Rick Schroder
RIVALEN
● ACROSS THE TRACKS / RIVALEN (US|1990)
mit Brad Pitt, David Anthony Marshall, Thomas Mikal Ford, John Linton, Jack McGee, Cyril O'Reilly und Carrie Snodgress
eine Produktion der Desert Productions | im Verleih der Overseas FilmGroup
ein Film von Sandy Tung





»Du wirst nie etwas besser können als ich!«
Billy Maloney (Rick Schroder) kommt wegen Autodiebstahls in eine Besserungsanstalt. Nach einem Jahr kehrt er nach Hause zurück und geht mit seinem älteren Bruder Joe (Brad Pitt) auf die selbe High School, doch die beiden Brüder unterscheiden sich grundlegend voneinander. Während Joe strebsam und beliebt ist, außerdem hart daran arbeitet, ein Sportstipendium zu erhalten, bleibt sein Bruder ein Außenseiter und wird von anderen gemieden. Joe überredet seinen Bruder, sich genau wie er sportlich zu betätigen und er stellt sich ebenfalls als sehr begabt beim Laufen heraus. Eine alte Geschwister-Rivalität kocht wieder hoch, doch auch die Vergangenheit droht Billy wieder einzuholen, da ein alter Bekannter ihn in alte Strukturen und Drogengeschäfte hineinziehen will...
»Die kleinste Bewegung und du bist tot, du mieses Stück Scheiße!« So schnell kann ein Autoklau mit anschließender Verfolgungsjagd durch die City beendet sein. Wenige Augenblicke später ist auch bereits ein komplettes Jahr vergangen, und der verlorene Sohn kann aus der Besserungsanstalt nach Hause zurückkehren. Der Zuschauer denkt sich, dass es dem Film sicherlich ganz gut gestanden hätte, wenn einige Demonstrationen aus diesem Ambiente gezeigt worden wären, schon alleine um die permanenten Alpträume von Billy zu erklären. Aber wie es so ist, die schlimmsten Geschehnisse werden einmal wieder ins Reich der Mythen verwiesen. Die Themen schwere Kindheit, Agonist und Antagonist und falsche Freunde ergeben den Stoff, aus dem die Jugend-Dramen sind und Regisseur Sandy Tung beweist ein gutes Händchen in den Bereichen Konfrontation und Publikumswirksamkeit. Billy kommt wie der personifizierte Vorwurf nach Hause zurück, seine Mutter sieht in den Spiegel des Versagens, sein Bruder betrachtet ihn immer mehr als Rivalen und letztlich wird das normale Leben umgekrempelt, aber genauso für den auf die schiefe Bahn geratenen Jüngsten. Es gilt nun sich einzufügen, Struktur in den Alltag zu bringen und Verlockungen zu widerstehen, was nicht gerade einfach ist, da die Gespenster der Vergangenheit umher schwirren. Das alles hört sich letztlich brisanter an, als es in Wirklichkeit ist, denn Reibungsflächen werden zwar thematisiert und transparent geschildert, aber unterm Strich nur vage angerissen. Da der vermutete Zündstoff in aller Konsequenz ausbleibt, schaut man sich die beiden Hauptdarsteller genauer an, die einem die Zeit sehr gut vertreiben und denen man schließlich auch gute Leistungen bescheinigen darf. All dies sieht man schließlich in Zeiten, in denen Ex-Kinderstar Rick Schroder noch ein größeres Kaliber als sein Rivale Brad Pitt darstellte.
Die Thematik um Not und Tugenden wird von den beiden Darstellern recht gut auf den Punkt gebracht, Schroder bringt die nötige Verschlagenheit mit, wirkt von Anfang an aber eigentlich nicht besonders unsympathisch, da der Film das Schicksal, zahlreiche Lebensumstände und den schlechten Einfluss von Halbkriminellen verantwortlich macht. Leider erweist sich das Drehbuch nicht als konsequent, beziehungsweise mutig genug, um wirklich beunruhigende Momente entstehen zu lassen, aber dennoch tun die Darsteller alles für ein optimale Ausnutzen der Möglichkeiten und der vagen Andeutungen. Rick Schroder spielt nicht nur die interessantere Figur, die häufig zwischen Engelchen und Teufelchen entscheiden muss, er zeichnet insgesamt die dichteren Part. Brad Pitt wirkt dem Empfinden nach und im direkten Vergleich ebenfalls überzeugend, es können sichtbare Kontraste aufgebaut werden, allerdings muss er dabei viel zu häufig seichten Tendenzen nachgeben. Der komplette Verlauf bedient sich immer wieder der damals angesagten Jugendsprache, die szenenweise richtig hellhörig machen kann, überhaupt ist es sehr beachtenswert, typische Charakteristika der beginnenden 90er Jahre zu sehen, wie vor allem die gängige Kleidung oder die Musik. Hinzu kommt, dass dies alles unter den typischen Gesetzen der Jugend-Dramen abgehandelt wird und die Regie beweist sich als gekonnter Jongleur mit einigen Klischees, die als Würze einfach nicht fehlen dürfen. Viele Filme stehen und fallen damit, zu welcher Zeit und in welchem Alter sie angeschaut wurden und gerade Beiträge wie "Rivalen" sind schließlich dazu verurteilt, innerhalb fortschreitender Zeiträume deutlich zu verlieren. Insgesamt lässt sich daher sagen, dass der Endruck des Spektakels, das bei der Erstansicht vor ungefähr zwanzig Jahren zustande gekommen war, mit dem erneuten Anschauen nur noch eine vage Erinnerung geblieben ist, was nicht gleichzeitig bedeuten soll, dass Sandy Tungs Beitrag nicht nach wie vor genügend unterhaltsam und kurzweilig ist.
