BRIGITTE SKAY

Leinwandsternchen und verkannte Stars im Blickpunkt
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Prisma
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BRIGITTE SKAY

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BRIGITTE SKAY

[*18.07.1940 | † 19.11.2012]

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Wikipedia hat geschrieben:
Nach dem Besuch einer Handelsschule nahm sie zwei Jahre Schauspielunterricht. Ihr erstes Theaterengagement hatte sie 1962 am Zimmertheater in Heidelberg. Gastweise trat sie zeitgleich auch bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen auf. Obwohl bereits ebenfalls seit Anfang der 1960er Jahre bei Film (Heute kündigt mir mein Mann) und Fernsehen (Serie Alsterstraße) aktiv, stand Skay erst mit Aufkommen der Sexfilmwelle (rund um das Jahr 1967) regelmäßig vor der Kamera. Sie spielte bisweilen sogar Hauptrollen, wie 1969 die Titelheldin im Kostümfilm Isabella – Mit blanker Brust und spitzem Degen (Originaltitel: Isabella, duchessa dei diavoli). Der Film war über die Grenzen Italiens hinaus ein erfolgreicher Film. Zwar scheiterte der Versuch, in Italien Karriere zu machen; Brigitte Skay erhielt aber weiterhin in Deutschland Fernsehrollen (u. a. in Kurz vor dem Sprung, Evarella, Der ewige Gatte, Ach, so eine nette Person und Dem Täter auf der Spur) und trat gelegentlich auch in Shows (z. B. in der Aktuellen Schaubude des NDR) auf. Auch als Schlagersängerin versuchte sich Skay; so erschien 1971 die Single Weil ich so sexy bin. Mitte der 1970er Jahre zog sie sich aus dem Film- und Fernsehgeschäft zurück und verlegte ihren Wohnsitz nach Rom. Sie widmete sich der Textil-Kunst. Ihre dreidimensionalen Bilder stellte sie weltweit aus. Am 19. November 2012 ist Brigitte Skay in Weinheim (Rhein-Neckar-Kreis) an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben.


Der Tod der Schauspielerin Brigitte Skay brachte es Ende 2012 leider nur zu kleineren Randnotizen, was vor allem dokumentieren konnte, dass sie nach über 30 Jahren der Abstinenz vom Business und sicherlich auch wegen der bedienten Filmsparten in Vergessenheit geraten war. Brigitte Skay wurde in Mannheim unter dem bürgerlichen Namen Brigitte Johanna Riedle geboren. Nach dem Besuch einer Handelsschule und anschließendem Schauspielunterricht konnte sie bereits wenig später erste Erfolge am Theater verbuchen, bevor sie schließlich 1963 in Film und Fernsehen auftauchte. Brigitte Skay war in vielen unterschiedlichen Genres unterwegs, ihr Image basierte jedoch auf eher exponierten Darstellungen im Rahmen des zeitgenössischen Films, der sich vordergründig auf (ihre) Schauwerte konzentrierte. Aus heutiger Sicht sind diese Ausflüge als eher unbedeutend zu verbuchen, genau wie die dazugehörigen Produktionen, wenngleich die Schauspielerin kaum dafür prädestiniert war, schnell wieder in Vergessenheit zu geraten. Skay bediente allerdings nicht nur vornehmlich den Erotik-Sektor, sondern war auch immer wieder in Fernsehproduktionen und TV-Shows zu sehen, außerdem brachte sie im Jahr 1971 sogar die ihre eigene Single »Weil ich so sexy bin« auf den Markt, die trotz der originellen Nummer kein kommerzieller Erfolg wurde. Die große Karriere blieb trotz einiger Hauptrollen in internationalen Kino-Produktionen aus, bis sie schließlich Ende der Siebziger die Schauspielerei aufgab, um sich künstlerisch-gestalterisch zu profilieren. Ihren letzten Auftritt als Schauspielerin hatte sie schließlich 1979 einer deutschen TV-Serie. Beachtenswert bei Brigitte Skay ist ihre doch sehr eigenwillige, man möchte beinahe sagen, unorthodoxe Filmografie, die letztlich gar kein so eindeutiges Profil hergeben möchte.

