DUE MAGNUM .38 PER UNA CITTÀ DI CAROGNE - Mario Pinzauti

Harte Kerle, grobe Keilereien, heiße Feger und unbarmherzige Gangster.
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Richie Pistilli
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DUE MAGNUM .38 PER UNA CITTÀ DI CAROGNE - Mario Pinzauti

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Due Magnum .38 per una città di carogne (IT)


IT 1975

R: Mario Pinzauti
D: Dino Strano, Luigi Pistilli, Annamaria Meyer, Gordon Mitchell, Erna Schurer, Guido Leontini, Gianni Musy, Gianni Pesola, Enrico Curatolo, Iloosh Khoshabe u.a.



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Italienische Erstaufführung: 03.10.1975

Score: Bruno Nicolai

Super-8-Fassung

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OFDb



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"Wir bekommen das, was wir verdienen"


Franco Palermo (Dino Strano) ist nicht nur ein Sprössling fortgeschrittenen Alters eines sizilianischen Mafia-Clans, sondern auch ein erfolgloser Schriftsteller, der sich aus Einsamkeit in Rom auf die Suche nach seiner ehemaligen Sekretärin und Geliebten Silvia Ronchi (Annamaria Meyer) macht. Zwar gelingt es Franco Palermo bereits nach kurzer Zeit seine große Liebe aufzuspüren, wirkt aber beim Wiedersehen etwas verhalten, denn Silvia arbeitet zwischenzeitlich erfolgreich im grenzstädtischen Horizontalgewerbe, wo sie für sich sowie für ihren Zuhälter Piero Turchi (Gianni Musy) die Brötchen verdient. Trotz allen Bittens und Bedrängens von Seiten Francos zeigt sich Silvia nicht dazu bereit, für ein gemeinsames Leben in Sizilien ihren riskanten Job in Rom an den Nagel zu hängen. Doch anstatt klein bei zu geben und zurück nach Sizilien abzuhauen, begibt sich Franco in die mordsgefährliche Unterwelt Roms, um dort die verantwortlichen Hintermänner des Zuhälterrings seiner Geliebten ausfindig zu machen. Was folgt, sind zahlreiche Tote und ein persönlicher Schicksalsschlag, der Franco Palermo in letzter Instanz zum Äußersten zwingt. Hätte er nicht doch besser das Angebot von Kommissar Perri (Luigi Pistilli) annehmen sollen?




Nachdem Mario Pinzauti in seiner Funktion als Autor für Trivial- und Pulpliteratur bereits über 100 Groschenromane geschrieben hatte, folgte 1962 sein Einstieg in die italienische Filmindustrie, indem er das Drehbuch des Sandalenfilms DER HELD VON ATTIKA verfasste. Sein darauffolgender Wechsel ins Regiefach war zunächst mit wenig Erfolg gekrönt, denn sein bereits fertig abgedrehtes Leinwandebüt INTERPOL MORTE AL MOLO 18 wurde infolge finanzieller Schwierigkeiten des verantwortlichen Produzenten nie vollendet - zum fertigen Filmprodukt fehlten lediglich der Endschnitt als auch die Synchronisation. Als nächstes folgten mit GIUNSE RINGO E... FU TEMPO DI MASSACRO (1970) und VAMOS A MATAR SARTANA (1971) zwei hierzulande unveröffentlichte Italo-Western, bevor Pinzauti 1975 mit ganz geringen finanziellen Mitteln seinen einzigen Polizeifilm DUE MAGNUM .38 PER UNA CITTÀ DI CAROGNE inszenierte. Nach zwei weiteren Sklavenfilmproduktionen, die er 1976 back-to-back drehte, zog sich Mario Pinzauti aus dem Filmgeschäft zurück, um fortan für die RAI zu arbeiten.


