AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

Agenten rippen einsam off - Bond-Kopien aus europäischem Klon-Technik-Anbau
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Prisma
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AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

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● AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT / LA TRAPPOLA SCATTA A BEIRUT / BAROUD À BEYROUTH POUR F.B.I. 505 (D|I|F|1966)
mit Frederick Stafford, Geneviève Cluny, Renate Ewert, Willy Birgel, Chris Howland, Gisella Arden, Pierre Richard und Harald Leipnitz
eine Produktion der Rapid Film | Metheus Film | Compagnie Lyonnaise de Cinéma | Kassar Film | im Nora Filmverleih
ein Film von Manfred R. Köhler


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»Warum sollte ich Menschen ermorden?«


Zwei junge Frauen werden beim Sonnenbaden am Pool umgebracht. Wenig später ereilt ihren Mörder das gleiche Schicksal und er wird ebenfalls erschossen. Mit letzter Kraft kann er noch von sich geben, dass die Zerstörung Beiruts unmittelbar bevorstehe. Doch wer soll dahinter stecken? Gefahndet wird ab sofort nach einem Mann, der nur vier Finger haben soll, doch diese Suche erscheint aussichtslos zu sein. Doch die Zeit läuft davon, da Beirut durch eine Bombe bedroht ist. Agent 505 alias Richard Blake (Frederick Stafford) und sein Kollege Robert O’Toole (Chris Howland) jagen ab sofort ein Phantom, und schnell führt die Spur zu einem Nachtclub und dessen Besitzer Omar Abdullah (Willy Birgel)...

Mit Manfred R. Köhlers "Agent 505 - Todesfalle Beirut" bekommt man einen ganz typischen Beitrag der Eurospy-Welle serviert, der durchaus für sich in Anspruch nehmen darf, dass es sich um einen der handwerklich und dramaturgisch ausgereifteren Vertreter seiner Gattung handelt, was nicht zuletzt an den teils berauschenden Bildern an Originalschauplätzen im Libanon liegt. Der Einstieg macht deutlich, dass man hier offenbar keine unnötige Zeit verlieren wollte und in den ersten 90 Sekunden gibt es bereits drei Leichen nach dem üblichen Prinzip mit dem Verbrecherorganisationen glänzen, potentiell undichte Stellen sofort zu liquidieren. Der mit Ennio Morricones Musik untermalte Vorspann offeriert eine Besetzungsliste, die einige Hingucker zu bieten hat, gleichzeitig auch etwas skurril anmutet, da man mit Willy Birgel sogar eine UFA-Legende aus Großmutters Zeiten ausfindig machen kann. Die Geschichte wird gleich zu Beginn mit dem Aufhänger angeheizt, weil ein in im Sterben liegender in seinen letzten Atemzügen noch verkünden konnte, dass ganz Beirut in wenigen Tagen in Schutt und Asche liegen wird. So lautet zumindest der Plan eines Phantoms. Natürlich wird der beste Mann am Platz mit diesem dubiosen Fall betraut, sodass es Schlag auf Schlag weitergehen kann, und zwar mit Frederick Staffords ganz eigenen Methoden, die ursprünglich zwar das Genre erfunden hat, jedoch hier und da recht angenehme Variationen durch den gebürtigen Österreicher erfahren. Action und Spektakel dominieren den Verlauf nach Belieben und es wird zu keiner Zeit zäh oder gar langweilig. Ganz in Agenten-Manier umgeben "Agent 505" schöne Frauen, die ihm selbstverständlich auch ohne viel Dazutun zu Füßen liegen. So stolzieren beispielsweise die sympathische Geneviève Cluny oder Renate Ewert vor seinen Augen herum und auch wenn die Luft noch nicht gerade zu brennen scheint, darf es zumindest ausgiebig knistern.

