GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Peitschenhiebe, laute Explosionen, wilde Abenteuer und anderer Filmstoff aus Italien.
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Prisma
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GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

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GESTAPO'S LAST ORGY


● L'ULTIMA ORGIA DEL III REICH / CALIGULA REINCARNATED AS HITLER / THE GESTAPO'S LAST ORGY (I|1977)
mit Adriano Micantoni, Daniela Poggi, Maristella Greco, Fulvio Ricciardi, Antiniska Nemour, Caterina Barbero, u.a.
eine Produktion der Cine Lu.Ce.
ein Film von Cesare Canevari

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»It's a slaughter. Devil is everywhere around!«


In einem Speziallager für weibliche jüdische Gefangene kommt Lise Cohen (Daniela Poggi) mit vielen anderen Frauen unter. In diesem Lager sollen sie den deutschen Offizieren und Soldaten und deren ausgefallenen Wünschen zu Diensten stehen. Kommandant Conrad von Starker (Adriano Micantoni) ist dort mit der Leitung beauftragt und zusammen mit Protegé Alma (Maristella Greco) baut er eine Schreckensherrschaft auf. Um die Frauen gefügig zu machen werden sie gefoltert, doch irritiert nimmt er wahr, dass Lise hierbei keine Angst zeigt. Mit grausamen Demonstrationen und Experimenten will Reaktionen provozieren und schließlich steigt Lise auf sein perfides Spiel ein, was zwar ein besseres Leben zur Folge hat, aber sie sinnt dennoch auf Rache...

Die verschiedenen Titel von Cesare Canevaris Naziploitation-Beitrag lassen einen eigentlich zunächst hoffen, dass es sich nicht nur um um reißerische Ankündigungen handelt, denen spätestens nach wenigen Minuten die Luft ausgeht, immerhin ist es gerade in diesem Genre schon häufiger vorgekommen. Irritiert nimmt man jedoch wahr, dass diese Geschichte anders abläuft als viele ihrer Genre-Kolleginnen, transportiert sie doch einen absolut ernsten Tenor, und das auch noch unbeirrt von Anfang bis Ende. Vielleicht entsteht unterm Strich noch nicht einmal die Frage, ob das Aufgezeigte vollkommen im Bereich des Möglichen gelegen haben könnte, aber zumindest ist die Skepsis darüber wesentlich geringer als sonst. Etliche schockierende Bilder, angedeutete bestialische Machenschaften, ein paar abstoßende Illustrationen, die ihren imaginären Charakter bewahren, weil sie kurz vorher abgebrochen werden, aber trotzdem in hoch dosierter Potenz auftreten, und eine tiefe Perversion machen sich breit, wo immer es nur möglich ist, um den Zuschauer nachhaltig zu beunruhigen und aus dem Gleichgewicht zu bringen. "L'ultima orgia del III Reich" geniert sich seiner verstopften Poren und des, wenn vielleicht nicht vollkommen suggestiven, aber ohne jeden Zweifel stumpfsinnigen Charakters nicht, denn dafür fährt er viel zu genüsslich schwere Geschütze auf. Die Beschreibung Orgie trifft den Kern dieser Veranstaltung ziemlich genau und sie besteht ausschließlich, oder besser gesagt üblicherweise, aus ausschweifenden Sex-Praktiken, Folter, Gewalt, Sadismus, Liquidierung und schrecklichen Parolen, die von den Darstellern ausgiebig kolportiert werden. Regie und Schauspieler schwingen die Peitsche und der geschichtliche Hintergrund wird als Aufhänger zügellos vor die Karre gespannt, genau wie die armen Darstellerinnen, bei denen man sich tatsächlich fragt, wie sie sich eine derartige Strapaze nur zumuten konnten. Gut, es bringt ja nichts, über verschüttete Milch zu klagen, denn schließlich wird ja eigentlich noch mehr gejammert, wenn es nichts zu sehen gibt und man sich einfach nur langweilt.

