ICH KNALL EUCH AB! - Morton Rhue

Literarische Klassiker und Neuerscheinungen zum Lieblingsthema
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Retro
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Registriert: Do., 12.11.2020 10:05

ICH KNALL EUCH AB! - Morton Rhue

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In "Ich knall euch ab" geht es um einen Amoklauf von Schülern, nach dem Vorbild des Amoklaufs von Littleton.
Das Buch ist  nicht wie ein Roman geschrieben, sondern setzt sich aus (fiktiven) Zeugenaussagen, emails, usw über die beiden Täter zusammen.
Alles liest sich ganz ähnlich wie die Berichte, die man nach Amokläufen in den Medien findet, nur größtenteils ohne jegliche Bewertung der Tat.
Erstaunlicherweise scheint zumindest mancher in Amerika sein Gehirn zu benutzen, kann man doch deutlich aus dem Buch herauslesen,
dass solche Situationen durch das versagen der Lehrer, Eltern die mit ihren Kindern kaum noch kommunizieren, und vor allem durch Mobbing verursacht werden.
Man stelle sich vor: Die beiden fiktiven Amokläufer waren beide Computerspieler- allerdings spielten sie ebenso gerne "Need for Speed" wie "Doom".
Dieses Hobby wird im Buch allerdings als völlig normal bei Jugendlichen angesehen und beschrieben- und dient bestenfalls zum abbau von Frust.

Zitat von Morton Rhue:
"Gewalt hat viele Gesichter - sie äussert sich durch den Gebrauch von Waffen und Fäusten, oder von Worten, die Verachtung säen.
Wenn wir nichts daran ändern, wie wir andere innerhalb unserer Schulen behandeln , wird es nur noch mehr Tragödien geben."

Aber...

Da wir ja hier in Deutschland sind, kann man natürlich die Sicht eines Amerikaners nicht so einfach stehen lassen.
Im 14-seitigen Nachwort zum Buch, geschrieben natürlich von einem Deutschen Universitätsprofessor, kommt einem dann das kotzen.
Man meint, die Bild-Zeitung vor sich zu haben- und natürlich dient dem Herrn Prof. Dr. Klaus Hurrelmann als Deutsches Beispiel Robert Steinhäuser.
Hier kann man es, typisch deutsch, dann wieder lesen: Die Video- und Computerspiele-Scheinwelt ist natürlich zumindest Mitschuld an all sowas.
"Der Konsum von Horrorvideos und anderen Gewalthaltigen medialen Produkten", die "Skrupellosen TV und Video-Darstellungen verstärken die Aggression",
die "Darsteller in diesen Medien sind soziale Modelle für das eigenen Verhalten", usw...
Wenn ich dann auch noch Sätze lesen muss wie "In Videospielen war er zum Täter und Mörder geworden"
und "Am Bildschirm war er ein guter Schütze", könnte ich schon wieder kotzen...

Am besten bei Interesse die letzten Seiten des Buches rausreissen, oder zumindest komplett ignorieren.

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