Hätte sie in ihrer Karriere wesentlich mehr Filme gemacht oder noch mehrere Jahre weiter gespielt, würde man von einer Viel-Spielerin sprechen, die generell jedes Genre bedienen konnte. So entsteht der Eindruck, dass sie temporär gesehen relativ gefragt gewesen sein muss, und dass sie eine Genre übergreifende, dynamische Einstellung zu ihrem Handwerk hatte. Ob Krimi, Sex, Komödie oder Horror - Brigitte Skay konnte in jeder Sparte eine gute oder beeindruckende Figur machen, wenngleich es sich oftmals um die selbe Schablone handelte. Daher ist der Typ Brigitte Skay schnell gezeichnet: Die feurige Blonde mit dem oft übertrieben dargestellten und einfältigem Touch, stets bereit, ihre Reize nicht nur zu präsentieren, sondern sie auch als Waffen einzusetzen, wirkt eigentlich immer sympathisch und trotz so manch einheitlicher Rolle oftmals originell. Brigitte Skay, die laut Schauspiel-Kollege Fred Williams »unglaublich kurzsichtig« gewesen sein soll, ist als ganz klassisches Exponat ihrer Zeit einzuschätzen, das in den Belangen Darstellung, Ausstrahlung und Silhouette zwar ganz eigene Akzente setzen konnte, aber neben der vielfältigen und harten Konkurrenz keine Ausnahmeerscheinung darstellt, denn attraktiv, talentiert oder gar bereitwillig waren schließlich die meisten Darstellerinnen im gleichen Metier. Viel Material über sie ist übrigens leider nicht zu finden, was vielleicht das eigene Faible für sie auch teilweise erklärt, denn diejenigen, die nach Jahrzehnten wie ein Rätsel oder ein beinahe unbeschriebenes Blatt dastehen, finden doch stets das persönliche Interesse. Insgesamt bleibt zu betonen, dass Brigitte Skay mit ihren Partizipationen oft erfreuen kann und ihre teils eigenwilligen Darbietungen ansprechend wirken, die nicht komplett in Vergessenheit geraten sollten, genau wie die Schauspielerin selbst.

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Re: BRIGITTE SKAY

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Hier noch einen Eindruck von Brigitte Skays 1970 erschienene Single "Weil ich so sexy bin". Also mir gefällts! :D


Dschallogucker
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Dschallogucker »

Ich danke dir, dass du meiner Bitte entsprochen hast und auch gleich das Video mit verlinkt hast.
"Isabella" gibt es leider nicht auf DVD. Der wäre noch interessant für mich.
Um den Jahreswechsel herum hatte ich mir noch "San Babila, 20 Uhr ..." besorgt, da ist sie ja auch dabei. Wird demnächst geschaut.

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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Prisma »



Gerne! Ich finde es sowieso immer sehr interessant, dass viele Schauspieler_innen, die nicht unbedingt dem Musikgeschäft zuzuschreiben sind, Singles heraus gebracht haben, wenn auch meistens nur einmalig. In der Regel floppten diese Versuche und deswegen erinnert sich heute kaum noch jemand an diese musikalischen Experimente, die ja oft gar nicht so uninteressant waren. Brigitte Skays A-Seite finde ich wirklich charmant und das Lied bleibt im Ohr. Hier gibt es neben den technischen Details noch die Information, dass es auch eine B-Seite namens "Fritz" gegeben hat. Der Titel "Weil ich so sexy bin" wurde übrigens bereits ein Jahr zuvor von Lilian Atterer, der seinerzeit amtierenden Miss Germany, verwendet und auch auf Single heraus gebracht. Allerdings haben die beiden Lieder bis auf den Titel kaum etwas gemeinsam.

Dschallogucker hat geschrieben:
So., 24.01.2021 21:18
"San Babila, 20 Uhr ..."

