WILD BEASTS - Franco Prosperi

Peitschenhiebe, laute Explosionen, wilde Abenteuer und anderer Filmstoff aus Italien.
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Richie Pistilli
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WILD BEASTS - Franco Prosperi

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IT 1984

R: Franco Prosperi
D: Lorraine De Selle, Antonio Di Leo, Ugo Bologna, Louisa Lloyd, John Stacy, Enzo Pezzu, Monica Nickel, Stefania Pinna, Simonetta Pinna, Tiziana Tannozzini, Frederico Volocia, Alessandro Freyberger u.a.



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Deutsche Erstveröffentlichung: 1984 (VHS-Premiere)

Synchronkartei

Schnittbericht

Italo-Cinema

Nischenkino

Remember it for later

Score: Daniele Patucchi

IMCDb

OFDb



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"Kann die Natur verrückt spielen? Können aus, woran auch immer, erkrankten Tieren blutrünstige Mordbestien werden? Kann die Natur Rache nehmen? Die Antwort lautet ja. Die Monstren in unseren tiefsten Urängste, ältestens Alpträume, sind dabei Realität zu werden. Wir leben in einer Zeit eines furchtbaren Ungleichgewichts. Wir leben in der selbstzerstörerischen Phase des ökologischen und biologischen Schreckens. Jahrhundertelang haben wir uns geweigert die Natur zu respektieren. Wir haben sie zu unserem Sklaven gemacht."



Im Zoo einer deutschen Großstadt bricht die Hölle los, als eine größere Menge PCP ins Trinkwasser gerät und die ansonsten friedlichen Tiere zu aggressiven Bestien mutieren lässt. Im drogeninduzierten Blutrausch überwinden sie alle Sperranlagen und fallen alsbald über die arglosen Bewohner der Metropole her. Nun liegt es in den Händen eines draufgängerischen Wissenschaftlers (Antonio Di Leo) und einer wagemutigen Reporterin (Lorraine De Selle), die Stadt zu retten… [Quelle: Camera Obscura]


Rip Berner (Antonio Di Leo), ein junger sympathischer Tierarzt, hat Notdienst in einem Zoo, der mitten in der Großstadt gelegen ist. Da ruft ihn gegen Mitternacht sein Freund der Polizeikommissar Nat (Ugo Bologna) in äußerster Erregung an: Tausende wildgewordener Ratten sind aus der Kanalisation gekrochen und stürzen sich auf alles, was lebt. Rip rast aus seinem Labor in das Zoogelände. Eine gräßliche Überraschung erwartet ihn. Die Stadt bebt unter dem Terror einer wahnwitzigen Invasion wilder Bestien. Nichtsahnend setzt ein Jumbo zur Landung auf dem Großflughafen an... [Quelle: VPS Video]



"Das Gebiet, für welches der Alarm gilt, umfasst fast alle nördlichen Stadtteile. Die Bewohner werden gebeten, in ihren Häusern zu bleiben und den polizeilichen Anweisungen zu folgen. Kinder dürfen auf keinen Fall mehr auf die Straße gelassen werden. Telefonzellen sollten nicht benutzt werden - lediglich in Notfällen. Auch im Auto sollte sich niemand sicher fühlen. Es wird angenommen, dass etwa dreißig gefährliche Raubkatzen, zehn Elefanten sowie einige anderen Tiere ausgebrochen sind."



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"Unser Wahnsinn verschlingt alles und infiziert unschuldige Opfer wie Kinder oder Tiere."


Nachdem Franco Prosperi 1975 dem Mondo-Genre den Rücken kehrte, rappelte er sich 1984 noch einmal dazu auf, mit WILD BEASTS seinen letzten Film zu drehen. Angesiedelt in der Mainmetropole von Frankfurt verfilmte Prosperi eine haarsträubende Geschichte, die es in dieser Form kein zweites Mal geben dürfte: Infolge der Verunreinigung des Grundwasser mit Phenylcyclohexylpiperidin (= PCP oder Angel Dust) laufen plötzlich nicht nur die Wildtiere des Frankfurter Zoos Amok, sondern auch handelsübliche Haustiere, Kanalratten und Schulkinder, die allesamt durch das verseuchte Wasser kontaminiert wurden. Dies hat zur Folge, dass psychotische Raubkatzen, die zu blutrünstigen Bestien mutiert sind, eine wild gewordene Elefantenhorde, aggressive Hyänen, ein wahnsinnig gewordener Eisbär sowie außer Kontrolle geratene Rindviecher die Straßen von Frankfurt unsicher machen und alles anfallen, was nicht bei drei auf den Bäumen ist.


