PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL - Primo Zeglio

Peitschenhiebe, laute Explosionen, wilde Abenteuer und anderer Filmstoff aus Italien.
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Sid Vicious
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PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL - Primo Zeglio

Beitrag von Sid Vicious »

Originaltitel:...4 ..3 ..2 ..1 ...morte
Regisseur: Primo Zeglio
Kamera: Manuel Merino, Riccardo Pallottini
Musik: Antón García Abril
Drehbuch: Kurt Vogelmann, Sergio Donati, Primo Zeglio
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(Major) Perry Rhodan reist in Begleitung von Captain Burley und zwei weiteren Kollegen zum Mond. Das Team hat den (Geheim)Auftrag die nähere Umgebung des Kraters Newcomb zu erforschen. Doch technische Probleme, die sich als Indifferenz vorstellen, zwingen das Team zu einer Bruchlandung. Auf fremdem Terrain gelandet, trifft das Quartett postwendend auf die zwei für ihren Schiffbruch verantwortlich zeichnenden Außerirdischen. Da ein Mitglied, Crest, jener fremdartigen Spezies, die Arkoniden, an Leukämie erkrankt ist, bietet das Astronautenteam seine Hilfe an. Folglich macht man sich gemeinsam auf den Weg in Richtung Erde. Ihr Ziel ist Afrika, denn dort praktiziert Doktor Haggard, eine anerkannte Kapazität auf dem Gebiet der Leukämie-Impfstoff-Forschung. Der ausbaufähige, medizinische Wissensstand der Arkoniden steht im augenfälligen Kontrast zu ihren begnadeten technischen Fähigkeiten. Demzufolge ruft Ihre allmächtige Technologie auch schlagartig den Gangster Arkin auf den Plan, denn ein Bruchteil der Intelligenz, über die die Arkoniden verfügen, könnte ausreichen, um die gesamte Welt zu beherrschen.

Sam J. Lundwall schreibt, dass „die Science Fiction (in der Literatur) gezeigt hat, dass sie alle möglichen Modelle annehmen kann und doch auf ganz definitive Weise eigenständig, unmissverständlich Science Fiction bleibt.“ Warum zitiere ich einen Science-Fiction-Schriftsteller? Um auf den Putz zu hauen? Falsch! Wer sich „Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall“ anschaut, der wird feststellen, dass der Film nach eben dieser Formel inszeniert wurde! Denn Primo Zeglio machte sich die Chance der Fremdeinflüsse zunutze und ließ neben die Grundausstattung seines SiFi-Vehikels die Ingredienzien von Eurospy und Gangsterfilm treten. Gemessen an der einhergehend evozierten Genrevielfalt bleibt der Film jedoch in erster Linie ein Vertreter der Science Fiction, sodass Lundwalls These bestätigt wird und jenes inflationär zitierte Mäuschen nicht einmal den Versuch unternehmen muss, um den ebenso inflationär zitierten Faden abzubeißen. Erwähnte Fremdeinflüsse bewirken allerdings, dass Zeglios Film seine Geschehnisse weniger auf fremde Himmelskörper als primär auf den blauen Planeten verlagert und mit der im Sci-Fi-Film gern propagierten Ausweitung der frontier lediglich sporadisch kommuniziert wird.

