TENNIS - Von Court bis Screen

Alle Themen und Plaudereien, die nichts mit Film zu tun haben.
Antworten
Benutzeravatar
Prisma
Beiträge: 1516
Registriert: Sa., 31.10.2020 18:11

TENNIS - Von Court bis Screen

Beitrag von Prisma »



ANYONE?


Bild



Bei diesem Topic handelt es sich um eine Art Herzensangelegenheit, da sie zwei meiner größten Leidenschaften miteinander verbindet: Film und Tennis. Schon immer war die vage Idee eines solchen Threads vorhanden und theoretisch schnell ausgemalt, allerdings scheiterte die Umsetzung stets an dem eigentlichen Aufhänger, da der sogenannte weiße Sport heute zu den Auslaufmodellen der Volkssportarten gehört. Die Bundesrepublik erlebte in den 80er Jahren einen beispiellosen Tennis-Boom, da das internationale Turnier-Tennis seinerzeit bei den Herren von Boris Becker aufgemischt, von Steffi Graf sogar über weite Strecken beherrscht wurde. Die Sportart erlebte plötzlich einen nie wieder dagewesenen Aufwind, sodass Vereine aus dem Boden sprießen konnten und man sich auch inaktiv für Tennis interessierte - zumindest sehr häufig. Im Wandel der Zeit - und insbesondere in diesem Zeitrahmen - entwickelte sich der weiße Sport, der abschätzig häufig "Bonzen-Tennis" genannt wurde, zur erschwinglichen Freizeitaktivität und man verabschiedete sich nach und nach von einem durchaus bestehenden Exklusiv-Status, der sich je nach Jahrzehnt cascadenartig abbauen konnte. Einen direkten Zusammenhang liefern die Themen Tennis & Film auf den ersten Blick nicht, vielleicht sogar nicht einmal auf den zweiten. Allerdings ist es so, dass beides zunächst in gleicher Weise konsumiert werden muss, falls man nicht selbst auf dem Platz steht. So kann Tennis - wie auch der Film an sich - zwischen Hochspannung, Gelegenheitskonsum und Desinteresse alles abdecken und bietet viele verschiedene Zwischentöne.

Der Film machte sich das Umfeld von Tennisplätzen respektive Tennisclubs gerne zunutze und es kam zu exklusiven Zeichnungen von Vakuums und eingeschworenen Gesellschaften, in denen es nicht selten zu konspirativen Machenschaften, kriminellen Planungen, kognitiven Amokläufen kam oder amourösen Bäumchen-wechsle-Dich-Spielchen kam. So konnte das Setting häufig dem gezeichneten Ebenbild der entsprechenden Dramaturgien standhalten und steht auch heute noch für Umschlagplätze der Spleens und Launen der Reichen, beziehungsweise für die der besseren Gesellschaft. Da der Film spiegelt, aber auch zu Übertreibungen neigt, kommt es in den Veranschaulichungen sicherlich zu etlichen Halbwahrheiten, aber auch typischen Charakteristika, was sich vor allem auf bestimmte Dekaden, Kolportage und diverse Klischees bezieht. Dieser Thread wird die Sportart in Kino und Fernsehen sowie die dazu gehörenden Charaktere und Umstände etwas deutlicher unter die Lupe nehmen, denn wie erwähnt wurde die Blase Tenniscourt immer gerne als Aufhänger für meist negativ behaftete Thematiken verwendet. Fernab des artifiziellen Tennis existiert aber vor allem auch noch das reale Geschehen, welches hier natürlich auch nicht unter den Teppich gekehrt werden sollte: Das internationale Profitennis. Ich kann wirklich nicht einschätzen, ob sich hier jemand für Tennis interessiert (hat), oder ob sich die Erweiterung bis hin zum realen Tennis überhaupt lohnt, aber es ist immerhin einen Versuch wert, vor allem aus aktuellem Anlass. Ich freue mich auf diverse Ausgrabungen und natürlich Meldungen aller Art. In diesem Sinn: Play!

Benutzeravatar
Prisma
Beiträge: 1516
Registriert: Sa., 31.10.2020 18:11

Re: TENNIS - Von Court bis Screen

Beitrag von Prisma »



GM.jpeg
GM.jpeg (48.93 KiB) 278 mal betrachtet


Eine olympische Medaille ist für viele Athleten die Erfüllung jahrelanger und harter Arbeit, denn Edelmetall besteht für die Ewigkeit. Leider standen die Olympischen Spiele in Tokio aus verschiedenen Gründen unter keinem guten Stern und es hagelte bereits im Vorfeld hochkarätige Absagen in zahlreichen Wettbewerben. Das olympische Tennisturnier wartete daher sowohl bei den Damen als auch bei den Herren nicht mit dem üblichen Teilnehmerfeld auf, allerdings soll man nicht über diejenigen Klagen, die aus unterchiedlichsten Gründen fern blieben, sondern sich über die freuen, die teilgenommen haben, auch wenn es schwerfällt, da die Großveranstaltung trotz lautester Kritik durchgepeitscht wurde. Bleibt man beim dargebotenen Sport & Tennis, so wurde der treue Fan mit vielen hochklassigen und spannenden Matches zufriedengestellt. Für den Deutschen Tennis Bund endete eine lange Durststrecke, da Alexander Zverev die erste Goldmedaille im Herren-Einzel überhaupt gegen den Russen Karen Chatschanow gewinnen konnte - das erste Gold im Einzel-Wettbewerb seit 1988 durch Steffi Graf in Seoul.