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Obwohl sich DUE MAGNUM .38 PER UNA CITTÀ DI CAROGNE auf den ersten Blick als ein durchschnittlich inszeniertes Günstigfilmprodukt entpuppt, bei dem weder die handwerklichen Fertigkeiten, noch der Sinn für die italotypische Bildästhetik stimmen, stellt sich der Film infolge seiner beteiligten Schauspieler sowie der etwas comichaft überzeichneten 'Film Noir-Story'als gar nicht mal als so uninteressant heraus. Als kettenrauchender Hauptdarsteller betreibt der bis dato aus 26 Italo-Western-Produktionen bekannte Nebendarsteller Dino Strano (bürgerlich 'Dean Stratford') einen persönlichen Feldzug gegen die römische Unterwelt, was aber seiner Gesundheit letzten Endes nicht gut tut. Zwar erinnert seine unverhohlene Tatkraft an schlagkräftige Eskalierer wie etwa Merli, Testi, Nero oder Merenda, wirkt aber aufgrund seines unprätentiösen Erscheinungsbilds wie das genaue Gegenteil. Zu allem Überfluss wird er als Antwort auf sein aufrührerisches Verhalten nicht nur von seinen Gegnern fremdbestimmt eingenässt, sondern auch körperlich maltretiert. Dabei zeigt er sich als ein Mann, der anstatt vieler Worte lieber direkt Taten folgen lässt.

Hinzu gesellt sich eine außergewöhnliche Darstellung der italienischen Hauptstadt, die Rom als völlig düster und trostlos erscheinen lässt. Zusammen mit den karg dekorierten Filmkulissen, die sich neben einigen wenigen Außenschauplätzen auf eine wenige, äußerst rustikal eingerichtete Innenräume erstrecken, ergibt sich letztendlich ein filmatmospärisches Setting, das sich bestens für rauen und anstößigen Film-Noir eignet. Bleibt noch anzumerken, dass bei diesem Film Renato Polsellis angestammter Haus- und Hofproduzent Bruno Vani als Produktionsleiter agierte.


In weiteren Rollen brillieren Luigi Pistilli, eine gewisse Annamaria Meyer, Erna Schurer, Guido Leontini sowie Gordon Mitchell nicht ganz so gut, wie man es von den meisten der Aufgezählten normalerweise gewohnt ist, aber unterhaltsam gestaltet sich das Ganze allemal. Luigi Pistilli verkörpert einen hartnäckigen Kommissar, wohingegen die mir unbekannte Annamaria Meyer in die Rolle der horizontalgewerblichen Ex-Geliebten geschlüpft. Vielleicht kann Prisma ein paar Infos zu der unbekannten Darstellerin beitragen, die neben diesem Film lediglich noch einmal in DIE HEIßEN NÄCHTE DES CALIGULA in Erscheinung trat? Gordon Mitchell mimt mit der gewohnten Durchschlagskraft einen Gangster-Boss, der augenscheinlich eine Vorliebe für Pustefix hegt, wohingegen Erna Schurer wiederum als undurchsichtige Künstlerin in Erscheinung tritt, die ihren Lebenunterhalt auf vielfältige Arten und Weisen bestreitet.


Als eine weiteres Ergebnis fehlender finanzieller Mittel kann die Filmmusik von Bruno Nicolai angesehen werden, da diese ausschließlich aus bereits verwendeten Kompositionen besteht, die ursprünglich für andere italienische Genrefilme produziert wurden. Trotz des Fehlens eines eigenen Soundtracks muss festgehalten werden, dass die recycelten Musikstücke gut zu ausgewählten Szenen passen. Verwendet wurden beispielsweise Kompositionen aus DAS GEHEIMNIS DER BLUTIGEN LILIE, UN BIANCO VESTITO PER MARIALÉ, DER SCHWANZ DES SKORPIONS, DIE EHRENWERTE FAMILIE sowie einiger Musikstücke, die nicht aus der Feder Nocolais stammen.


Fazit: Eine rau, billig und dreckig zusammengeklaubte Günstigfilmproduktion, die aber geradezu wegen dieser Attribute für den übergeneigten Polizeifilmfan interessant sein könnte.


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Credits & Score:


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