Ich denke bei diesem Film darfst du dich auf was gefasst machen. Es ist aufgrund der Anlegung sicherlich keine leichte Rolle für Brigitte-Skay-Fans oder auch generell, aber ich persönlich habe noch keine vergleichbare Darbietung von ihr gesehen, die so intensiv gespielt, doppelbödig und mit Tiefe ausgestattet war. Mit der "Isabella" habe ich bislang leider auch noch keine Bekanntschaft machen dürfen. Ich wollte mir demnächst nochmal ihre Ausflüge in deutsche Krimi-Serien anschauen, da erinnere ich mich nämlich beinahe an gar nichts mehr.

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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Prisma »



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● BRIGITTE SKAY als LALLA in
SAN BABILA, 20 UHR: EIN SINNLOSES VERBRECHEN (I|1976)



»Eins, zwei. Eins, zwei. Eins, zwei...«, hört man aus einem Auto, als die Schrittfolgen einer attraktiven Frau kommentiert werden. Ein kurzer Blick in den Wagen zeigt, dass sich die Dame von den jungen Männern keineswegs belästigt fühlt, eher fühlt sie sich trotz herablassender Kommentare und einer aufdringlichen Eskortierung geschmeichelt. Das Objekt auf der Straße wird aufgrund der zweideutig wirkenden Aufmachung als Nutte identifiziert, als ein Nichts behandelt und als Dienstleisterin benutzt. Kommentare wie beim Militär und der Zoom auf ihre High Heels ergeben einen Eindruck, die noch ausschlaggebend für den weiteren Verlauf sein werden. Das Aufzeigen der Fetischisierung einer stumpfsinnigen politischen Gesinnung erfährt durch die Integration von Brigitte Skay eine überaus spektakuläre Abhandlung. Im Zusammenhang mit Lalla wird die Thematik intelligent ad absurdum geführt, gerade weil sie vollkommen sexualisiert wird. Mit der Rothaarigen von der Straße kann man also alles anstellen: sie ist willig, leichtfertig und offensichtlich nicht dazu in der Lage, diese oder irgend eine Situation zu überschauen. Was sie über sich ergehen lassen muss, wirkt schockierend und kann im Sinne der Erniedrigung wohl keine Steigerung mehr erfahren, doch Lalla reagiert nicht so, wie man es von ihr erwarten würde. Sie nimmt hin, wirkt beinahe zufrieden, wenn ihr ein Eis spendiert wird und sie von Belanglosigkeiten berichten kann. Gerade in diesen Konversationen kommt die raffinierte Abhandlung voll zum Einsatz. Die jungen Männer neofaschistischer Einstellung predigen gebetsmühlenartig und voller Elan ihre Phrasen herunter. Da Lalla die Gesprächspartnerin ist, verpufft dies Alles genau dort, wo es hingehört, nämlich im Nichts. Die Zuhörerin redet klassisch an ihrem Gegenüber vorbei und beschäftigt sich mit diffusen Nebentätigkeiten, die von der Kamera prominent eingefangen werden und schließlich als wesentlich wichtiger und aussagekräftiger dargestellt werden. Hervorragend!