Perry Rhodans Bekanntheitsgrad ist der trivialen Science-Fiction-Literatur geschuldet. Ab 1961 machte sich der Astronaut in unterschiedlichen Druckerzeugnissen (Taschenbücher, Comics, etc.) auf den Weg, um fremde Galaxien zu erobern. Seine futuristischen Reisen reflektieren eine Zeit, in der nur noch Waffen und Roboter ihre Weiterentwicklung erfahren und in letzter Konsequenz als unverzichtbare Hilfsmittel fungieren, um Eroberung wie Imperialismus voranzutreiben. Diese Erkenntnis bescherte der Rhodan-Figur Ende der 1960er gar die Vorwürfe, sie würde Totalität, und Faschismus inkludierten. Der Futurist Robert Jungk ging sogar soweit, dass er Perry Rhodan als „Hitler des Weltraumzeitalters“ sowie „Ersatz-Hitler“ etikettierte und stellte einhergehend die Frage, wie eine derart „krude Führerfigur zum Helden von Millionen Jugendlichen werden kann?“ Den imperialistischen Ansatz kann ich zwar nachvollziehen, aber Rhodan gleich als den futuristischen Hitler zu deklarieren, kommt dem Geschwafel von Uwe Nettelbeck, der Gualtiero Jacopetti aufgrund seiner Filme „Addio Onkel Tom“ und „Africa Addio“ mit Rassismusvorwürfen traktierte, nahe. Es mutet phasenweise sehr abenteuerlich, mit welchen Thesen wie Erkenntnissen man in mehr als 40 Jahre alten Büchern konfrontiert wird.

Was ich bisher über den Film („Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall“) lesen konnte, offerierte eher bescheidene Eindrücke. Mir ist natürlich nicht bekannt, mit welchen Ansprüchen besagte Rezipienten an die Sichtung herangingen, denn Primo Zeglios „Rhodan-Sause“ konnte mich wirklich gut unterhalten und simultan so manchen Lacher abgewinnen, sodass ich mich den negativen Worten nicht anschließen kann. Der erste durch und durch positive Aspekt, den mir die Filmsichtung kredenzte, ist der von Antón García Abril (der Stammkomponist von De Ossorios „Reitenden Leichen“) komponierte, großartige Score, der den tollen, von Constantin gestalteten Eingangscredits einen wunderprächtigen auditiven Rahmen liefert und nur kurzzeitig von Heinz Petruos lautstarker wie prägnanter Ansage: PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL unterbrochen wird.

Petruos tolle Stimme ist zugleich der Vorbote für den zweiten positiven Filmaspekt, denn die Hermes Synchron GmbH hat eine vorzügliche, phasenweise auch bissige Synchronarbeit erstellt. Die Sympathiepunkte, welche Rainer Brandt der Nebenfigur, Captain Burley, einhaucht, reichen gar aus, um der Hauptfigur, Perry Rhodan, die Show zu stehlen. Das erinnert an manch tollen Kommissar X-Film, wo Captain Tom Rowland, dank Brandt, anstelle von Jo Louis Walker die Puppen tanzen lässt. Ferner möchte ich Uta Hallant, die ihre Stimme der Akroniden, Thora, verleiht, über den Maßen loben. Mit rhetorischer Kraftmeierei wird immerzu auf den hohen Intelligenzquotienten der Akroniden hingewiesen sowie innert der Dialoge mit Perry Rhodan (gesprochen von Herbert Stass) ein Wechselspiel zwischen Emanzipation, Preußentum und Bauerncharme provoziert. Köstlich!

Nebst der feinen Synchronarbeit (welche die Savanne 300 Meter südlich vom Äquator einordnet) werden uns ebenso feine, bestens gestaltete Waffen (ein Taschenrechnergroßer Gegenstand mit drei Tasten und einem kleinen Bildschirm, der unter anderem zur Schwerkraftneutralisation genutzt werden kann) präsentiert. Die polyvalenten Fähigkeiten, welche diese Geheimwaffe besitzt, erzeugen freilich vielerlei schöne Spezialeffekte, die mir ein stets wiederkehrendes Entzücken entlockten.