Solche Momente sind für jeden erfahrenen Tennisfan etwas ganz Besonderes und deutsche Olympia-Medaillen im Tennissport hat es sogar schon häufiger gegeben, beispielsweise durch Thomas Haas oder Angelique Kerber gegeben, allerdings bislang noch keine im Herren-Einzel. Für Zverev war es sicherlich der größte Triumph seiner noch jungen und so vielversprechenden Karriere und es bleibt zu hoffen, außerdem abzuwarten, ob da noch mehr kommt, beispielsweise ein Grand-Slam-Titel. Das wäre ganz schön, denn Tennis bräuchte im Allgemeinen mal wieder einen ordentlichen Ruck, der sich vor allem bis runter in die Clubs zeigen sollte. Naja, zunächst bleiben erst mal die Memories aus Tokio 2020, beziehungsweise 2021. Es war ein jedenfalls epischer Moment heute, ein schnelles Gänsehaut-Finale und wohlgemerkt eine große Überraschung, vor allem wenn man an Zverevs Halbfinale denkt, in dem er Branchenprimus Novak Đoković völlig unerwartet nach Hause geschickt hat. War übrigens auch ganz nett, dass die kompletten Matches übertragen wurden, da Tennis im Free-TV immer mehr zu einer Rarität zu werden droht. Ich schaue mir jetzt direkt nochmal die Highlights an...

Benutzeravatar
Prisma
Beiträge: 1516
Registriert: Sa., 31.10.2020 18:11

Re: TENNIS - Von Court bis Screen

Beitrag von Prisma »



Letzte Woche ging das letzte Grand Slam Turnier des Jahres mit den US OPEN zu Ende, und es bleibt der Eindruck, dass es schon lange nicht mehr so viele Überraschungen im zweiwöchigen Turnierverlauf gegeben hat. Zunächst ist die Randnotiz erfreulich, dass einige deutsche Spieler es in die zweite Woche geschafft haben, Vorjahresfinalist Alexander Zverev schaffte es erneut bis ins Halbfinale, wo er jedoch gegen Novak Đoković in fünf umkämpften Sätzen den Kürzeren zog. So weit so gut, Angelique Kerber, Oscar Otte und Peter Gojowczyk schafften es mehr oder weniger überraschend ins Achtelfinale. Die US OPEN fanden im Gegensatz zum letzten Jahr wieder vor Zuschauern statt, sodass die berüchtigte Stimmung im größten Tennis-Stadion der Welt wieder im gewohnten Ausmaß aufkommen konnte. Die zwei Wochen Tennis in New York waren spannend, überraschend und geschichtsträchtig. Dass es bei den Damen zu einem unerwarteten und erstklassigen Teenager-Finale zwischen der Britin Emma Raducanu und der Kanadierin Leylah Fernandez kam, dass es in dieser Form sein über 20 Jahren nicht mehr gegeben hatte, und bei dem sich die junge Britin überzeugend und beinahe routiniert durchsetzen konnte, hat wohl niemand im Vorfeld erwartet und war wohl die zweitgrößte Überraschung dieser zwei unterhaltsamen Turnierwochen. Die größte Überraschung zeigte sich jedoch im Herren-Finale, was sich allerdings nicht auf die Konstellation bezieht, denn immerhin standen sich die Nummer 1 und 2 der Welt gegenüber. Unerwartet war der Sieg des Russen Daniil Medvedev, dessen dominantes und unaufgeregtes Spiel nicht zu entzaubern war. Top-Favorit Novak Đoković hätte mit diesem US OPEN Triumph Geschichte schreiben können, da er den Grand-Slam - also das Gewinnen jedes der vier Grand-Slam-Turniere eines Kalenderjahres - hätte perfekt machen können. So bleibt der letzte und wohl einzige Grand Slam, den ich erleben durfte und werde, wohl der von Steffi Graf aus dem Jahr 1988, der noch mit olympischem Gold im Einzel gekrönt wurde. Als Fazit lässt sich sagen, dass Tennis wieder auf dem besten Weg ist, spannender zu werden, da sich neue Herausforderungen offenbaren.

Antworten