Die Rolle der Deutschen sieht auf den ersten Blick verhältnismäßig obligatorisch aus, allerdings muss nach dieser Darbietung unbedingt betont werden, dass sie hier in einer ihrer besten, intensivsten und tiefgründigsten Interpretationen zu sehen ist, obwohl das Gezeigte diesen Eindruck zunächst keineswegs hergeben will. Im Szenario agieren hauptsächlich Laiendarsteller, doch für die Rolle der Lalla wurde sicherlich ganz bewusst auf eine bekannte Schauspielerin gesetzt. Ihre offen zur Schau getragene Dummheit geht oftmals so weit, dass man sich zutiefst peinlich berührt fühlt, denn ihr in Selbstaufgabe hinnehmendes Wesen ruft eine Art Fassungslosigkeit hervor, sodass mitleidige Blicke unausweichlich sind. Der Schlüssel der Geschichte wurde allerdings ihr in die Hände gespielt, denn mit ihr steht und fällt eine verkappte Ideologie und sie wird das letzte Wort haben, auch wenn man betonen muss, dass dies alles vollkommen unbewusst geschieht. Das minderwertige Subjekt sprengt die Parolen der jungen Männer mit dem kleinen Finger. Brigitte Skay arrangiert eine schwierige Mehrfachanforderung nahezu meisterhaft und es ist sehr erstaunlich, dass ihre Fähigkeiten in dieser Form selten abgerufen wurden. Skay, die sich hier bereits im letzten Drittel ihrer Karriere befand, setzt ein unmissverständliches Ausrufezeichen, welches begeistert, beeindruckt und überzeugt. Zustande kommt eine Kreation, die man sonst vielleicht eher als fatal abqualifizieren würde. Lalla wirkt ohne jeden Zweifel ordinär, sie ist offensichtlich nicht mit einem Mindestmaß an Intelligenz gesegnet worden, Annehmlichkeiten werden in ihrem Spektrum ausschließlich mit Männern in Zusammenhang gebracht. Die Lösung der Dramaturgie ist im Endeffekt brillant, denn lange ist nicht zu verstehen, dass sie es in dieser Verbindung überhaupt aushält, aber wenn der Film zu Ende ist, wird man eine Leistung anerkennen können, die mit allen zur Verfügung stehenden Finessen ausgeführt wurde. Eine schwierige Rolle, die mit herben Kontrasten und beißenden Gegensätzlichkeiten jongliert, aber gleichzeitig ausgezeichnet von Brigitte Skay gelöst wurde.

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alan_cunningham
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von alan_cunningham »

Den habe ich immer noch ungesehen im Regal :shock: Muss ich mir wohl endlich mal genehmigen :) Da hast du ja wieder eine Lady, die ich noch nicht so oft gesehen habe! :D

Dschallogucker
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Dschallogucker »

Nächste Woche muss ich ihn auch unbedingt mal reinlegen. Durch einige Neuzugänge der letzten Tage hat sich das leider verschoben bei mir.

"Campana" Italien 1970, wurde nun zum 3. Mal verschoben, aktuell auf den 11.6.2021
Dieser Kriegsfilm hat meist schlechte Noten bekommen, aber wegen Brigitte muss der trotzdem gekauft werden :mrgreen:

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alan_cunningham
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von alan_cunningham »

Ich schätze, dass ich bestimmt so an die 200 bis 300 DVDs/Blu-rays/UHD-Discs ungesehen im Regal stehen habe :D

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Prisma
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Prisma »



"San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen" kann ich wirklich nur uneingeschränkt empfehlen, und das noch nicht einmal primär wegen Brigitte Skay. Es ist zwar auch schon ein Weilchen her, dass ich ihn zuletzt sah, aber der Film ist überaus packend und bleibt innerhalb seiner hervorragenden Inszenierung und intelligenten Konstruktion ein beklemmender Reminder. Was Brigitte Skay hier leistet, ist mehr als beachtlich und anerkennungswürdig, da sich dieser Auftritt zu einer faustdicken Überraschung entwickelt. Zwar bedient sie das Publikum überwiegend mit ihrem obligatorischen Repertoire, aber ein derartig sicheres Parkett des doppelten Bodens wurde der sympathischen Interpretin leider nur selten anvertraut. Woran ich mich hauptsächlich erinnere: Als Fan von Brigitte Skay sollte man gute Nerven haben. Mich würde da jedenfalls brennend interessieren, wie Lalla bei euch angekommen ist.