Gerade bei diesem Film kommt man nicht umhin, Renate Ewert mit einem nahezu prüfenden, wenn nicht sogar mitleidigen Blick zu betrachten, weil man sie bereits schwer gezeichnet wahrnimmt und es sich bei "Agent 505 - Todesfalle Beirut" um ihren letzten Film handelt, da sie wenig später - im gleichen Jahr - viel zu früh verstarb. Überlieferungen weisen stets auf die schlechte Konstitution und depressive Phasen der zierlichen Interpretin hin, so beispielsweise auch Will Tremper in seinem Buch "Große Klappe". Tremper, der eine Liaison Ewerts mit ihrem Schauspiel-Kollegen Paul Hubschmid kolportiert, sollte laut seinen Angaben in dieser Produktion mitwirken. Ewert, die kaum noch aus dem Bett aufstand und sich in ihrer Wohnung vergrub, soll nach dieser Nachricht eine Art Push erlebt , sich aufgerafft haben und guter Dinge gewesen sein. Paul Hubschmid hingegen soll das Engagement unter Wolf C. Hartwig allerdings mit den Worten verweigert haben, dass, wenn diese Person mitspiele, man ihn vergessen könne. Schließlich stellt Tremper unter Hinzuziehen einer Aussage Franz Marischkas, einem engen Freund Renate Ewerts, ihren Selbstmord in den Raum. So schildert Marischka folgendes: »Ich weiß nicht, wie es geschah. Ich kam nach Hause, und sie lag tot im Bett. Ich glaube sie hat einfach aufgehötrt zu atmen. Sie wollte nicht mehr leben...« Geschichten eben, die die Filmwelt schreibt. Erinnert man sich an die Viel-Spielerin Renate Ewert, kann man auf eine schillernde und produktive Karriere zurückblicken, in der sich vornehmlich sehr ansprechende Leistungen finden lassen. Obwohl der internationale Durchbruch scheiterte, wurde die in Königsberg geborene Darstellerin doch 38 Filme alt, aber nur 30 Jahre jung. In diesem Beitrag wird sie wenig gefordert, bereichert das frühe Geschehen aber durch ihr stets abzurufendes Markenzeichen, nämlich eine undurchsichtige Präsenz und beinahe magische Aura, die unvergessen bleibt. Daher der kleine Exkurs.

Die charismatische Besetzung verhilft der Geschichte zu dem nötigen Schwung, die Inszenierung weist sogar teilweise mysteriöse Elemente auf, die der Spannung sehr zuträglich sind. Recht angenehm wirkt die Tatsache, dass die humorigen Untertöne sehr gut ausbalanciert erscheinen, immerhin bestand doch die Möglichkeit, dass einem aufgrund Chris Howlands Mitwirken bereits im Vorfeld die nackte Angst ins Gesicht geschrieben stand. Für die deutsche Version haben sich Interpreten wie Willy Birgel, Harald Leipnitz oder Renate Ewert die Ehre gegeben, sich selbst zu synchronisieren, außerdem hört man des Weiteren sehr bekannte Sprecher wie Horst Naumann, Jan Hendriks oder Alf Marholm, die dem Ganzen einen hochwertigeren, wenn nicht sogar gezügelteren Touch geben. Es sind also nur wenige Kapriolen zu finden, die man anderen Filmen vielleicht gerne anlastet, und der geradlinige Verlauf sorgt für genügend Aufmerksamkeit, Spektakel und Spannung. "Agent 505 - Todesfalle Beirut" kam seinerzeit übrigens mit einer Altersfreigabe ab 18 Jahren durch den Nora-Filmverleih in die Kinos, was man für heutige Begriffe nicht mehr verstehen kann. Leider ist es so, dass das Spektakel die Vorhersehbarkeit eindeutig bedient und es relativ klar ist, wohin diese gefährliche Reise schließlich gehen wird. Doch auf einen Whodunit-Effekt ist diese Story erst gar nicht großartig ausgelegt, sondern auf den puren Unterhaltungswert. Köhlers Eurospy-Märchen beweist, dass der Kampf gegen die filmische Konkurrenz alles andere als aussichtslos ist und insgesamt ist das farbenfrohe Produkt als gelungen zu bezeichnen, das nicht zuletzt wegen des doch sehr charismatischen und leichtfüßig agierenden Frederick Stafford so einwandfrei funktioniert. Fans und Freunde des Genres werden sich daher bestimmt gut bedient fühlen und der Film taugt auch zum mehrmaligen Anschauen recht gut, ohne dass man den Eindruck bekommt, alles bereits gesehen zu haben. Gelungen!

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Count Yorga
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Re: AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

Beitrag von Count Yorga »

NFP Filmprogramm
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:hut:

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Richie Pistilli
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Re: AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

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Agent 505 - Todesfalle Beirut (D)
Rififi in Beirut (D)
La trappola scatta a Beirut (IT)
Baroud à Beyrouth pour OSS 505 (F)
Agente 505, muerte en Beirut (ES)
Perigo de morte em Beirute (POR)
With Love from Beirut (ÖS)
Agent 505 - farlig kille i Beirut (SWE)
Agent 505: Death Trap in Beirut
Formula C-12 Beirut


IT / D / F 1966

R: Manfred R. Köhler
D: Frederick Stafford, Chris Howland, Geneviève Cluny, Harald Leipnitz, Gisella Arden, Willy Birgel, Renate Ewert, Pierre Richard, Renato Lupi, René Wolf, Carla Calò u.a.



