alles meistern können, auch wenn sie nicht in voller Besetzung agieren können.

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