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Jokerfive
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Jokerfive »

Hier zwei Fundstücke aus dem weltweiten Netz:

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Werbefoto für den Bruno-Corbucci-Film: Isabella - Mit blanker Brust und spitzem Degen (IT/BRD, 1969)

Bild
Titelmädchen für die Neue Revue 49/1970
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Dschallogucker
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Dschallogucker »

Prisma hat geschrieben:
So., 07.02.2021 14:49


"San Babila, 20 Uhr: Ein sinnloses Verbrechen" kann ich wirklich nur uneingeschränkt empfehlen, und das noch nicht einmal primär wegen Brigitte Skay. Es ist zwar auch schon ein Weilchen her, dass ich ihn zuletzt sah, aber der Film ist überaus packend und bleibt innerhalb seiner hervorragenden Inszenierung und intelligenten Konstruktion ein beklemmender Reminder. Was Brigitte Skay hier leistet, ist mehr als beachtlich und anerkennungswürdig, da sich dieser Auftritt zu einer faustdicken Überraschung entwickelt. Zwar bedient sie das Publikum überwiegend mit ihrem obligatorischen Repertoire, aber ein derartig sicheres Parkett des doppelten Bodens wurde der sympathischen Interpretin leider nur selten anvertraut. Woran ich mich hauptsächlich erinnere: Als Fan von Brigitte Skay sollte man gute Nerven haben. Mich würde da jedenfalls brennend interessieren, wie Lalla bei euch angekommen ist.
Heute den Film geschaut
Nun ja, die Thematik des Films ist nicht so meins, Links gegen Rechts. Und meistens sah man nur den Haufen der Rechten, auf die Dauer etwas eintönig. Die Lalla kommt hauptsächlich in der 1. Hälfte vor. Am erfreulichsten war, dass sie mal einen ihrer geliebten Eisbecher essen durfte, ansonsten wurde sie ja nicht nett behandelt. Sie musste sich dümmer stellen als sie ist, das war sicher die größte Herausforderung, die sie gut gemeistert hat.
Ich hab nur die DVD, aber das Bild war sehr gut. Das Booklet etwas kurz, dafür alles nochmal in englisch.
Bonusmaterial ist erst morgen dran

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Prisma
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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Prisma »

Jokerfive hat geschrieben:
So., 07.02.2021 15:34
Isabella - Mit blanker Brust und spitzem Degen

Mit dieser Dame würde ich ja auch zu gerne mal Bekanntschaft machen! :)
Die Geschichte ist bestimmt ein kleines Abenteuer und sollte daher mal veröffentlicht werden.


Dschallogucker hat geschrieben:
Mo., 08.02.2021 21:01
die Thematik des Films ist nicht so meins

Ja, kann mir gut vorstellen, dass der Film vor allem thematisch gesehen nicht jedermanns Sache ist, aber handwerklich ist der wirklich außergewöhnlich gut gemacht. Ich kann sagen, dass er bei mir persönlich auch ohne Brigitte Skay gut angekommen wäre, wenngleich ich natürlich auch einräumen muss, dass die Wahrscheinlichkeit niedrig gewesen wäre, ohne sie auf den Film aufmerksam geworden zu sein, denn dafür fehlt es an einer zugkräftigen Besetzung, die sonst mein Haupt-Auswahlkriterium darstellt.

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Re: BRIGITTE SKAY

Beitrag von Prisma »



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● BRIGITTE SKAY als MAGGY MCCONNOR in
DIE TOTE AUS DER THEMSE (D|1971)



