KOMMISSAR MARIANI - ZUM TODE VERURTEILT - Stelvio Massi

Harte Kerle, grobe Keilereien, heiße Feger und unbarmherzige Gangster.
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Richie Pistilli
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KOMMISSAR MARIANI - ZUM TODE VERURTEILT - Stelvio Massi

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Kommissar Mariani - Zum Tode verurteilt (D)
Il commissario di ferro (IT)
The Iron Superintendent
The Iron Commissioner


IT 1978

R: Stelvio Massi
D: Maurizio Merli, Janet Agren, Ettore Manni, Chris Avram, Franco Garofalo, Massimo Mirani, Mariangela Giordano, Franco Odoardi, Enzo Fiermonte, Margherita Horowitz, Elisa Mainardi, Giampiero Becherelli u.a.



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Deutsche Erstveröffentlichung: 11.12.1985 (Sat 1 TV-Premiere)

Synchronkartei

Cinema-Italiano-DB

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Italienischer Zensurbericht #1

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Score: Lallo Gori

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"Und das am Sonntagmorgen..."


Kommissar Mauro Mariani (Maurizio Merli) ist ein bärbeißiger Eigenbrötler, versteht nur wenig Spaß und hat sich natürlich auch mit seiner Frau (Janet Agren) auseinandergelebt, die mit ihrem gemeinsamen Spross (Walter Di Santo) bei ihrer Mutter wohnt. Der harte Job geht immer vor – bis zu dem Tag, als Marianis Sohn entführt wird. Der Einzelgänger sieht rot, Regeln gelten nicht mehr, denn der Entführer (Massimo Mirani) hat ein Ultimatum gestellt. Für den eisernen Kommissar zählt nur, den gemeinen Kriminellen seiner Bestimmung zuzuführen und seinen Sohn in Sicherheit zu wissen. Die Uhr tickt gnadenlos, aber warum verlangt der Entführer kein Lösegeld? Was steckt dahinter? [Quelle: Cinestrange Extreme]



"Erledigt die ganze Bande, befreit das Mädchen und ist immer noch nicht zufrieden. Nicht zu fassen, was will er denn noch?"


Auch bei der vierten Zusammenarbeit zwischen Stelvio Massi und Maurizio Merli (zwei weitere sollten noch folgen) hat unser eisenharter Kommissar, der dieses Mal tatsächlich den Nachnamen "Ferro" trägt, wieder alle Hände voll zu tun, denn erbarmungslose Ganoven terrorisieren die ganze Stadt. Zunächst widmet sich der weitaus ruhiger gewordene Kommissar einem Entführungsfall, wobei er das Opfer, die Tochter eines vermögenden Geschäftsmanns, kurzentschlossen während seines Streifendienstes auf eigene Faust aus den Fängen ihrer Peiniger befreit. Dabei nietet er mit Ausnahme des Bandenchefs alle Entführer um, was sein Vorgesetzter, der von Chris Avram gespielte Kommissar Crivelli, wiederum alles andere als amüsant findet. Ungeachtet der schlechten Laune Crivellis lässt es Ferro keine Ruhe, dass ihm der von Franco Garofalo verkörperte Kopf der Bande, auch bekannt als der "Marokkaner", durch die Lappen ging, so dass er am liebsten gleich wieder losstürmen würde, um dem flüchtigen Ganoven endgültig das Handwerk zu legen. Doch ausgerechnet an diesem Tag ist auch der achte Geburtstag seines Sohnes Claudio, der seit Ferros Scheidung im Haushalt seiner Ex-Frau Vera lebt. Zwar versucht der Kommissar zunächst vor dem Besuch zu drücken, indem er als Argument die Priorisierung der Verbrechensbekämpfung vorschiebt, doch nach eindringlichem Einreden seiner Dienstkollegen gibt Ferro letztlich klein bei und begibt sich auf dem direkten Weg in den Schoß seiner Lieben.


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Während Ferro also in aller Seelenruhe Kindergeburtstag feiert, stürmt zur gleichen Zeit ein bewaffneter Gangster das Polizeirevier, der mit dem Kommissar ein persönliches Hühnchen zu rupfen hat. Doch da sich Ferro vorübergehend im Dienstfrei befindet, nimmt der junge Gangster kurzerhand die anwesenden Dienstkollegen als Geiseln, um gemeinsam mit diesen die Rückkehr des Herrn Kommissars abzuwarten. Dieser erhält jedoch zur gleichen Zeit einen dienstlichen Anruf im Haus seiner Ex-Frau, bei dem ihm Neuigkeiten im Fall des flüchtigen Marokkaners mitgeteilt werden. Kurz entschlossen vertröstet Ferro seinen enttäuschten Sohnemann mit der Aussicht auf ein gemeinsames Mittagessen am Abend, bevor er sich wieder frohen Mutes auf Verbrecherjagd begibt. Obwohl er sogleich von einem Spitzel den Aufenthaltsort des Marokkaners verraten bekommt, gelingt es Ferro nicht, diesen dingfest zu machen, was wiederum eine weitere, noch zeitintensivere Verfolgungsjagd nach sich zieht. Währenddessen wird sein Sohn immer ungeduldiger, infolgedessen Ferro mit diesem telefonisch vereinbart, dass er sich schon mal mit seiner Ex-Frau in seinem Dienstbüro einfinden soll. Gesagt, getan, und während Ferro weiterhin dem flüchtigen Marokkaner hinterherjagt, finden sich Mutter und Sohn im Polizeirevier ein, das immer noch fest in der Gewalt des bewaffneten Gangsters ist. Als dieser den jungen Claudio erspäht, nimmt er Ferros Sohn als Geisel und macht sich mit diesem aus dem Staub. Ein böser Fehler, wie sich im Nachhinein herausstellen wird, denn nachdem Kommissar Ferro nach getaner Arbeit erschöpft ins Polizeirevier zurückkehrt und von der Entführung seines Sohnes erfährt, kommt sein Adrenalin dermaßen in Wallung, dass jeder in seinem Dienstbüro die von ihm ausgehenden Druckwellen verspürt. Kommissar Ferro ist wieder zurück in seinem Element!


