DRACULA 3D - Dario Argento

Nebelige Schlösser, mystisches Gewirre und blutiges Gekröse.
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Maulwurf
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DRACULA 3D - Dario Argento

Beitrag von Maulwurf »

Dario Argento's Dracula
Dracula 3D
Frankreich/Italien/Spanien 2012
Regie: Dario Argento
Thomas Kretschmann, Asia Argento, Rutger Hauer, Marta Gastini, Unax Ugalde, Morgane Slemp, Miriam Giovanelli, Maira Cristina Heller


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http://www.ofdb.de/film/224812,Dario-Argentos-Dracula

Dario Argento habe ich vor einigen Monaten mit TENEBRAE kennengelernt und beschlossen sein Werk im Lauf der Zeit komplett zu sammeln. (Zwar habe ich vor ungefähr 20 Jahren mal INFERNO (glaube ich) gesehen, aber ausser einem Bilderrausch und viel Blut ist da nicht viel in Erinnerung geblieben.) Und da ich nunmal dem Giallo erheblich näher stehe als dem Horror, habe ich fast ausschliesslich a) Giallo-Argentos b) aus neuerer Zeit da stehen:
  • DIE NEUNSCHWÄNZIGE KATZE - Passt. Ich liebe ihn nicht, aber er ist ordentlich und spannend und krankt (bei mir) eigentlich nur an Detective Lieutenant Stone ... :oops:
  • VIER FLIEGEN AUF GRAUEM SAMT - Ziemlich geniales Stückchen Kino. Seit diesem Film möchte ich mal nach Turin fahren
  • TENEBRAE - Wie erwähnt die Initialzündung und ein Meisterwerk in vielerlei Hinsicht
  • TWO EVIL EYES - Die kleine, schmutzige, gemeine Episode mit Harvey Keitel halte ich für äußerst gelungen, aus ganz genau diesen Gründen
  • TRAUMA - Asia reisst es raus. Die Effekte sind einigermaßen OmeinGott, aber die Story konnte mich ausgesprochen gut unterhalten und war der Beginn einer ernsthaften Liebesbeziehung zu Asia
  • DAS STENDHAL-SYNDROM - Bis jetzt(!) mein Lieblings-Argento. Hallo ist der Film böse und genial. Wie Argento hier mit den zeitlichen und geografischen Ebenen spielt, die Effekte des Stendhal-Syndroms umgesetzt werden, und natürlich der grauenhaft böse Thomas Kretschmann - Nur genial!!
  • SLEEPLESS - Wenn ich beim Schreiben schon aufstehen und nachschauen muss um was es da ging ... Nett, aber nicht mehr
  • THE CARD-PLAYER - Mal abgesehen von dem reichlich lächerlichen Schluss ebenfalls ganz nett
Was ich damit eigentlich sagen will ist, dass ich im Horror-Bereich keinerlei Möglichkeit habe DRACULA mit den älteren Meisterwerken zu vergleichen, gleichzeitig aber auch den neueren Filmen (also nach 1990) durchaus positiv gegenüber stehe. Mir ist klar, dass Argento immer an seinem Frühwerk gemessen werden wird. Das ist ungefähr so, wie wenn man Hitchcock vorwerfen würde in den 50er Jahren Farbe verwendet zu haben, wo doch die 39 Stufen in s/w sooooo genial waren. Aber ich glaube diesen Fehler nicht zu begehen. Ich versuche es zumindest ...

Nun also Dracula, die x-te Verfilmung eines x-mal durchgekauten Stoffes. Argento muss sich hier nicht nur an seinem eigenen Frühwerk messen lassen sondern auch zusätzlich noch an einigen Meisterwerken der Filmgeschichte: James Whale, Hammer, Werner Herzog, … Da hätte er schon einiges auffahren und ein erheblich besseres Budget haben müssen um hier mitzuhalten. Vielleicht hätte es aber auch einfach nur eine liebevollere Regie getan.
Gut, das Drehbuch war eigentlich in Ordnung. Die Grundzüge der Geschichte stehen sowieso fest, und die Idee, die gesamte Handlung in das Dorf zu verlegen, kamen dem Budget und der erzählerischen Linie durchaus entgegen. Architektonisch orientiert an alten italienischen Bauernhäusern (gedreht wurde u.a. im Piemont) wirkt das altertümliche und leicht verfallene sehr atmosphärisch und dicht. Zumindest würde ich diesen Satz so gerne schreiben, jedoch: die katastrophale Ausleuchtung und die Verwendung eines offensichtlich falschen Filmmaterials (ich bin da kein Experte) zeitigen eine Videospiel-Optik zum Davonrennen. Zu Beginn des Films habe ich längere Zeit mit den Einstellungen des Fernsehers gespielt (sogar die 3D-Optik habe ich ausprobiert), aber es half nichts: Der Film sieht immer aus wie ein 3D-Filmchen im Internet, eines von den billigen und belanglosen. Wäre Argento mit der Helligkeit runter, hätte mit den Schatten gespielt, hätte seine berühmten Kamerafahrten durch ein Dorf der Düsternis und des Bösen veranstaltet, das Ergebnis wäre erstklassig ausgefallen. Aber so war mir nie wirklich klar, ob der Hintergrund gerade unter minimalstem Einsatz von Zeit und Aufwand am Computer entstanden ist, oder einfach nur Scheiße ausgeleuchtet und gefilmt ist. Einige Szenen, etwa wenn die Mutter versucht aus dem Ort zu entkommen, wirken vom filmischen Standpunkt wie das Werk eines Filmstudenten, der gerade billiges Videomaterial günstig erstanden hat.
Die Optik hat Argento dabei durchaus noch drauf: Wenn van Helsing den Pfaffen in der Kirche einlädt auf seinen Kreuzzug mitzukommen, ist die Perspektive von schräg oben geschickt gewählt – Einmal aus der Sicht des Kruzifix, aber auch aus der (möglichen) Sicht eines Insekts das im Auftrag seines Meisters an der Wand hängt. Dracula im Verlies Renfields, die Kamerafahrt durch die Bibliothek – Ja, er kann es noch! Bitte mehr davon …!