Gerade die Spätphase der Edgar-Wallace-Reihe präsentiert in den Riegen der jeweiligen Besetzungen zahlreiche Gäste, die nur einen einmaligen Einsatz fanden, so auch die zu dieser Zeit sehr gefragte Brigitte Skay, die Ende der 60er bis Anfang der 70er Jahre einen Film nach dem anderen drehte. Dabei handelt es sich vornehmlich um Rollen, die den Erotik-Sektor bedienen. Auch in Harald Philipps "Die Tote aus der Themse" findet sie in diesem Zusammenhang einen weitgehend obligatorischen Einsatz. Oftmals gekreuzt mit Humor, kann man von einem temporären Markenzeichen der Mannheimerin sprechen und als Maggy McConnor beweist sie hier ein feines Händchen bei der geteilten Anforderung. Die üppige Blondine ist Tänzerin am königlichen Ballett, allerdings sieht sie sich zu Höherem berufen. Da sie einen solventen Liebhaber an ihrer Seite und im Lotterbett hat, der ihr vorgaukelt, sie in einer Solo-Nummer unterzubringen, kann es wohl beim Namen genannt werden, dass sie sich aushalten lässt. Sie gibt ganz offensichtlich auch Einiges zurück, was sich auf Naturalien bezieht und nebenbei schmuggelt sie ja auch noch Drogen. Die Beziehung basiert auf gegenseitigem Kalkül und muss im Sinne der Geschichte ein jähes Ende finden. Brigitte Skay bereichert die Szenerie mit naiver Schlagfertigkeit, gewitztem und aufforderndem Charme, außerdem muss sie wie so häufig eine recht einfältige Note transportieren. Was die Textilien anbelangt, so sieht man sie in einem Hauch von Nichts durch die Kulissen schweben. Da erotische Schwingungen selbst in der späten Wallace-Ära en vogue waren, sieht man zusätzlich noch Ingrid Steeger in einer kleinen Rolle, die mit Textilien allerdings gar nichts zu tun hat.

Die stärksten Szenen von Brigitte Skay entstehen im Zusammenspiel mit Werner Peters, der hier leider schon in seinem letzten Film zu sehen ist, und die Konversation ist von Spannungen vielfältiger Art geprägt. Seine abwertenden und überaus direkten Kommentare in ihre Richtung scheinen der jungen Dame bereits hinlänglich bekannt zu sein und sie kontert unverblümt mit ihren Waffen: »Na, na Dicker, wenn Sie mich so gänzlich oben ohne sehen, wollen Sie mich am liebsten lebendig vernaschen!« Noch während sie diese kleine Spitze abfeuert, schmiegt sie sich an ihren Liebhaber und hält ihrem ungeliebten Gast das vor, was er nie haben wird, nämlich sie selbst. Außerdem betont sie, dass er sie nicht mehr so lange warten lassen solle. Die Frage, ob sie Talent beim Tanzen hat oder nicht, bleibt hier vollkommen auf der Strecke, denn eher bekommt man den Eindruck vermittelt, dass es sich bei der kostspieligen Geliebten lediglich um eine fähige Bett-Kanone handelt, die ihrem Gönner die Zeit vertreibt. Letztlich muss man sagen, dass Brigitte Skay hier lediglich einen Einsatz für das Großthema Optik findet und ansonsten nicht besonders viel abzurufen hat. Ihre Stärken entfaltet sie wie üblich im Zusammenspiel mit ihren Männern, oder denen, die es gerne wären, und meistens ist sie dabei zu betrachten, wie sie ihre Reize ganz ungeniert, beinahe vergnüglich als Waffen einsetzt und die anwesenden Herren der Schöpfung schon alleine durch ihre bloße Anwesenheit reizt. Insgesamt handelt es sich bei Brigitte Skays Funktion in diesem Kriminalfilm um nicht mehr und nicht weniger als schmückendes Beiwerk, allerdings schafft sie es dennoch, sich neben all den Wallace-Größen im Gedächtnis des Zuschauers einzunisten.

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Re: BRIGITTE SKAY

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● BRIGITTE SKAY als BIGGI, DIE SCHWEDIN in
SERGEANT BERRY | ... UND EIN TANGO ZU DRITT (D|1974)