»Die kleinste Bewegung und du bist tot, du mieses Stück Scheiße!« So schnell kann ein Autoklau mit anschließender Verfolgungsjagd durch die City beendet sein. Wenige Augenblicke später ist auch bereits ein komplettes Jahr vergangen, und der verlorene Sohn kann aus der Besserungsanstalt nach Hause zurückkehren. Der Zuschauer denkt sich, dass es dem Film sicherlich ganz gut gestanden hätte, wenn einige Demonstrationen aus diesem Ambiente gezeigt worden wären, schon alleine um die permanenten Alpträume von Billy zu erklären. Aber wie es so ist, die schlimmsten Geschehnisse werden einmal wieder ins Reich der Mythen verwiesen. Die Themen schwere Kindheit, Agonist und Antagonist und falsche Freunde ergeben den Stoff, aus dem die Jugend-Dramen sind und Regisseur Sandy Tung beweist ein gutes Händchen in den Bereichen Konfrontation und Publikumswirksamkeit. Billy kommt wie der personifizierte Vorwurf nach Hause zurück, seine Mutter sieht in den Spiegel des Versagens, sein Bruder betrachtet ihn immer mehr als Rivalen und letztlich wird das normale Leben umgekrempelt, aber genauso für den auf die schiefe Bahn geratenen Jüngsten. Es gilt nun sich einzufügen, Struktur in den Alltag zu bringen und Verlockungen zu widerstehen, was nicht gerade einfach ist, da die Gespenster der Vergangenheit umher schwirren. Das alles hört sich letztlich brisanter an, als es in Wirklichkeit ist, denn Reibungsflächen werden zwar thematisiert und transparent geschildert, aber unterm Strich nur vage angerissen. Da der vermutete Zündstoff in aller Konsequenz ausbleibt, schaut man sich die beiden Hauptdarsteller genauer an, die einem die Zeit sehr gut vertreiben und denen man schließlich auch gute Leistungen bescheinigen darf. All dies sieht man schließlich in Zeiten, in denen Ex-Kinderstar Rick Schroder noch ein größeres Kaliber als sein Rivale Brad Pitt darstellte.
Die Thematik um Not und Tugenden wird von den beiden Darstellern recht gut auf den Punkt gebracht, Schroder bringt die nötige Verschlagenheit mit, wirkt von Anfang an aber eigentlich nicht besonders unsympathisch, da der Film das Schicksal, zahlreiche Lebensumstände und den schlechten Einfluss von Halbkriminellen verantwortlich macht. Leider erweist sich das Drehbuch nicht als konsequent, beziehungsweise mutig genug, um wirklich beunruhigende Momente entstehen zu lassen, aber dennoch tun die Darsteller alles für ein optimale Ausnutzen der Möglichkeiten und der vagen Andeutungen. Rick Schroder spielt nicht nur die interessantere Figur, die häufig zwischen Engelchen und Teufelchen entscheiden muss, er zeichnet insgesamt die dichteren Part. Brad Pitt wirkt dem Empfinden nach und im direkten Vergleich ebenfalls überzeugend, es können sichtbare Kontraste aufgebaut werden, allerdings muss er dabei viel zu häufig seichten Tendenzen nachgeben. Der komplette Verlauf bedient sich immer wieder der damals angesagten Jugendsprache, die szenenweise richtig hellhörig machen kann, überhaupt ist es sehr beachtenswert, typische Charakteristika der beginnenden 90er Jahre zu sehen, wie vor allem die gängige Kleidung oder die Musik. Hinzu kommt, dass dies alles unter den typischen Gesetzen der Jugend-Dramen abgehandelt wird und die Regie beweist sich als gekonnter Jongleur mit einigen Klischees, die als Würze einfach nicht fehlen dürfen. Viele Filme stehen und fallen damit, zu welcher Zeit und in welchem Alter sie angeschaut wurden und gerade Beiträge wie "Rivalen" sind schließlich dazu verurteilt, innerhalb fortschreitender Zeiträume deutlich zu verlieren. Insgesamt lässt sich daher sagen, dass der Endruck des Spektakels, das bei der Erstansicht vor ungefähr zwanzig Jahren zustande gekommen war, mit dem erneuten Anschauen nur noch eine vage Erinnerung geblieben ist, was nicht gleichzeitig bedeuten soll, dass Sandy Tungs Beitrag nicht nach wie vor genügend unterhaltsam und kurzweilig ist.