MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Peitschenhiebe, laute Explosionen, wilde Abenteuer und anderer Filmstoff aus Italien.
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Richie Pistilli
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MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

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Manaos - Die Sklaventreiber vom Amazonas (D)
Hundert Tage bis Manaos (DDR)
Sklaven der Hölle (D)
Violence à Manaos (F)
Rebelión en la selva (MEX)
Manaos (IT)



IT / ES / MEX 1979

R: Alberto Vázquez Figueroa
D: Fabio Testi, Agostina Belli, Jorge Rivero, Florinda Bolkan, Alberto de Mendoza, Andrés García, Jorge Luke, Milton Rodríguez, Carlos East, Carlos Nieto, Mike Moroff u.a.




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Deutsche Erstaufführung: 20.03.1981

Schnittbericht

Score: Fabio Frizzi

Italo-Cinema.de

OFDb





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Manaos: Eine gottverdammte Stadt, wohl die Verkommendste der Welt. Aus dem Nichts entstanden, Mitten im Dschungel des Amazonas. Die unersättliche Gier der Kautschukhändler hat dieses Gebiet zu einem der größten Gefängnisse der Welt werden lassen, 5000 km lang und knapp 4000 km breit. Hier wurden Männer auf gemeinste Art zu Sklaven gemacht und Frauen gezwungen, ihre Körper schänden zu lassen, um ihr Leben zu retten.“


Und genau in dieses idyllische Urlaubsdomizil verschlägt es ein frisch verheiratetes Paar auf ihrer Hochzeitsreise, wobei der glückliche Reisetrip bereits nach sehr kurzer Zeit ein jähes Ende findet, denn die hübsche Claudia (Agostina Belli) und ihr frisch angetrauter Ehemann geraten in die Fänge des skrupellosen Plantagenbesitzers Carmelo Sierra (Andrés García), der wiederum als erste Amtshandlung den Bräutigam in die ewigen Jagdgründe befördern lässt, um sich daraufhin ausgiebig mit der zurückgelassenen Witwe zu vergnügen. Hilflos ausgeliefert muss die frisch verheiratete Witwe so einiges über sich ergehen lassen, bevor sie von dem sadistischen Sierra in ein erbarmungsloses Arbeitslager verfrachtet wird, um dort als Lustobjekt für die hart arbeitenden Wärter zur Verfügung zu stehen. Kaum auf der Kautschukplantage angekommen, trifft sie auf Howard (Jorge Rivero), einen alten Freund ihres ermordeten Bräutigams und Arquimedes (Fabio Testi), die beide gleichfalls widerwillig ihr Leben in dieser Hölle fristen und fortan hilflos dabei zuschauen müssen, wie Claudia tagein, tagaus von den barbarischen Wärtern geschunden wird.


Als Howard einer äußerst rüden Foltermethode unterzogen werden soll, gibt es für die drei 'Sklaven der Hölle' nichts mehr zu verlieren und versuchen daher gemeinsam mit dem Indio Ramiro (Jorge Luke) eine eigentlich aussichtslose Flucht durch die endlosen Weiten des Amazonadschungels zu riskieren. Gejagt von den beastialischen Plantagenwärtern und einer Armada an Bluthunden müssen die vier geschundenen Seelen auf ihrer Flucht nicht nur ums nackte Überleben kämpfen, sondern werden auch noch mit den alltäglichen Gefahren des unerbittlichen Urwalds konfrontiert. Und dabei sind es noch etwa 100 Tage bis zur Erreichung des auserkorenen Ziels: Die Grenze zu Ecuador.


Lieber im Dschungel verenden, als in dieser Hölle verrecken!“



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Bei MANAOS handelt es sich um eine unterhaltsame Mischung aus Dschungel-, Abenteuer- und Campfilm, die zudem wie ein Kannibalenfilm daher kommt, bei dem die fleischverzehrenden Eingeborene aber durch völlige Abwesenheit glänzen. Für Regisseur Alberto Vázquez Figueroa stellte diese Regiearbeit seine zweite und zugleich auch letzte Filmproduktion für die große Leinwand dar, wobei sein Regiedebüt DIE BLUT-MAFIA (auch bekannt als PLASMA - JETZT HOLEN SIE IHR BLUT) aus dem Jahr 1978 auch recht interessant und unterhaltsam klingt. Sein vorliegender Film MANAOS handelt von einem Dschungelcamp der etwas anderen Art, denn im Vergleich zu seinem unsäglichen TV-Vertreter wartet Alberto Vázquez Figueroas Campfilm nicht nur mit wahrhaften Herausforderungen an Körper und Geist, sondern auch mit tatsächlichen Stars auf.


