DAS HAUS AN DER FRIEDHOFMAUER - Lucio Fulci

Nebelige Schlösser, mystisches Gewirre und blutiges Gekröse.
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Maulwurf
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DAS HAUS AN DER FRIEDHOFMAUER - Lucio Fulci

Beitrag von Maulwurf »

Das Haus an der Friedhofmauer (Lucio Fulci, 1981) 6/10

Das Haus an der Friedhofmauer.jpg

Der Historiker Norman Boyle zieht mit seiner Familie in ein einsames Haus, irgendwo in den Wäldern von Neuengland. Sein kleiner Sohn sieht ein Mädchen das sonst keiner sieht (und das ihn ständig davor warnt in das Haus zu gehen), seine Frau fühlt sich in dem Haus extrem unwohl und neigt zum Nervenzusammenbruch, und nur Boyle selber ist hauptdarstellertypisch ignorant und findet alles ganz toll. Als seine Liesl im Wohnzimmerboden das Grab des Humanfleischexperimentators Dr. Freudstein findet ignoriert er das geflissentlich, und als die Killer-Feldermaus sich in seine Hand verbeißt schaut er konsterniert, denn das alles hindert ihn nicht daran einen auf stur zu machen und, laut Klappentext, „gewisse Forschungen zu führen“. Nun ja, gewissen Bewohnern im Keller gefällt die Anwesenheit gewisser Zweibeiner nur in der Form, dass man mit deren Körpern gewisse tödliche Spiele spielen kann …

Ich bin beileibe kein Horrorfreak, und die Zahl der gesehenen Horrorfilme, die nach sagen wir 1970 entstanden sind, ist bei mir ziemlich überschaubar. Was aber bei den wenigen mir untergekommenen italienischen Produktionen immer wieder auffällt ist das schmuddelige Set-Design. Alles ist verkommen, schmutzig, und irgendwie – unbehaglich. Kein Ort wo man auch nur durchgehen möchte, geschweige denn gleich leben. Oder gar in einen finsteren Keller hinabsteigen …
Diese üble Atmosphäre sorgt dafür, dass ich urplötzlich Lust bekomme auf Erstsichtungen weithin bekannter Klassiker, die ich mir halt immer versagt hatte, weil ich davon ausgegangen bin, dass hier außer Blood and Guts sowieso nichts geboten wird.

Pustekuchen! Zumindest in FRIEDHOFMAUER gibt es nur sehr übersichtlich Gedärme zu sehen, der weitaus größte Teil des Films hat diese spezielle Stimmung, dieses Düstere und Kratzende, was am Komfortnerv zupft und zerrt und dafür sorgt, dass man sich beim Anschauen überhaupt nicht so recht wohlfühlt, und stattdessen lieber auf dem Hintern hin und her rutscht. Das Haus wirkt böse, die Atmosphäre wirkt verdorben, und man freut sich beim Anschauen sehr darüber, in einer urbanen Umgebung in Mitteleuropa zu leben. Über die Musik, die Darsteller und die Unstimmigkeiten der Handlung (oder vielmehr die wenige Handlung innerhalb der gehäuften Unstimmingkeiten) wurde andernorts schon viel geschrieben, ich für meinen Teil hatte meinen Spaß. Mit zwei Einschränkungen: Zum einen hat es dem Film nicht gut getan, dass ich mittendrin eingeschlafen bin und erst am nächsten Tag fertig geschaut habe. Da ging ein gut Teil der Stimmung flöten. Und zum anderen habe ich die erste Auflage der Laser Paradise-DVD gesehen, und die ist halt von ausgesucht mieser Qualität. Fürs nächste Mal muss also eine bessere Scheibe her, und ich bin sicher dass die Bewertung dann einen kräftigen Sprung nach oben macht.

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Retro
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Re: DAS HAUS AN DER FRIEDHOFMAUER - Lucio Fulci

Beitrag von Retro »

Ich bin kein großer Fulci-Fan... abgesehen von seinen Western. ;)

Die meisten seiner Horror oder Splatter-Klassiker mag ich nicht besonders,
selbst der an sich ganz coole "New York Ripper" nervt mich wegen der dämlichen Donald Duck-Stimme.

Aber von allen die ich aus diesem Bereich von ihm kenne finde ich diesen eindeutig am schlechtesten...

DAS HAUS AN DER FRIEDHOFSMAUER

Bild

Ein junges Paar mit Kind bezieht in England ein ländlich gelegenes Haus, das sehr billig zu haben war.
Der Vorbesitzer beging Selbstmord, und vor über hundert Jahren soll dort ein gewisser Dr.Freudstein Versuche mit Menschen gemacht haben,
um hinter das Geheimnis ewigen Lebens zu kommen.
Als man im Keller des Hauses einen Sarg entdeckt, und seltsame Geräusche hört, kommt man dem Geheimnis des Hauses auf die Spur:
Dr. Freudstein lebt immer noch, kann aber seinen Körper nur mittels Tranplantation lebenden Gewebes erhalten...

Der Film ist schön düster gehalten, und mit sehr passender Musik unterlegt- das rettet ihn aber nicht davor,
dass man sich über den Großteil der Zeit nur langweilt, und nur auf die drastischen, aber sehr billigen Effekte wartet.
Logik sucht man vergebens, die erzählte Geschichte ist einfach nur belanglos und alles andere als Originell.
Die Schauspieler sind einfach nur schlecht- vor allem der Sohn der Familie nervt unglaublich, alleine durch seine Anwesenheit.
Beim Angriff der Gummi-Fledermaus am Schnürchen kann man nur noch lachen, so schlecht ist das getrickst.

1/10

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