Doch zunächst ahnt weder der Zuschauer, noch die beteiligten Protagonisten, was sie im Verlauf der knapp 90 Minuten erwarten wird. Der Film beginnt mit zahlreichen Panorama-Aufnahmen der Großstadtmetropole Frankfurt, bevor die Kamera dann auf verstreute Spritzbestecke am Hauptbahnhof sowie auf das mit PCP verunreinigte Abwasser schwenkt, das allmählich das gesamte Stadtzentrum kontaminiert. Als nächstes werden der Tierwissenschaftler Dr. Rupert Berner (in der deutschen Synchronfassung hört er auf den Namen Robert Berner) sowie dessen Partnerin Laura Schwarz in die Handlung eingeführt. Während Rupert Berner beim Frankfurter Zoo beschäftigt ist, übt seine Partnerin den Beruf einer erfolgreichen Biologin aus, die als alleinerziehende Mutter auch noch eine schulpflichtige Tochter zu versorgen hat. Nachdem sich das verseuchte Wasser in der ganzen Stadt ausgebreitet hat, beginnen die ersten Tiere nervös zu werden - denn sie wissen nicht, wie ihnen plötzlich geschieht. Während Dr. Berner von dem befreundeten Kommissar Braun wegen einer tödlichen Rattenplage, der bereits zwei Teenager zum Opfer gefallen sind, zu einem Notfall gerufen wird, brechen die drogeninduzierten Elefanten infolge eines unbändigen Panikgefühls aus ihren Käfigen aus. Dabei lösen sie einen Kurzschluss aus, infolgedessen die automatische Schließung sämtlicher Käfige versagt und alles was im Zoo noch keucht und fleucht sich in Richtung der Frankfurter Innenstadt begibt. Von da an steht Polen offen: Panische Elefanten zerquetschen hilflose Menschen, ein verstrahlter Tiger kapert eine vollbesetzte U-Bahn, drogeninduzierte Ratten zernagen ein junges Pärchen, ein geistig umnachteter Eisbär terrorisiert eine Schulklasse, ein wild gewordener Gepard jagt eine junge Frau im VW-Cabriolet durch die Kaiserstraße und eine Horde ausgeflippter Elefanten stürmt das Rollfeld des Frankfurter Flughafens, was wiederum eine katastrophale Flugzeughavarie samt Blackout nach sich zieht. Und als wäre das alles noch nicht genug, fällt auch noch eine ganze Schulklasse dem PCP-Rausch zum Opfer.


Alles in Allem ein einmaliger sowie überzeugender Film, wäre da nicht die ein oder andere unnötige Tiersnuff-Einlage. Obwohl Prosperi in einem Interview beteuert, dass während der Dreharbeiten keinem der Tiere auch nur ein Haar gekrümmt wurde, so sprechen die gezeigten Bilder im Film eine andere Sprache: Es wird beispielsweise eine Katze gezeigt, die von lebendigen Ratten attackiert wird, wobei es einigen der brennenden Ratten augenscheinlich auch nicht viel besser erging. In einer anderen Szene wird gezeigt, wie Raubtiere die Nutztiere eines Schlachthof zerfleischen. Klammert man diese wenigen Tiefpunkte des Films aus, bleibt immer noch ein ganz hervorragender Film übrig, der aufgrund seiner Machart gerade heutzutage fasziniert. Im Grunde genommen wollte Prosperi mit seinem Werk die Rache der Natur aufzeigen, die diese gegenüber der zerstörerischen Menschheit walten lässt.


Fazit: "Heimtückische Ratten, rasende Großkatzen, wutentbrannte Elefanten und ein missgelaunter Eisbär – wer schon immer wissen wollte, was passiert, wenn eine Horde wilder Tiere über die Zivilisation herfällt, wird in Franco Prosperis Bio-Schocker voll bedient. In seinem letzten Film lässt der Co-Regisseur der MONDO-CANE-Reihe ein effektvolles Blutbad über den Zuschauer hereinbrechen, in dem nichts und niemand sicher ist. Selten hat ein Vertreter des Tierhorror-Genres derart ruppig und düster ein pessimistisches Bild unserer Gesellschaft heraufbeschworen. Wenn die pelzigen Protagonisten von Prosperi auf menschliches Fleisch losgelassen werden, hat die perfide Umkehrung darwinistischer Machtverhältnisse einen Hauch sadistischer Befriedigung." [Quelle: Camera Obscura]


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