An vorderster Front kämpft sich der italienische Filmstar Fabio Testi in der Rolle des strafgefangenen Arquimedes durch den dicht bewachsenen Dschungel, wobei er sich aufgrund seiner vielseitigen Lebenserfahrungen (beispielsweise Cowboy, Kommissar, Soldat, Mafiosi, Lehrer, Agent, Gauner und Leibwächter) als ein echtes Multitalent herausstellt und dementsprechend auch die zu meisternden Aufgaben mit Erfolg besteht. Neben dem Verzehr frischgepellter Vogelspinnen muss er sich zudem einem kräftezehrenden Kautschuk-Abzapf-Marathon stellen sowie die halsbrecherische Fahrt mit einem steuerlosen Hausboot auf einem reißenden Fluß überstehen. An seiner Seite schlägt sich der gleichfalls genrefilmerprobte Jorge Rivero (THE GIRL WHO KNEW TOO MUCH, BLUTIGE MAGIE, CONQUEST) nicht minderschlecht, obwohl er gleich bei seiner ersten Herausforderung patzt: Rivero verweigert sich der ersten Tagesaufgabe, da er die zu überstehende Hodenmassage durch bisswütige Piranhas keinesfalls über sich ergehen lassen möchte und beschert somit seinen Mitspielern eine erste, vom Hungergefühl dominierte Nachtruhe. Aber im weiteren Spielverlauf kann auch er sich wieder aufraffen und steht schließlich bis zum bitteren Ende seinen Mann, den er sich glücklicherweise aufgrund seiner vorherigen Verweigerungshaltung unversehrt bewahren konnte.


Das härteste Päckchen hat aber die reizende und immer wieder gern gesehene Agostina Belli (EIN SCHWARZER TAG FÜR DEN WIDDER, BLAUBART - DIE BESTIE, DIE PERFEKTE ERPRESSUNG) zu tragen, denn die zu erfüllenden Herausforderungen fordern von ihr einen bedingungslosen Körpereinsatz ab, wodurch ihre bereits angeknackste Psyche um ein Weiteres belastet wird. Zum Höhepunkt ihrer zu erledigenden Tagesaufgaben zählt zweifelsfrei eine Abtreibung nach Art der Ureinwohner Südamerikas vor laufender Kamera, wobei diese sensationsträchtige Herausforderung bald auch in einer der nächsten TV Staffeln Einzug halten wird, denn ein solch verwerfliche Treiben scheint sich für das tier- und menschenverachtende TV Format bestens zu eignen. Als weitere Gaststars treten außerdem Florinda Bolkan und Alberto de Mendoza auf den Plan, die aber lediglich in der Funktion von Ehrengästen gegen Ende der Campzeit kurzzeitig auftauchen und somit von den geschmacklosen Herausforderungen verschont bleiben. Die restlichen Mitstreiter setzen sich aus zahlreichen Nebendarstellern zusammen, die aber allesamt einen ordentlichen Lebenslauf im Genrefilm vorzuweisen haben.



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Das hört sich jetzt zwar alles äußerst dramatisch, brutal und verwerflich an, ist es aber gar nicht!

Im Vergleich zu den Kannibalenfilmen dieser Zeit, verzichtete Alberto Vázquez Figueroa fast ausschließlich auf die Darstellung expliziter Gewalt und auch die zahlreichen Schändungen werden recht entschärft in Szene gesetzt, so dass einige der Goreheads vom Endergebnis bestimmt enttäuscht sein werden. Allen anderen Italophilen dürfte MANAOS aber ein unterhaltsames Abenteuerfilmfeuerwerk geboten werden, das nicht nur einen trivialen Spaß bietet, sondern auch mit der fantastischen Dschungelatmosphäre Südamerikas aufwartet.