So in etwa lässt sich die komplexe Geschichte des vorliegenden Films zusammenfassen, in dem mehrere voneinander unabhängige Handlungsstränge parallel nebeneinander herlaufen. Was KOMMISSAR MARIANI - ZUM TODE VERURTEILT von den vorausgegangen Poliziotteschi unterscheidet, in denen Maurizio Merli seine Paraderolle als ultragnadenloser Cop perfektionierte, ist die Ausgeglichenheit, mit der Kommissar Ferro dieses Mal zu Werke schreitet, denn er wirkt nicht nur weniger ungestüm in seinem Handeln, sondern auch etwas besonnener und entspannter. Man möchte fast schon meinen, dass Kommissar Eisen Altersmilde walten lässt, aber das Zeitalter des Rollators ist für ihn dann doch noch nicht angebrochen. Zumindest scheint ihm etwas von seinem unbändigen Elan abhanden gekommen zu sein, wie beispielsweise Merlis Zweikampf mit Franco Garofalo beweist. In früheren Filmen hätte er diesen noch weitaus heftiger drangsaliert, als er es schließlich im vorliegenden Film tut. Dennoch entpuppt sich KOMMISSAR MARIANI - ZUM TODE VERURTEILT als ein bemerkenswerter Poliziottesco, der trotz eines in die Jahre gekommenen Kommissars Eisen immer noch ausreichend Action bietet. Und spätestens nach der Entführung seines Sohnes findet auch Merli wieder in sein Element zurück, für das er in seiner Paraderolle bekannt geworden ist. Nebenbei säubert er in gewohnter Weise die Straßen vom kriminellen Dreck, den er notfalls auch in einer Autowaschstraße wieder reinwaschen lässt. Angesichts seiner durch eigene Schuld verursachte Familientragödie, unter der seine von der reizenden Janet Agren gespielte Ex-Frau und sein Sohn am meisten leiden, möchte man fast schon meinen, dass Ferro diese Baustelle verdrängen möchte, indem er sich noch intensiver in seine Arbeit stürzt. Doch spätestens als ihm sein Sohn von dem Entführer entrissen wird, scheint ihm langsam zu schimmern, was das wahrhaft Wichtige im Leben zu sein scheint.


KOMMISSAR MARIANI wurde erstmals am 11.12.1985 von Sat 1 als deutschsprachige Synchronfassung im TV ausgestrahlt, wobei die ursprüngliche Laufzeit von 78 Minuten auf 68 Minuten gekürzt wurde. Im Jahr 2018 veröffentlichte das Label "Cinestrange Extreme" den Film erstmals ungekürzt als BD.


Fazit: "Auch wenn er ein Bulle ist, ein Mensch ist er doch."


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Rolvo
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Re: KOMMISSAR MARIANI - ZUM TODE VERURTEILT - Stelvio Massi

Beitrag von Rolvo »

Eigentlich ist die Besetzung mit dem Kommissar schlechthin, Maurizio Merli, und der attraktiven Janet Agren ja top, aber irgendwie kann mich dieser Film nicht so recht mitreißen.
Wenig Action und Merli ist hier irgendwie lahm.
Und Janet Agren wirkt irgendwie auch nicht wie die besorgte Mutter, deren Kind gerade entführt wurde, außer das sie quasi permanent raucht.
Der Gangster wirkt recht psychopathisch, weiß aber irgendwie auch nicht so recht, was er will.
Aus dem Film hätte man mehr machen können.

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Richie Pistilli
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Re: KOMMISSAR MARIANI - ZUM TODE VERURTEILT - Stelvio Massi

Beitrag von Richie Pistilli »

Rolvo hat geschrieben:
Do., 21.03.2024 22:32
Eigentlich ist die Besetzung mit dem Kommissar schlechthin, Maurizio Merli, und der attraktiven Janet Agren ja top, aber irgendwie kann mich dieser Film nicht so recht mitreißen.
Wenig Action und Merli ist hier irgendwie lahm.

So in etwa hatte ich den Film auch immer wahrgenommen. Umso erstaunter war ich nach der letzten Sichtung, bei der mir der Film erstmals gut gefallen hat.
Den Actiongehalt hatte ich auch etwas geringer in Erinnerung. Letztlich würde ich sagen, dass der Film schon ausreichend Action bietet, die aber im Vergleich zu den anderen Merli-Reißern etwas gediegener in Szene gesetzt wurde. Nach vielen Jahren habe ich nun endlich meinen Frieden mit dem Film geschlossen.

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Richie Pistilli
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Re: KOMMISSAR MARIANI - ZUM TODE VERURTEILT - Stelvio Massi

Beitrag von Richie Pistilli »

Screenshots der TV-Aufzeichnung von Sat1:


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In dieser Fassung kam mir KOMMISSAR MARIANI zum ersten Mal unter Augen.

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