Bleibt man bei den Interpreten, so darf tatsächlich betont werden, dass es mehrere Leistungen gibt, die vergleichsweise überdurchschnittlich dicht ausgefallen sind, was insbesondere auf die Hauptrollen zutrifft. Natürlich beugt sich hier jeder dem monotonen Konzept der Produktion, doch einige Charaktere werden mit Aggression, Temperament und Vehemenz ausgestattet, sodass diese Richtung den eigentlich trostlosen Verlauf noch mehr unterstreichen möchte. Man sieht Bestien und Abbilder der Willkür, bei denen ein ultimatives Austoben vorprogrammiert ist, Mitläufer, Handlanger und selbstverständlich die Opfer. Viele der Rollen wirken dabei dennoch obligatorisch verzerrt. Der Film wartet mit einer Reihe von Einfällen aus Gefilden der unteren Schublade auf, viele Szenen in Verbindung mit den Dialogen wirken dabei beinahe schon so verstörend, dass es einem die Sprache verschlagen möchte. Zu nennen sind hier vielleicht die Sequenzen, in denen es um sexuelle Übergriffe geht, in diesem Zusammenhang wird dem Titel entsprechend selbstredend auch eine Orgie präsentiert, eine lang gezogene Szene bei Tisch ist eine Expertise in Sachen Widerwärtigkeit, Veranschaulichungen der Folterpraktiken reizen die Grenzen des Geschmacks allerdings nicht komplett aus. Es ist insgesamt gesehen nicht so, dass Cesare Canevari das Rad neu erfindet, denn der überwiegende Anteil der benutzten Story-Fragmente war schließlich andernorts schon dutzendfach zu sehen. Dennoch bleibt der Eindruck, dass die Regie einen bedeutenden Schritt weiter gegangen ist, weil alles wesentlich härter präsentiert wird und da sich empfundenermaßen kaum Genre-Karikaturen aufspüren lassen. Dieses schwer verdauliche Prinzip der Grenzüberschreitung macht seinen Beitrag jedoch nicht zu einem der zweifelhaften Klassiker dieses Genres, sondern drängt ihn zielstrebig in Richtung des Bodensatzes, den er allerdings, um es fairerweise zu sagen, längst nicht erreicht. Auch das bedeutend bessere handwerkliche Niveau, das ihn von so mancher Billig-Produktion unterscheidet, kann "L'ultima orgia del III Reich" nicht aus dem Sumpf des miesen Geschmacks herauszerren. Was bleibt zu sagen? Leider sehr überzeugend.

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Sid Vicious
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Sid Vicious »

Wie von dir geschrieben, verzichtet der Film auf Genre-Karikaturen, was ihn deutlich von Vehikeln wie beispielsweise „KZ 09“ divergieren lässt. Das ist eine der Stärken des Films, der wirklich jede auch nur ansatzweise aufkeimende Faszination für die Bestie in SS-Uniform schlagartig abwürgt. Canevari ist aus meiner Sicht ein guter Regisseur, der Grenzen überschreitet und den Zuschauer mit dem Unangenehmen konfrontiert. Ich mag bei „Gestapos last orgy“ gar von einem ultimativen Genre-Résumé reden, da der Regisseur die Säulen der Naziploitation zitiert und sie einhergehend (s)einer individuellen Färbung unterzieht. Ein erschreckendes wie abstoßendes, aber auch faszinierendes Werk.
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Dschallogucker
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Dschallogucker »

Ist mein "Lieblingsfilm" wenn man das so sagen darf, unter den Nazi-Exploitern. Vot etlichen Jahren hatte ich mir schon die US-DVD besorgt. Als dann vor wenigen Jahren eine spanische DVD kam (auf ofdb fehlt sie anscheinend) habe ich nochmal zugeschlagen. Die Versionen sind unterschiedlich, die spanische endet eher, weil man das schlechte Bildmaterial der amerikanischen zum Schluss (ca. 3 min) nicht übernommen hat.
Berührt hat mich die Geschichte der Lisa, mit ihr habe ich gebangt, dass doch alles gut ausgehen möge.
Der Härtgrad ist sehr hoch, aber insgesamt wurde die Geschichte sehr stimmig umgesetzt.

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Prisma
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Prisma »

Sid Vicious hat geschrieben:
Do., 24.12.2020 12:36
Wie von dir geschrieben, verzichtet der Film auf Genre-Karikaturen, was ihn deutlich von Vehikeln wie beispielsweise „KZ 09“ divergieren lässt. Das ist eine der Stärken des Films, der wirklich jede auch nur ansatzweise aufkeimende Faszination für die Bestie in SS-Uniform schlagartig abwürgt.