Als Krönung des Ganzen kann die deutsche Synchronisation angesehen werden, denn diese heizt das bunten Treiben nicht nur erst richtig an, sondern lässt dadurch auch den Unterhaltungsgrad in die Höhe schnallen. Abgerundet wird diese brisante Dschungelsause durch einen erstklassigen als auch eingängigen Score aus dem Hause Fabio Frizzis, der mir bereits bei meiner Filmpremiere auf Anhieb bekannt vorkam, so dass ich mir zwischenzeitlich fast schon sicher bin, diese ohrwurmträchtige Komposition mit Urlaubsflair bereits in meiner Kindheit irgendwann mal vernommen zu haben.



Fazit: “Ich bin ein Star und holt mich bloß hier nicht raus!”




Vor dem käuflichen Erwerb dieses Films wird empfohlen darauf zu achten, dass mehrere Schnittfassungen dieses Dschungelcampspektakels auf dem hiesigen Markt verfügbar sind:


Neben der bereits gekürzten deutschen Kinofassung (75 Min.) existiert auch noch eine italienische Langfassung (94 Min.), der eindeutig der Vorzug zu geben ist, da in der KF die eigentliche Rahmenhandlung des organisierten Kautschukhändlerrings und dementsprechend die Dimension des perfiden Treibens der Schere zum Opfer gefallen ist. Auch wurde dem deutschen Publikum der recht amüsante Zweikampf zwischen dem sadistischen Sierra mit einem lernfähigen Indio verwehrt sowie die bereits sehr kurz ausgefallenen Auftritte unserer beiden Gaststars Bolkan und Mendoza um ein Weiteres beschnitten, so dass ihr Auftritt in der KF fast mit der Lupe gesucht werden muss.


Von X-Rated gibt es glücklicherweise verschiedene DVD-Veröffentlichungen, bei denen beide Schnittfassungen enthalten sind. Aber auch hier heißt es 'Augen auf': Manche der X-Rated Auflagen beinhalten auch ausschließlich die kürzere KF.



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Deutscher Trailer:







Score:







Open Credits & Französischer Trailer:

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(Überarbeiteter Beitrag aus dem alten Forum: 07.10.2015)

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Retro
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Retro »

MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS

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Im Amazonasgebiet liegt die Kautschukplantage von Don Sierra, welcher dort durch viele versklavte Menschen sein Geld verdient.
Don Sierra versklavt und foltert nicht nur seine Zwangsarbeiter, er holt sich auch junge Frauen die er vergewaltigt-
und danach seinen Sklaven als Lustobjekt überlässt.
Irgendwann treffen im Sklavencamp einige entschlossene Menschen aufeinander,
und beschließen nicht nur einen Ausbruchsversuch zu wagen, sondern sich auch an Don Sierra zu rächen...

Bei diesem Film ist generell so einiges auffällig, bzw ungewöhnlich: Handlungsort Amazonas-Dschungel, aber ganz ohne Kannibalen.
Sklaventreiber und Folter- aber nur hellhäutige Menschen in den tragenden Rollen, auch bei den Sklaven.
Immerhin gibt es hier auch keinen Tiersnuff, das gibt doch gleich einen Bonuspunkt.
Eine im Grunde gewalttätige Geschichte, bei der aber nichts explizit brutales gezeigt, nur teils darüber geredet wird.
Auch wenn mal geschossen wird gibt es meist weder Treffer noch Blut zu sehen, was aber eindeutig schon so gedreht wurde.
Der Film an sich ist durchaus unterhaltsam, geht entgegen dem Titel (zumindest in der vorliegenden Kinofassung) als Abenteuerfilm durch,
bietet Locationbedingt einige optische Schauwerte und mit Fabio Testi sogar ein bekanntes Gesicht in der Hauptrolle.
Was aber nichts daran ändert dass irgendwie trotzdem alles etwas trashig und unspektakulär wirkt,
was aber auch an der teils schwachen deutschen Synchro liegen dürfte.
Der Soundtrack stammt von Fabio Frizzi, welcher unter anderem auch schon einige Fulci-Klassiker akustisch veredelt hat.
Die DVD von "VZM" enthält den Film in der Kinofassung, das Bild ist 1,66:1 maskiert und zudem nicht anamorph.