»Spinnt der schon lange?« Etwas verwundert aber gleichzeitig auch vollkommen im Trüben fischend, hört man diese Frage bezüglich Sergeant Berry, der sein Inkognito so lange wie möglich vor den reizenden Damen in der herrlichen Urlaubskulissse aufrecht erhalten soll. Brigitte Skay ist als prominenter Blickfang in der Episoden-Hauptrolle der sechsten Episode dieser augenzwinkernden Kriminal-Serie zu sehen, die beim Publikum allerdings nur mäßigen Erfolg hatte. Auch für Skay neigte sich ihre Karriere langsam aber sicher dem Ende zu, denn in fünf Jahren folgten nur noch ein halbes Dutzend Auftritte in Film und Fernsehen. Zunächst spielt es erst einmal keine Rolle, welche Qualität sich das jeweilige Format auserkoren hat, wenn Brigitte Skay mit von der hier heiteren Partie ist, denn ihre Art der Interpretation weiß stets individuell zu fesseln. In diesem eher gestelzt wirkenden Treiben spielt die Deutsche eine Unbekannte, beziehungsweise wegen ihres Aussehens schiebt man ihr vermutlich den Titel der Schwedin zu. Von nordischer Kühle ist bei ihr allerdings nichts zu bemerken, denn ihr erster Auftritt findet unter heißer Sonne in einem Hauch von Textilie statt. Brigitte Skay scheute sich in ihrer gesamten Karriere nicht, mit Klischees entsprechender Anforderungen und Charaktere oder Stereotypen zu jonglieren, was sich insbesondere bei ihren Ausflügen in erotisch angehauchten Rollen zeigt. Skay zeigt dementsprechend gerne, was sie naturgemäß zu bieten hat, und wenn es die Dramaturgie einfordert, zeigt sie es auch umgehend demjenigen, der danach gefragt hat, oder ihr in den Ausschnitt starrt, wie es Klausjürgen Wussow hier tut. Sergeant Berrys erste Avancen werden ihrerseits mit offensichtlich gespieltem Desinteresse zur Kenntnis genommen, doch die sterile Zweisamkeit wird langsam aber sicher feuriger, wenngleich man ahnt, weswegen es so läuft. Nach eigenen Angaben bekommt die Schwedin immer Hunger, wenn sie fummelt, und derartige sprachliche Dreideutigkeiten gibt es hier alle Nase lang zu hören.

Brigitte Skay war zu dieser Zeit sicherlich bereits eine zuverlässige Expertin darin, dem Film fast alle erdenklichen Frondienste zu leisten, was eine Karriere wie diese natürlich sehr eindeutig geprägt und in eine bestimmte Bahn gelenkt hat. Das was sie hier zu leisten hat, ist andernorts in der gleichen Art und Weise wesentlich besser dagewesen. Dennoch erfreut die Schauspielerin wegen ihres sympathischen Gesamtpakets und der Performance mit humorvollen Untertönen. »Biggi ist einsame Klasse!«, hört man eine ihrer beobachtenden Komplizinnen aus vollster Überzeugung sagen, bis die Kamera diese Feststellung in den nächsten Einstellungen mit abtastenden Nahaufnahmen auf Brigitte Skays unübersehbare Attribute unterstreicht. Der interessierte Zuschauer hätte es natürlich auch so gewusst, und in der Zwischenzeit folgt man leidlich originellen Dialogen zwischen Wussow und seiner attraktiven Partnerin, die sich die Zeit mit Champagner und Kaviar vertreiben. Am Ende geben beide noch den angekündigten Tango zum Besten, um für die gewünschte Situationskomik zu sorgen, allerdings endet die Episode recht unspektakulär. Leider wird Brigitte Skay zum Finale hin in die zweite Reihe durchgereicht, aber es bleibt einer ihrer Auftritte, der so oder so in Erinnerung bleibt, weil sie das blonde Naivchen erneut ohne Hemmungen anbietet. Vielleicht ist noch anzumerken, dass der zeitgenössische Film nicht viel mehr mit der begabten Interpretin anzufangen wusste und sie in derartig schwachen Formaten keinerlei Möglichkeiten erhielt, sich in irgend einer Weise anders zu profilieren, wobei sie es im Rahmen dieser Anforderung auch nicht darauf anlegt. So gesehen ist die anvisierte Mission mehr als deutlich erfüllt worden und stellt ein Vergnügen für Fans von Brigitte Skay dar, wenn auch in dürftiger filmischer Präsentation. Humor ist, wenn man trotzdem lacht, und so bleibt Bigitte Skay im Serien-Kontext als eine der Darstellerinnen der Serie in Erinnerung, die am meisten aus ihrer Rolle herausholen konnten.

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