Ich habe mittlerweile auch schon einige Vertreter dieses umstrittenen Genres gesehen und fand die Inszenierung mit ihren handwerklichen Unterschieden schon auffällig. Beinahe ist es so, als stelle sich damit ein anderer Bezug zur Realität her, auch wenn das sicherlich nur empfundenermaßen so in Sphären ist, in denen die Vorstellungskraft einfach aufhört. Wenn ich beispielsweise von Bodensatz gesprochen habe, dann ist es pauschal auf die ausgeschlachtete und mit Gräueltaten angereicherte Grundthematik bezogen. Cesare Canevaris Beitrag ist inszenatorisch einwandfrei und gut gelungen, falls man das überhaupt so sagen darf.

Dschallogucker hat geschrieben:
Do., 24.12.2020 16:01
Ist mein "Lieblingsfilm" wenn man das so sagen darf

So in der Art denke ich auch immer bei solchen Filmen. Von Lieblingsfilmen möchte ich erst gar nicht sprechen, aber am Ende stellt sich dann doch die Frage, ob man einen derartigen Film überhaupt gut finden darf, wenn man es tatsächlich so empfindet. Da es sich nur um einen Film handelt, würde ich pauschal ja sagen, aber es hakt natürlich an der sensiblen Thematik, die fast immer unsensibel zur Schau gestellt wird, und dabei hauptsächlich an Schauwerten und derber Unterhaltung interessiert ist. Wie gesagt, der Film ist wirklich gut bearbeitet worden und um es neutral zu halten, kann man vielleicht sagen, dass es sich im handwerklichen Sinn um den oder einen der besten Schlechten handelt, wobei sich Letzteres auf die krasse Veranschaulichung des Themas bezieht.

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Richie Pistilli
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Richie Pistilli »

Irgendwie kann ich dem italienischen Naziploitation-Genre so rein gar nichts abgewinnen, da meine ursprüngliche Annahme dahin ging, dass in diesen exploitativen Reißern den Nazis die Ärsche aufgerissen werden, und nicht den unschuldigen Opfern. Weiterhin stellt sich mir die Frage, für welches Zielpublikum diese sadistischen Sexfilme produziert wurden, die obendrein mit unmenschlichen Scheußlichkeiten vollgestopft sind. Sogar Cesare Canevaris trostloses Nazi-Drama L'ULTIMA ORGIA DEL III REICH, der oftmals als einer der besseren Genrevertreter angesehen wird, hinterließ bei mir im Rahmen des TERZA VISIONE 2019 einen sehr unangenehmen Nachgeschmack, den ich trotz mehrfacher Mund- als auch Ganzkörperduschen tagelang nicht mehr wegbekam. Da lobe ich mir doch viel eher einen COMMANDO MENGELE, bei dem es sich zwar ebenfalls um eine Geschmacklosigkeit sondergleichen handelt, nur mit dem Unterschied, dass dort den Nazis tatsächlich der Hintern aufgerissen wird.

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Prisma
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Prisma »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Sa., 26.12.2020 16:21
dass in diesen exploitativen Reißern den Nazis die Ärsche aufgerissen werden, und nicht den unschuldigen Opfern. Weiterhin stellt sich mir die Frage, für welches Zielpublikum diese sadistischen Sexfilme produziert wurden, die obendrein mit unmenschlichen Scheußlichkeiten vollgestopft sind.

Es stimmt schon, dass sich hier die Frage stellt, warum in dieser Beziehung nicht für Ausgleich angesichts so vieler Abscheulichkeiten gesorgt und dem Gerechtigkeitsempfinden des Zuschauers Genüge getan wird, immerhin reizen fast alle dieser Filme sämtliche Abscheulichkeiten zügellos aus. So stellt sich ja auch die Frage, ob man sich die Produktionen guten Gewissens anschauen kann, es besser lassen sollte, sich unterhalten fühlen darf, und so weiter. Ich habe ja auch schon einige dieser Genre-Filme sehen können, aber ich muss sagen, dass es für mich in dieser Fasson passt. Die Filme beweisen ja reihenweise, dass es ihnen nicht um versöhnliche Verläufe oder Enden geht, und ich denke, dass es Teil der Schock-Therapie ist, die die Filme ursprünglich auch anvisiert haben. So viel wie möglich provozieren, abstoßen, schockieren und keine Hoffnungsschimmer preisgeben - das scheint ihre Devise zu sein. Warum man sich die Filme anschaut ist eine interessante Frage. Ich würde sagen, dass da verschiedenste Gründe vertreten sein dürften: von Kompettierungswünschen, bezüglich Genre oder Schauspieler_innen, über Nervenkitzel bis hin zu Ekel, oder sogar Amüsement. Ich denke, da ist so gut wie alles möglich. Die Filme bieten im Endeffekt halt das, was sich viele andere Geschichten, die beispielsweise auch auf Abartigkeiten getrimmt sind, oft in letzter Konsequenz verkneifen: es darf hoffnungslos, unmenschlich, absolut trostlos und sogar übermäßig pervers zugehen, was hier einfach zum schlechten Ton gehört. Und dazu gehört eben auch das betont ungerechte Resümee der Geschichten.