5/10

Von verschiedenen Labels gibt es den Film als "Langfassung" mit FSK 18 und 15 Minuten mehr Laufzeit,
teils unter dem Titel "Sklaven der Hölle". diese längere Fassung ist mir aber nicht bekannt.
Das wirft natürlich die Frage auf, ob die ungekürzte lange Fassung vielleicht sogar eine Splatter-Granate, oder zumindest recht brutal ist.
(Was ich fast nicht glaube, die Kinofassung wirkt zumindest nicht so, als ob wäre der Film so gedacht gewesen)

Das deutsche VHS-Cover war da um einiges vielversprechender. Hatte ich damals auch- und wurde wegen falscher Erwartungen enttäuscht...:

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Richie Pistilli
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Richie Pistilli »

Retro hat geschrieben:
Mo., 28.12.2020 15:32
Von verschiedenen Labels gibt es den Film als "Langfassung" mit FSK 18 und 15 Minuten mehr Laufzeit, teils unter dem Titel "Sklaven der Hölle". diese längere Fassung ist mir aber nicht bekannt.
Das wirft natürlich die Frage auf, ob die ungekürzte lange Fassung vielleicht sogar eine Splatter-Granate, oder zumindest recht brutal ist.
(Was ich fast nicht glaube, die Kinofassung wirkt zumindest nicht so, als ob wäre der Film so gedacht gewesen)


Wie oben bereits geschrieben, umfassen die Kürzungen lediglich Handlungsszenen, die aber die Dimension des schändlichen Treibens noch um einiges heftiger wirken lassen. Leider bezieht sich der gepostete Schnittbericht lediglich auf einen Vergleich zwischen der noch stärker geschnittenen VHS-Fassung und der gekürzten deutschen Kinofassung, die auch auf der DVD von VZM enthalten ist. Kann mich nicht daran erinnern, dass die Langfassung mehr Gewaltszenen beinhaltet, aber die ist zwischenzeitlich auch schon ganz schön angestaubt.

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Retro
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Retro »

Das dachte ich mir schon- weshalb mir auch die Wühltisch-DVD für 2,99€ mit der ungekürzten Kinofassung reicht-
und ich sicher keine Unmengen für eine Langfassung ausgeben werde. ;)

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Prisma
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Prisma »

Ich kenne "Manaos - Die Sklaventreiber vom Amazonas" auch nur in der gekürzten deutschen Fassung, aber ich finde ihn trotz fehlender Impressionen gelungen, was eigentlich eher heißen soll, dass er sein Ziel erreichen konnte und unterm Strich schockiert. Natürlich ist es bei derartigen Filmen irgendwie schwer über die Lippen zu bringen, dass man sie gut findet oder gar mag, immerhin hat man es mit Varianten von Grund-Thematiken und skrupellosen Unmenschen zu tun, die einfach nur beklemmend und abscheulich sind. Auch wenn Gewalt-Szenen entfernt sind oder teils grausame Exposition fehlt, erhalten Nervenkitzel und Schock dennoch die Möglichkeit, sich langsam aber sicher aufbauen, da die eigene Vorstellungskraft oft ausgereizt wird und man buchstäblich irgendwann nicht mehr nach kommt. Auch über Dialoge, bei denen am Ende oft nur lapidar der Satz »töte ihn« oder »töte es« zu hören ist, können viele Schreckensmomente konstruiert werden. Gab es seinerzeit eigentlich viele dieser Filme, oder waren die nur temporär en vogue?

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Richie Pistilli
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Richie Pistilli »

Prisma hat geschrieben:
So., 10.01.2021 18:40
Gab es seinerzeit eigentlich viele dieser Filme, oder waren die nur temporär en vogue?

Eine sehr gute Frage, die ich dir aber aus dem Stegreif heraus nicht adäquat beantworten kann.