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Deutsche Erstaufführung: 22.04.1966

Synchronkartei

Filmportal

Italo-Cinema

Cinema-Italiano.db

Schnittfassungen

Score: Ennio Morricone

IMCDb

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Beirut soll durch eine gefährliche Bombe vernichtet werden. Höchste Zeit für Interpol den Top-Spion Richard Blake (Frederick Stafford), auch bekannt als Agent 505, und seinen Freund und Kollegen Bobby O´Toole (Chris Howland) auf den Fall anzusetzen. Die Spur führt zu Omar Abdullah (Willy Birgel), dem Besitzer eines Nachtklubs. 505 geht den Hinweisen nach und überlebt mehrere Anschläge. Die Bombe tickt, Blake und O´Toole bleibt nicht viel Zeit... [Quelle: Filmjuwelen]



In Zusammenarbeit mit Mario Sicilianos Metheus Film in Rom und der Compagnie Lyonnaise de Cinéma in Lyon koproduzierte Wolf C. Hartwig 1966 den vorliegenden Genrebeitrag unter der Regie von Manfred R. Köhler, wobei letzten Endes ein äußerst sehenswerter Euro-Agenten-Film entstand. Gedreht in der exotischen Kulisse von Beirut jagt Agent 505 zunächst einem Phantom hinterher, das die libanesische Hauptstadt mit einer Quecksilberbombe in Schutt und Asche legen möchte. Als Hauptdarsteller wurde der bereits Eurospy erprobte Frederick Stafford verpflichtet, der kurz zuvor in der Rolle des Agenten OSS-117 in Erscheinung trat. Als Partner wurde ihm Chris Howland zur Seite gestellt, der im Film des öfteren für etwas Aufheiterung sorgt, ohne dabei aber die Grenzlinie zum Albernen zu überschreiten. Desweiteren sind mit Renate Ewert, Geneviève Cluny und Gisella Arden drei reizende Damen mit von der Partie, die ebenso wie die Herren der Schöpfung ganz hervorragende Darbietungen aufs Parkett legen. Am besten gefiel mir aber die Rolle von Harald Leipnitz, dem gleich zu Beginn übel mitgespielt wird. Die ausgefallenste Rolle wurde wiederum Willy Birgel zugesprochen, der als Besitzer eines Nachtclubs namens "Club schwarzer Elefanten" zahlreiche Fragezeichen hinterlässt. Was das Handwerkliche anbelangt, so wurde der Film recht aufwändig und abwechslungsreich inszeniert. Abgerundet wird das Spektakel mit einer exzellenten Filmmusik von Ennio Morricone.



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Prisma
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Re: AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

Beitrag von Prisma »



Ich erinnere ich leider nicht mehr an allzu viel Inhalt, daher müsste ich mir den Film nochmals ansehen.
Für mich ist "Agent 505 - Todesfalle Beirut" schon alleine wegen Renate Ewert interessant, die hier leider in ihrem letzten Film zu sehen ist.

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Richie Pistilli
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Re: AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

Beitrag von Richie Pistilli »

Prisma hat geschrieben:
So., 21.04.2024 02:50


Ich erinnere ich leider nicht mehr an allzu viel Inhalt, daher müsste ich mir den Film nochmals ansehen.
Für mich ist "Agent 505 - Todesfalle Beirut" schon alleine wegen Renate Ewert interessant, die hier leider in ihrem letzten Film zu sehen ist.

Ging mir so ähnlich, was wiederum der ausschlaggebende Grund war, mir AGENT 505 vor einigen Tagen zum wiederholten Male zu Gemüte zu führen.
Ein durchweg solider Film, der ordentlich in Szene gesetzt wurde und überzeugende Schauspieler an Bord hat. Einer der besseren Eurospy-Vertreter.

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Re: AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

Beitrag von Prisma »

Richie Pistilli hat geschrieben:
So., 21.04.2024 11:40
Einer der besseren Eurospy-Vertreter.

Davon werde ich mich demnächst nochmal selbst überzeugen.
Ich wünschte, diese Art Script-Amnesie hätte ich auch bei Whodunit-Krimis. :mrgreen:

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Richie Pistilli
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Re: AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

Beitrag von Richie Pistilli »

Prisma hat geschrieben:
So., 21.04.2024 12:23
Ich wünschte, diese Art Script-Amnesie hätte ich auch bei Whodunit-Krimis. :mrgreen:

Diese Gabe wurde mir glücklicherweise in die Wiege gelegt :D
Bei so manchem Gialli konnte ich auch beim dritten Mal nicht mehr daran erinnern, wer letztendlich der Täter war.

Daher offenbarte sich mir dieses Genre auch als äußerst ergiebig :)

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Prisma
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Re: AGENT 505 - TODESFALLE BEIRUT - Manfred R. Köhler

Beitrag von Prisma »



Das ist bei mir leider nicht so. Wenn es um Mörderhand geht, vergesse ich ich das nicht so schnell wieder.

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