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Sid Vicious
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Sid Vicious »

Die Abläufe innert dieser Filme, an die ich mich erst spät rangetraut habe, sind immerzu ident. Opfer, Lager, Folter, Befreiung. Zudem rückt, das Murmeltier emsig grüßend, ein Konzentrationslager (Ausnahme: "Deported Women of the SS Special Section" und "Private House of the SS Girls" ) in den Fokus (jedenfalls in den knallharten Italo-Vehikeln die in der zweiten Hälfte der 1970er raus kamen), was von der neonazistischen Leugnung des Holocaust strikt abweicht. Frelich wird hier auch an der Wahrheit vorbeigesegelt (das Kofferwort NaziPloitation wurde ja nicht grundlos kriert), denn der oftmals propagierte Verkehr zwischen SS-Leuten und jüdischen Gefangenen war der Rassenideologie folgend strikt untersagt. Leider ist Robert Sommers Buch "Das KZ-Bordell" mittlerweile oop und preislich extrem hoch bemessen.

Ungeachtet dessen, die Tarzan-Filme mit Johnny Weissmüller wurden mit den Jahren stets exploitativer und es drängte sich nahezu auf den Affenmenschen gegen die Nazis antreten zu lassen, was einerseits einen höchst unterhaltsamen Film resultieren ließ und andererseits die Kriegserklärung von Warner an Hitlerdeutschland fundierte.
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Richie Pistilli
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Richie Pistilli »

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Auf Seite 108 des besagten Buches steht zur Hitlerwelle der 70er Jahre (D) geschrieben: "Und: Eine ganze Serie von brutalen und perversen Nazi-Pornos (mit Titeln wie 'Die letzte Orgie des Dritten Reiches') schwappt im Herbst 1978 auf die einschlägigen Kinos zu."


Augenscheinlich wurde der Film hierzulande in den Kinos gezeigt, was wiederum darauf schließen lässt, dass vermutlich auch eine Synchro angefertigt wurde. Weiß hier zufällig jemand etwas mehr über diesen mir bis dato unbekannten Sachverhalt?

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Sid Vicious
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Sid Vicious »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Mo., 12.07.2021 18:07
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Auf Seite 108 des besagten Buches steht zur Hitlerwelle der 70er Jahre (D) geschrieben: "Und: Eine ganze Serie von brutalen und perversen Nazi-Pornos (mit Titeln wie 'Die letzte Orgie des Dritten Reiches') schwappt im Herbst 1978 auf die einschlägigen Kinos zu."

Augenscheinlich wurde der Film hierzulande in den Kinos gezeigt, was wiederum darauf schließen lässt, dass vermutlich auch eine Synchro angefertigt wurde. Weiß hier zufällig jemand etwas mehr über diesen mir bis dato unbekannten Sachverhalt?
Mir fehlt der Glaube. Ich schaue später noch mal ins Buch rein, aber ich vermute, dass der Autor (Pomorin oder Junge haben den Kurztext bestimmt nicht verfasst) einfach nur einen einprägsamen Filmtitel angeben wollte, um das Ganze exploitativer zu gestalten. Es ist allerdings auch möglich, dass der Film in der BRD im O-ton aufgeführt wurde. Wenn es wirklich was zu erfahren gibt, dann werden wir es am Samstag erfragen.
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TRAXX
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von TRAXX »

Halte das auch für sehr unwahrscheinlich, dass GESTAPO'S LAST ORGY in die deutschen Kinos kommen sollte.
Schätze der Autor hat von dieser Welle gehört, einfach einen Titel lose ins Deutsche übersetzt und gemutmaßt , dass die auch in die deutschen Lichtspielhäuser schwappen könnte!

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Richie Pistilli
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Richie Pistilli »

Eine weitere Möglichkeit, die ich aber als noch unwahrscheinlicher einschätze, wäre, dass mit den 'besagten' Kinos die Filmclubs gemeint sind, in denen die Neonazis im Rahmen eines ausgewählten Publikums Propagandafilmnachmittage zelebrierten. Eher unwahrscheinlich... :?