Die anfänglich propagierte Essenz des Films, die Ergründung (also die Eroberung) fremden Terrains, erweist sich schnell als Trugschluss, und weicht - neben der Konfrontation zwischen Menschen und Außerirdischen - dem Wettstreit um die allmächtige Technologie der Akroniden. Die Gefahr wurzelt also nicht in den Machenschaften von außerirdischen Invasoren, sondern im Machtstreben von irdischen Gangstern. Demnach lässt sich kein (in den amerikanischen Si-Fi-Lichtspielen vielmals verbreiteter McCarthyismus, der die Außerirdischen mit russischen Invasoren gleichsetzt) nachweisen. Womit die Ermittlungen gegen einen diesmal über jeden Hitlerismusverdacht erhabenen Weltraumreisenden auch abgeschlossen sind. Die Recherchen haben allerdings ergeben, dass „Perry Rhodan - SOS aus dem Weltall“ mit liebenswerten Effekten, einer tollen deutschen Synchronisation, mehr oder minder überraschenden Wendungen sowie einer klasse Besetzung sehr wohl zu verführen weiß. Denn in letzter Konsequenz ließen mich erwähnte Indizien respektive Begleiterscheinungen erfolgreich in die einst so ferne und heute zigmal überholte Italo-Zukunft eintauchen und Primo Zeglios Science Fiction Film als einen äußerst sympathischen Genrevertreter begreifen.
https://italo-cinema.de/italo-cinema/it ... em-weltall
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Richie Pistilli
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Re: PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL - Primo Zeglio

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Italo-Cinema.de
Score: Anton Garcia Abril & Marcello Giombini




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Obwohl sich Primo Zeglios PERRY RHODAN - S.O.S. AUS DEM WELTALL als recht lahm und unspektakulär entpuppt, kann dem knuffigen Film ein gewisser Charme nicht abgesprochen werden. Laut dem Eintrag auf perrypedia.de soll der deutsche Science-Fiction-Autor und Mitbegründer der Perry Rhodan-Serie K.H. Scheer aus Zeitgründen das Drehbuch, das im Rahmen der filmischen Umsetzung die ersten drei Heftromane "Unternehmen Stardust", "Die dritte Macht" und "Die strahlende Kuppel" umfassen sollte, in fremde Hände gegeben haben. Doch als K.H. Scheer kurz darauf das Endresultat in seinen Händen hielt, soll er darüber völlig entsetzt gewesen sein, denn »[...] Ich konnte mich nicht erinnern, jemals eine Dr. Sheridan in den ersten vier RHODAN-Bänden entwickelt zu haben. Auch ein gewisser Homer Arkin, im Film der machtbesessene Bösewicht, war nie konzipiert worden. Geschlagen wankte ich aus dem Studio, nachdem ich als Beweis für die Nachwelt zahlreiche Standfotos angefertigt hatte. [...]«

Dennoch mag ich diese psychotronische Filmkuriosität, in der Pinkas Braun ein weiteres Mal überzeugend den Bösewicht mimt, der obendrein stolz sein pekinesisches Affenhündchen zur Schau stellt. Dann wäre da auch noch die Schwedin Essy Persson -besser bekannt als Betty Williams, die kleine Schwester von Heinz Klett aus dem RASTHAUS DER GRAUSAMEN PUPPEN-, die nicht nur als 'Kommandöse' einer intergalaktischen Superrasse eine äußerst sehenswerte Darbietung aufs Parkett legt, sondern auch solch eigenartige Gerätschaften wie beispielsweise eine Strahlenenergiekuppel, einen Schwerkraftneutralisator oder schachspielende Multifunktionroboter mit auf die Erde bringt. Hinzu gesellen sich skurrile Soundeffekte und eine wohlige Tricktechnik- und fertig ist das deutsch-italienisch-spanisch-co-produzierte Sci-Fi-Gebräu.



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Trailer + Filmausschnitt mit deutscher Synchro:

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Mater_Videorum
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Re: PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL - Primo Zeglio

Beitrag von Mater_Videorum »

Ich mag den auch recht gern und überhaupt ist Originaltitel für so eine Produktion 'nen richtiges Brett: ... 4 ..3 ..2 ..1 ... Tod

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Richie Pistilli
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Re: PERRY RHODAN - SOS AUS DEM WELTALL - Primo Zeglio

Beitrag von Richie Pistilli »

Mater_Videorum hat geschrieben:
So., 14.02.2021 11:47
... 4 ..3 ..2 ..1 ... Tod!

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:)

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