Meine Vermutung geht dahin, dass es sich bei MANAOS um einen vom Kannibalenfilm beeinflussten Abenteuerfilm handelt, indessen Mittelpunkt das Sklavencamp steht. Zum einen kommt mir dabei der Campfilmanteil von LEBENDIG GEFRESSEN und zum anderen der von seiner Thematik ähnlich gelagerte TROMMELN ÜBER DEM SKLAVENCAMP von René Cardona Jr. in den Sinn. Nach der damaligen Veröffentlichung von MANAOS folgte die Hochphase des Kannibalenfilms, wobei der Kontext des Abenteuerfilms auch immer häufiger von Filmproduktionen des Tierhorrors vereinnahmt wurde (MÖRDERKROKODILE, PIRANHA II - DIE RACHE DER KILLERFISCHE...). Oder auch Sergio Martinos DIE INSEL DER NEUEN MONSTER.

In den Folgejahren wandelte sich der italienische Abenteuerfilm in Richtung Indiana Jones-RiP Offs oder er wurde in Dschungelreißern wie beispielsweise AMAZONAS - GEFANGEN IN DER HÖLLE DES DSCHUNGELS verbraten. Weiterhin kommt mir die italienisch-mexikanische Koproduktion SCHWARZER AUFRUHR (BLACK FIRE) von 1975 in den Sinn, bei der es sich ebenfalls um einen campähnlichen Sklavenfilm handelt.

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Richie Pistilli
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Richie Pistilli »

Nachdem jetzt so viel über den Film geschrieben wurde, habe ich mir diesen gestern einfach mal wieder angeschaut. Trotz der bedrückenden Grundstimmung, die der Kautschuk-Camp-Anteil des Films unweigerlich mit sich bringt, ist es dem Schriftsteller Alberto Vázquez Figueroa zweifelsfrei gelungen, mit der Verfilmung seines gleichnamigen Buchs ein durchaus solides Genrefilmprodukt abzuliefern. Obwohl Figueroa im Vergleich zu einigen ähnlich gelagerten Vertretern die gezeigte Gewalt weniger drastisch ausgebeutet, verfehlen die entsprechenden Szenen ihre Schockwirkung in keinster Weise, denn wie Prisma bereits geschrieben hat, wirken diese dennoch äußerst beklemmend. Umso entspannter kommt der Abenteueranteil daher, was wiederum im Ganzen einen passablen Film abgibt, der dann auch noch mit einer nicht gerade unbeachtlichen Riege an sehenswerten Schauspielern aufwartet.



Nebenbei sind mir auch noch zwei Merkwürdigkeiten bei der DVD-Veröffentlichung von X-Rated aufgefallen, wobei eine davon die Angaben zu den enthaltenen Schnittfassungen auf der HB-Rückseite betrifft:

"Die hier vorliegende Kinofassung basiert auf die spanische Original-Version und läuft rund 3 Minuten länger als die damalige deutsche Videoversion."


Ungekürzte spanische Originalfassung: 93 Min.

Deutsche Kinofassung DVD: 78 Min.

Videofassung: 75 Min.

Deutsche Kinofassung: 75 Min. #


D.h. doch, dass die deutsche Kinofassung -die laut sämtlichen Datenbanken die gleiche Laufzeit wie die deutsche VHS-Fassung aufweist (75 Min.)- um 3 Minuten mit Material aus der spanischen Originalfassung ergänzt wurde, was wiederum bedeuten würde, dass es sich bei der Kinofassung von X-Rated (78 Min.) um eine Fassung der Marke Eigenbau handelt (?) Den dazugehörigen Schnittbericht gibt es übrigens hier zu sehen.






Die zweite Merkwürdigkeit betrifft die spiegelverkehrte Abtastung der beiden auf der DVD enthaltenen Filmfassungen:


Spanische Originalfassung vs. Deutsche Kinofassung vs. Deutscher Kinotrailer



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03 Trailer.png (81.95 KiB) 253 mal betrachtet




Der weiter unten folgende Trailer von unseren französischen Nachbarn weist wiederum eine Seitengleichheit mit der Spanischen Originalfassung auf. Weiß zufällig jemand, welche Fassung nun das korrekte Bild beinhaltet? :?



Kurzzusammenfassung der fehlenden Szenen (KF):
► Text zeigen

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die KF auch einwandfrei funktioniert, die spanische Originalfassung aber im Vergleich doch noch etwas runder wirkt.