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Prisma
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Prisma »

Richie Pistilli hat geschrieben:
Mo., 12.07.2021 18:07
"Und: Eine ganze Serie von brutalen und perversen Nazi-Pornos (mit Titeln wie 'Die letzte Orgie des Dritten Reiches') schwappt im Herbst 1978 auf die einschlägigen Kinos zu."

Vielleicht war diese Welle ja tatsächlich so geplant oder mal ins Auge gefasst worden, allerdings kann ich mir kaum Vorstellen, dass die Zielgruppen der »einschlägigen Kinos« auf diese Beiträge gewartet haben. Da ist das Versprechen Porno nämlich eher ein Versprecher. :D

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Sid Vicious
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Sid Vicious »

Es herrschte in den 1970ern ein anderes Verhältnis zum Nationalsozialismus als heute. CSU-Politiker waren Gäste bei den Treffen von ehemaligen SS-Leuten, viele waren ja selbst in der SS. Rudel wurde nicht nur innert der Wiking Jugend gefeiert. Strauß hielt die WSG Hoffmann für harmlose Spinner. Die Kriegsteilnehmer kehrten den Kommandoton immer noch mit Freuden hervor und der Spruch "Beim Addollf hätt´ ett sowatt nich gegeben"´war ein stets wiederkehrender Gast bei Diskussionen über die Halbstarken (ein Begriff der jegliche jugendliche Motorradjackenträger inkludierte).
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Richie Pistilli
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Re: GESTAPO'S LAST ORGY - Cesare Canevari

Beitrag von Richie Pistilli »

Prisma hat geschrieben:
Fr., 16.07.2021 20:38
Vielleicht war diese Welle ja tatsächlich so geplant oder mal ins Auge gefasst worden, allerdings kann ich mir kaum Vorstellen, dass die Zielgruppen der »einschlägigen Kinos« auf diese Beiträge gewartet haben. Da ist das Versprechen Porno nämlich eher ein Versprecher. :D

Und somit schließt sich auch wieder der Kreis mit der Frage, wer sich diese Filme (mit welcher Intention) überhaupt damals im Kino angesehen hat. :)
Kann mir weder vorstellen, dass der besagte Streifen in den 'einschlägigen Kinos', noch in den nationalistischen Filmclubs aufgeführt wurde, aber vielleicht werden wir von einem Zeitzeugen noch eines Besseren belehrt. Zwar rebellierte Anfang der 70er eine rechtsradikale Widerstandsgruppe unter der Führung von Neonazi Manfred Roeder mit allen Mitteln gegen die aufkeimende Sexwelle in der BRD, aber es wäre auch nicht das erste Mal, das sich die Nazis in ihren Aussagen und dem damit verbundenen Handeln vehement widersprechen. Wenn diese Filme damals von wollüstigen Faschisten konsumiert wurden, dann bestimmt nur bis kurz vor ihrem Ende... ;)


Sid Vicious hat geschrieben:
Fr., 16.07.2021 21:47
Es herrschte in den 1970ern ein anderes Verhältnis zum Nationalsozialismus als heute. CSU-Politiker waren Gäste bei den Treffen von ehemaligen SS-Leuten, viele waren ja selbst in der SS. Rudel wurde nicht nur innert der Wiking Jugend gefeiert. Strauß hielt die WSG Hoffmann für harmlose Spinner. Die Kriegsteilnehmer kehrten den Kommandoton immer noch mit Freuden hervor und der Spruch "Beim Addollf hätt´ ett sowatt nich gegeben"´war ein stets wiederkehrender Gast bei Diskussionen über die Halbstarken (ein Begriff der jegliche jugendliche Motorradjackenträger inkludierte).

Die damaligen Strömungen und Ansichten wirken aber dank der Unterstützung konservativer Parteien nicht nur bis zum heutigen Tag ungebremst nach, sondern haben beispielsweise in den letzten Jahren durch die Neue Rechte, die Querdenkerbewegung oder rechtsextreme Politiker und Aktivisten sogar weiterhin mächtig Aufwind erhalten. Und wenn ich mir die aktuelle Entwicklung der CDU/CSU anschaue, dann befindet sich diese auf dem besten Weg in die alte F.J. Strauß-Zeit. :x

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