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Mir ist klar, dass auch ein Dario Argento heute Probleme hat Geld für seine Filme zu bekommen. Die letzten Filme waren alle keine so großen Erfolge mehr, der US-amerikanische Film-Moloch umklammert die gesamte Welt mit seinen Big-Budget-alles-muss-explodieren-Filmen, und die paar Hanswurste, denen beim Film Schnittstakkato und Action-Showdown zuwider sind, die bringen nicht genügend Geld in die Kasse. Umso erfreulicher ist es, dass überhaupt Geld zur Verfügung steht, und dass damit nicht die ganz großen Schauspieler ins Boot geholt werden können ist klar. Asia spielt bei ihrem Vater wahrscheinlich mit Verwandtenrabatt, und ist gigantisch gut wie immer. Eigentlich wird sie, je älter sie wird, immer besser, und selbst ihre relativ kurze Screentime ist (auch ohne die wundervolle Badeszene) Belohung pur. Thomas Kretschmann ist keiner der ganz großen Superstars, hat bereits mit Argento gedreht, und ist wahrscheinlich schlicht und ergreifend bezahlbar. Hinzu kommt, dass er im STENDHAL-SYNDROM das personifizierte Böse war, und ich vermute mal schwer, dass dies auch der Grund für Argentos Wahl war. Als Serienmörder und –vergewaltiger ist er böse, abgrundtief böse, aber als Dracula sehr gehemmt und irgendwie nicht wirklich böse. Als ob ihm die ganze Zeit klar ist mit welchen Schauspielern er zwangsläufig verglichen wird, und ihn diese Vorstellung demotiviert hat. Seine ersten Szenen haben mir noch gefallen (die Ankunft Harkers im Schloss, das Abendessen, die Besichtigung der Bibliothek), aber irgendwann, spätestens mit dem Massaker im Wirtshaus, hätte ich ein wenig mehr Präsenz erwartet. Die kleine Flamme, auf der Kretschmann da köchelt, zieht zumindest mich nicht in ihren Bann. Die anderen Schauspieler sind zum Teil sehr gut gewählt (die Dörfler sind starke Typen mit einprägsamen Charaktären, Rutger Hauer macht seine Sache durchaus gut, wenngleich auch etwas müde), zum Teil ordentlich (Marta Gastini schlägt sich als Mina sehr gut und hat nur das Problem, dass sie gegen die Präsenz Asia Argentos einfach keine Chance hat), zum Teil fragwürdig (in der OFDB lerne ich gerade, dass ich Unax Ugalde, den Darsteller des Jonathan Harker, in bereits 3 Filmen gesehen habe, ohne dass jegliche Erinnerung an ihn existiert. Entweder ich schaue zu viele Filme an, oder er schafft es nicht einen bleibenden Eindruck zu hinterlassen …).

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... und wenn Du auf die Idee kommst hier aufzuräumen - Mein Sarg wird nicht benutzt

Und bei dem Thema Geld fallen mir dann auch irgendwann die Effekte auf. Sicher, in Italien sitzt nun mal nicht das große Effekt-KnowHow wie in Hollywood, aber warum müssen denn dann auf Teufel komm raus solche Effekte integriert werden, wenn sie dann so mäßig wirken? So viele gute Filme der letzten 20 Jahre zeigen, dass auch ohne CGIs gutes (Genre-) Kino gemacht werden kann, oder ist das der Einfluss Quentin Tarantinos, dass gewollt billig wirkende Effekte Kultstaus bekommen? Die Wirtshausszene zeigt doch ganz deutlich, dass a) Argento immer noch dynamische Szenen hinbekommt die b) hervorragende Effekte haben, auch ohne ganz offensichtliche CGIs. Somit störe ich mich nicht an der Gottesanbeterin an sich (nette Idee), sondern an deren Umsetzung. Oder alternativ wird auf den 3D-Hype verzichtet und das Geld lieber einem guten CGI-Studio gegeben. Aber so, Entschuldigung Signore Argento, so ist das nichts ganzes und nichts halbes, sondern wirkt wie der Versuch, neue Zuschauerschichten zu bekommen durch Einsatz moderner Technik, der aber scheitern muss weil man die Technik von vor 10 Jahren verwendet.