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Mater_Videorum
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Mater_Videorum »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Do., 14.01.2021 19:50
Die zweite Merkwürdigkeit betrifft die spiegelverkehrte Abtastung der beiden auf der DVD enthaltenen Filmfassungen:

Es ist schon ewig her, aber wo X-Rated (bzw. in diesem Falle X-NK oder X-GABU) damals ihre Händler-Unterplattform auf dvd-forum.at hatte, wurde das seinerzeit (2005/2006?) thematisiert. Wenn ich mich recht entsinne, gab es ja auch zig verschiedene Auflagen von dem Titel (Manos, Sklaven der Hölle, Sklaventreiber vom Amazonas) und auf irgendeiner war dann später auch die "entspiegelte" Fassung drauf, nachdem man natürlich schon die anderen Auflagen rausbrachte. Aber mich bitte nicht auf diese Aussage festnageln, da es wie gesagt schon an die 15 Jahre her ist und das Unterforum danach auch dort gelöscht wurde.

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Richie Pistilli
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Richie Pistilli »

Vielen Dank für die Info. :hut:

Dachte zunächst, dass die falsche Spiegelung eventuell auch schon während der Produktion der deutschen 35mm Rolle entstanden sein könnte, aber wenn das Thema bereits damals in Foren diskutiert wurde, scheint doch viel eher ein Fehler während der DVD-Produktion die Quelle der falschen Spiegelung zu sein.


Den Unterschied zwischen X-Rated, X-NK und X-Gabu habe ich bis heute nicht verstanden... :?
(war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht aktiv dabei gewesen)

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Jokerfive
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Jokerfive »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Fr., 15.01.2021 06:39
Vielen Dank für die Info. :hut:

Dachte zunächst, dass die falsche Spiegelung eventuell auch schon während der Produktion der deutschen 35mm Rolle entstanden sein könnte, aber wenn das Thema bereits damals in Foren diskutiert wurde, scheint doch viel eher ein Fehler während der DVD-Produktion die Quelle der falschen Spiegelung zu sein.


Den Unterschied zwischen X-Rated, X-NK und X-Gabu habe ich bis heute nicht verstanden... :?
(war zum damaligen Zeitpunkt noch nicht aktiv dabei gewesen)
In einem Forum aus dem Jahr 2006 teilte jemand eine briefliche Mitteilung der Firma Gabu Film GmbH mit:
die Firma Gabu Medien Consulting hat uns freundlicherweise ihre Mail zukommen lassen, da sie wegen Verwechlungsgefahr öfters Anfragen bekommt, die eigentlich an die Firma Gabu nFilm GmbH gerichtet sind.
Kurz vorweg: Es gibt kein Label X-Gabu. Es gibt die Firma GABU FILM GmbH und es gibt das X-Logo, welches wir im Dezember exklusiv von Herrn Bethmann notariell erwarben und lizensierten, um die Reihe fortzuführen.
SKLAVEN DER Hölle wurde neu abgetastet, und ist in der Tat spiegelverkehrt zu MANAOS. Beide Fassungen zu MANAOS sind grundsätzlich der selbe Film, aber mit einem Jahr Unterschied von beiden Koproduzenten unterschiedlich geschnitten. Auf der SKLAVEN dvd SIND beide vERSIONEN:
Quelle: https://forum.dtm.at/forum/d-t-filmwelt ... von-x-gabu (21.04.2006, mitgeteilt von User Cernenus)
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Jokerfive

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Richie Pistilli
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Richie Pistilli »

Vielen Dank für die Info :hut:

Also hat Andreas sein 'X' zeitweise gegen Gebühr an andere Labelbetreiber/Filmverbreiter verliehen.

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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von ugo-piazza »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Sa., 16.01.2021 21:34
Vielen Dank für die Info :hut:

Also hat Andreas sein 'X' zeitweise gegen Gebühr an andere Labelbetreiber/Filmverbreiter verliehen.
Wobei er selbst Prokurist der Gabu Film war...
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Mater_Videorum
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Re: MANAOS - DIE SKLAVENTREIBER VOM AMAZONAS - Alberto Vázquez Figueroa

Beitrag von Mater_Videorum »

Egal wie der Laden oder das jeweilige Forensprachrohr letztendlich hieß – ich bin mir sicher das Andreas immer mit involviert war.

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