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Bleibt für mich die Frage übrig, was sich der Regisseur dabei gedacht haben mag, wie er diesen Film begonnen hat. Dachte er sich, dass er mit der bekannten und beliebten Geschichte um Dracula schnelles Geld verdienen kann? Dass er neue Akzente im Bereich Special Effects setzen kann und seine Namen somit bekannter macht? Ich meine, was ist die Intention eines Regisseurs (und Drehbuchautors), einen Film zu beginnen? Er möchte eine Geschichte erzählen, und er hat einen großen Teil des fertigen Films vor Augen und möchte diese Vision zum Leben erwecken. Ob ihm dies gelungen ist? Asia Argento sagt im Interview zu SCARLET DIVA, dass sie sehr sehr froh sei, dass sie ihre Vision dieses Films zu 75% umsetzen konnte, und dass sie bei 50% nicht glücklich gewesen wäre. Mich würde ganz ernsthaft interessieren, wie diese Rate bei Dario Argento und DRACULA ausfällt. Ist das Ergebnis wirklich das was er wollte? Oder ist die Summe der Kompromisse größer geworden als seine ursprüngliche Vorstellung?

Leider bleiben nur magere 5 von 10 Knoblauchzehen übrig, für mich als Zuschauer ist das Ergebnis nicht wirklich überzeugend. Zu wenig Stimmung und zu viele störende Computereffekte ergeben ein Bild, mit dem zumindest ich nichts anfangen kann. Aber, versprochen Signore Argento, beim nächsten Mal bin ich wieder dabei! Und wenn es wirklich der Sandmann wird, dann wünsche ich mir (trotz anderer Quellenlage) auf jeden Fall Neil Gaiman als Art Director …

5/10

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Retro
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Re: DRACULA 3D - Dario Argento

Beitrag von Retro »

Den fand ich richtig übel...:

DRACULA (2012)

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Jonathan Harker reist in die Karpaten, um die Bibliothek des Grafen Dracula zu katalogisieren, und dort ein Grundstück zu kaufen.
Allerdings wird Harker schon nach kurzer Zeit vom Grafen, welcher ein Vampir ist, gebissen.
Als kurz darauf auch seine Frau Mina ankommt, wird sie am örtlichen Bahnhof von ihrer Freundin Lucy empfangen.
Diese leidet an einer seltsamen Krankheit und braucht Pflege, schickt aber Mina trotzdem erstmal zu ihrem Mann auf das Anwesen des Grafen.
Graf Dracula behauptet allerdings, dass Harker für ihn geschäftlich unterwegs sei, worauf Mina zurück ins Dorf reist und sich um Lucy kümmert.
Diese ist allerdings inzwischen verstorben, und Mina erfährt von einem übernatürlichem Wesen, welches die Dorfbewohner heimsuchen soll.
Jetzt kann nur noch der alte Vampirjäger Abraham Van Helsing helfen...

Jetzt hat sich Dario Argento nach seiner Version vom "Phantom der Oper" also auch noch den Klassiker "Dracula" vorgenommen...
Leider hat man von der ersten Minute an den Eindruck, dass der Film sehr billig gedreht wurde-
und dies wird im weiteren Verlauf nur noch bestätigt.
Aus der Vogelperspektive wird ein billigst gemachtes CGI-Dorf gezeigt und durchflogen, was von dahinplätschernder Musik begleitet wird.
Scheinbar hat nicht nur Argento seine besten Zeiten hinter sich, sondern auch der für den Soundtrack verantwortliche Claudio Simonetti,
welcher früher mit seiner Band "Goblin" so manchen Horrorfilm musikalisch veredelte.
Auch Locations wie der Bahnhof samt Zug am Anfang stammen komplett aus dem Rechner, und sind mit "schlecht gemacht" zu gut beschrieben.
Gleiches gilt auch für die Verwandlungs-Szenen... und überhaupt: Dracula als Eule? Okay. Wolf? Okay. Fliegen? Okay. Aber als Gottesanbeterin?
Splatterszenen gibt es nur wenige, aber immerhin sind diese zumindest teilweise handgemacht, und solide ausgefallen-
hier war immerhin Sergio Stivaletti verantwortlich, welcher auch kein unbekannter im Italo-Horror ist.
Schauspielerisch kann der Film, trotz einiger guter Darsteller, auch nicht besonders glänzen.
Die unbekannten Unax Ugalde und Marta Gastini, welche die Hauptrollen Jonathan Harker und Mina spielen, wirken überfordert und emotionslos,
aber selbst Asia Argento als Lucy wirkt uninspiriert, und Thomas Kretschmann als Dracula kann man nur als krasse Fehlbesetzung beschreiben,
in dieser Rolle kann er absolut nicht überzeugen.
Lediglich Rutger Hauer als Van Helsing schafft es, seine Rolle überzeugend zu spielen.

2/10

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